1. Spieltag: Alles blöd

Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 2:3

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Genau einen Spieltag lang hat es gedauert, mir die Freude über den Beginn der neuen Saison zu verderben. Die Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt riss in 90 Minuten alte Wunden wieder auf, von denen ich nicht mal mehr wusste, dass sie existierten. Diese Abwehrleistung, die meine wildesten Befürchtungen übertroffen hat, muss einem große Sorgen machen. Trotz Ausfall von Naldo und Boenisch darf sich eine Bundesligamannschaft defensiv einfach nicht so verhalten. Keine durchschnittliche Zweitligamannschaft lässt sich hinten mit so einfachen Mitteln aushebeln, wie Werder gestern Nachmittag.

Es verbietet sich fast schon, die restliche Leistung zu bewerten. Offensiv war das nämlich gar nicht mal so verkehrt, was Werder phasenweise auf den Rasen legte. Es fehlte noch etwas Genauigkeit und das Tempo darf gerne etwas höher gehalten werden, aber insgesamt war das für einen 1. Spieltag ganz ordentlich. Doch was nützt es, wenn man sich hinten so amateurhaft anstellt? Sebastian Prödl hat (hoffentlich!) das schlechteste Spiel seiner Fußballerkarriere gemacht. Petri Pasanen weigerte sich hartnäckig, die Mittellinie zu überschreiten und hatte auf seiner linken Seite trotzdem arge Probleme. Per Mertesacker ragte aus dem Abwehrtohuwabohu mit einigen tollen Rettungsaktionen noch als einziger hinaus.

Selbst wenn man alle widrigen Umstände, die starken Frankfurter Konter und die Zufallsfaktoren des Fußballs berücksichtigt, war das einfach eine ganz traurige Darbietung. Traurig vor allem, weil es keine naheliegende Erklärung dafür gibt. Warum schaffen es diese eigentlich doch ganz fähigen Spieler nicht, eine Abwehrformation einzuhalten, die bei eigenem Überzahlspiel (!!!) nicht durch einen hohen Diagonalpass aus den Angeln gehoben wird? Warum lässt sich keiner der offensiven Mittelfeldspieler zurückfallen, wenn Frings und Borowski gleichzeitig ihre Positionen verlassen? Diese Löcher vor der Viererkette sollten bei einem System mit Doppelsechs nicht vorkommen. Beim Verschieben darf eben nicht nur offensiv gedacht werden.

Es wäre wirklich schön, wenn sich der eine oder andere Werderspieler, nachdem er von der nächtlichen Sauftour zwischen Bolero und Modernes erwacht ist, mal Gedanken über die eigene Einstellung zu seinem Beruf machen würde. Es ist mir egal, was für ein unsympathischer Sauhaufen sich da abseits vom Spielfeld präsentiert, so lange sich auf dem Spielfeld jeder einzelne für 90 Minuten auf seine taktischen, läuferischen und spielerischen Aufgaben konzentriert.

Wenigstens über einen Spieler kann ich mich aber wirklich freuen: Mesut Özil. Das war eine richtig starke Leistung, die Lust auf mehr macht. Wenn mir der Rest diese Lust nicht schon verdorben hätte.

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    2 Gedanken zu „1. Spieltag: Alles blöd

    1. Ich stimm dir voll und ganz zu. So eine unterirdische Leistung hab ich nun wirklich nicht erwartet. Nachdem Pokalspiel hätt ich mir nicht mal träumen lassen, dass sie sich in der Abwehr so einfach ausspielen lassen würden. Im Offensivspiel war es eine vollkommen akzeptable Leistung, aber was dahinten bagelaufen ist, das kann man echt in die Tonne treten, Pasanen schläft dahinten einfach mal und Borowski hebt lieber die Hand um weis ich nicht was zu reklamieren, anstatt einfach mal dazwischen zu gehen. Und Özil allein, reicht einfach nicht um zu gewinnen…da sollen die andern sich gefälligst mal am Riemen reißen und richtig spielen.
      Ich hoffe nur, dass sie sich gegen die Bayern wesentlich besser schlagen, denn schlecht sind die nun weis Gott nicht. Man muss sich ja nur mal das Spiel gegen Union ansehen.
      Der Ligaauftakt war zumindest erstmal , ums human auszudrücken… ernüchternd.

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