Kategorie-Archiv: Rascheln im Blätterwald

Empfehlungen

Da ich diese Woche weder dazu kommen werde über das Spiel gegen Bayer Leverkusen zu schreiben, noch eine Vorschau für das Spiel in Hoffenheim zu verfassen, gibt es heute in Kurzform ein paar Empfehlungen von mir:

Sportradio360 / Blogspot360

Wenn ihr die regelmäßigen Podcasts von Sportradio360 noch nicht kennt, solltet ihr unbedingt mal reinhören. Sicherlich einer der (wenigen) hellen Sterne am deutschen Sportpodcast-Himmel. Blogspot360 ist die Blogger-Ausgabe davon, die wöchentlich erscheint und in der meistens in einer Viererrunde über die aktuellen Ereignisse in der Bundesliga diskutiert wird. Diese Woche war ich zusammen mit Alex (Lizas Welt), Torsten vom Königsblog und Gastgeber Patrick (Kommentar der Woche) dabei und habe unter anderem über Werders aktuelle Situation und das Spiel gegen Bayer Leverkusen gesprochen.

Aktuelle Ausgabe gibt es hier: Blogspot360 – Ausgabe 16

Fokus Fußball

Brauche ich eigentlich nicht groß vorzustellen, aber ist der Vollständigkeit halber mit dabei. Sollte irgendeiner meiner Leser Fokus Fußball tatsächlich nicht kennen, dem sei die Seite wärmstens ans Herz gelegt. Einen schnelleren und breiteren Überblick über Blog- und Presseberichte zum Thema Fußball bekommt man nirgends!

Collinas Erben

Collinas Erben ist ein Podcast über Schiedsrichter. Klingt nicht sonderlich spektakulär, ist es auch nicht, dafür aber sehr fundiert, interessant und mit aktuellem Bezug. Gemacht wird der Podcast von Klaas (Reeses Sportkultur) und dem bereits oben genannten Alex (Lizas Welt). Letzterer ist Schiedsrichterausbilder in Köln und schafft es in dem Podcast immer wieder sehr gut, dem Zuhörer die Sicht der Schiedsrichter auf bestimmte Szenen und Regelauslegungen näher zu bringen. Allen, die sich oft und gerne über Schiris aufregen (meiner Schätzung nach 99% aller Fußballfans, diesen Autor eingeschlossen), sei der Podcast daher wärmstens ans Herz gelegt.

Direkt Verwandelt

Direkt Verwandelt ist ein Fortuna Düsseldorf Blog, das bis vor kurzem unter meinem Radar geflogen ist, vermutlich weil es erst seit dem vergangenen Sommer existiert. Das hat sich – auch dank einer netten Anfrage von Autor Jens, ein paar Zeilen zur Partie zwischen Werder und der Fortuna zu schreiben – inzwischen geändert. Hat seitdem einen festen Platz in meinem Feed-Reader bekommen und zählt sicherlich zu den Vereinsblogs, die auch für Nicht-Fans interessant und gut lesbar sind.

F1eld

Hat nichts mit Fußball zu tun, aber erwähne ich hier trotzdem. Mein Arbeitgeber hat eine nette kleine App entwickelt, mit der man “location-based” chatten kann. Im Prinzip funktioniert es ähnlich wie bei Whatsapp, nur dass man nicht nur mit Freunden sondern auch mit Unbekannten in der Nähe (in seinem “F1eld”) chatten kann. Dazu gibt es noch die Möglichkeit, öffentliche, ortsbasierte Chats einzurichten, an denen jeder teilnehmen kann, z.B. an der Uni zu bestimmten Kursen oder auch im Stadion, um über den Schiri zu schimpfen. :-)

Die App ist umsonst und bislang nur fürs iPhone erschienen. Die Android-Version ist in Arbeit und sollte dann auch bald rauskommen.

Rezension: Spielverlagerung EM-Vorschau

Vorab: Die als E-Book erschienene Spielverlagerung EM-Vorschau ist keine leichte Kost. Die über 200 Seiten, die von ein paar Diagrammen abgesehen ausschließlich aus Fließtext bestehen, lesen sich nicht im Vorbeigehen. Das E-Book richtet sich an Menschen, die eindeutig zu viel Freizeit haben und mit dieser nichts besseres anzufangen wissen, als eben jenes E-Book zu lesen: Sogenannte “Fußball-Nerds”.

