Bremer Reflexe

Die Ente befindet sich im Umzugsstress, deshalb ist hier im Blog derzeit nicht viel los. Statt einzelner Spiele widme ich mich deshalb nur dem großen Ganzen.

Vor ein paar Tagen hat Werders Stadionsprecher Arnd Zeigler einen beachtlichen Artikel für den Weser-Kurier geschrieben. Er beschreibt dort etwas, das er den “mittlerweile legendären, bremen-typischen Reflex” nennt, den wir seit Beginn der Amtszeit von Thomas Schaaf 1999 etwa zwanzigmal erlebt hätten. Gemeint ist die Trainerdiskussion, die nun seit einigen Wochen immer kontroverser geführt wird. Der Inhalt des Textes lässt sich schnell zusammenfassen. Im Kern trifft Zeigler zwei Aussagen: Erstens sind Trainerdiskussionen normal und wir erleben sie ständig, zweitens beruhten Werders Erfolge darauf, sich stets selbst treu zu bleiben. Hätte man der Kritik am Trainer in den Jahren vor 2003/04 nicht standgehalten, hätte es die Erfolge in den Jahren darauf nicht gegeben.

Man kann von dem Text halten, was man will. Ich persönlich finde ihn argumentativ sehr dünn und sehe keinen großen Beitrag zur aktuellen Diskussion. Dennoch ist der Text alles andere als belanglos. Zeigler ist zwar nicht in verantwortungsvoller Position für den Verein tätig, doch er gehört zum engeren Zirkel, der viel beschworenen Werderfamilie. Der Text spiegelt ziemlich gut die Denkweise wider, die dem Verein und seinem Umfeld häufig unterstellt wird. Grundlage ist die Annahme, dass wir die Guten sind und deshalb das “Bremer Modell” von seinem Wesen her der Konkurrenz überlegen ist:

“Denn wir sind Werder Bremen. Und auch wenn man auf so manches neidisch sein kann, wäre niemand von uns gerne lieber Bayern München. Denn Werder Bremen steht für etwas. Ganz altmodisch gesagt: Werder steht für Werte, für eine Mentalität, für eine Philosophie, auf die wir alle stolz sein können. Alles, was Werder ist, verdanken wir der Tatsache, dass der Verein sich treu geblieben ist.”

Nun mag man es einem Fan nicht verübeln, den eigenen Verein als besser als den Rest anzusehen. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Denkweise den Bereich der Fanfolklore verlässt und zur scheinbar rationalen Maxime erhoben wird, von der jegliches Handeln und Denken innerhalb des Vereins ausgeht. Hier zeigt sich ein Weltbild, das dem von Religionen nicht unähnlich ist. Der eigene Überlegenheitsanspruch muss nicht begründet werden, denn er ist in sich selbst begründet. Die von Zeigler angesprochenen Werte, Philosophie und Mentalität leiten sich direkt hiervon ab.

Konkret auf die aktuelle Situation bezogen, lässt sich aus dem Text schließen, dass eine Entlassung des Trainers vor allem deshalb falsch wäre, weil sie Werders Philosophie widerspräche. Die sportlichen und wirtschaftlichen Kriterien, nach denen Sportunternehmen (und ein solches ist die Werder Bremen GmbH & Co KGaA ) ihre Entscheidungen für gewöhnlich ausrichten, spielen nur eine untergeordnete Rolle. Auch hier zeigt sich ein religionsähnlicher Ansatz: Wenn wir nur brav an unseren Werten und an unserem Weg festhalten, dann werden wir am Ende belohnt werden. So war es schon immer und so wird es auch immer sein. Jeder Stein, der uns auf dem Weg dorthin in den Weg gelegt wird, ist nur eine weitere Prüfung auf dem Weg zur Erlösung.

Es ist wohl kein Zufall, dass Zeigler in seinem Text nicht ins Detail geht, sondern im Allgemeinen bleibt, denn so kann man ihn nur schwerlich widerlegen. Doch auch wenn der “Bremer Weg” dem Verein viele Sympathien eingebracht hat, hält die Behauptung der moralischen Überlegenheit einer näheren Betrachtung kaum stand. Dafür braucht man nicht einmal die Kooperationen mit umstrittenen Unternehmen wie Wiesenhof oder Kik bemühen, dafür genügt es bereits, sich ein Spiel der D-Jugend anzuschauen. Schon dort zeigt sich im Umgang zwischen Trainern und Spielern eine extrem erfolgs- und wettbewerbsorientierte Haltung, ohne die Leistungssport kaum möglich ist.

In den guten Jahren wurde das “Bremer Modell” als Paradebeispiel für erfolgreichen Fußball dargestellt, das für den Rest der Liga ein leuchtendes Vorbild sein sollte. Werder war erfolgreich, weil man anders war, weil man langfristig dachte, weil man nicht bei jeder Minikrise den Trainer entließ. Weil man nicht Schalke, der HSV oder Bayern München war. In den schlechten Jahren dient es nun als Auffangnetz: War ja klar, dass das kleine Werder Bremen da oben nicht lange mitspielen kann, wir sind schließlich nicht Bayern München. Nun lässt sich der Standortnachteil gegenüber den Teams aus Hamburg, Berlin oder dem Ruhrgebiet mit allen damit verbundenen Folgen nicht wegdiskutieren. Dennoch gibt es für den sportlichen und damit auch finanziellen Niedergang des Vereins viele Gründe, die nichts mit den begrenzten “natürlichen” Möglichkeiten zu tun haben.

Der viel beschworene Umbruch im letzten Sommer war richtig und notwendig. Die Hoffnung auf eine neue, erfolgreiche Ära mit einem jungen, spielfreudigen Team bestand zurecht. So wagt auch Zeigler zum Ende seines Artikels nicht zufällig einen Vergleich mit Borussia Dortmund, das vor ein paar Jahren ebenfalls einen Umbruch durchführen musste:

“Eine ganz ähnliche Konstellation hat auch bei Borussia Dortmund in Jürgen Klopps Anfangszeit ganz und gar nicht sofort funktioniert.”

Der BVB wurde in Klopps erster Saison Sechster, in seiner zweiten Saison Fünfter und in der dritten Saison Meister. Es bleibt jedem selbst überlassen, dort die Parallelen zu Werders Entwicklung in dieser Saison zu suchen und finden. Die Anspruchshaltung ist bei den meisten Werderfans längst nicht mehr so groß, wie Zeigler uns glauben machen will. Hier erwartet niemand Champions League Siege und Meisterschaften in Serie. Die meisten wären mit einer leicht positiven Entwicklung und erkennbaren Fortschritten an den größten Problemstellen wohl vorerst schon zufrieden. Wie man mit geringen finanziellen Mitteln relativ erfolgreich sein kann, machen uns längst Vereine vor, die weitaus beschränkter in ihren Möglichkeiten sind, als Werder Bremen.

Letztlich muss sich der Verein entscheiden, ob und wie lange er der eigenen Folklore noch glauben will. Die Diskrepanz zwischen dem jährlich formulierten Ziel “internationaler Wettbewerb” und den tatsächlichen Ergebnissen ist inzwischen so groß, dass Männer wie Thomas Eichin und Klaus Filbry (die mir nicht übermäßig affin für sentimentale Entscheidungen zu sein scheinen) ins Grübeln geraten werden. Der immer noch zweiterfolgreichste Fußballverein Deutschlands in den letzten 50 Jahren hat schon schlimmere Krisen erlebt, als die derzeitige. Werder ist nicht dazu verdammt, auf Jahre hinweg im Niemandsland der Tabelle zu versauern. Dazu müssen jedoch die richtigen Entscheidungen getroffen werden, die bekanntlich nicht immer die bequemsten sind. Manchmal ist die bequemste Entscheidung, bei Misserfolgen den Trainer zu entlassen. Manchmal ist die bequemste Entscheidung, an einem langjährigen, fest verwurzelten Trainer festzuhalten.

