18. Spieltag: Und jährlich grüßt das Murmeltier

Frankfurt – Werder 1:0

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Ein großes, schläfriges Murmeltier namens Werder Bremen. Zum dritten Mal in Folge vergeigt es den Rückrundenauftakt mit einer katastrophal schlechten Vorstellung gegen einen bestenfalls mittelmäßigen Gegner.

Gegen Frankfurt kann man mal verlieren. Man sollte nicht – gegen eine Mannschaft, in der Maik Franz spielt, sollte man nie verlieren – aber man kann. Aber doch bitte nicht zweimal in einer Saison! Zweimal auf diese Weise! Werder zeigte kaum Gegenwehr, kaum ein Aufbäumen, kaum Laufbereitschaft. Das Spiel war wahrlich nicht schnell und das lag in erster Linie daran, dass Werder es nicht schnell machte. Den Frankfurtern spielte das natürlich in die Hände, die konnten hinten relativ leicht die Räume eng machen und in der Mitte waren sie bis zu Pizarros Einwechslung keinerlei Gefahr ausgesetzt. Ein Sturmduo Marin/Rosenberg kann Erfolg haben, wenn man gegen einen offensiven Gegner spielt, aber nicht gegen einen Gegner, der bestens damit leben kann, Werder den Ball zu überlassen und dann mit Kontern den Garaus zu machen. Rosenberg spielt nun seit einem guten Jahr völlig unter Form und darf trotzdem von Anfang an ran? Der Handlungsbedarf im Angriff hätte nicht deutlicher gemacht werden können. Es hatte fast etwas anklagendes, so als wollte Thomas Schaaf sagen: Schau her, Klaus, das ist das beste, was ich aufbieten kann.

Ist gestern jemandem aufgefallen, wie sich Werders Spielweise geändert hat, als Pizarro ins Spiel kam? Auf einmal wagte man direkte und hohe Anspiele an den Strafraum, aus dem ersten wäre beinahe das 1:1 gefallen. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Spieler ist gefährlich, Pizarro nicht mehr der jüngste. Verletzungspausen muss man also einkalkulieren und dann zeigt sich, dass Klasse wichtiger ist als Masse. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest Moreno und Vranjes noch abgegeben werden können und das Geld in einen Mittelstürmer investiert wird. Die Verpflichtung Abdennours halte ich aus heutiger Sicht für richtig. Es bestand definitiv Bedarf auf der linken Seite und gute Ansätze waren trotz einer durchwachsenen Leistung erkennbar.

Es wäre jedoch falsch, die Bremer Niederlage nur an einem nicht vorhandenen Stürmer festzumachen. Die Leistung der Mannschaft war insgesamt völlig inakzeptabel. Allen voran wirkte Mesut Özil, als wäre er mit dem Kopf überall, nur nicht auf dem Platz. In dieser Form wäre er nicht mal für Arminia Bielefeld interessant. Solche Spieler sind besonders wertvoll für ein Team: Unter der Woche groß von den eigenen Ansprüchen auf die Champions League sprechen und dann so eine Leistung? Große Klasse, Mesut. Wenn es unter deinem Niveau ist, den Verein, der dich zum Nationalspieler gemacht hat, in die Champions League zu schießen, dann halt bitte einfach die Klappe und geh im Sommer wohin du auch immer möchtest!

Was bleibt zu hoffen? Bitte kein Wort mehr von Meisterschaft und Champions League! Eine Woche lang konzentrieren und dann mit vollem Einsatz gegen die Bayern. In der Hinrunde hat man nach der Niederlage gegen Frankfurt die Kurve gekriegt. In dieser Rückrunde mag ich daran nicht glauben, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Tags: , , , , , ,

7 Responses to 18. Spieltag: Und jährlich grüßt das Murmeltier

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Meine Saison/Tobias, Annerieke H.. Annerieke H. said: RT @MeineSaison: Neuer Blogeintrag: 18. Spieltag: Und jährlich grüßt das Murmeltier http://bit.ly/7aVMhQ #werder #frankfurt [...]