Ein Fußball-Nerd zeichnet sich dadurch aus, dass er von “polyvalenten Spielern” schwadroniert, im chaotischsten Mittelfeld noch ein “fluides System” erkennt und hinter jedem Stürmer, der freiwillig die eigene Spielhälfte betritt, eine “falsche Neun” vermutet. In der Fußballkneipe ist er der letzte, neben dem man sitzen möchte. Er erklärt auch dann noch gestenreich (und notfalls zur Verdeutlichung auch anhand von Kronkorken), was ein “abkippender Sechser” ist, wenn das Bier schon längst schal geworden ist. Alles in allem weiß der Fußball-Nerd nicht nur alles über Fußball, er weiß auch alles besser.

Wer sich von dieser Beschreibung nicht angesprochen fühlt, ist auf dieser Seite sowieso falsch und sicherlich nur durch einen unglücklichen Zufall hier gelandet, weil er bei Google nach “Clemens Fritz Freundin” oder ähnlichem gesucht hat. Allen anderen möchte ich die Spielverlagerung EM-Vorschau wärmstens ans Herz legen. In kleinteiligen Taktikanalysen werden hier die Teilnehmerländer vorgestellt, wie man es von spielverlagerung.de kennt. Dabei kommen unterschiedliche Stilmittel zum Einsatz, beispielsweise Portraits über Hansi Flick und Bert van Marwijk, ein Interview mit Zonal Marking Gründer Michael Cox sowie eine Retro-Analyse von Griechenlands Sieg bei der EM 2004.

Wer sich einen schnellen Überblick über die Teams verschaffen möchte, um beim Turnier wenigstens die Namen der wichtigsten Spieler der deutschen Gegner zu kennen, sollte lieber zu den üblichen Verdächtigen von Kicker oder Sport Bild greifen. Mannschaftsfotos und (unvollständige) Kaderlisten sucht man hier vergeblich. Stattdessen bekommt man tief gehende Erklärungen der Spielweise, der taktischen Ausrichtung und der Rollen der einzelnen Spieler. Der Fokus liegt hier ganz klar auf dem Fußball selbst. Dies ist zugleich die Stärke und die Schwäche des E-Books.

Die klare Ausrichtung weckt keine falschen Erwartungen. Hier bekommt man genau das, was einem versprochen wird, und das ist in sehr guter Qualität. Über 200 Seiten ist es manchmal ein wenig anstrengend zu lesen, aber das ist bei einem Werk dieser Tiefe kein größeres Problem. Durch die reine Beschränkung auf die einzelnen Mannschaften wirkt vor allem der Schluss ein wenig unrund. Hier würde man sich vielleicht noch einen abschließenden, allgemeineren Artikel wünschen: Einen Ausblick auf das Turnier, ein paar Worte zu den Gastgeberländern etc.

Keiner dieser Kritikpunkte wiegt jedoch wirklich schwer, zumal die Spielverlagerung EM-Vorschau in einer ganz eigenen Liga spielt. Über das Drumherum werden wir in den kommenden Wochen in der Berichterstattung in TV und Presse noch genug mitbekommen. Es ist schön, dass es nun auch ein EM-Heft gibt, in dem nur der Fußball im Mittelpunkt steht. Es ist weniger Konkurrenz für die etablierten EM-Sonderhefte, als Ergänzung für diejenigen, denen diese Sonderhefte nicht weit und tief genug gehen. Der Preis ist mit 5,95 € absolut angemessen. Schade, dass es keine gebundene Version gibt. Vielleicht ändert sich das bei entsprechendem Erfolg ja bei der WM 2014. Und Erfolg kann man diesem Projekt nur wünschen.

Was die Autoren von Spielverlagerung hier so “nebenbei” geschafft haben, ist mehr als nur ein Lob wert. Von daher wünsche ich mir und vor allem ihnen, dass sich das E-Book gut verkauft.

Hier könnt ihr das E-Book erwerben:

Hier gibt es das E-Book als Kindle-Version (5,95 €)

Hier gibt es das E-Book als PDF-Version (5,95 €)

Öffentlich-rechtliche Selbstverstümmelung

Was in den letzten 10 Tagen an undifferenzierter Scheiße Berichterstattung über die Vorfälle beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC durch die deutsche Fernseh- und Gazettenlandschaft geisterte, ist unerträglich. Alles wird in einen großen Topf geworfen und kräftig durchgemengt: Platzstürme, Bengalos, Ultras, Hooligans, Ausschreitungen. Oben drauf noch eine ordentliche Prise Empörung und Pathos fertig ist das Fußball-Süppchen. Zum Nachtisch darf Johannes B. Kerner dann noch ein gefallenes Kind flambieren. Guten Appetit!