Was Arnd Zeigler sagen wollte, war wohl: Man darf als Verein nicht immer dem Druck der Straße nachgeben, wenn man erfolgreich sein will. Man muss an den eigenen Werten und Zielen festhalten. Was er gesagt hat, war: Jegliche Diskussion um Thomas Schaaf war falsch, ist falsch und wird auch immer falsch bleiben. Bis in alle Ewigkeit, Amen.

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    34 Gedanken zu „Bremer Reflexe

    1. Das liest man in der letzten Zeit häufiger: Schaaf ist sakrosankt. Wer Schaaf kritisiert, kritisiert Werder, wer Schaafs Demission fordert, ist kein wahrer Fan, sondern jemand, der Werder und Werders Werte verrät.

      Das ist Blödsinn. Werder sollte sich überlegen, ob sie – etwas überspitzt – sehenden Auges in die Bedeutungslosigkeit gehen und gebetsmühlenartig die Hoffnung wiederholen, dass es irgendwann ja wieder besser wird. Dieses Aussitzen von Krisen – das hat uns unser Altbundeskanzler Kohl vorgemacht – hat zwar durchaus positives, aber irgendwann geht es einfach nicht mehr. Und nun mehren sich die Stimmen, die der Meinung sind, dass genau dieser Zeitpunkt gekommen ist.

      Schaaf als Trainer von Werder hatte doch von Anfang an nur eine begrenzte Gültigkeit. Dass diese Gültigkeit bis jetzt 14 Jahre beträgt, ist mehr als erstaunlich. Aber irgendwann kommt doch sowieso der Punkt, wo wahrscheinlich Schaaf sagt: ich will mal wieder was anderes machen. Genauso, wie es bei Allofs auch war. Schaaf wird nicht ewig bei Werder bleiben.

      Selbst wenn sich die Wege von Werder und Schaaf in naher Zukunft trennen, heißt es noch lange nicht, dass Werder gewöhnlich wird und sich von den eigenen Werten und der eigenen Identität verabschiedet.

      1. Sehr richtig alles. Mich stört auch, dass die Kritik am Trainer Schaaf immer mit einer Kritik am Menschen Schaaf gleichgesetzt wird. Es ist ja nicht so, dass halb Bremen Thomas Schaaf mit Schimpf und Schande vom Hof jagen will. Im Gegenteil war und ist (!) man hier sehr geduldig, gerade wenn man das mit so manchem anderen Verein vergleicht.

        Man kann Thomas Schaaf mögen und großen Respekt vor seinen vergangenen Leistungen haben, ohne ihn auf Lebzeit als den einzig denkbaren Werdertrainer anzusehen.

        1. Stimmt so. Selbst ich als großer Schaaf-Freund bin in letzter Zeit ins Grübeln gekommen. Ich hoffe auf eine für beide Seiten versöhnliche Trennung zum Saisonende.

          Zum Zeigler-Text hast du ja quasi alles schon gesagt. Ich denke, dass er Schaaf verteidigt ist nachvollziehbar, aber sein einziges Argument ist eben: “Wir kommen da auch mit Schaaf wieder heraus – hat früher auch geklappt.” Die Frage ist eben: Wann? Und: Würde es mit jemand anderem nicht vielleicht schneller gehen?

          Nunja, ich bin jedenfalls sehr froh, dass die Entscheidung nicht bei mir liegt.

        2. Die Frage ist halt auch, ob man sich in einer anhaltenden Krise befindet, aus der man herauskommen muss oder ob Werder generell in eine falsche Richtung steuert. Schaaf hat in Krisen eigentlich immer ziemlich lange gewartet, bis er reagiert hat. Da kann man drüber streiten, ob uns das 2007 und 2010 nicht die Chance auf mehr gekostet hat. Er hat Werder aber letztlich immer wieder zurück in die Spur gebracht und Werder über viele Jahre auf sehr hohem Niveau gehalten.

          Jetzt haben wir es aber mit einer langfristigen Entwicklung zu tun, die unterm Strich ziemlich negativ ist. Sicher gab es in den letzten 3 Jahren auch ein paar Höhen (Saisonendspurt 2011, Teile der letzten beiden Hinrunden), an die man sich klammern kann. Das kann aber eigentlich nicht Werders Anspruch sein, gerade nicht bei einem so erfahrenen und etablierten Trainer.

    2. Nach dem Stammtisch gestern bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass das Klammern an Schaaf vielleicht auch bei vielen damit zu tun hat, dass er die letzte Verbindung zur glorreichen Vergangenheit darstellt. Hunt war damals keine tragende Figur und Fritz kam ein bisschen später und ist zudem ja auch eher unauffällig im Moment.

      1. Das ist gut möglich, wenngleich wir ja noch ein paar Leute im Hintergrund haben, die diese Verbindung ebenfalls herstellen (Lemke, Fischer). Ich würde das Ende der Ära Schaaf auch mit eineinhalb weinenden Augen sehen, aber Nostalgie ist ein denkbar schlechter Ratgeber, wenn es um zukunftsweisende Entscheidungen geht.

    3. Sehr guter Artikel, der auch eingedampft werden kann auf das Wort in einem der letzten Absätze: “Folklore”.
      Wenigstens erfolgt die Trainerdiskussion im Vergleich mit anderen Clubs noch sehr sachlich, was vielleicht ein wenig an den sogenannten Werder-Werten liegen mag.
      Aber es bröckelt doch so einiges. Das gibt dem Artikel von Arndt Zeigler den Touch einer propagandistischen Durchhalteparole

      1. Ist es wirklich sachlich, wenn man sich scheinbar bedingungslos an die Repräsentanten der guten alten Zeit klammert? ;)
        Aber im Grundtenor gebe ich dir Recht: Eigentlich ist es mir lieber, an Trainern festzuhalten, als sie bei der kleinsten Krise infrage zu stellen (was dann oft zu Unrecht geschieht).

    4. Dem Lob für die gute Analyse möchte ich mich anschließen.
      Ich bin auch froh darüber, wie über die Verantwortlichen diskutiert wird und habe den Eindruck, dass Eichin zumindest ein guter Krisenmoderator ist. Schaun wir mal, wie seine Entscheidungen ausfallen.

    5. Sehr gute Kritik an Zeiglers Text. Ich habe mich da richtig drüber geärgert, weil er auch nur die offiziellen Sprachregelungen von Werder nachplappert – naja, Werder-Familie halt. Wie alle Offiziellen ignoriert Z. auch, dass die Probleme eben nicht nur seit dem sog. “Umbruch” existieren, sondern dass z.B. die Abwehrprobleme schon seit Jahren bestehen – und die schlechten Ergebnisse auch. Das Thema wird mit Verweis auf den Umbruch weitläufig umfahren. Man will halt Spektakel? Was für eine abenteuerliche Argumentation: Fröhlich in den Abgrund!

