Kategorie-Archiv: Die Nr. 1 im Norden

12. Spieltag: Ernüchterung im Nordderby

Hamburger SV – Werder Bremen 2:0 (0:0)

Eigentlich wollen zwei Artikel geschrieben werden: Einer zum Nordderby und einer zur Mitgliederversammlung. Behalten wir die Chronologie bei und bleiben vorerst beim Nordderby.

Passives Werder, offensivschwacher HSV

Wie schon gegen Stuttgart spielte Werder in einem recht passiven 4-4-1-1 gegen den Ball. Für den verletzten Di Santo und den stets enttäuschenden Elia spielten in der vordersten Reihe Petersen und Hajrovic. Lukimya ersetzte in der Innenverteidigung Prödl. Der HSV setzte wie zu erwarten auf Ballbesitz und eine offensive Ausrichtung mit weit vorgezogenen Außenverteidigern in einem 4-1-4-1. Es entwickelte sich ein einseitiges Spiel auf bescheidenem Niveau. Der HSV kontrollierte den Ball, Werder den Raum vor dem eigenen Sechzehner. Werders mannorientierte Außen ließen sich von Diekmeier und Ostrzolek weit hinten reindrängen. Insbesondere Bartels gab häufig einen zweiten Rechtsverteidiger und konnte somit seine Pendelbewegung auf die Zehnerposition nur selten ausführen.

Werder stand somit bei Ballgewinn selten gut gestaffelt für einen schnellen Konter gegen die aufgerückten Hamburger. Petersens bekannte Schwächen mit dem Rücken zum Tor machten es zudem fast unmöglich, einen langen Ball lange genug abzusichern, bis genügend Mitspieler nachgerückt waren. Hajrovic hatte als hängende Spitze ebenfalls einen rabenschwarzen Tag. Das kontrollierte Passspiel durchs Mittelfeld war ebenfalls zu fehleranfällig, um den HSV vor größere Probleme zu stellen. Folglich war Werder auf Standardsituationen angewiesen, um zu Torchancen zu kommen. Hier zeigte sich Werder erneut gefährlich, verpasste es jedoch, dies in ein Führungstor umzumünzen. Hinten ließ man recht wenig anbrennen, sodass sich der HSV trotz überlegener Werte in Ballbesitz und Passgenauigkeit lange Zeit nicht über das Remis beschweren konnte.

Lukimya und Wolf verhindern die Nullnummer

In der zweiten Halbzeit wurde die körperbetonte Partie noch zerfahrener. Werder verschob nicht mehr so konsequent. Auch die Hamburger bekamen Probleme, den Ball fehlerfrei durchs Mittelfeld laufen zu lassen. Wer vorher nicht wusste, dass hier zwei Abstiegskandidaten gegeneinander spielen, muss es spätestens nun geahnt haben. Beide Trainer reagierten. Beim HSV kam mit Rudnevs ein zweiter Stürmer, bei Werder sollte Makiadi mithelfen, das Mittelfeld zu stabilisieren. Beide Wechsel hatten zunächst wenig Effekt. Das Spiel steuerte auf ein torloses Unentschieden zu, das den Leistungen wohl auch am nächsten gekommen wäre. Letztlich wurde das Spiel aber doch noch entschieden – durch einen Einwurf.

Lukimya sprang unter dem hohen Ball in den Strafraum hindurch. Da Wolf einen Schritt zurück auf die Linie gemacht hatte, konnte er nicht mehr eingreifen und Rudnevs versenkte den Ball aus kurzer Distanz im Netz. Man kann darüber streiten, wen beim Gegentreffer die größere Schuld trifft. Unstrittig ist hingegen, dass ein solch kapitaler Fehler jede Defensivtaktik hinfällig macht. Nach immerhin 260 Minuten kassierte Werder in der Bundesliga wieder ein Gegentor. In der Folge versuchte Werder auf Brechstange umzustellen, doch dies wirkte erwartungsgemäß sehr verzweifelt, zumal man durch einen überflüssigen Platzverweis von Fritz auch noch in Unterzahl geriet. In der Schlussphase hatte der HSV drei dicke Konterchancen, von der eine zur Entscheidung genutzt wurde, auch wenn die abschlussschwachen Hamburger dafür erneut die Mithilfe von Wolf benötigten. Die Niederlage war am Ende zwar unnötig aber aufgrund der groben Patzer durchaus verdient.

Mauerfußball im Abstiegskampf?

Nach dem Spiel wurde viel über Skripniks Taktik diskutiert. Ich halte es auswärts gegen den HSV für mindestens genauso legitim, so zu spielen, wie zuhause gegen Stuttgart (nach dem 2:0 vor zwei Wochen wurde die sehr ähnliche Taktik jedenfalls kaum kritisiert). Zu kritisieren ist hingegen die Umsetzung, die deutlich schwächer war, als gegen den VfB. Dass Werder sich spielerisch unter Skripnik binnen vier Wochen zu einer spielerisch überdurchschnittlichen Mannschaft entwickeln würde, war nicht zu erwarten. Umso bitterer ist es, dass im Umschaltspiel kaum etwas richtig gemacht wurde. Petersen ist in der Rolle als alleinige Spitze weit vom Bundesliganiveau entfernt und Hajrovic bot ihm wenig bis gar keine Unterstützung. Der Ausfall von Di Santo ist für Werder mit dem vorhandenen Personal nicht zu kompensieren. Ähnlich sieht es in der Innenverteidigung mit Prödl aus. Ein 0:0 in Hamburg wäre unter diesen Voraussetzungen kein schlechtes Ergebnis gewesen, zumal durch die Standards durchaus auch die Chance auf einen Sieg bestand. Dass dies nicht Skripniks gewünschte Taktik für die Zukunft ist, dürfte hingegen klar sein.

Auch wenn man es sich nicht eingestehen will, ist Werder momentan zu stark von den Leistungen einiger Spieler abhängig (Di Santo, Prödl, Junuzovic, selbst Bartels und Kroos). Andere Spieler, die das Team spielerisch voran bringen können (Obraniak, Aycicek und Hajrovic) sind aus unterschiedlichen Gründen (noch?) nicht bei 100% ihrer Leistungsfähigkeit. Dadurch kommen Spieler, die ihre Untauglichkeit zur Genüge bewiesen haben (Petersen, Elia, Lukimya), immer wieder zum Einsatz. Sportlicher Fortschritt ist so schwierig zu erreichen. Es bleibt im Winter wohl wirklich nur die Wahl zwischen einem erhöhten Risiko durch 2-3 Neuzugänge und einem Hoffen auf die Rekonvaleszenten Bargfrede, Zander und von Haacke. Ob Werder damit die Klasse halten kann, bleibt fraglich – ganz aussichtslos ist die Lage aber keineswegs. Dennoch hat das Nordderby gezeigt, dass man noch nicht wieder gen oberer Tabellenhälfte schauen darf. Das Hier und Jetzt heißt bis auf Weiteres Abstiegskampf.

23. Spieltag: Sieg der Kampfschweine

Werder Bremen – Hamburger SV 1:0 (1:0)

In einem sehr kampfbetonten Spiel gewinnt Werder das 100. Nordderby und verschafft sich ein wenig Luft im Abstiegskampf.