Der Ausgangspunkt: Skandalspiel in Düsseldorf

Was ist eigentlich ein Skandal? In der Wikipedia wird er definiert als:

“(…) ein Aufsehen erregendes Ärgernis und die damit zusammenhängenden Ereignisse oder Verhaltensweisen.”

Man kann die Partie in Düsseldorf somit durchaus als Skandalspiel bezeichnen, doch worin bestand der Skandal? Zunächst waren da die Vorfälle im Auswärtsblock. Hertha-Fans warfen brennende Bengalos aufs Spielfeld. Das Spiel wurde unterbrochen, man hätte auch zu dieser Zeit schon über einen Abbruch diskutieren können. In der Nachspielzeit waren es dann die Fans der Fortuna, die eine Spielunterbrechung bewirkten, indem sie verfrüht das Spielfeld stürmten. Es war für jeden ersichtlich, dass es sich um feiernde Fans handelte, die irrtümlich dachten, das Spiel sei schon abgepfiffen. Dass einem als Hertha-Spieler da mulmig wird, wenn man in dieser Atmosphäre zurück aufs Spielfeld muss, ist verständlich. Von einer Gefahr für Leib und Leben kann man hingegen nicht sprechen.

Der Platzsturm hat Hertha die letzte Chance auf den Klassenerhalt gekostet. Er war in dieser Hinsicht höchst unsportlich, denn nach der langen Unterbrechung war kein faires Spiel mehr möglich. Ob in den 90 Sekunden sonst noch etwas passiert wäre, ist dabei unerheblich. Es wäre an den Mannschaften gewesen, dies auszutragen. Von daher kann ich die Berliner Proteste gut nachvollziehen. Andererseits wäre auch ein Wiederholungsspiel bei einer Partie, die sich bereits in der vierten Minute der Nachspielzeit befand, aus sportlicher Sicht nicht wirklich fair. So oder so bleibt am Ende ein fader Beigeschmack, fühlt sich mindestens einer der Vereine ungerecht behandelt. Bei mir persönlich hat das Spiel dazu geführt, dass ich Düsseldorf (für die ich vor dem Spiel Sympathien hatte) den Aufstieg nun genau so wenig gönne, wie ich Hertha den Klassenerhalt gegönnt hätte. Das spielt für die juristische Beurteilung seitens des DFB aber ebenso wenig eine Rolle, wie das Rechts- und Unrechtsempfinden anderer Fußballfans.

Mediale Aufarbeitung: Versagen auf ganzer Linie

Die Ebene, auf der nun die mediale Diskussion zu großen Teilen stattfindet, ist hingegen eine völlig andere: Hier wird nicht argumentativ die Sachlage diskutiert, es wird auch nicht über sportliche Fair- bzw. Unfairness gesprochen, nein, es wird skandalisiert und boulevardisiert. Der sportliche Skandal tritt gegenüber einem (angeblichen) allgemeinen, gesellschaftlichen Skandal folglich in den Hintergrund. Das Spiel musste nun als Beleg für all das herhalten, was die Klischeeschublade für Fußballfans hergibt.

Von Teilen der Medienlandschaft erwartet man nichts anderes. Wenn jedoch im gebührenfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Fernsehen Effekthascherei über Aufklärung und Stammtischparolen über sachliche Diskussion gehen, dann haben wir ein ernsthaftes Problem. (Leider ist dieses Problem weder neu noch auf den Fußball begrenzt.) Was sich bei Hart aber fair und Menschen bei Maischberger abspielte, sollte jedem Medienschaffenden zu denken geben. Oftmals werden “die Medien” von Ultras und anderen Fan-Gruppierungen pauschal als Feindbild angesehen – was man zurecht kritisieren kann. Wenn jedoch in zwei der reichweitenstärksten Diskussions-Sendungen zweier der öffentlichen Aufklärung verpflichteten Sender so offensichtlich mit falschen Karten gespielt wird, dann gibt man dieser Haltung neuen Zündstoff und beschert ihr sicherlich auch neue Sympathisanten. Ultras mit Taliban zu vergleichen ist der rhetorische Platzsturm des ZDF.

Zum Thema “Gewalt im Stadion” hätte man eine wichtige, differenzierte und sicherlich auch hitzige Diskussion führen können. Die Sendungen (als Spitze des Eisbergs der Medien-Stimmen mit ähnlichem Tenor) hatten jedoch eine klare Agenda: Zu zeigen, dass Fans gewalttätig sind und es immer schlimmer und gefährlicher wird in deutschen Stadien. Die Mittel, die dazu gewählt wurden, waren propagandistisch und nicht journalistisch. Leider ist es nicht damit getan, solche Sendungen einfach zu ignorieren. Wenn mit öffentlichen Geldern gezielt und einseitig Meinungsmache betrieben wird, dann ist dies ein Missstand, den man nicht hinnehmen kann. Erweitert man den Horizont über den Fußball hinaus, zeigt sich, dass es sich durchaus um ein flächendeckendes Problem handelt.

