15. Spieltag: Remiskönig

1.FC Köln – Werder Bremen 0:0

Die Steilvorlage der Leverkusener nicht genutzt und Punkte auf Bayern und Schalke verloren. Das ist schade. Die Serie wurde trotzdem gerettet. Das ist gut, aber nicht so wirklich wichtig. Man nimmt in dieser Saison aus wirklich jedem Spiel etwas mit, egal wie schlecht es ist (Frankfurt mal außen vor gelassen). Auch das ist gut. Sehr gut sogar. Was weniger gut ist, ist die Punktaubeute. Werder spielt zu oft unentschieden. So setzt man sich nicht an die Spitze der Liga. Was in der letzten Saison noch ok war, da man mit einem Unentschieden zumindest nicht aus dem Pokal ausscheidet, wird langsam lästig. Dabei kann man sich über das Unentschieden gestern nicht beschweren. Genausowenig, wie man sich über die Unentschieden gegen Wolfsburg, Dortmund und Nürnberg beschweren durfte. Neben Leverkusen und dem HSV hat man nun die meisten Unentschieden in der Liga aufzuweisen.

So hilflos wie gestern hat man Werder allerdings selten gesehen. Eigentlich die komplette Spieldauer feldüberlegen wollten einfach keine richtigen Torchancen herausspringen. Egal ob Almeida, Borowski, Hunt oder Frings – im entscheidenden Moment versprang der Ball, wurde einen Tick zu lange gewartet, war der Pass zu ungenau, you name it. Der einzige, der so richtig für Betrieb sorgte, war Marko Marin. Der Stürmer wirbelte mal auf rechts, mal auf links und brachte die Kölner Defensive in echte Schwierigkeiten. Die wusste sich häufig nur mit einem Foul zu helfen. Werder war jedoch nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Es fehlte ein Gegengewicht, weil Hunt nicht seinen besten Tag hatte und es fehlten wirklich gute Standards.

So ging die Kölner Taktik auf und Werder konnte am Ende froh sein, dass Novakovic seine beiden Großchancen nicht nutzte. Zwar konnten auch die Kölner froh sein, dass Mohamad in der ersten Halbzeit nach seiner Notbremse nicht die rote Karte sah, doch es darf bezweifelt werden, dass Werder die Überzahl wirklich viel genützt hätte. Ich habe ein Stück weit Verständnis für Marin, der von nahezu jedem Kölner mindestens einmal gelegt wurde, doch ich möchte solch eine Schwalbe, wie er in Halbzeit 2 produziert hat, einfach nicht sehen. Für den Lerneffekt wäre es besser gewesen, wenn Schiedsrichter Drees ihm Gelb gezeigt hätte. Der Schiri also mit ein paar diskussionswürdigen Entscheidungen, doch mit einer Sache, die mir gut gefallen hat: Der Nachspielzeit. Zwei Minuten wurden angezeigt, wo man in der Bundesliga Null erwarten würde. Dazu noch knapp eine Minute oben drauf, weil ein Kölner in der 91. Minute eine Verletzung simulierte behandelt werden musste. Hoffentlich haben ein paar andere Schiedsrichter hingeschaut.

Für die letzten Spiele vor Weihnachten bleiben genügend Wünsche offen: Ein Sieg gegen Schalke zum Beispiel. Das wäre wichtig. In Bilbao ruhig mal verlieren, mit einem Tor Unterschied. Das reicht zum Gruppensieg und beendet das Gerede um die Serie. Und dann mindestens ein Punkt in Hamburg. Bescheidenheit auf hohem Niveau.

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    2 Gedanken zu „15. Spieltag: Remiskönig

    1. Habe mir das Spiel als halbwegs neutraler Beobachter inmitten des Fanblocks auf der Kölner Südtribüne angeschaut und mich doch auf ein kleines Offensivfestival gefreut. Also, von Seiten der Bremer. Doch das was Bremen gezeigt hat, hat mich dann doch relativ enttäuscht.
      Einzig beeindruckend war in der Tat Marko Marin, der bei den FC-Fans sicherlich niemals einen Sympathiepreis gewinnen wird (der Hass war schon heftig!), aber eine wirklich beeindruckende Laufleistung an den Tag legte und wirklich sehr häufig rochierte. Es fehlte ihm an diesem Sonntag scheinbar einfach ein kongenialer Partner wie Özil…

      Was den Schiedsrichter angeht, war es schon faszinierend. Ich fand ihn persönlich ziemlich gut, ausser bei der Beurteilung von einigen Fouls im Mittelfeld, die doch mit einer gewissen Unwucht zuungunsten von Köln entschieden wurden. Besonders Naldo kam extrem häufig ungeschoren davon, obwohl er fast immer die Hände am gegnerischen Trikot hatte. Von einer klaren Benachteiligung, wie es im FC-Fanblock (ich möchte fast sagen: traditionell) eingeschätzt wurde, war man natürlich weit entfernt.

      Nun ja. Ich war jedenfalls sauer auf Werder, dass sie ausgerechnet, wenn ich mich mal ins Stadion begebe so einen Offensivrotz zusammenspielen.

    2. Kann ich schon verstehen, dass du enttäuscht warst, ging mir ja nicht anders. Den Schiedsrichter fand ich insgesamt auch ganz gut, wobei ich nicht den Eindruck hatte, dass er Köln bei Fouls im Mittelfeld benachteiligt hat. Könnte auch an der Fan-Brille liegen, aber selbst wenn, wird das durch die nicht gegebene rote Karte aufgewogen. Dazu könnte man noch über ein Foul an Naldo im 16er oder eine mögliche gelb-rote Karte gegen Schorch diskutieren, aber das sind nur die üblichen strittigen Situationen, die es in jedem Spiel gibt. Auf beiden Seiten, wohlgemerkt.

      Das Kölner Gerede um Marins angebliche Fallsucht finde ich aber völlig unpassend. Die Schwalbe in der 2. Hälfte war unsportlich, aber eine Mannschaft, deren Taktik zu großen Teilen daraus besteht, einen Spieler der gegnerischen Mannschaft durch Fouls zu stoppen, sollte keine Diskussion über Unsportlichkeit anfangen.

      Glückwunsch zur Qualifikation fürs Achtelfinale! Ich hab zwar nichts vom Spiel gesehen, aber 3:0 nach 11 Minuten ist schon ne Ansage. Drücke euch die Daumen bei der Auslosung.

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