Erzwungene Zweikampfschlacht

Etwas überraschend hielt Robin Dutt nach Hunts Rückkehr an seiner Doppelspitze fest und setzte im Mittelfeld auf eine Raute mit Bargfrede, Junuzovic, Obraniak und Hunt. Makiadi blieb zunächst auf der Bank. Der HSV spielte im flachen 4-4-1-1 mit derselben Besetzung, die letzte Woche mit 3:0 gegen Dortmund gewonnen hatte.

Das Spiel war von der ersten Minute an sehr umkämpft. Werder konnte sich dabei in der Anfangsphase einen Vorteil verschaffen, indem die Innenverteidiger im Spielaufbau sehr konsequent und aggressiv angelaufen und zu langen Bällen gezwungen wurden. Hunt spielte eine Art Manndeckung gegen Badelj, so dass Werder gegen den Ball manchmal in einem 4-3-3 stand. Werder gelang es so, den HSV in viele Zweikämpfe zu verwickeln. Dabei wirkten Werders Spieler fast über die gesamte Spieldauer konzentrierter und entschlossener als die des HSV. Dies zeigte sich auch bei den zweiten Bällen, von denen es mangels konstruktivem Aufbauspiels und vielen langen Bällen auf beiden Seiten eine Menge gab. Den Hamburgern gelang es kaum, die Bremer Raute über die Außenbahnen unter Druck zu setzen. Gegen die dynamischen Ignjovski und Garcia taten sich Rincon und Jiracek sichtlich schwer, auch weil die Hamburger Außenverteidiger nur zögerlich nachrückten. Lasogga konnte mit dem Rücken zum Tor einige Bälle behaupten, wurde von Prödl und Lukimya im Strafraum aber fast komplett abgeschaltet.

Das Führungstor fiel nach einer Standardsituation und auch hier war es ein zweiter Ball, den Garcia erlief und direkt wieder an den Strafraum brachte. Hunts akrobatische Vorlage wurde von Junuzovic verwertet. Danach blieb das Spiel kampfbetont, auch weil der HSV fast nie in die – durchaus vorhandenen – gefährlichen Räume vor der Bremer Viererkette vorstoßen konnte.

Dutts Wechsel entscheiden das Spiel

Nach dem Wechsel lieferten Slomka und Dutt sich ein kleines Schachspiel an der Seitenlinie. Zur Pause kam Van der Vaart für Rincon ins Spiel. Callhanoglu wechselte auf den rechten Flügel und kam dort wesentlich besser zur Geltung, als in der ersten Halbzeit (trotz seines Lattenschusses). Der HSV verlagerte das Spiel nun schneller auf die Außenbahnen und schaffte mit aufrückenden Außenverteidigern oft Überzahl. Dutt reagierte früh auf die sich ausbreitende Hamburger Dominanz, brachte Gebre Selassie für Di Santo und stellte auf ein 4-2-3-1 um. Das optische Übergewicht des HSV blieb zunächst noch bestehen, aber die Gefahr über die Flügel wurde eingedämmt.  So konnte sich Werder in der Folge über die Zweikämpfe wieder einen Vorteil erspielen, auch weil Dutt mit Makiadi einen zweiten nominellen Sechser brachte.

In der Schlussphase hätte Werder das Spiel mit einem zweiten Tor entscheiden müssen. Hier lag Dutt auch mit seiner dritten Einwechslung richtig, denn mit Elia hatte Werder bei Kontern einen Tempovorteil, den Junuzovic mit seinem egoistischen Torabschluss kurz vor dem Ende jedoch ignorierte. Der HSV wurde in dieser Phase überhaupt nicht mehr gefährlich und verlor auch sichtlich den Glauben an den eigenen Erfolg. Am Ende war es deshalb ein verdienter und trotz des knappen Ergebnisses ungefährdeter Heimsieg für Werder.

Der nächste Schritt

Zum ersten Mal in diesem Jahr gelingt Werder ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf. Im Nordderby zu siegen war ungemein wichtig für die Stimmung im Umfeld und sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz verschaffen Team und Trainer erst mal etwas Luft zum Atmen. Zudem ist es sehr erfreulich, dass auch die in der Kritik stehenden Spieler wie Lukimya und Petersen überzeugen konnten. Lukimya zeigte wieder das einfache, rustikale und kompromisslose Spiel, mit dem er zu Beginn seiner Zeit bei Werder durchaus überzeugen konnte. Petersen, dem ich letzte Woche mit dem Rücken zum Tor die Bundesligatauglichkeit abgesprochen hatte, konnte seine Stärke im Spiel gegen den Ball zeigen und harmoniert langsam besser mit Di Santo. Die Chance von Petersen in der ersten Halbzeit demonstrierte das gut, als Di Santo einen langen Ball mit dem Kopf in Petersens Lauf verlängerte.

Die spielerische Dürftigkeit (nur 43% Ballbesitz, 62% Passquote insgesamt und 50% Passquote im Angriffsdrittel) kam diesmal kaum zum Tragen und nach dem achten Saisonspiel ohne Gegentor (so viele wie in den letzten zwei Jahren unter Schaaf zusammen) darf man der Defensive durchaus eine Entwicklung attestieren. Wolf rechtfertigt inzwischen den Torwartwechsel und hat vielleicht doch gute Chancen, länger als nur bis zum Sommer Werders Nummer 1 zu bleiben. Mit Ignjovski hat Dutt vielleicht den letzten Mosaikstein für die Viererkette gefunden.

Was der Sieg wert ist, werden wir erst in ein paar Wochen wissen. Nach zwei der fünf direkten Duelle um den Abstieg liegt Werder mit vier Punkten im Soll. In Nürnberg wird es wiederum vor allem darum gehen, intensiv und konzentriert gegen den Ball zu arbeiten und sich nicht auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen wie im Hinspiel. Dafür scheint mir das Team jetzt wieder besser gerüstet als noch vor einigen Wochen.

Das grünweiße Theaterensemble

Hamburger SV – Werder Bremen 3:2

Werder verliert auch das zweite Spiel der Rückrunde. Das 2:3 beim größten Rivalen HSV schmerzt trotz des letztlich knappen Ergebnisses wie erwartet mehr, als die Niederlage gegen den BVB. Zeit für einen alternativen Blick auf die Dinge™.

Tragödie

Das Nordderby war sehr unterhaltsam. Diesen Schluss zog jedenfalls Thomas Schaaf aus dem Spiel. Vielleicht haben wir Werders Entwicklung in den letzten Jahren völlig falsch interpretiert. Geht es am Ende gar nicht um Leistung, Punkte und Siege? Entzieht sich Werder Bremen dem neoliberalen Diktat oder gar der Leistungsgesellschaft an sich? Sollen wir uns mehr mit dem künstlerischen Wert der Aufführungen beschäftigen? Dann müssen wir – wie Will Ferrel in Stranger Than Fiction - zunächst klären, ob wir uns in einer Tragödie oder in einer Komödie befinden.