Wenn der Fußball zur Grundversorgung zählt und seine Übertragung im Fernsehen deshalb mit öffentlichen Geldern finanziert wird, gibt es auch ein Anrecht auf eine mediale Aufarbeitung seiner Begleitumstände. Dabei darf und muss man ein Mindestmaß an journalistischer Sorgfalt und Qualität erwarten. Ansonsten entzieht sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst jegliche Legitimation.

Schlussendlich lässt sich wieder einmal festhalten, dass Wiglaf Droste Recht hat: Niemand ist der Wahrheit ferner, als Johannes Baptist Kerner.

Tage voller Frust

Bundesliga, 11. Spieltag: VfB Stuttgart – Werder Bremen 6:0

Puh. Was soll man über ein Spiel schreiben, das die eigene Mannschaft mit 6:0 verloren hat? Dass es jetzt langsam mal reicht und man sofort alle Spieler bzw. den Trainer bzw. die Vereinsführung rauswerfen soll? Das passiert gerade bei den üblichen Verdächtigen schon genug. Die Fehler im Detail analysieren und aufdecken? Zu schmerzhaft, da ich dazu das Spiel noch einmal anschauen müsste. Die verbliebenen positiven Dinge betonen und zum Schluss kommen, dass nicht alles schlecht ist? Nach Schönreden ist mir ebenfalls nicht zumute. Was nützen uns 63% Ballbesitz, die sich schon allein daraus erklären, dass Werder 80 Minuten lang im Rückstand lag? Was nützt ein ausgeglichenes Zweikampfverhältnis, wenn die entscheidenden Zweikämpfe nunmal verloren werden? Was nützen 85% Passgenauigkeit, wenn nur wenige von ihnen in die gefährliche Zone des Gegners gespielt werden und es diesem bei den 15% Fehlpässen viel zu leicht gemacht wird, seine Konter auszuspielen?

Wie behebt man unser Kopfproblem?

Es gibt nichts schönzureden an dieser Niederlage. Das Spiel zeigte auf, dass es nicht in erster Linie an der spielerischen Qualität hapert, sondern unsere Spieler ein Kopfproblem haben. Man ist nicht von Anfang an hoffnungslos unterlegen und man wird auch nicht vom Gegner an die Wand gespielt. Die Mannschaft bricht vielmehr regelmäßig nach den ersten Rückschlägen zusammen. Dass es diese Rückschläge dank Werders defensiver Fragilität nunmal gibt, ist nicht gerade neu und sicherlich ein Punkt, den es immer wieder zu kritisieren gilt. Doch früher (sprich: vor wenigen Monaten) konnte Werder viele Spiele dank toller Moral und einem fast unglaublichen Kampfgeist noch drehen oder zumindest einen Punkt herausholen. Nun kann man quasi dabei zuschauen, wie aus Werders Spiel mit dem ersten Rückschlag die Luft rausgelassen wird. Gegen die Bayern war nach dem 1:2 Feierabend, gegen Nürnberg ebenfalls. Gegen Stuttgart kam der Rückschlag schon nach 10 Minuten und wurde von einem blendend aufspielenden Gegner konsequent abgestraft.

Was die ständigen taktischen und personellen Umstellungen angeht: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Thomas Schaaf taktisch so naiv geworden sein soll. Auf mich macht es vielmehr den Eindruck, dass er immer wieder versucht, seine Spieler wachzurütteln. Dabei greift er auf Maßnahmen zurück, die nicht gerade zur Stabilisierung einer Mannschaft beitragen. Es scheint ihm derzeit nicht um Stabilität zu gehen, sondern um eine Reaktion seitens seiner Spieler, die bislang ausgeblieben ist. Es ist bekannt, dass Schaaf Spieler nicht gerne und schon gar nicht verfrüht aufgibt. Momentan scheint mir dieser Weg jedoch der Falsche zu sein. Einen Arnautovic in ein funktionierendes Team einzubauen ist schon schwer genug. Ein solches ist Werder in diesem Herbst allerdings nicht und langsam muss sich der Trainer – zumindest für den Rest dieser Hinrunde – entscheiden, welchen Spielern er vertraut. Die vielen Verletzungen und Formkrisen machen es schwer, hier die richtige Entscheidung zu treffen, doch sie muss trotzdem getroffen werden. Die Vorschläge aus dem Worum-Blog wären zum Beispiel ein guter Ansatz.

