32. Spieltag: Die Wiederwiederwiedergeburt

Hertha – Werder 1:4

Totgesagte leben länger. Werder wurde in dieser Saison schon mehrmals für tot erklärt. Genau wie Werder auch schon mehrfach vergöttert wurde. Erstaunlich ist, dass Werder immer in den Situationen größter Bewungerung gescheitert ist. Am FC Barcelona, an Schalke, nochmal an Barcelona (diesmal Espanyol) und letzte Woche an Bielefeld. Andererseits schafft es Werder nach niederschmetternden Ergebnissen immer wieder aufzustehen. Wenn der Druck am höchsten ist und es wirklich darum geht, einen Absturz zu verhindern, rauft sich die Mannschaft jedoch regelmäßig zusammen und bringt Topleistungen (Beispiele: Heimspiel FC Barcelona, Bochum, Alkmaar, Berlin). Neu ist, dass die Aufs und Abs in immer kürzeren Abständen kommen (wie ich vor einiger Zeit schon einmal angedeutet habe). Den Abstürzen von Barcelona (Espanyol, langsam wird es verwirrend) und Bielefeld erfolgte eine Wiederauferstehung der Moral am letzten Donnerstag, der leider aus bekannten Gründen nicht belohnt werden konnte, und nun die der Spielkunst.

Der Vorwurf lautete noch vor einer Woche, die Spieler kämen mit dem Druck nicht zurecht. Erstaunlich ist aber, dass Werder unter negativem Druck, also wenn es darum ging den Anschluss zu halten, meistens brilliert hat. Nur wenn es darum ging, sich selbst für die ganzen Strapazen zu belohnen, wurde Chance um Chance verschenkt. Es wäre nur allzu passend, wenn die Konkurrenz ein weiteres mal patzen und Werder erneut die Chance ungenutzt lassen würde. Wie schön wäre doch eine weitere Public Viewing Veranstaltung auf dem Domshof am letzten Spieltag mit krönendem Abschluss auf dem Bremer Flughafen, wo der Meister gebührend empfangen wird. Sehr wahrscheinlich ist dieses Szenario nicht, da zumindest eine der Mannschaften vor uns in der Lage sein sollte, das Ding nach Hause zu schaukeln. Doch irgendwie schafft es diese Mannschaft mit nur einem Spiel, mich wieder vom ganz großen Ding träumen zu lassen. Wenn er sich doch nur endlich auch erfüllen würde.

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