2. Spieltag: Back to Basics

Bayern München – Werder Bremen 1:1

Fußball kann ein ganz einfaches Spiel sein. Werder Bremen ist unter Thomas Schaaf jedoch nur selten in den Verdacht geraten dieses einfache Spiel zu praktizieren. Am Samstag gegen die Bayern war das anders. Mit einfachsten Mitteln erkämpfte sich die Mannschaft einen Punkt in der Allianz-Arena und wirkte dabei wie ein Team aus dem unteren Tabellendrittel. Anscheinend hat man nicht nur aus dem Spiel gegen sondern auch von Eintracht Frankfurt gelernt. Dem Gegner das Mittelfeld überlassen, mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte warten und hoffen, dass sich die individuellen Fehler in Grenzen halten. Gegen einen FC Bayern, der sich in der Offensive noch nicht richtig gefunden hat, reichte diese Taktik immerhin zu einem Unentschieden.

Ein wenig Glück war sicher auch dabei und nicht zuletzt Tim Wieses Paraden verhinderten eine größere Torausbeute des Rekordmeisters. Beim Gegentor würde ich die aktuelle Nr. 2 der Deutschen Nationalmannschaft fast komplett von einer (Mit-)Schuld freisprechen. Diese flache Flanke an den Fünfmeterraum war äußerst schwer zu antizipieren. Sie hätte jedoch von Sebastian Boenisch verhindert werden können, der Philipp Lahm auf der linken Abwehrseite nur unzureichend unter Druck setzte.

Auf der anderen Seite hätte Werder das Spiel auch gewinnen können, wäre die Passgenauigkeit etwas höher gewesen. Chancen zu Kontern gab es in der zweite Halbzeit zur Genüge. Werders Offensivabteilung schaffte es jedoch nur selten, die Bälle unfallfrei in die Spitze zu spielen. Dort konnte wieder einmal nur Boubacar Sanogo überzeugen. Der Ivorer ist in hervorragender Verfassung, wurde jedoch zu selten mit verwertbaren Bällen gefüttert. Dafür zeigte er eine starke kämpferische und läuferische Leistung, meist mit dem Rücken zum Tor. Aaron Hunt konnte dagegen seine überraschende Nominierung als zweite Spitze nicht rechtfertigen und Hugo Almeida hat seine gute Frühform leider pünktlich zu Saisonbeginn verloren.

Nach dem erschreckenden Heimspiel letzten Samstag darf die Partie als klarer Fortschritt angesehen werden, auch wenn spielerisch fast gar nichts ging. Werder muss es nur endlich verstehen, diese Konzentration und Disziplin im Defensivspiel auch gegen die vermeindlichen Leichtgewichte an den Tag zu legen. Spielerisch braucht man sich nur wenig Sorgen zu machen. Das neuformierte Mittelfeld braucht noch etwas Eingewöhnungszeit, sollte es bei der vorhandenen Qualität aber schaffen, für genügend Durschlagskraft in der Offensive zu sorgen. Angedeutet hat man dies auch gegen die Bayern, vor allem beim schön herausgespielten Führungstor über die Stationen Borowski, Hunt und Özil.

Ein kleiner Trost über die magere Punkteausbeute zum Saisonstart: Immerhin bleibt Thomas Schaafs positive Bilanz gegen die Bayern weiter bestehen:

Werders Auswärtsbilanz gegen Bayern München unter Thomas Schaaf: 4 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen.
Werders Heimbilanz gegen Bayern München unter Thomas Schaaf: 4 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen.

Artikel teilen

    Ein Gedanke zu „2. Spieltag: Back to Basics

    Kommentare sind geschlossen.