Vieles spricht für eine Tragödie: Thomas Schaaf, Aufstieg und Fall eines Fußballlehrers. Von seinem einstigen Kompagnon Klaus Allofs verlassen, gerät der einstige Meistertrainer immer mehr in die Schusslinie der Kritik. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens wurde er von allen bewundert. Nun lebt er zurückgezogen im letzten verbliebenen Biotop der Bundesliga und wartet darauf, dass sein persönlicher Alptraum mit dem SVW endlich zu Ende geht. Der HSV nimmt dabei die Rolle des Antagonisten ein. Vor Jahren in einer epischen Schlacht vernichtend geschlagen, wittert er nun seine Chance und nimmt Rache an seinem Erzfeind.

Der alte Recke Schaaf hat noch einmal sein gesamtes Repertoire eingesetzt: Taktikumstellungen, Personalwechsel, wildes Gestikulieren – doch nichts will mehr helfen. Sein Heer muss herbe personelle Verluste einstecken und wird in die Flucht geschlagen. Keine neue Erfahrung für den Protagonisten. Jährlich grüßt das Murmeltier kurz nach der Winterpause und will sich nicht vertreiben lassen. Und jedes Jahr wird es schwieriger, die Wende zum Guten zu schaffen und die Getreuen bei Laune zu halten. Die Spirale scheint unaufhaltsam zu sein.

Wie wird diese Geschichte ausgehen? Wird der Held am Ende, dem Wahnsinn verfallen, weiter auf die Auflösung, das glückliche Ende warten, wie Jack Nickolson in der Dürrenmatt-Verfilmung Das Versprechen? Wird er im Kampf gegen die übermächtigen Gegner untergehen, wie Al Pacino in Scarface? Gibt es gar einen Königsmord à la Shakespeare (wir sollten Thomas Eichin im Auge behalten)? Oder dreht sich der Plot noch einmal auf spektakuläre Weise und entpuppt sich am Ende doch als Komödie?

Komödie

Es fällt nicht schwer, komödiantische Elemente in Werders Aufführungen zu finden. Die lustigsten Stellen sind hierbei auf eine unfreiwillige Komik zurückzuführen, die dem Fußball zugrunde liegt. Die Ernsthaftigkeit des siegen Wollens wird konterkariert durch Slapstick-artige Fehlleistungen, welche sich durch alle Bremer Mannschaftsteile ziehen.  Dem SV Werder droht jedoch die Fallhöhe abhanden zu kommen, die man für echte Komik benötigt.

Wenn der Roadrunner den von Wile E. Coyote gestellten Fallen ein ums andere Mal entkommt, dann rührt die Komik eben auch daher, dass hier der David dem Goliath ein Schnippchen schlägt. Beim Roadrunner ist es die unglaubliche Geschwindigkeit, die ihm stets das Leben rettet. Bei anderen Figuren, etwa Wickie oder MacGyver, sind es Intelligenz und Erfindungsreichtum. Wiederum andere haben einfach Glück, gepaart mit einer gewissen Bauernschläue, wie Homer Simpson und die Bluth-Familie. Nun sticht der HSV nicht durch besonders herausragende Fähigkeiten hervor, die man dem Bundesliga-Dino qua äußerlicher Erscheinung nicht zutrauen würde, doch ist auch Werder Bremen schon lange kein Wile E. Coyote mehr. Die Rückschläge werden vorhersehbar und verlieren deshalb ihre Komik.

Vielleicht wird hier auch nur ein Rollentausch vorbereitet und Werder nutzt seinerseits irgendwann die Position des Underdogs für einen Überraschungscoup. Lange wird es nicht mehr dauern, bis man in Werder nur noch eine Pippi Langstrumpf erkennt, der man ihre fast übermenschlichen Kräfte nicht ansieht. Man sollte mit der Entwicklung letzterer also besser schleunigst beginnen.

Alternativ bleibt dem SV Werder noch die Rolle des Clowns, bei dem man schon vorher weiß, dass er kein Fettnäpfchen auslassen wird. Der Zuschauer hat dabei einen Wissensvorsprung gegenüber dem Protagonisten, sieht er die Fallstricke doch schon lange vor diesem. Es hat etwas beruhigendes, schon vorher zu wissen, in wessen Gesicht die Torte am Ende wieder landen wird. Somit könnte es egal sein, ob Thomas Schaaf Sonnen- oder Regenlieder singt – am Ende steht Werder sowieso im Regen. Wenn man sich schon weiterhin der Lächerlichkeit preisgibt, kann man es dank diesem Wissen zumindest mit Würde tun.

Wie viel Veränderung vor dem Nordderby?

Wer dachte, dass man bei Werder nach dem 0:5 gegen Borussia Dortmund wie sonst üblich zur Tagesordnung übergehen würde, sieht sich dieser Tage getäuscht. Vor dem Nordderby am Sonntag in Hamburg steht noch so manches Fragezeichen über Werders Aufstellung wie taktischer Ausrichtung.

Drohende Ausfälle und Wackelkandidaten

Mit Aaron Hunt und Marko Arnautovic drohten zwei gesetzte Spieler für die Partie gegen den HSV auszufallen. Zwar stehen beide letztlich im Kader, aber ob es für die Startelf reicht bleibt abzuwarten. Eine Wiederholung des 4-2-4-0-Experiments ist dennoch sehr unwahrscheinlich, wurde es doch nach dem Spiel in den Medien für die Niederlage gegen den BVB verantwortlich gemacht. Im Training wurden unter der Woche verschiedene Formationen mit unterschiedlichen Aufstellungen getestet, darunter auch ein 4-4-2 mit einer Doppelspitze Akpala/Petersen. Eine Rückkehr zum 4-1-4-1 halte ich dennoch für wahrscheinlich. Veränderungen sind eher in personeller Hinsicht zu erwarten.

Neben dem oben erwähnten angeschlagenen Duo gibt es noch einige weitere Wackelkandidaten. Da wäre zum einen Sebastian Prödl, im Dortmund-Spiel nach dem 0:3 ausgewechselt und schon in der Hinrunde keineswegs unumstritten. Lukimya war bereits einige Mal dicht dran, ihn aus der Startelf zu verdrängen. In Hamburg könnte er eine Chance von Anfang an erhalten. Ebenfalls auf der Kippe steht Eljero Elia, mit dem Schaaf langsam die Geduld verliert. Zumindest wurde dies durch die Blume so an die Öffentlichkeit kommuniziert (“Er bringt auf dem Platz nicht zu Ende, was er vorbereitet” = fehlende Effektivität). Es ist allerdings kaum denkbar, dass drei der fünf etatmäßigen Offensivkräfte am Sonntag nicht in der Startelf stehen. Somit dürfte Elias Aufstellung auch von Hunt und Arnautovic abhängen. Zu den heißesten Ersatzkandidaten zählt (neben Özkan Yildirim) plötzlich auch wieder Mehmet Ekici, der in der Hinrunde kaum eine Rolle spielte, im Training aber zuletzt in der A-Mannschaft stand.