      Ich finde, Schaaf demontiert sich mittlerweile zunehmend selber, in dem er immer wieder drauf hinweist, dass weder Taktik noch Aufstellung irgendwas mit den Ergebnissen zu tun haben, sondern (meine Interpretation) die Spieler entweder zu blöd oder zu widerspenstig sind, die Welttaktik (ach, er sagte ja, Taktik sei unwichtig…) des Meisters umzusetzen. Tatsächlich ist Werder der einzige Verein weltweit, bei dem die Verantwortlichen keinen Zusammenhang zwischen Training und Spielweise sehen…

      Werder ist anders? Nö. Werder hat einen z.B. Co-Sponsor (VW), der zunehmend sehr problematische Machtansprüche in der ganzen Bundesliga stellt und jetzt auch mit Allofs als Erfüllungsgehilfen mehr und mehr ausübt. Werder, die große Gemeinschaft der edlen Werte kooperiert mit mehr als umstrittenen Unternehmen wie Wiesenhof, KIK usw. Wurde dankenswerter Weise hier benannt – redet ja sonst keiner mehr drüber.

      Werder hat Standort- und finanzielle Nachteile? Jein. Von der lokalen Wirtschaftskraft her mag das stimmen. Werder hat aber über viele Jahre die Sympathie-Tabelle der Bundesliga mit Abstand angeführt, auch ein gutes Argument für überregionale und internationale Werbekunden. Ich befürchte, Allofs hatte keine Lust auf noch mehr lange Dienstreisen. Außerdem ist Belek so ein muckeliger Trainingsort, warum sollte man weiter wegfliegen… Und auch dieses ermüdenede Argument sei nochmal angeführt: Nicht jeder versteht, wieso ein Verein, der sieben Jahre lang erfolgreich in Europa unterwegs war und da gute Einnahmen generiert hat, so wenig nachhaltig gearbeitet hat. Die Standortnachteile hat Werder ja nicht erst seit 2 Jahren, da müssen also doch ein paar Fehler in der langfristigen Planung gemacht worden sein (vor allem von Allofs!): Zu teure Verträge, zu viel Geld in den Stadionausbau…

      Und wie gesagt: Andere Vereine mit weniger Geld überholen uns sportlich. Irgendwas müssen die Tuchels und Streichs dieser Welt (und ihre Chefs) also anders und richtig machen. Sich hinzustellen, und das als Eintagsfliegen bzw. kurzfristige, nicht ernst zu nehmende Erfolge hinzustellen, zeigt nicht Werder-Werte, sondern Werder-Dünkel. Hört sich irgendwie nach “Mir san mir!” an ;-)

      Irgendwie alles keine gute Entwicklung. Ich verstehe ja, dass die Verantwortlichen nichts in der Öffentlichkeit diskutieren, aber etwas mehr Offenheit und vor allem Selbstkritik halte ich in dieser Phase für wichtig. Auch Bode plappert aber nur den gleichen Mist nach… Mal sehen, ob dieser große Hoffnungsträger der Fans im Hintergrund was bewegt…

    6. Lieber Tobias,

      es ist für mich etwas befremdlich, auf dieser Seite lesen zu müssen, was ich mit meiner Kolumne im WK möglicherweise sagen wollte. Zumal das eigentlich gar nicht so interpretationsbedürftig war wie hier teilweise getan wird.

      Entscheidender aber ist noch: Ich beobachte in Deinem Text passenderweise ein ebenso reflexartiges, jetzt gerade ebenso sehr verbreitetes und erstaunlich perfides Verhalten: Wer jetzt noch allen Ernstes für Thomas Schaaf plädiert, verfügt quasi über keine eigene Meinung. Wer weiterhin für möglich hält, dass Schaaf gewissenhaft und gut seinen Job macht, ist so tief mit Werder verfilzt, dass er nicht mehr frei artikulieren kann. Wie kann man schließlich angesichts einer so klar auf der Hand liegenden Totalmisere ernsthaft noch FÜR Schaaf sein?

      Nun – das geht. Ich betrachte mich zwar auch als Werder-nah und fühle mich damit wohl. Ich bin aber andererseits distanziert genug um mich z.B. zum Thema Schaaf nicht äußern zu müssen, wenn ich dies nicht wollte. Sprich: Das Thema dieses Textes hatte ich mir ausgesucht.

      Nun frage ich aber mal neugierig zurück; Welchem Grund um alles in der Welt sollte jemand wir ich haben, Thomas Schaaf wider meine Überzeugung zu verteidigen und für den richtigen Mann zu halten, wenn es konkrete Anhaltspunkte dafür gäbe, dass es Werder ohne Schaaf besser ginge? Ich bin seit 35 Jahren Werder-Fan. Ich habe Bücher über den Verein geschrieben und bin sehr vertraut mit seiner Historie. Durch meine Arbeit bin ich in manchen Dingen tief drin und kann viele Zusammenhänge recht gut beurteilen. Kannst Du mir EINEN Grund nennen, weshalb ich einen Zustand wider besseres Wissen öffentlich verteidigen sollte, von dem ich eigentlich annehmen sollte, dass er meinem Verein gerade sehr schadet? Ich finde es recht anmaßend, mir in diesem Punkt zu unterstellen, ich könne entweder vor lauter Werder-Familie nicht klar denken oder würde mich aus purer Nibelungentreue nicht offen äußern. Im Grunde ist das eine ziemliche Unverfrorenheit.

      Aber dieses Schicksal teile ich mit jenen im Verein, die vermeintlich alle keine Ahnung haben, Werder vor lauter falscher Bequemlichkeit oder dusseliger Loyalität in die Scheiße reiten und im Gegensatz zum Fan auf der Tribüne die wahren Zusammenhänge nicht sehen können oder wollen. Und so sind wir jetzt in den Augen vieler alle doof und evil zugleich: Marco Bode, auch nur eine willenlose Marionette. Eichin sowieso, Mertesacker hat auch keine Ahnung, und über Fischer und alle anderen brauchen wir gar nicht erst zu reden. Naja, und gerade Bode und Merte sind ja auch eher als mäßig intelligent bekannt und waren immer schon totale Ja-Sager. Weiß man ja. Die reiten Werder sehenden Auges in die Scheiße. Warum sie das tun, obwohl ihnen Werder mehr am Herzen liegt als vielen anderen, wurde leider noch nirgendwo erklärt. Genau das wäre aber meine Frage: Glaubt wirklich jemand, dass innerhalb des Vereins wichtige Entscheidungsträger mehr Wert auf alte Seilschaften legen und deshalb Entscheidungen zu Ungunsten des Vereins treffen? Weil Schaaf so ein dufter Typ ist? Glaubt wirklich jemand, Leute wie Fischer, Eichin, Bode oder wer auch immer reden aus purer Feigheit keinen Klartext und nehmen in Kauf, dass Werder in die Grütze geritten wird, weil ihnen Schein-Harmonie und Kumpelei wichtiger ist als Werder Bremen? Ich kann das nicht glauben. Und es gibt für mich auch keinerlei Anzeichen dafür.

      Das Fan-Volk schreit nach simplen, knalligen Lösungen. Und Du schreist auf Deine Weise mit. Es ist zu mühsam und im Bewusstsein der Fans und Medien auch nicht vorgesehen, das Lösungen manchmal kompliziert sind und dass man manchmal an vielen kleinen Rädern drehen muss statt an einem Großen. Und manchmal dauert das sogar sehr lange – eine Perspektive, die im Moment ja erst recht für lautes Wutgeheul sorgt.