Weil es sein muss: Medienschelte

Was sind unsere Journalisten eigentlich für kleine Würstchen? Nicht, dass man von den Lokalmedien in Bremen und umzu sonderlich viel erwarten sollte, aber wie sie nun aus ihren Löchern gekrochen kommen und versuchen, ihren Teil vom großen Drauf-hau-Kuchen abzubekommen, ist einfach widerlich. Es geht in den meisten dieser Fälle nicht um eine sachliche Kritik (wie man das macht, könnten sie sich mal bei Johan abschauen), sondern um die medienüblichen Reflexe und nicht zuletzt auch um verletzte Eitelkeiten. Der Stimmungsumschwung kam nicht nach dem 0:6 gegen Stuttgart zustande, sondern nach Schaafs Fan- und Medienschelte. Von Trainern und Spielern wird erwartet, das sie stets kritikfähig sind, am besten schon eine Minute nach Abpfiff (zuletzt gesehen bei Jörg Dahlmanns Interview mit Louis “beratungsresistent” van Gaal). Wird aber die Arbeit der Journalisten in Frage gestellt, sucht man Selbstkritik meist vergeblich. Stattdessen greifen die üblichen Selbstverteidigungsmechanismen. Kritik am Trainer oder am Sportdirektor ist ja richtig und wichtig, aber wo sind die Argumente, die über bloße Spielergebnisse und Schmuddelgeschichten aus dem Umfeld hinaus gehen? Wo werden die Dinge in Relation zu dem gesetzt, was bei Werder in den letzten Monaten und Jahren passiert ist?

In Johans Beitrag kam klar zum Ausdruck, dass es ihm nicht um eine kurzfristige Niederlagenserie geht (ich hätte es besser gefunden, wenn der Blogpost vor zwei oder drei Wochen gekommen wäre, als Werder noch eine kleine Siegesserie hatte). In den Lokalmedien wird die Geschichte von der anderen Seite aufgerollt: Werder verliert, also muss es am Trainer liegen. Die Gründe werden dann ausgerechnet in den Dingen gesucht, für die Werder jahrelang gelobt wurde. Schuld seien der ruhige Standort, die Harmonie, die fehlenden Einflüsse von außerhalb. Werder habe es sich bequem gemacht und bekomme nun die Quittung dafür. Diese Argumente sind heute genau so richtig oder falsch, wie vor einem Jahr oder vor sechs Jahren. Damals hätten sie nur leider nicht in die vorherrschende Stimmung gepasst. Ich möchte eigentlich nicht das “Blogs vs. Zeitungen”-Fass aufmachen, aber in den letzten Tagen gab es eine ganze Reihe an Blogeinträgen (neben den bereits erwähnten z.B. hier, hier und hier), die auf unterschiedliche Weise die Probleme bei Werder analysieren und dabei auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dabei gibt es jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie sind auf der Suche nach Erklärungen und nicht geleitet von Sensationslust und Opportunismus. Das sucht man in den Bremer Medien derzeit leider vergeblich.

Kai Diekmann vor dem Rauswurf?

Der Axel-Springer-Verlag ist sichtlich unzufrieden mit BILD-Boss Kai Diekmann (46). Angeblich steht der smarte Chefredakteur kurz vor dem Rauswurf. Die seit Jahren sinkende Auflage des Boulevard-Blattes und die zunehmende Anzahl an Rügen des Presserats könnten ihm zum Verhängnis werden. Wie lange hält Springer-Boss Matthias Döpfner (47) noch an seinem ehemaligen Aushängeschild fest? Bislang hat sich Döpfner nicht zu den Gerüchten geäußert. Weil er intern längst Diekmanns Demontage plant?

Das Schweigen des Konzernchefs bringt die Gerüchteküche jedenfalls nicht zum Verstummen…

Werder muss gewonn!

Am Samstag steigt im Bremer Weserstadion der sogenannte “Nord-Süd-Schlager” und er steigt unter ungewöhnlichen Voraussetzungen. Normalerweise sind wir es von den Bayern gewohnt, dass reichlich Nebengeräusche in den Medien mitklingen, bevor ein solches Spiel stattfindet und vor gar nicht langer Zeit wäre es auch noch so gewesen: Im November 2009 verzauberte Werder die Liga und beim Rekordmeister stand Trainer Louis Van Gaal mächtig in der Kritik. Dieser Tage stehen die Bayern zwar noch immer nicht da, wo sie hinwollen, doch sie haben eine – aus Bremer Sicht zwar kurze, aber dennoch beeindruckende – Siegesserie hingelegt. Es waren zwar bis auf Juventus Turin (an jenem Abend grottenschlecht) und mit Abstrichen Hoffenheim keine wirklich starken Gegner dabei, aber trotzdem sind die Münchner beständig in der Tabelle nach oben geklettert. Dazu kommt mit Ribery der Star der vergangenen beiden Jahre zurück in den Kader. Muss Werder Angst und Bange werden?