Ein dritter Wackelkandidat ist etwas überraschend Theodor Gebre Selassie, der gegen Dortmund nicht gut aussah, jedoch in der Sollbruchstelle des asymmetrischen 4-2-4-0-Systems agierte, wo er wenig Unterstützung bekam. Da es auf seiner Position keinen direkten Ersatz gibt, könnte Allrounder Aleksandar Ignjovski für ihn auflaufen. Nicht zur Diskussion steht offenbar Kapitän Clemens Fritz, obwohl er bislang eine enttäuschende Saison spielt. Er könnte gegen den HSV auf seine vor der Saison vorgesehene Position im defensiven Mittelfeld zurückkehren, falls Junuzovic weiter vorne benötigt wird.

Got a little Captain in you?

Es ist interessant zu sehen, dass Schaaf bereits nach einem absolvierten Rückrundenspiel personelle Konsequenzen zieht. Er will offenbar nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, als er allzu oft so lange wie möglich an formschwachen Spielern festhielt, in der Hoffnung sie mögen sein Vertrauen später belohnen. Die alte Rehhagel-Schule. Seinen Kapitän lässt er dabei jedoch noch außen vor, was einerseits verständlich ist, zumal die Alternativen im Mittelfeld durch die möglichen Ausfälle rar sind. Andererseits wiederholt er damit vielleicht einen anderen Fehler, der ihm in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, nämlich zu lange an seinen Führungsspielern festzuhalten, wenn sie ihren Zenit überschritten haben.

Nun ist Fritz weder uralt, noch sollte man seine wichtige integrative Rolle in der jungen Mannschaft herunterspielen. Doch er zeigte sich auf dem Platz in dieser Saison bislang nur selten als ein Spieler, an dem sich die Mitspieler aufrichten können. Zu wenige Impulse konnte er Werders Spiel geben, zu viele Probleme hatte er in seinem eigenen Spiel. Auch wenn seine Qualitäten als Mittelfeldspieler häufig unterschätzt wurden, steht Fritz derzeit an einem Punkt, an dem man darüber diskutieren muss, ob seine Präsenz auf dem Platz der Mannschaft mehr schadet als hilft. Er scheint mir nicht der Spielertyp zu sein, der bei einem Verlust seines Stammplatzes die Stimmung in der Mannschaft runterziehen würde. Hoffentlich zahlt sich Schaafs Vertrauen aus und er steigert sich in der Rückrunde noch einmal zu der Form, die er in der Hinrunde der vergangenen Saison hatte.

Der HSV – vom Abstiegskandidaten zur Mittelklassemannschaft

Mit dem HSV trifft Werder auf einen Gegner, der eigentlich mit genügend eigenen Problemen zu kämpfen hat. Vor der Saison musste man sich in Hamburg ernsthafte Sorgen darum machen, in diesem Jahr die Klasse halten zu können. Der Kader wirkte unausgeglichen, der Saisonauftakt ging daneben und auch der Trainer strahlte eine gewisse Ratlosigkeit aus. Mit ein paar Last-Minute-Einkäufen verstärkte man sich kurz vor Ende der Transferperiode noch einmal und was zunächst wie ein Panikkauf wirkte, hat dem HSV wohl die Saison gerettet. Besonders der Kauf von Milan Badelj ist hier hervorzuheben. Der Kroate spielt einen mehr als soliden Part im defensiven Mittelfeld und sorgt für die nötige Balance im Team. Somit konnte man sich früh aller Abstiegssorgen entledigen und darf mit einem Auge vorsichtig in Richtung internationalem Wettbewerb schauen.

Eigentlich wäre der HSV damit genau das, was man Werder gerne vorwirft: Eine graue Maus. Oder etwas positiver formuliert: Eine Mittelklassemannschaft mit Luft nach oben, die sich gerade in der Phase eines Umbruchs befindet. Eigentlich. Wäre da nicht Rafael van der Vaart, der außerhalb des Spielfelds wie gewohnt für Schlagzeilen in der Hamburger Medienlandschaft sorgt und auf dem Platz für gelegentliche Geniestreiche verantwortlich ist. Ich glaube nicht, dass van der Vaart dem HSV langfristig weiterhelfen wird, seine Verpflichtung war mindestens ebenso PR-Gag eines Hamburger Unternehmers wie eine sportlich sinnvolle Entscheidung. Seine Qualitäten will ich dem Holländer nicht absprechen, er machte in der Hinrunde in einigen Spielen den Unterschied, aber er passt meiner Ansicht nach nicht mehr so richtig in das Gesamtgefüge.

Trainer Thorsten Fink hat in dieser Saison hingegen eine Entwicklung genommen, die ihm viele nicht mehr zugetraut hätten. Lange Zeit sah es so aus, als wolle er sein präferiertes System bis zum Ende durchziehen, auch wenn es immer weniger Ertrag brachte und seiner Mannschaft nicht ganz zu behagen schien. Inzwischen hat er sein System den vorhandenen Spielern angepasst. Das Spiel des HSV wirkt seitdem viel harmonischer vom Aufbau bis zum Abschluss. Ich würde die Hamburger derzeit genau in die Kategorie der Mannschaften einordnen, die auf Werders Augenhöhe sind und an denen man sich messen sollte. Von daher ist das Ergebnis heute – Derby hin oder her – für mich wichtiger, als das gegen Dortmund.

Nachtrag zum “spanischen System”

Was mich in der Nachbetrachtung immer noch ärgert, ist dieser ständige Vergleich von Werders Taktik mit der Spaniens bei der Europameisterschaft. Nicht nur weil sie ziemlich sinnlos ist (es gibt kaum Parallelen zwischen den Teams und ihrer Ausrichtung), sondern weil sie den Eindruck erweckt, als müsse eine Mannschaft zwingend spielerisch überlegen sein, um ein System ohne Mittelstürmer spielen zu können. Dabei war der Gedanke hinter der stürmerlosen Spielweise zunächst ein anderer und das spanische System 2012 keineswegs dessen Erfindung.

Interessanterweise wurde das System beim AS Rom eher aus der Not heraus geboren, weil alle Mittelstürmer ausgefallen sind. Die Vorteile des Systems in der sich ändernden Fußballwelt führten aber schnell dazu, dass andere Trainer das System übernahmen oder in Erwägung zogen. Der Grund ohne Mittelstürmer zu spielen, lag in erster Linie darin, aus dem Mittelfeld überfallartig angreifen zu können und den Innenverteidigern dabei den Zugriff zu nehmen. Bei Manchester Uniteds Champions League Sieg 2008 standen mit Ronaldo, Rooney und Teves zwar drei Spieler auf dem Platz, die als Spitze agieren können, von denen sich jedoch keiner konstant im Sturmzentrum aufhielt. Daher ist es vielleicht – wie bei Werder am letzten Samstag – falsch, von einem “stürmerlosen System” zu sprechen. Mit Petersen stand ein Stürmer auf dem Platz, wenn auch in einer ungewöhnlichen Rolle. Bei den Spaniern hingegen war bei der EM oftmals kein echter Stürmer auf dem Feld, obwohl es in der Formation eine Mittelstürmerposition gab. Das beste Spiel machte Spanien im Finale, als Fabregas (siehe Zitat unten) mehr wie ein klassischer Mittelstürmer agierte.