      Nicht vorgesehen in der aktuellen Diskussion ist auch der ganz simple Fall, ein Trainer arbeitet gut und die Mannschaft spielt trotzdem schlecht. Was aber machen wir in so einem Fall? Den Trainer trotzdem feuern, weil “irgendwas muss man ja probieren”? Bin ich nicht so dafür. Was aber schlägst Du vor, wenn schlaue Menschen innerhalb des Vereins, denen Werders Wohl mindestens genauso am Herzen liegt wie Dir und die etwas mehr Parameter zur Bewertung der Arbeit des Trainers zur Verfügung haben als ein Fan auf der Tribüne, genau zu diesem Ergebnis kommen? Wenn der Konsens ist: Vieles läuft nicht rund, aber der Trainer arbeitet trotzdem gut? Wenn selbst die Spieler so etwas sagen? Klar, das sind vermutlich auch alles Duckmäuser. Wie alle, deren Meinung den Schaaf-Kritikern nicht gefällt.

      Die Art der Diskussion über Schaaf wird mittlerweile auf sehr unangenehme Weise geführt. Jegliche Schaaf-Befürworter werden quasi entmündigt oder als gleichgeschaltet betrachtet. Werder wird als manövrierunfähiger Deppenverein dargestellt, der aus purer Verbohrtheit an einem Trainer festhält, von dem hingegen jeder schlauere und frei denkende Mensch längst weiß, dass er Werder ins Verserben führt.

      Hab’ ruhig eine andere Meinung. Aber lass mir meine, ohne mich für verblödet oder korrumpiert zu halten. Ich habe mein Wertesystem und Du hast Deines. Meines hat nichts mit Religion zu tun, übrigens. Ich verhalte mich Menschen, von deren Arbeit, Charakter und Integrität ich fest überzeugt bin gegenüber respektvoll und loyal. Ich hätte bei den Entlassungen von Dörner, Sidka, Magath oder de Mos gerne einen Autokorso organisiert. Ich habe aber z.B. 1992 nicht mitgebrüllt, als der Mob lautstark Uwe Reinders statt Otto Rehhagel auf Werders Bank sehen wollte, weil Werder “unter Rehhagel immer weiter in ihr Scheiße rutscht”.

      Ein Großteil der im Moment geäußerten Kritik basiert auf der Geisteshaltung “ein bisschen Abwechslung wäre jetzt vielleicht mal ganz gut” oder “irgendwas MUSS man doch ändern!”. Das kann so sehen wer will. Man sollte sich aber selbst in entscheidenden Punkten vielleicht ab und zu mal überprüfen und sich folgende Fragen stellen: Habe ich wirklich mehr Ahnung von Taktik als Thomas Schaaf? Habe ich lange gedacht, mit einer Doppelsechs wird automatisch alles besser? Kann es theoretisch sein, dass manchmal Spieler einfach sehr viel falsch machen, ohne dass der Trainer etwas dafür kann? Kann ich den Leistungsstand einzelner Spieler wirklich besser beurteilen als jemand, der sie tagtäglich aus nächster Nähe sieht? Wieviele Faktoren des aktuellen Zustandes der Mannschaft haben möglicherweise GAR NICHTS mit Schaaf zu tun?

      Pikanterweise wollen nun mitunter genau diejenigen nicht akzeptieren, dass Werder nach vielen Jahren mit einer für Bremer Verhältnisse exorbitant teuren Mannschaft nun mit einem zurechtgedampften Sparkader erst einmal wieder mühsam alles zurechtruckeln muss, die vor wenigen Jahren noch gefordert haben, Werder müsse endlich mal ins Risiko gehen, ruhig Schulden machen und mal so richtig Geld raustun. Aber das nur am rande.

      Also noch einmal: Aus welchem Grund sind schlaue, seit vielen Jahren im Fußballgeschäft stehende und nicht als profilarm berüchtigte Menschen mehrheitlich der felsenfesten Ansicht, Schaaf leiste gute Arbeit, während sich die prominente Chefkritik auf einen Ex-Spieler und seinen Facebookeintrag sowie einen ehemaligen Aufsichtsrat reduzieren lässt, der kreuzbeleidigt ist, dass er damals aus diesem Gremium herausgewählt wurde und seitdem immer in schlechten Phasen medial aus seinem Schmollwinkel gekrochen kommt?

      Fragen über Fragen. Ich habe mir ein Urteil gebildet. Zu dem stehe ich und das vertrete ich. Wer mich für verblendet oder zu dumm hält mag das bitte gerne tun. Damit kann ich leben. Im Moment bekomme ich für Artikel wie den von Dir zitierten sehr viel Beifall von der für mich richtigen Seite. Wenn das irgendwann mal nicht mehr so ist, mache ich mir ernsthafte Gedanken.

      Letzten Endes lieben wir alle den selben Verein. Ich möchte meine Antwort an Dich/Euch schließen mit dem Zitat eines guten Freundes:

      Weil es ja gerade so schulterklopfend mehrheitsfähig geworden ist,
      “lieber erfolgreich mit einem anderen Trainer als erfolglos mit Schaaf”
      zu sein, werfe ich einfach mal drei weitere Optionen in den Ring:

      – Lieber erfolgslos mit Schaaf als erfolglos mit einem anderen Trainer.
      – Lieber erfolgreich mit Schaaf als erfolgreich mit einem anderen Trainer.
      Und meine Lieblingsoption:
      – Lieber erfolgreich mit Schaaf als erfolglos mit einem anderen Trainer.

      1. Zusammenfassend kann man sagen, dass Zeigler anmaßend überheblich arrogant und nicht kritikfähig ist. So kennt man ihn aus diversen Foren in denen er unter etlichen Pseudonymen unterwegs ist/war (Unschuld vom Lande) und User die nicht seine Meinung teilen diffamiert. Nun jeder zahlt irgendwann seine Rechnung.

    7. Tobi, sehr gute Einschätzung und Bewertung der Situation bei Werder. Ist es Zufall, dass dieser Text von einem Außenstehendem kommt? Wohl kaum!

    8. Lieber Tobi,

      meiner Meinung nach triffst du es genau auf dem Punkt sehr gut Bewertet, es geht seit nun schon 3 Jahren rapide bergab geht und nicht erst seit diesem Umbruch Jahr!

      Wenn ein Team bzw. sein Trainer es nicht schafft das diese Abwehrschwächen die es nun schon seit sehr viele Jahren gibt abgestellt wird dann darf und muss man auch über dem Trainer Disskutieren!

      Und viele vergessen dabei einfach das Thomas Schaaf sehr viel für den Verein geleistet hat aber er ist nicht der SV Werder sondern auch nur ein Angestellter vom Verein, für mich steht fest das man einfach zur Sommerpause die Notbremse ziehen muss und dann mit einen echten Umbruch inkl. neuen Trainer in die neue Saison startet.

    9. Man muss davon abkommen TS als Heiligen anzusehen, ich gehe seit 1980 regelmäßig ins Weserstadion und bin mit sicher das jeder Verein der 1.& 2.Liga längst TS entlassen hätte.
      Niebelungentreue kann sehr gefährlich sein, klar ist auch das man nie weiss ob ein neuer Trainer sofort Erfolg hat aber kann es zur Zeit schlechter werden….?