Vielleicht, doch das liegt nicht in erster Linie an der Stärke der Bayern, die erst noch beweisen müssen, dass sie wirklich schon so gut sind, wie sie momentan in jedes sich bietende Mikrofon diktieren. Werder muss vor allem Angst vor sich selbst haben. Angst vor dem Schlendrian, der in den letzten beiden Monaten in die Mannschaft Einzug erhalten hat und aus dem Titelaspiranten eine ziemlich biedere Durchschnittsmannschaft machte. Angst davor, dass sich das Theater um Mesut Özil in den Medien noch weiter verselbständigt und jede schlechte Leistung des Nationalspielers mit dessen Vertragspoker in Verbindung bringt. Angst vor der Abhängigkeit von Claudio Pizarro, der im Angriff weiterhin unersetzlich ist und selbst mit einer deutlich sichtbaren Verletzung besser spielt als seine Ersatzleute. Angst vor den alten Fehlern in der Abwehr, wo die mannschaftliche Geschlossenheit inzwischen ebenso fehlt wie in der Offensive. Angst vor einer erneuten Saison im Mittelmaß der Liga, die nur mit viel Willen und Glück erneut durch Erfolge in den Pokalwettbewerben wettgemacht werden könnte.

All das kann die Mannschaft auf dem Platz lähmen oder zu einer Höchstleistung gegen die Bayern anspornen. Vielleicht spielt es auch gar keine große Rolle, doch je nach Ergebnis wird es entsprechend interpretiert. Das trägt natürlich immer mehr dazu bei, dass sich die Prophezeiung selbst erfüllt. Herr Özil, wie sehr belastet sie die aktuelle Situation? Herr Frings, haben sie die Nichtnominierung durch den Bundestrainer verarbeitet? Natürlich machen sich die Spieler erst Recht darüber Gedanken, wenn sie zwölf mal am Tag danach gefragt werden. Objektiv gesehen könnte Özils Situation kaum besser sein, er hat schließlich viele Optionen für seine Zukunft, von denen keine ganz schlecht sein wird. Auch Torsten Frings dürfte die Ausbootung durch Joachim Löw eher als zusätzlichen Ansporn sehen, denn sein langsamer Abschied aus der Nationalelf hatte sich über 18 Monate mehr als nur angedeutet. Thomas Schaaf hat die Mannschaft den Spielern zufolge unter der Woche hart rangenommen. Nun wird es Zeit, auch den Gegner mal wieder hart ranzunehmen und damit meine ich keinesfalls eine unfaire Spielweise.

In der Hinrunde hat Werder im Spiel gegen die Bayern den ersten Schritt zur langen Serie ohne Niederlage getan. Es sah damals noch sehr nach harter Arbeit aus und längst nicht so leichtfüßig, wie die Spiele im Herbst. Will man in der Rückrunde wieder zu dieser Leichtigkeit und dem tollen Angriffsfußball zurückkehren, muss zuerst die harte Arbeit erledigt werden. Es geht nur auf diese Weise, das weiß Thomas Schaaf und das wissen inzwischen auch die Spieler. Ob sie es umsetzen können bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen sind gar nicht so schlecht, wie man denken könnte: Es soll schneien, Werder ist in der Außenseiterrolle und unser Lieblingsmaskottchen Ailton ist im Stadion. Musse mache gut Spiel un Feue mache mit Mannschaft! Ach, Toni…

Wie Diego einmal nicht zu Manchester City wechselte

19.05.2009, 0:44 Eine Userin mit dem Namen "Sandra" schreibt einen Kommentar unter diesen Artikel im Werderblog. In diesem Kommentar verlinkt sie einen angeblichen Artikel der Kreiszeitung Syke, in dem von einem Angebot Manchester Citys für Diego die Rede ist. Kolportiert wird eine Ablösesumme von 39 Millionen €. Dazu werden unter anderem Klaus Allofs, Diego, Djair da Cunha und Brian Marwood zitiert. Der Artikel ist im Layout der Onlineausgabe der Kreiszeitung verfasst und trägt "kreiszeitung.de" in der URL.