Ein paar Lesetipps zum Thema:

AS Roms 4-6-0-System von 2007, vorgestellt bei Zonal Marking

Blick in die Zukunft des 4-6-0 von Jonathan Wilson (2008)

Daran angelehnt: Ein Text von Christoph Biermann zur EM 2008 im Spiegel

Spielbericht zum EM-Finale 2012 bei Zonal Marking, Money Quote: “[Fabregas is] clearly not a natural forward, but it might actually be inappropriate to label him a false nine here – his positioning was that of a classic centre-forward, his runs were that of a classic centre-forward, and he rarely dropped deep into the midfield zone.”

Bremer Scheuklappen

Kaum eine Mannschaft wird in Bremen so gerne unterschätzt, wie Hannover 96. Es ist bitter zu akzeptieren, dass der gefühlt immer noch kleine Nordrivale in den letzten beiden Jahren an Werder vorbeigezogen ist. Am Anfang konnte man Hannover noch wegen des wenig attraktiven Spielstils belächeln und die starke Saison 2010/11 als Ausreißer nach oben herunterspielen. Inzwischen hat sich Hannover jedoch in der erweiterten Bundesligaspitze etabliert und fußballerisch ungemein an Klasse hinzugewonnen.

Hannover auf dem Weg zur Spitzenmannschaft

Wer 96 heute immer noch als rein defensiv ausgerichtete Kontermannschaft ohne fußballerisches Können sieht, hat entweder lange kein Spiel mehr von ihnen gesehen oder eine grünweiße Brille mit Scheuklappen auf. Dennoch hört und liest man weiterhin viele Behauptungen von Werder-Fans, die in diese Richtung gehen. Es ist richtig, dass Hannovers größte Stärke noch immer im Umschaltspiel liegt. Zwischen Ballgewinn und Torabschluss liegen häufig nur wenige Sekunden. Mit reinem Konterfußball hat das jedoch nur noch wenig zu tun. Hannover hat das kompakte Spiel gegen den Ball sehr gut verinnerlicht und variiert geschickt zwischen abwartendem Verteidigen und Angriffspressing. Aber auch in Ballbesitz gehört Hannover mittlerweile zu den besseren Bundesligamannschaften. In den letzten zwei Jahren hat sich das Passspiel verbessert, der Spielaufbau ist variabler geworden und die Laufwege der Offensivspieler sind gut abgestimmt. Schlüsselspieler ist dabei Jan Schlaudraff, der den Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners so gut ausnutzt, wie kaum ein anderer Bundesligaspieler.

Das mag für manchen Werderfan wie eine Liebeserklärung klingen, aber ich bin weit davon entfernt, Hannover 96 zu mögen oder auch nur sympathisch zu finden. Dennoch ist es bemerkenswert, was man dort seit Mirko Slomkas Amtsantritt aufgebaut hat. Zwar kann man als Bremer zu Recht darauf verweisen, dass 96 im Vergleich zu Werders Erfolgen der letzten 10 Jahre noch nicht viel erreicht hat, doch es wäre naiv zu glauben, dass sich die scheinbar natürliche Rangordnung im Norden automatisch wieder einstellen wird. Derzeit ist Werder in Hannover trotz des ansprechenden Saisonstarts jedenfalls nicht der Favorit. Zu gut ist die Form der Niedersachsen, zu gravierend noch die Mängel in Werders Spiel.

Werders Probleme mit der Kompaktheit

Nun mag man einwenden, dass Werder den letzten direkten Vergleich im Weserstadion mit 3:0 gewonnen hat, aber das Spiel taugt kaum als Beleg für eine spielerische Überlegenheit der Grünweißen, die mancher Fan noch immer sehen will. Es zeigte jedoch, dass Hannover trotz aller Stärken kein übermächtiger Gegner ist. Die individuelle Klasse der einzelnen Spieler ist bei Werder auch nach dem Umbruch noch etwas höher anzusiedeln. Ein Ausfall Schlaudraffs, schlechte Chancenverwertung und effiziente Bremer Standards können da schon ausreichen, um Hannover zu besiegen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Spielanlage auch in jenem Spiel deutlich für die Roten sprach und Hannover bis zur Halbzeit das Spiel bereits hätte entscheiden können.

Bei aller Freude über die positiven neuen Aspekte in Werders Spiel sollte man nicht übersehen, dass längst nicht alle Probleme der Vorjahre behoben sind. Die auffälligste (und gegen Hannover möglicherweise entscheidende) Schwachstelle war bislang die fehlende Kompaktheit, die vor allem zwischen Abwehrkette und Mittelfeld zu großen Lücken führte. Hannover wird genau diese Lücken suchen, um mit der zurückfallenden zweiten Spitze Schlaudraff und dem nach innen ziehenden Huszti hineinzustoßen. Thomas Schaafs Hauptsorge sollte vor dem Spiel also sein, wie er sein Team darauf einstellt. In der Vergangenheit hieß die Antwort häufig: überhaupt nicht. Der Glaube an die eigenen Stärken war so groß, dass man im Zweifel auch 2-3 Gegentore in Kauf nahm. Die Einladung nahm der Gegner dankend an. Allein aus den letzten beiden Duellen der Teams in Hannover hätte man ein Lehrvideo über modernes Umschaltspiel zusammenschneiden können.

Wie man Schlaudraff und Hannover stark macht

Jan Schlaudraff ist momentan wohl einer der besten “Lochspieler” der Liga. Er lässt sich aus seiner Position im Angriff immer wieder zurückfallen, weicht auf den Flügel aus und stößt dann in die Räume zwischen den Abwehrlinien. In seiner derzeitigen Form ist er sehr schwer zu verteidigen. In jedem Fall sollte man versuchen, die Räume zwischen den Linien gering zu halten und kompakt zu verschieben. Beides zählt nicht unbedingt zu Werders Stärken, aber die 4-1-4-1 Formation, die man in dieser Saison gegen den Ball einnimmt, eignet sich zumindest theoretisch gut dafür.

Hier ist Werders Formation aus dem Spiel gegen den HSV hypothetisch der Formation Hannovers aus dem Spiel gegen Wolfsburg gegenübergestellt:

Aufstellung Hannover 96 vs. Werder Bremen

Hannover im 4-4-2 mit Schlaudraff als hängender Spitze, Werder im 4-3-3 / 4-1-4-1

Auf dem Papier hat Werder eine 3-vs-2 Überzahl im Zentrum, die jedoch durch Schlaudraffs Bewegungsradius fast egalisiert wird.