    10. @A.Z.
      Auch ich habe deine Kolumne in der Tobias’schen Rochtung interpretiert, eine Interpretation, die du hier, wenn auch sehr wortreich, nicht ausräumen konntest. Auf wenige Worte verkürzt stand da ein “wenn wir T.S. nach jeder vermeintlichen Krise gefeuert hätten … TS hats immer wieder gedreht bekommen” drin. Das ist so wahr wie unangreifbar, weil argumentativ ziemlich dünn und macht es an dieser sehr exponierten Stelle einer Zeitungskolumne imho deutlich rechtfertigungswerter als jegliche von dir genannte Fanmeinung, aber dies nur am Rande.
      Ich glaube niemand will dir deine Tendenz, weiter zu Schaaf zu halten absprechen, oder hält diese für unvertretbar. Jedoch mehr oder weniger zu pauschalisieren, dass Rauswurfforderer einem Reflex erlegen sind ist dreister als alles, was in obigem Post niedergelegt ist, stempelt sie doch eine inzwischen recht breite Masse als dumpfe Dampfplauderer ab, ohne deren Argumente zu betrachten.
      Ich werde an dieser Stelle nicht in eine Argumentation bzgl. Pro und Contra Rauswurf einsteigen, weil dies wohl zu sehr vom Kern (Kolumne, Meinung, Umgang mit “Andersdenkenden”, …) wegführen würde. Zu deiner Frage “was ist wenn der Trainer gute Arbeit macht, aber das Team…” sei allerdings gesagt, dass eine Passung zwischen Trainer und Team zwingend herzustellen sein wird, um den Verein wettbewerbsfähig zu halten, ob in dieser oder in kommenden Saisons. Jetzt können wir ja mal überlegen, wie viele realistische Ansatzpunkte für Veränderungen es gibt, wenn sich die Lage noch in dieser Saison zuspitzt. Tipp: Mannschaft austauschen geht nicht.
      Im Übrigen ist dies wiederum eine Scheindiskussion, denn diese fokussiert grob geschätzt die letzten vier bis sechs Wochen, anhand derer eine Trainerentlassung beileibe nach glaube ich unser aller Ansichten unverhältnismäßig wäre. Zumindest jedoch in meinem Kopf, und ich denke Tobias und andere gehen da mit, ziehe ich da etwas weiter auf und werfe die letzten drei Jahre in die Waagschale und nehme auch Eindrücke aus den Vorjahren mit hinzu. Tut man dies, so kann man mit einer Berechtigung zu dem Urteil kommen, dass Schaaf gehen muss, ohne dabei einem Reflex erlegen zu sein.

    11. Lieber Arnd,

      vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme. Zwei Dinge würde ich gerne ausräumen, bevor ich mich inhaltlich äußere: Ich glaube weder, dass du (noch sonst irgendwer, der für einen Verbleib von Thomas Schaaf ist) dumm/naiv/obrigkeitshörig bist, noch unterstelle ich dir, dass du deinen Artikel so geschrieben hast, obwohl du eigentlich eine andere Meinung hast. Ich finde es im Gegenteil sehr interessant, wenn sich jemand in der derzeitigen Situation für Schaafs Verbleib ausspricht. Ich kann in deinem Artikel allerdings kaum ein wirkliches Argument dafür erkennen. In deinem Kommentar bekommt man schon eher eine Idee davon. Du wirfst dabei aber auch m

    12. (sorry, zu früh abgeschickt)

      …mit vielen Suggestivfragen um dich, die uns hier nicht wirklich weiter bringen. Du machst damit nämlich wieder das, was ich an dem Artikel unter anderem kritisiert habe: Du vermischst die typischen Pöbelphrasen, die teils von der Tribüne kommen, mit sachlichen Argumenten. Du wirst auf dieser Seite keinen einzigen Text finden, der einen Rauswurf von Schaaf fordert. Ich war lange Zeit lang großer Fan des Trainers Thomas Schaaf und menschlich gibt es für mich ohnehin keinen Grund zur Diskussion. Seit ungefähr einem Jahr halte ich Schaaf nicht mehr für den richtigen Trainer, aber das heißt nicht, dass ich meine Meinung deshalb für wichtiger halte, als die der von dir angesprochenen Personen. Mich stört, dass jede noch so sachliche Kritik am Trainer auf eine Stufemit dumpfen Parolen gestellt wird. Kritik am Trainer sollte genauso legitim sein, wie eine Befürwortung. Da von typisch bremischen Reflexe zu sprechen, finde ich anmaßend, zumal Werders Umfeld nun wirklich vergleichsweise ruhig ist.

      Nun zu deinen Fragen: Ja. Ich halte das alles für möglich. Dass man mit der Arbeit von Thomas Schaaf im Verein zufrieden ist. Dass all die von dir genannten Personen und auch du die Situation besser einschätzen können als ich. Dass Thomas Schaaf mehr von Taktik versteht als ich, halte ich sogar für höchstwahrscheinlich. Man muss allerdings kein Bundesligatrainer sein, um die Resultate taktischer Entscheidungen einordnen zu können. Und nein, ich glaube nicht, dass einer der von dir genannten Werder schaden will. Ich glaube allerdings, dass langjährige Verbundenheit durhaus eine Rolle bei der Entscheidungsfindung spielt. Und ja, ich halte es für möglich, dass die Mannschaft trotz eines guten Trainers schlecht spielt. Aber nicht über knapp drei Jahre hinweg trotz eines kompletten Austausch des Personals. Für mich geht es da auch weniger um Schuld als um Verantwortung und die trägt in erster Linie der Trainer.

      Mir wäre die Option “erfolgreich mit Thomas Schaaf” auch am liebsten, aber ich glaube nicht mehr daran. Ich halte Schaaf zwar nach wie vor für einen guten Fußballtrainer, aber nicht für die derzeitige Situation und den derzeitigen Kader bei Werder.

      1. Den Artikel halte ich auch ehrlichvgesagt für immer unpassender je öfter ich ihn lese. Du hast ihn ja dan auch noch einmal selbst zitiert :)
        Tobias hat die Kritik an Arndts Text mehr als sachlich formuliert, auch sonst findet man immer Argumente in seinen Texten, die seine Meinung sinnvoll unterstützen. Ich sehe daher gar keinen Grund überhaupt deine Punkte 3 und 4 gerade hier zu nennen. Die passen auf andere (veröffentlichte Meinungen) aber es gibt keinen Grund warum Tobias gerade nicht einfach seine Meinung veröffentlichen sollte nur weil wir nun Krise haben. Seinen Standpunkt hat er ja schon ein wenig länger. Das hat weder mit Arroganz noch mit fehlendem Augenmaß noch sonst einem gefallenen Begriff zu tun :)

        1. @Mischl: ich stimme Dir zu. Ich hatte auch gar nicht so sehr Tobias’ Text vor Augen, beim Schreiben des Artikel. Eher schon, was man sonst so in seiner Timeline oder in der Kurve anhören muss. Der Disput zwischen Tobias und Arnd schien mir nur ein guter Anlass zu sein, ein paar allgemeinere Gedanken zur Krise in Bremen und dem Umgang damit aufzuschreiben.

    13. Arnd:

      “…dass Werder nach vielen Jahren mit einer für Bremer Verhältnisse exorbitant teuren Mannschaft nun mit einem zurechtgedampften Sparkader erst einmal wieder mühsam alles zurechtruckeln muss…”

      Und Schaaf hat mit dieser Entwicklung nichts zu tun? Liegt eine langfristig orientierte Entwicklung der Mannschaft nicht in der Verantwortung des Cheftrainers?