19.05.2009, 11:30
Als ich den Artikel einem Freund zeigen will, kann ich ihn nicht im Sportteil von kreiszeitung.de finden. Ich suche also in besagtem Blogeintrag nach dem Link, doch dieser führt nun auf die Startseite von smartdots.com, einem Anbieter kostenloser Web-Domains.

Auch auf transfermarkt.de ist die Meldung inzwischen angekommen, wo unter Berufung auf die sehr dubiose Quelle fansfc.com schon im April über ein mögliches Interesse ManCitys spekuliert wurde. Hier findet sich auch ein Zitat aus dem angeblichen Artikel der Kreiszeitung:

"Kochte die Gerüchteküche um den Wechsel des Bremer Spielmachers bereits
seit einiger Zeit recht hoch – so kocht sie nun geradezu über. Laut
übereinstimmenden Aussagen von Allofs und dem Diego-Berater Djair
Cunha, ist am Dienstag Morgen mit Manchester City ein weiterer Club im
den Poker um den Brasilianer eingestiegen. Aus vereinsnahen Quellen war
zu hören, dass der Club knapp 39 Millionen Euro Ablöse bietet – und ein
Gehalt, das etwa dem eineinhalbfachen des Juve-Angebots entspricht.
Brian Marwood, Geschäftsführer bei dem englischen Topclub: 'Wert ist er
das sicherlich.'"

In den Kommentaren wird bereits vermutet, dass es sich um einen Fake handelt.

19.05.2009, 13:00
Auch RTL berichtet inzwischen im Videotext und auf seiner Internetseite unter Berufung auf die Kreiszeitung Syke vom neuen Millionenangebot für Diego (siehe Screenshot). Auf Anfrage bestätigt die Kreiszeitung, die bislang von den Vorgängen nichts mitbekommen hatte, dass es besagten Artikel nicht gibt: "Da wird die Kreiszeitung von RTL falsch zitiert." Stattdessen wird auf einen anderen Artikel verwiesen, der den letzten Stand der Dinge darstelle.

Rtl_screenshot 
Quelle: RTL.de

19.05.2009, 17:00 Bei RTL.de ist das Gerücht noch immer online. Es wird weiterhin auf die Kreiszeitung verwiesen. Andere Medien haben die Faschmeldung meines Wissens nicht übernommen. Eigentlich ein gutes Zeichen.

Werder: Was läuft da mit Messi?

BREMEN Beim UEFA-Cup-Finalisten Werder Bremen bahnt sich ein spektakulärer Transfer-Coup an! Wie uns ein Werderfan auf Anfrage bestätigte, ist Werder an einer Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Lionel Messi interessiert. Derzeit steht Messi beim FC Barcelona unter Vertrag. Bei Werder soll er die Nachfolge des Brasilianers Diego antreten, der nach der Saison zu Juventus Turin wechselt.

Meine Saison weiß: Messi ist in Barcelona unzufrieden, fürchtet bei einer Verpflichtung des Franzosen Franck Ribery um seinen Stammplatz. Bereits vor dem Champions League Viertelfinalspiel in München war eine Bremer Delegation zur Allianzarena gereist, um einen ersten Kontakt herzustellen.

Thomas Schaaf bestätigte das Interesse am Rande des Bundesligaspiels gegen den HSV indirekt ("ein interessanter Spieler"). Klaus Allofs schwieg vielsagend. Die Verantwortlichen des FC Barcelona standen für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Klaus allofs
Was läuft da mit Barca-Star "Leo" Messi (21), Herr Allofs?

Eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des Weserstadions gab inzwischen erste Details zum geplanten
Transfer bekannt: Demnach soll Messi einen Fünfjahresvertrag unterzeichnen,
der ihm umgerechnet knapp 4,4 Millionen Rubel pro Jahr einbringt. Bei
der Ablösesumme konnte noch keine Einigung erzielt werden. Werder
bietet 10 Millionen plus Dusko Tosic, Barca fordert zusätzlich noch eine Kaufoption auf Stürmerstar Boubacar Sanogo und eine Kiste Haake-Beck. Experten gehen trotzdem davon aus, dass schon in der nächsten Woche Vollzug gemeldet werden kann.

Der Fall Born – Eine Chronik

Die Vorwürfe gegen (Ex-)Werder-Boss Jürgen L. Born werden von Tag zu Tag größer. Inzwischen hat Born dem Druck nachgegeben und hat seinen für Jahresende vorgesehenen Rücktritt vorgezogen. Beendet ist die Affäre, die außerdem Werderprofi Claudio Pizarro belastet, damit noch lange nicht.