Werders Pressingansatz aus dem Spiel gegen den HSV bestand darin, beide Achter mit nach vorne zu schieben, um die Aufbauspieler (inkl. des gelegentlich zurückfallenden Sechsers) unter Druck zu setzen und die Passwege in die Mitte zuzustellen. Die offensiven Flügelspieler agierten sehr mannorientiert und ließen sich gegen die aufrückenden Innenverteidiger weit mit nach hinten fallen. Im defensiven Zentrum klaffte deshalb ein Loch, das der HSV jedoch kaum ausnutzte:

Werders Pressing gegen den HSV

Ein Hamburger Sechser lässt sich nach hinten fallen (blauer Pfeil), beide Bremer Achter schieben nach vorne (weiße Pfeile), hinter ihnen klafft ein Loch (helle Fläche)

Gegen Hannover dürfte dieser Ansatz zu großen Problemen führen. Hannovers Spielaufbau ist darauf ausgelegt, diese Pressinglinie mit Hilfe von Dreiecken zu überspielen und den Ball zu einem der Sechser zu bringen. Dabei verschieben sie im Mittelfeld relativ weit auf die ballnahe Seite, um viele Passoptionen zu schaffen:

Hannovers Aufbauspiel gegen Werders Pressing

Hannovers Innenverteidiger, Außenverteidiger und Sechser bilden Dreiecke im Spielaufbau, um die gegnerische Pressinglinie zu umspielen

Wann immer der Ball hinter Werders Pressinglinie ins Zentrum kommt, steht der Sechser alleine in einem großen Raum. Er muss sich entscheiden, ob er den ballführenden Spieler unter Druck setzt und damit den Raum hinter sich öffnet oder riskiert, dass der Ball ungestört in die Schnittstelle gepasst wird. Schlaudraff und Huszti suchen gezielt diese Räume hinter dem gegnerischen Mittelfeld:

Angriff Hannover durchs Zentrum

Dilemma für Werders Sechser: Rückt er vor, lässt er Raum für die einrückenden Angreifer, hält er Kontakt zur Viererkette, kann der ballführende Spieler ungestört passen

Wie Werders Antwort aussehen könnte

Wie sollte Werders Defensivstrategie also aussehen? Mit einer kompakteren und etwas abwartenderen Spielweise könnte man es Hannover zumindest schwer machen, aus dem eigenen Aufbau zum Torabschluss zu kommen. Dazu müsste das Angriffspressing zurückgefahren werden und die beiden Achter müssten sich hauptsächlich darauf konzentrieren, Hannovers Mittelfeld keinen Raum zu geben. Die beiden Viererketten sollten dabei in geringem Abstand voneinander stehen, so dass der Sechser vornehmlich als Lochstopfer zwischen ihnen agieren kann. Die Flügelstürmer sollten nicht so sehr an den Außenlinien kleben und kompakt mitverschieben, wenn der Ball auf der gegenüberliegenden Seite ist:

Kompaktes Verschieben gegen den Ball

Vorsichtiges Angriffspressing erschwert es Hannover den Ball ins Mittelfeld zu einem der Sechser zu spielen, maximal einer der Achter geht ins Pressing

Werder mit kompaktem Zentrum

Durch geringere Abstände zwischen den Linien und kompakteres Verschieben (auch) der Flügelspieler wird der Raum im Zentrum eng gemacht

Gegen Hannovers größte Stärke, das schnelle Umschalten nach Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, hilft dies allerdings nicht. Individuelle Fehler im Spielaufbau, wie beispielsweise von Josué vor dem 0:2 am letzten Spieltag, bestraft Hannover konsequent. Deshalb ist es wichtig, dass Werder im Spielaufbau variabel agiert, das schnelle Spiel über die Außen sucht und auch im Ballbesitz das Zentrum kompakt hält. Die Qualität in Werders Umschaltspiel sollte inzwischen ausreichen, um auch mit dieser Spielweise ein Tor zu erzielen.

Leider befürchte ich, dass man es dem Gegner wieder zu leicht machen wird und sich mit viel Kampf und Aufwand gegen eine erneute Niederlage im nicht mehr ganz so kleinen Nordderby stemmen muss.

Fünf Fragen zwischen den Nordderbys

Wie schwach war der HSV?

Im Überschwang eines siegreichen Nordderbys kann man die Realität schon mal etwas verzerrt wahrnehmen. So wie die Kreiszeitung, die einen „chancenlosen HSV“ gesehen haben will. Dabei waren die Hamburger über weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner, kamen nach Werders starker Anfangsphase gut in die Partie und fielen auch nach den Gegentoren nicht in sich zusammen. Im Vergleich zum Spiel gegen Nürnberg war das eine deutliche Leistungssteigerung.

Dennoch sollte man den HSV nicht als Maßstab für die nächsten Spiele sehen. Bei Werders Toren sah man sehr gut, dass alle guten Ansätze wenig nützen, wenn man solche einfachen Fehler macht. Auf der anderen Seite wusste der HSV mit den immer wieder vorhandenen Lücken zwischen Werders Linien nicht allzu viel anzufangen und schenkte viele Kontergelegenheiten leichtfertig her. Daher war Werders Sieg absolut verdient.

Gegen die meisten Bundesligisten ist es inzwischen jedoch sehr gefährlich, vor der eigenen Viererkette so offen zu spielen. Gegen den HSV konnte man dieses Risiko in Kauf nehmen.

Wer zweifelt noch an Aaron Hunt?

Hunts Standing bei den Werderfans ist seit vielen Jahren eher schlecht. Negativer Höhepunkt waren dabei die ständigen Pfiffe in der vorletzten Saison, als Hunt erschreckend schwache Leistungen zeigte. Seit der letzten Saison ist eine Verbesserung des Verhältnisses zu beobachten, zu der vielleicht auch die Aktion „Mit Herz und Hunt“ etwas beigetragen hat. Trotz der deutlichen Leistungssteigerung in der letzten Spielzeit ist die Zahl der Hunt-Kritiker auf der Tribüne noch immer groß.

Nun soll Hunt das tun, was er in den Augen seiner Kritiker niemals können wird: Verantwortung übernehmen. Vor einem Jahr verwandelte er in der Schlussphase der Partie gegen den SC Freiburg beim Stand von 3:3 einen Elfmeter vor der Ostkurve. Gegen den HSV trat er nach seinem ersten verschossenen Elfmeter erneut an den Punkt und versenkte den Ball. Man kann es durchaus eine Demonstration mentaler Stärke nennen. Rein spielerisch sollte es ohnehin keine Zweifel mehr an seiner Wichtigkeit für die Mannschaft geben.

Doch auch das wird die besonders Hartnäckigen unter seinen Kritikern nicht überzeugen. Da wird selbst noch bei einer Passquote von 93% (wie gegen Dortmund) behauptet, Hunt würde zu viele Fehlpässe spielen. Man merkt jedoch, dass bei vielen langsam ein Umdenken stattfindet. In seiner neunten Saison als Fußballprofi könnte sich Hunt endlich zu dem Spieler entwickeln, den viele Experten und nicht zuletzt auch Thomas Schaaf schon seit langem in ihm sehen.

Was ist mit Werders Linksverteidigern los?

Vor der Saison lautete die große Frage: Hartherz oder Schmitz? Für viele – mich eingeschlossen – galt der junge Hartherz dabei als leichter Favorit. In den ersten beiden Saisonspielen durfte dann aber Aleksandar Ignjovski ran. Der in der Vorbereitung überzeugende Schmitz musste auf der Bank Platz nehmen, während Hartherz erst gar nicht im Kader stand. Nach Ignjovskis Blackout in Dortmund spielte gegen den HSV Clemens Fritz als Linksverteidiger. Dabei konnte man trotz einer ordentlichen Leistung sehen, dass sich der Kapitän auf der Position nicht sonderlich wohlfühlt.