      Sorry, aber nach vierzehn Jahren im Amt kann man doch nicht so tun, als sei die mannschaftliche Fehlentwicklung eines Vereins, wie sie hier offenkundig vorliegt, eine völlig unkontrollierbare Naturgewalt, die ohne jede Möglichkeit der Einflussnahme über den Trainer hereingebrochen ist.

      Wenn Schaaf so unfehlbar wäre, wie es in Deinem Schreiben anklingt, dann wäre ein “schwieriger Umbruch” wohl kaum nötig gewesen. Und der läuft übrigens auch nicht erst seit dieser Saison, sondern hat sich bereits vor zwei Jahren angekündigt. Die Fehlentwicklung, die den Umbruch nötig gemacht hat, lief unter Schaafs Regie, ebenso wie dieser nun schon in der dritten Saison mehr schlecht als recht funktionierende Umbruch selbst. Willst Du allen Ernstes behaupten, Schaaf hat mit der Zusammensetzung der Mannschaft nichts zu tun?

    14. Schon ziemlich irre, dass Zeigler jetzt tatsächlich den Beleidigten geben mag. Da unterstellt er den Kritikern von Thomas Schaaf, ihre Kritik sei ein “Reflex”, spricht ihnen so eine durchdachte Meinung ab, und beklagt sich dann hier allen Ernstes darüber, dass ihm aber die eigene Meinung abgesprochen werde. Seine verquere Kolumne hat er selbst gar nicht als den polemischen Angriff auf Schaafs Kritiker wahrgenommen, der sie war, dafür unterstellt er das jetzt einer ungleich sachlicheren Erwiderung. Dabei war die Kolumne selbst schon hanebüchener Unsinn: Natürlich wurde Schaaf nicht “seit Beginn der Amtszeit” vorgeworfen, er habe sich “abgenutzt”, und natürlich ist es ganz offensichtlich falsch, wenn man ausgerechnet in Bremen eine besondere Tradition der Kritik am Trainer behauptet. Das ist grotesker Unsinn, den er mit Anekdoten zu untermauern versucht, die dazu nicht taugen: Selbstverständlich meckern Fans eines erfolglosen Vereins über den Trainer, und das ist nicht wie behauptet “bremen-typisch”, sondern das Gegenteil davon, nämlich überall üblich und in Bremen ganz besonders auf Einzelfälle begrenzt gewesen. Bis auf diesen einen Einzelfall hat Zeigler denn auch nichts zu bieten, was seine These stützen würde. Wie dünn das alles ist, zeigt sich auch an so mutigen Formulierungen wie der von “so manchem Werder-Fan”, der “mit Sätzen wie …” zitiert wird, also rein fiktiv ist. Was von dem lustigen Vergleich mit Klopps Borussia zu halten ist, steht ja oben schon.

      Eine Auseinandersetzung darüber, ob Schaaf noch der richtige Trainer ist, wird so mit dem Argument unterbunden, dass eine solche einfach albern wäre. Am nächsten an ein sachliches Argument kommt Zeigler, wenn er behauptet, wir könnten das alle gar nicht beurteilen und sollten bitte den Weisen Menschen vertrauen, die das können. Dass die ganze Misere so öffentlich ist, wie es nur geht, dass wir die entscheidenden Teile von Schaafs Arbeit im Fernsehen sehen können, scheint ihm nicht bekannt zu sein. Und überhaupt, es zählt anscheinend nur die “prominente” Kritik, und die ist ja noch überschaubar. Was im Internet steht, zählt nämlich nicht, außer wenn böse Blogger ehrbare gedruckte Kolumniste “entmündigen” und so scheinbar die Kommunikationshierarchien der Weisen Menschen in Frage stellen. Aber genug der Polemik.

      Das Bezeichnende an dieser Art von Schaaf-Verteidigung ist, dass sie ganz ohne Argumente in der Sache auskommt. Es wird nichts über Fußball gesagt, sondern nur die Form der Diskussion beklagt. Wobei: Dass Schaaf möglicherweise “gute Arbeit” leiste, ist dann doch eines. Aber was soll bitte gute Arbeit sein, wenn sie nicht erfolgreich ist? Und wo liegt denn dann der Fehler, wenn nicht bei Schaaf? Bei Allofs? Beim Wetter? Ernsthaft, ich wäre wirklich interessiert. Schaafs Arbeit besteht immerhin daraus, mit der Mannschaft Spiele zu gewinnen, und ob ihm das gelingt, ist letztendlich das einzige Güte-Kriterium für seine Arbeit. Wer der Meinung ist, die Mannschaft sei schon am Limit, kann das ja sagen. Aber wer das nicht meint, und auch bei Schaaf keine Verantwortung erkennen kann, der müsste schon eine Alternativ-Theorie anbieten können, bevor er in die Diskussion einsteigt.

      Meinetwegen kann Schaaf übrigens gerne bleiben, aber den Mielitz will ich nicht mehr sehen. Na gut, Mielitz kann auch bleiben, wenn denn Kraft und Schaaf wenigstens zugeben, dass er eine miese Saison spielt. Wenigstens das, bitte.

    15. Eine der interessanteren Fragen, die bei dieser Diskussion aufkommen: Was ist eine “gute” Arbeit eines Trainers? Wonach bewertet man ihn?

      Wenn man die Leistung und den daraus resultierenden Erfolg einer Mannschaft als Hauptkriterium nimmt, kann man Schaaf in den letzten Jahren kaum eine gute Arbeit attestieren. Wenn man sich auf Teilaspekte des Spiels beschränkt (Passspiel, Kompaktheit, Spielaufbau, etc.), könnte man zumindest diskutieren. Allerdings sehe ich auch hier in vielen Bereichen eine seit Jahren andauernde, negative Entwicklung. Nur wenige Bereiche (z.B. das Pressing in dieser Saison) weisen Verbesserungen auf. Das ist für mich ein größeres Argument gegen Schaaf, als die reinen Ergebnisse.

      Was sind also die “weiteren Parameter”, die Arnd Zeigler anspricht (und die man als Außenstehender wirklich nicht so gut bewerten kann)? Mir fallen da Dinge ein wie Fleiß, Beharrlichkeit, Loyalität und Gewissenhaftigkeit. Die Liste lässt sich sicherlich noch erweitern. Das sind alles Dinge, die ich Schaaf nicht absprechen will. Und auch wenn das einen Touch von “war stets sehr bemüht” hat, finde ich das nicht unwichtig, weil es neben den alten Verdiensten mMn wirklich einen Grund darstellt, warum man in Bremen an Schaaf festhält. Wenn man sieht, dass da jemand über Jahre hinweg immer und immer wieder alles für den Verein gibt, sich immer loyal verhält und dann plötzlich keinen Erfolg mehr damit hat, dann finde ich es verständlich, zunächst nach anderen Gründen dafür zu suchen, als einer Schuld des Trainers. Vermutlich findet man in der Arbeit von Schaaf auch keinen nennenswerten Unterschied zu den erfolgreichen Jahren.