  2. Stephen says:

    Tja, so eine Grütze gestern. Konnte mich nach dem Spiel kaum beruhigen, so geladen war ich. Und das mit Pizarro macht mir am meisten Sorgen. Man kann sich bei den Ansprüchen nicht so abhängig von einem Spieler machen. Die Frage ist nur, ob Geld da ist für einen neuen Stürmer.

  3. [...] Was man vom Fußball nicht unbedingt behaupten kann. Werder Bremen verlor in Frankfurt mit 0:1 und verpatzt den Rückrundenauftakt. Vor sechs Wochen sprach Klaus Allofs noch von der Meisterschaft, heute gab es die Standpauke für die Spieler und die Erwähnung des ach so tollen Begriffes “Mittelmaß”. Und genau da steht Werder zumindest von der Form der letzten Wochen auch. Im Prinzip war die Leistung in Frankfurt eine Fortsetzung der Performance gegen Schalke und Hamburg. Viel zu lethargisch, nicht zielstrebig, halbherzig im Spielaufbau. Als wollte man dieses Spiel gar nicht gewinnen oder hoffte, Frankfurt würde mit einem spektakulären Eigentor für den Sieg der Hanseaten sorgen. Özil war alles andere als präsent auf dem Platz, Marin tauchte insbesondere in der zweiten Hälfte auch ab. Dann ist es klar, dass Rosenberg, Pizarro und Almeida vorne keine Impulse setzen können. Wenn es überhaupt etwas Positives zu erwähnen gab, dann das Debüt vom Linksverteidiger Abdennour. Hatte einige gute Ansätze. Wenn er das noch ein wenig verbessern kann, wird das ein vielversprechender Transfer. Weitere Einschätzungen zum Werder-Spiel in Frankfurt gibt es bei Meine Saison. [...]

  4. Anonymous says:

    [...] Bei uns in Bochum und Bielefeld grüßt das Murmeltier täglich! [...]

  5. Der durch diese Niederlage verursachte Schmerz, lässt mich erst HEUTE deine URL in den Browser klimpern und das Elend Revue passieren lassen.
    Diese Leistung war einfach indiskutabel und hat mich (besonders mit Blick auf die anderen Ergebnisse) auf die Palme und Werder auf die entsprechenden (Tabellen)Plätze gebracht.
    Der „Hype“ um Özil ist aber meiner Meinung (noch) etwas zu überzogen.
    Wenn man nun anfängt (auch in „pro Werder Medien“ auf den Knaben einzudreschen, ist Werder eben leider NICHT MEHR das Pflaster für junge Talente.
    Mesuts Kommentare ignoriere ich einfach / fürs erste einmal, da ich diese auch teilweise für Bild Erfindungen halte.
    Hoffen wir mal, dass dies der Auftakt zu einer (besseren) Kopie der Hinrunde war.

    Kleine Anmerkung: Bitte nicht noch Tosic zur Arminia wünschen.
    Nach 5 Jahren im Exil ist mir der Club doch etwas ans Herz gewachsen.

  6. @kaeptn: Der Hype um Özil ist sicher übertrieben. Man kann von ihm natürlich nicht erwarten, dass er konstant auf dem Niveau spielt, das er über weite Strecken der Hinrunde hatte. Gegen Frankfurt hat er sich aber nicht voll mit eingebracht und viel zu früh die Schultern hängen lassen. Zumindest das sollte er abstellen! Was mir gut gefallen hat: Er hat nach dem Spiel nicht nach Ausreden gesucht, sondern klar gesagt, dass er schlecht gespielt hat. Dafür hat mich Marin auf die Palme gebracht, der den nicht gegebenen Elfmeter in der 20. Minute (!) bei Werder.de als spielentscheidende Szene bezeichnet hat. Wie dem auch sei, gegen Bayern wird hoffentlich mit einer anderen Einstellung gespielt und dann ist mindestens ein Punkt drin.

    Tosic in die Stadt, die es nicht gibt? Klingt doch gut! ;) Und ich glaube immer noch, dass ein Tosic MIT Selbstvertrauen der Arminia durchaus weiterhelfen kann!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Lust auf mehr? Hier geht's weiter:


Hamburger SV - Werder Bremen 2:1 So endet also diese über weite Strecken viel versprechende Hinrunde. Eine Niederlage gegen 10 ...