Nach einer Saison, in der die ewige Baustelle hinten links endlich geschlossen schien, steht man nun wieder an dem Punkt, dass man solide Allrounder den Spezialisten für die Position vorzieht. Was macht eigentlich Petri Pasanen? Schaaf hat Schmitz zuletzt ungewohnt deutlich kritisiert und klar gesagt, dass er mit der Leistung der letzten Wochen nicht zufrieden war. Nun darf man gespannt abwarten, ob sich Schmitz in den nächsten Wochen zurück ins Team kämpft. Hartherz muss sich hingegen über gute Leistungen in der U23 anbieten, um überhaupt in den Kader zurückzukehren.

Oder kommt Schaaf die Situation sogar ganz gelegen, kann er so doch alle drei kreativen Mittelfeldspieler aufbieten, ohne dabei seinen Kapitän mit einem Platz auf der Bank brüskieren zu müssen? Eine reine Bewegungstherapie ist es für Fritz jedenfalls nicht: Den – rein nach statistischen Daten ermittelten – Noten von whoscored.com zufolge, war Fritz am Samstag der zweitbeste Spieler auf dem Platz.  Den Sinn oder Unsinn dieser Noten möchte ich an dieser Stelle nicht ausdiskutieren.

Lässt Schaaf gegen Hannover vorsichtiger agieren?

Hannover war jahrelang ein gutes Pflaster für Thomas Schaafs Werder. In den letzten beiden Jahren gab es jedoch zwei herbe Niederlagen für Werder. Herb vor allem deshalb, weil man sich an der Weser beide Male vor dem Spiel im Aufschwung wähnte und dann jeweils vom schlau konternden Gegner auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Vor zwei Jahren fing man sich, übrigens direkt nach einem Heimsieg gegen den HSV, eine 1:4-Packung ein (bevor jemand auf die Idee kommt, dies auf die Raute zu schieben: Werder begann damals im 4-2-3-1). Letztes Jahr reiste man als Tabellenzweiter an die Leine und fuhr mit einem schmerzhaften 2:3 im Gepäck zurück nach Hause.

Beide Male hatte Werder großen Aufwand betrieben und zahlte gegen clevere 96er Lehrgeld. Auch wenn Werder seitdem das System und Teile des Personals ausgetauscht hat, wäre es leichtsinnig, diese beiden Spiele nicht als Warnsignale zu interpretieren. Auch wenn es schwer fällt, muss man akzeptieren, dass Hannover inzwischen die reifere und gefestigtere Mannschaft hat. Der offene Schlagabtausch ist daher nicht unbedingt die beste Option. Durch das verbesserte Umschaltspiel und die doppelt besetzten Außenbahnen sollte man auch bei einer vorsichtigen und defensiven Herangehensweise eine Chance auf Tore haben.

Fehlende Kompaktheit wird von Slomkas Hannover hingegen meistens bestraft. Anstatt das Spiel in die Länge zu ziehen, wie gegen den HSV, sollte man darauf achten, den Raum im Zentrum zu verengen. Beim Pressing müsste man sich dann an vorderster Front auf zwei Spieler beschränken (der Stürmer und einer der Achter) und nicht wie gegen Hamburg beide Achter vorschieben. Sonst ergibt sich jedes Mal, wenn 96 die Pressinglinie überspielt eine Unterzahlsituation für den jeweiligen Sechser. Und im Gegensatz zum HSV weiß Hannover damit auch etwas anzufangen.

Was ist in dieser Saison drin für Werder?

Die bisher gezeigten Leistungen entsprechen in etwa dem, was man zu diesem Zeitpunkt von Werder erwarten konnte. Spielerisch ist sehr großes Potenzial im Kader vorhanden. Das Team ist im Offensivspiel sogar schon etwas weiter, als ich gedacht hätte. Defensiv ist man aber auch anfälliger, als ich gehofft hätte. Alles in allem könnte man also sagen: Typisch Werder, typisch Thomas Schaaf.

Durch die vielen Optionen in der Offensive sollte man eine etwas bessere Saison spielen, als in den letzten beiden Jahren. Wenn man wieder in die erweiterte Spitze möchte (was ja offenkundig zumindest mittelfristig der Anspruch des Vereins ist), wird man sich vor allem auf der Sechserposition verbessern müssen (vor allem taktisch, nicht unbedingt personell). Es ist bei aller Freude über die positive Stimmung im Verein bitter, dass man eines der größten Probleme der letzten Jahre nicht gelöst bekommt.

Derzeit geht man hohes Risiko, um das eigene Offensivspiel durchzusetzen. Mit etwas Glück kann man damit in die Europa League kommen. Man kann damit aber auch gegen Hannover oder Mainz 0:4 verlieren. Für die junge Mannschaft wird es wichtig sein, die Spielfreude und gute Stimmung beizubehalten und sich nach und nach eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive anzueignen. Dazu muss man hoffen, dass der Konkurrenzkampf hoch bleibt und die Verletzungsmisere nicht wieder zuschlägt. Auch am Anfang der letzten Saison lief es gut, als die Ersatzbank noch gut besetzt war.

Wenn ich heute eine Prognose abgeben müsste, würde ich sagen: Platz 7 bis 9.

Hannover 96 – Werder Bremen (live)

Derbyzeit!

Da ich diese Woche leider keine Zeit hatte, selbst eine Vorschau aufs Nordderby zu schreiben (jedenfalls nicht hier), hat @Estadox diesen Job für mich übernommen. Hier ist sein Vorbericht:

Es ist wieder soweit, das Nordderby steht an. Der SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV. Die Nummer 2 der ewigen Tabelle gegen die Nummer 3. Die Nummer 1 im Norden gegen die Nummer 2, oder auch: der Tabellendritte gegen den Tabellenletzten. Eigentlich eine klare Sache. Eigentlich.

Dass das Derby seine eigenen Gesetze hat, muss wohl nicht weiter erwähnt werden.
Dass der Klub mit der falschen Raute sich nicht kampflos ergeben wird, wie zuvor gegen Dortmund oder auch Bayern, dürfte ebenfalls selbstverständlich sein.
Die Vorzeichen vor diesem Derby mögen eine deutliche Sprache sprechen, die Aussagekraft dieser bleibt jedoch äußerst gering.

Die Vorgeschichte

Beide Vereine erlebten zuletzt eine Saison zum vergessen, wobei es für Werder sogar noch eine Spur schlimmer kam.

Der beste Nordklub kam nicht aus Hamburg oder aus Bremen, sondern aus Hannover, die im Jahr davor nur ganz knapp dem Abstieg entkommen konnten. Damit hatte niemand gerechnet. Beide Vereine, sowohl der HSV, als auch der SVW, mussten daraufhin etwas ändern. Infolgedessen kam es auf beiden Seiten zu erheblichen Einschnitten, personeller wie auch finanzieller Art.

Bei Werder gingen Topverdiener und Leistungsträger wie Frings und Mertesacker, beim HSV verließen unter anderem Ze Roberto, Van Nistelrooy und Elia den Klub; Ein neuer Sportdirektor kam in Person von Frank Arnesen natürlich auch hinzu. Ersetzt wurden die abwandernden Spieler nicht durch Hochkaräter, sondern in erster Linie durch Talente, die zum Teil schon etwas Erfahrung aufweisen konnten.