      Mein Problem besteht darin, sich bei der Bewertung des Trainers auf die “Input-Seite” zu beschränken. Natürlich ist die alles andere als unwichtig, aber wir sprechen hier über Profifußball. Völlig außer Acht lassen kann man die “Output-Seite” also kaum, außer man verabschiedet sich völlig vom Leistungsgedanken. Man darf schließlich auch nicht vergessen, dass dies auch Auswirkungen auf die Spieler hat, wenn sie sich selbst einem brutalen Konkurrenz- und Leistungsdruck ausgesetzt sehen, ihnen schlechte Resultate angekreidet werden, bei ihnen aber irgendwann der Eindruck entsteht, der Trainer stehe außerhalb jeder Verantwortlichkeit für die Ergebnisse. Andersherum kennt man das Problem ja auch, wenn ein Trainer seine Autorität verliert und sich die Spieler am längeren Hebel sehen.

      Solange Werder das internationale Geschäft als Ziel ausgibt und mit dem Umbruch bezweckt, wieder in den Bereich der (zumindest erweiterten) Bundesligaspitze zu kommen, fände ich es mehr als fahrlässig, den Trainer aus der Verantwortung für die Leistung des Teams zu nehmen. Ich finde den Gedanken, dass Werder nicht trotz sondern (auch) wegen der Arbeit von Thomas Schaaf dort steht, wo es steht, ebenfalls schmerzvoll. Mir erscheint er aber plausibler, als die Erklärung “Trainer gut, alte Spieler doof, Umbruch, neue Spieler auch doof”. Was wirft das außerdem für ein Licht auf die Arbeit des restlichen Vereins? Dieser hätte sich dann trotz eines hervorragenden Trainers durch unterirdisch schlechte Transfers von einem (jahrelangen) Champions League Teilnehmer zu einem (jahrelangen) Abstiegskandidaten heruntergewirtschaftet. Und das alles hinter dem Rücken des Trainers, der mit der Zusammenstellung des Kaders nichts zu tun hat. Nein, das kann ich bei aller Sympathie zu Schaaf nicht glauben.

      1. “You took the words right out of my mouth” würde Meat Loaf dazu sagen. Zumal Zeigler seinen Ausspruch ja so stehen lässt, ohne eine Interpretation davon zu geben, worin Schaafs gute Arbeit denn nun besteht. Das er hart und akribisch arbeitet, ich glaube, dass wird ihm keiner absprechen wollen. Aber wie von Dir angesprochen, kann man sich in Bremen – trotz aller Werte – einer Bewertung der Trainerarbeit auch anhand der Tabellenplätze der letzten drei Jahre nicht entziehen.

        Ansonsten wollte ich eigentlich nicht mehr viel zu Zeiglers Kommentar sagen. So bemerkenswert es ist, dass er sich hier die Zeit nimmt, in aller Ausführlichkeit zu antworten, erkenne ich auch bei ihm die gleiche Schwarz-Weiß-Denke, die er den Schaaf-Kritikern unterstellt. Alle die Schaaf kritisieren, sind als “Fan-Volk”, welches nach schnellen Lösungen schreit und auf den Werten des Vereins herumtrampelt. Aha. Wenn Herr Zeigler da ein bisschen Distanz aufbringen könnte, würde ihm vermutlich auch einleuchten, dass es in Bremen trotz der mageren Ergebnisse der letzten Zeit eigentlich erstaunlich ruhig ist. Es gab EIN (in Zahlen: 1) Transparent im Spiel gegen Fürth, was einen Abgang von TS, KDF und WL gefordert hat. Ja, es rumort bei den Fans, aber es gibt nicht mal ein “Wir ham’ die Schnauze voll!”, geschweige denn ernsthafte “Schaaf raus!”-Sprechchöre. Mal ab davon, dass ich für mich auch in Anspruch nehmen möchte, Schaafs Kopf nicht zu fordern, mich aber einem Wechsel an der Seitenlinie auch nicht mehr zu widersetzen.

        Darüber hinaus finde ich interessant, dass Arndt das die Beißreflexe der Fans kritisiert, aber selbst zu der Diskussion kein wirkliches Argument beisteuert. Nein, Aussagen wie “Die wissen schon was sie tun” oder “Der Fan auf der Tribüne kann das alles gar nicht beurteilen” sind leider keine Aussagen, sondern nur Versuche, sich im Elfenbeinturm zu verkriechen und sich für seine eigene Nähe zum Verein zu feiern.

    16. @AZ: Ganz schwach – beleidigte Leberwurst, aber das scheint ja Bremer Gusto zu sein, siehe TSs Interviews nach verlorenen Spielen, wo Kritik nicht erlaubt ist. Ich bin auch brennend an sachlichen Argumenten FÜR Thomas Schaaf interessiert. Womit definieren Sie “gute Arbeit”? Was ist gut? Was verbessert sich? Was ist gut, wenn die Mannschaft in der Hinrunde in Ansätzen gezeigt hat, was in ihr (und TSs vermeintlicher Vision dieser Mannschaft), in der Rückrunde aber die schlechteste Mannschaft der Liga stellt und zuhause noch nicht mal mehr gegen die letzten beiden der Tabelle gewinnen kann? (Ganz zu schweigen von Heidenheim und Münster…) Und irgendwer hier hatte es weiter oben schon geschrieben: Das Personal ist nahezu komplett ausgetauscht worden, die Probleme in der Defensive sind geblieben. Genau wie der Trainer. Es sind keine Laufwege zu erkennen, keine einstudierten Standarts, keine individuelle Ausrichtung auf den Gegner – Schaaf stellt sich ja selbst einen Offenbarungseid aus, wenn er sagt, es sei egal, wer spiele und welche Taktik man aufwarte. Das kann man sich leisten, wenn auf der 10 Micoud und der 11 Klose aufläuft, dann wird das schon werden. Nur heutzutage, wo Mannschaften wie Freiburg und Mainz taktisch viel weiter sind, ist das einfach nur doof und falsch. Genannte Mannschaften haben uns in dieser Hinsicht übrigens überholt. Wir schlagen doch keinen Gegner mehr, der besser aufgestellt ist, wir aber mal clever spielen.

      Auch kann ich nicht begreifen, dass “Umbruch” (Hilfe!) und “Neuanfang” von TS-Befürwortern so dargestellt werden, als hätte die FIFA uns dieses Schicksal zugelost. Nein! Er ist notwendig geworden, weil sportlicher Erfolg ausgeblieben ist und auf dem Transfermarkt überwiegend Nieten gezogen wurden. Verantwortlich dafür ist die sportliche Leitung.

      Lieber Arndt Zeigler, ich würde wirklich gerne, in sachlichen Argumenten, von Ihnen wissen, wie ein Trainer gute Arbeit leisten kann, wenn er drei Mal in Folge das selbst gesteckte Saisonziel verfehlt und wir uns in Bremen alle 2 Wochen ein Lied anhören müssen, dass Erfolge von vor 10 Jahren besingt.

      Es geht nicht darum, TS-Befürworter als Lemminge zu deklarieren. Es geht um eine sachliche Diskussion. “Gute Arbeit” ist eine subjektive Einschätzung. Für mich liegt die Wahrheit in der Tabelle.

      1. “Für mich liegt die Wahrheit in der Tabelle.”

        … oder auch auf dem Platz. Und auch da sieht es mau aus.

    17. Herr Zeigler muss ein sehr religiöser Mensch sein. Denn er glaubt an übernatürliche Krafte, die aus heiterem Himmel – oder eher nicht heiter… – Werder eine exorbitant teure Mannschaft geraubt haben und durch einen zurechtgedampften Sparkader ersetzt haben, die ein wirtschaftliches Minus herbeigezaubert haben, die eine Mannschaft trotz Welttrainer schlecht spielen lassen – und niemand kann etwas dafür. Der Fußballgott ist halt ungerecht. Wie gesagt: Werder ist der einzige Verein, bei dem Training und Spiel nix miteinander zu tun haben…

      Ansonsten bewegt sich Herr Zeigler in seiner Replik argumentativ auf dem Niveau derer, die er verurteilt. Maximal. Und derer, die tatsächlich glauben, nunmehr sei Fanbeschimpfung der richtige Weg. Nein, Herr Zeigler, ich investiere (übrigens auch seit ca. 35 Jahren, hab allerdings noch keine Bücher drüber geschrieben) wie viele andere Fans viel Gefühl und übrigens auch viel Geld in diesen Verein und mache mir zurecht Sorgen – auch wenn ich vielleicht nicht das tatktische Wissen von Herrn Schaaf habe (wahrscheinlich noch nicht mal das eines Peter Neururer). Respekt wäre auch den ernsthaften Fans gegenüber angebracht, auch wenn sie keine Schaaf-Jünger (mehr) sind und dafür sachliche Gründe anführen.

    18. Und noch etwas zu Schaaf: Seit Jahren schon schafft er es, Spieler, die mit verheißungsvollen Sporen nach Bremen kommen, plötzlich so aussehen zu lassen, als würden sie zum ersten Mal auf einem Fußball-Platz stehen: Ein sehr gutes Beispiel hier ist Wesley, ein Spieler der, wie man in Bremen so gerne sagt, “viel Phantasie” mitgebracht hat. Egal, wo er spielte, egal, wie oft er spielte – er lief immer vogelwild auf dem Platz herum. Schaaf hat es nicht vermocht, diesen talentierten Burschen weiterzuentwickeln. Die Schuld wurde, wie so oft, auf den Spieler geladen, Briefmarke drauf und tschüss. Kritik am Trainer? Um Gottes Willen nein! Kritik an diesem teuren Transfer? Nein! (Was sich widerspricht: Denn entweder habe ich einen Spieler verpflichtet, der eh nichts kann, oder ich habe es eben versäumt, ihn weiterzubringen.)

      Gleiches gilt für Iggy und für Ekici, die beide unter ihren alten Trainern durchaus tragende Säulen waren – kaum in Bremen fragt man sich: Was ist denn aus denen geworden?? Was uns aber direkt zum nächsten Problem unter Schaaf führt: Spieler werden nicht nach ihren Qualitäten eingesetzt, die Positionen sind manchmal überhaupt nicht nachzuvollziehen. Da muss ein Junozovic konsequent auf der 6 spielen, obwohl er seine Qualitäten weiter vorne hat, wie er jedes Mal in der Nationalmannschaft beweist. Da muss ein Marin viele Spiele lang Stoßstürmer spielen, obwohl er das gar nicht kann und es keine Überraschung war, dass er dort völlig versagte und schließlich auch vom Hof gejagt wurde – als einer der letzten echten Fußballperlen. Komisch, dass Marin auf Links-Außen seine besten Spiele hatte…

      Beispiel Arnautovic, das gleiche Lied. Kommt als Außenstürmer, muss aber in den Strafraum. Hä? Komisch, dass er seine besten Spiele in dieser Saison auf seiner angestammten Position aus Twente hat… (Ohne, dass ich jetzt ein großer Arnautovic- oder Marin-Fan wäre, aber es wäre wirklich spannend, diese Spieler unter einem anderen Trainer zu beobachten.) Komplett wirr war die Nominierung von Sokratis ins Mittelfeld, Fritz musste bis auf Torwart wohl auch schon alles spielen und Iggy tritt in seine Fußstapfen in der Hinsicht….

      Hinzu kommt eine Sturheit, mit der er immer und immer wieder am System festhält – ganz egal, wer der Gegner ist. Ich erinnere mich an ein 2:0-Erfolg auf Schalke, ich weiß nicht, ob es vor drei oder vier Jahren war, ein Sieg, mit dem man nicht so recht rechnen konnte, aber in dem wir taktisch wirklich alles richtig gemacht haben. Gut, damals hatten wir noch Özil, der den Unterschied machen kann, aber solche Spiele gewinnen wir doch überhaupt nicht mehr. Auch muss man 17 Spiele lang in der Hinrunde zusehen, wie Elia sich von Woche zu Woche unglücklicher anstellt. Wird er drauf angesprochen sitzt gleich die gesamte kreative Abteilung auf der Bank… Und wenn Schaaf mangelnde Alternativen beklagt: Der Kader wird nicht ausgelost. Dafür ist allein der SV Werder Bremen und seine sportliche Leitung verantwortlich.

      Überall sonst, in der Wirtschaft, im Fußball, werden die Führungspersonen auch wirklich VERANTWORTLICH gemacht. Das ist der Grund, warum sie viel Geld verdienen. Das ist der Grund, warum sie Kritik aushalten und den Kopf hinhalten müssen, auch wenn es vielleicht die Mannschaft verbockt hat. Schaaf ist kein eherenamtlicher Mitarbeiter, er ist millionenschwer und ist deshalb auch kritisch zu hinterfragen und in die Pflicht zu nehmen. Dass man sich diesem in Bremen konsequent verweigert, ist fast schon skandalös und wird mit “Wir sind anders”, und “Tradition” und “Werte” abgeschmettert. Wie erklärt man einem Opel- oder Nokia-Mitarbeitern, die entlassen werden, weil die Führung den Sprung ins 21. Jahrhundert verpasst hat, dass ein Trainer, der VERANTWORTLICH für Erfolg UND Misserfolg ist, ohne Kritik in Amt und Würden ist, obwohl er seit Jahren den Verein immer weiter nach unten führt?

      Ich verstehe das nicht.
      Und meine größte Angst ist, dass man mit dieser Mentalität sehenden Auges in die zweite Liga abstürzt!

      1. Eine gewisse Fehlerquote muss man bei der Entwicklung neuer Spieler natürlich einkalkulieren und manchmal passt es einfach nicht zwischen einem neuen Spieler und der Mannschaft und/oder dem Trainer. Die von dir angeführten Beispiele zeigen aber ganz gut die Häufung von “Fehleinkäufen” in den letzten Jahren, die einfach auffällig ist und bei der ich ebenfalls nicht an Zufall glauben mag. Bislang profitiert Werder noch von dem guten Ruf als Sprungbrett zu den europäischen Topvereinen. Lange wird man das nicht mehr aufrecht erhalten können, wenn die Durchfallquote so hoch bleibt.

    19. Leider setzt Hr. Zeigler Werder und TS gleich, Kritik an TS deutet der als Kritik an Werder, dass die meisten hier bereits seit 3 Jahren eine Engelsgeduld mit TS haben verleugnet er komplett. Er bewertet auch nicht die Qualität von Schaafs Arbeit, sondern nur die Intensität. Das seit Jahren keine Entwicklung mehr statt findet, ignoriert er komplett und geht in die Opferrolle des armen Helden, der ungerechtfertigt kritisiert wird, nur weil er eine Meinung hat, die nicht der Mehrheit entspricht. Genauso wie er ernst genommen werden will, sollte er auch die andere Seite ernst nehmen und Kritik an TS nicht als Angriff auf Werder wahr nehmen. Das er das wohl nicht kann zeigt, dass er wohl wenig objektiv an die Sache heran geht. An einem Trainer klammern als Werte zu bezeichnen ist schon sehr fraglich!

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