Der Saisonstart

Die eine Seite, Werder, ist mit dieser Transferpolitik ausgesprochen gut in die Saison gestartet, was so niemand erwartet hätte. Das lag weniger an herausragender individueller Klasse, als viel mehr an mannschaftlicher Geschlossenheit und einer in taktischer Hinsicht offenbar sehr fruchtsamen Vorbereitung: Das Passspiel ist wesentlich direkter und flüssiger, die Angriffe wirken überlegter und es ist endlich wieder ein Konzept zu erkennen.

Die andere Seite, Hamburg, war damit, sagen wir, eher weniger erfolgreich. Nach 4 Spieltagen steht bislang nur ein einziger Punkt zu Buche, der darüber hinaus noch äußerst schmeichelhaft zustande kam. Bei den Niederlagen machte Hamburg bislang stets eine unglückliche Figur: Gegen Dortmund und Bayern waren sie hoffnungslos unterlegen, gegen Köln immerhin dominanter und mutiger, letztlich aber defensiv zu anfällig, um etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Personalsituation vor dem Spiel

Petric und Son waren bislang die Spieler, die auf Seiten der Hamburger wenigstens etwas Gefahr ausgestrahlt haben. Der eine davon, Son, fällt – ebenso wie ein gewisser Dennis Diekmeier – aus. Der Ersatz für den zu Juve abgewanderten Elia, Ivo Ilicevic, ist nach seiner Tätlichkeit gegen Tymoshchuk ebenfalls noch gesperrt. Dafür kehrt Paolo Guerrero, seines Zeichens aufstrebender Baseballstar und Vielflieger, nach einer starken Copa America ins Team zurück.

Bei Werder hingegen müssen „nur“ der verletzte Schmitz, der bislang durchweg ordentliche Vorstellungen als Linksverteidiger ablieferte, sowie der nach London abgewanderte Mertesacker ersetzt werden. Diese beiden Änderungen betreffen jedoch beide die Viererkette, die zuvor einen insgesamt relativ soliden Eindruck erwecken konnte. Um möglichst wenige Veränderungen vornehmen zu müssen, dürfte Schaaf wohl weiterhin auf Sokratis als Rechtsverteidiger setzen, Prödl als direkten Mertesacker-Ersatz in die Innenverteidigung stellen, sowie den jungen Serben und „quasi-Publikumsliebling“ Ignjovski als Linksverteidiger aufbieten. Was für Auswirkungen das auf die Defensive hat, bleibt abzuwarten.

Das Mittelfeld und der Sturm hingegen dürften unverändert bleiben: Arnautovic hat seinen Stammplatz durch das Tor gegen Hoffenheim sowie die guten Partien bei der Nationalmannschaft wohl verteidigt, Marin wird durch Ekici und Wesley noch nicht ernsthaft bedrängt und die bisher stark spielenden Hunt, Bargfrede und neu-Kapitän Fritz sind gesetzt, Pizarro sowieso.

Auf dem Papier dürfte sich damit insgesamt ein Vorteil für Werder ergeben, zumal auch Geburtstagskind Naldo in den Kader zurückkehrt, was dem Spiel eine weitere interessante Komponente hinzufügen könnten. Doch wir wissen natürlich alle: Was wirklich zählt, ist auf dem Platz (3 Euro ins Phrasenschwein)!

Fazit

Für mich steht fest: Es wird ein umkämpftes Spiel. So sehr ich mir auch einen Kantersieg und die damit verbundene Revanche für das Spiel, das niemals stattfand, wünsche, so wenig glaube ich daran. Die gesamte Mannschaft muss von Anfang bis Ende kämpfen, laufen und vor allem konzentriert spielen, damit der HSV niemals den Eindruck bekommt, sie könnten hier gewinnen, ansonsten wird es richtig schwer. Ich bin dennoch von einem Sieg überzeugt, denn alles Andere wäre eine herbe Enttäuschung.

Zum Abschluss wünsche ich mir noch, dass die Rivalitäten sich heute auf Fangesänge und das Geschehen auf dem Platz beschränken, Gewalt hilft niemandem weiter. In diesem Sinne: Frohes Derby!

PS: Vielen Dank an Tobias dafür, dass er mir die Möglichkeit gibt, meine Meinungen hier niederzuschreiben.

Im Land des Nordrivalen

Zu einer eigenen Vorschau auf das Nordderby hier im Blog hat es nicht gereicht. Dafür habe ich in zwei anderen Blogs ein wenig zur Vorberichterstattung beigetragen:

Zum einen bat mich @nedfuller, der in seinem HSV-Blog seine Sicht der Dinge wiedergibt, ein paar Fragen zum Spiel zu beantworten, was ich natürlich gerne getan habe. Das Interview könnt ihr hier nachlesen: Nordderby, eine Rück/Vorschau.

Zum anderen habe ich für den HSV-Fanblock einen Gastbeitrag verfasst, der sich mit der Rivalität zwischen den Fans und der aktuellen Situation beider Vereine befasst: Die Nordderbys sind eine absolute Bereicherung jeder Bundesligasaison.

Don’t mention the Nordderby

Hamburger SV – Werder Bremen 4:0

Ich kann und will gar nicht viel schreiben. In Hamburg traf ein zutiefst verunsicherter HSV auf ein noch tiefer verunsichertes Werder Bremen, das sich wieder einmal zum Aufbaugegner missbrauchen ließ. Auch im dritten Auswärtsspiel der Rückrunde zeigte Werder eine katastrophale Leistung und brachte sich mit hanebüchenen Fehlern selbst ins Hintertreffen. Das Schlimmste ist aus Werdersicht nicht einmal die Höhe der Niederlage gegen den größten Rivalen. Das Schlimmste ist die Leichtigkeit, mit der der HSV Werder am Ende aus dem Stadion schoss, obwohl er 75 Minuten lang unterdurchschnittlich gespielt hat. Zuhause ist Werder eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft. Auswärts hat man sich anscheinend schon aufgegeben. In dieser Kombination wird das nicht reichen, um den Abstieg zu verhindern.

Offensiv läuft inzwischen überhaupt nichts mehr zusammen. Hunt steht seit Wochen neben sich, Marin gibt den Einzelkämpfer und ohne Pizarro fehlt dem Angriff jegliche Torgefahr. In der Defensive schafft man es ab und an einigermaßen kompakt und sicher zu stehen, nur um dann mit absurden individuellen Fehlern die Gegner zum Toreschießen regelrecht einzuladen. Personelle Alternativen gibt es trotzdem kaum. Mindestens die halbe Mannschaft hat momentan nichts in der Startelf eines Bundesligateams verloren, doch es drängt sich niemand auf, der ihren Platz einnehmen könnte. Was bleibt ist allgemeine Ratlosigkeit bei Fans, Spielern und zunehmend auch bei der sportlichen Führung.

Wie kann Werder den Abstieg noch verhindern? Eure Ideen bitte in den Kommentaren!