Eine Chronik der Ereignisse:

Montag, 2.3.2009:

Der Spiegel erhebt in seiner Ausgabe 10/2009 erstmals Anschuldigungen gegen Werder Bremen und seinen Geschäftsführer Jürgen L. Born. Beim Transfer des Peruaners Roberto Silva sollen nur $250.000 der Kaufsumme von $1,35 Mio. an dessen Verein Sporting Cristal Lima überwiesen worden sein. Der Rest ging angeblich an die Agentur Image des Spielerberaters Carlos Delgado, bei der auch Claudio Pizarro (stiller) Gesellschafter ist, und von wo aus das Geld dann verteilt worden sein soll: $895.875 an Pizarro, $10.000 an Limas Sportdirektor und $100.000 an einen gewissen "JB", bei dem es sich um Jürgen Born handeln soll. Born bestreitet die Vorwürfe und behauptet, die gesamte Transfersumme sei an Sporting Cristal Lima gezahlt worden. Diese Behauptung nahm er wenige Tage später jedoch zurück.

Samstag, 7.3.2009:

Spiegel-Online bekräftigt die Vorwürfe gegen Born. Dem Spiegel liege eine Zahlungsanweisung von Delgado an Born vom 29. August 2001 über $50.000 vor, heißt es. Born gibt dem Spiegel gegenüber zu, Geld von Delgado erhalten zu haben. Er könne sich nicht erinnern, ob dies im Zusammenhang mit Silvas Transfer geschehen sei, kann allerdings auch keine andere schlüssige Erklärung liefern. Möglicherweise habe es sich um die Rückzahlung eines Privatkredits gehandelt, den Born Delgado zur Finanzierung einer Weltreise gewährt hatte. Born erklärt weiter, dass er sich als Opfer eines Ehestreits zwischen Delgado und seiner Noch-Ehefrau Fiorella Farré (in einigen Quellen auch Fiorella Fore/Faré) sehe, in dessen Rahmen die belastenden Dokumente an die Öffentlichkeit geraten waren.

Am Samstagabend teilt Born Werders Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke mit, dass er seine Ämter bei Werder Bremen bis auf Weiteres ruhen lasse. Daraufhin gibt Werder Bremen eine Pressemitteilung heraus, die den vorläufigen Rücktritt des Geschäftsführers bestätigt. Lemke wird darin folgendermaßen zitiert:

"Die Vertreter des Aufsichtsrates begrüßen und akzeptieren ausdrücklich diesen Schritt von Jürgen Born. Wir werden alles daran setzen, damit es zu einer schnellen Aufklärung der Angelegenheit kommt. Werder Bremen ist für seine solide Geschäftspolitik bekannt, solche Vorwürfe gefährden unser Image. Deshalb werden wir zur Aufklärung einen unabhängigen und renommierten Wirtschaftsprüfer einsetzen."

Zugleich betont Lemke jedoch, dass man solange davon ausgehe, dass sich Jürgen Born korrekt verhalten habe, wie "keine Schuld nachgewiesen wird." Born beteuert seine Unschuld. Er habe keinerlei Zahlungen im Rahmen des Transfers erhalten, wolle jedoch bis zur "endgültigen Klärung des Sachverhaltes" seine Funktionen ruhen lassen.

Weiterlesen

Wie ich einmal Kevin Kuranyi entlassen habe

Screenshot

Viele von euch werden vorgestern die Meldung mitbekommen haben, dass Schalke 04 Kevin Kuranyi entlassen habe. Über die Vereinswebsite war die Information veröffentlicht worden, von wo sie Bild-Online ungeprüft übernahm. Über Twitter bin ich während des Länderspiels Deutschland-Norwegen darauf aufmerksam geworden, wo User @elcario die Bild-Schlagzeile verlinkt hatte. Ich habe die Meldung kurz überflogen und mir nichts weiter dabei gedacht. Schließlich lief nebenbei ja noch das Länderspiel. Wenn ich den Bild-Artikel aufmerksamer gelesen hätte, hätte ich eigentlich misstrauisch werden müssen, denn als Quelle war nur die Schalke-Website angegeben.

Ich hatte vorher am Tag schon von der Sicherheitslücke bei TYPO3 gehört. Auch der Hack der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am selben Tag war mir bekannt. Ich habe sogar noch kurz vorher gelesen, welche Bundesligisten TYPO3 für ihre Websites verwenden. Kurz: Ich hätte merken müssen, dass da etwas faul ist. Habe ich aber nicht. Stattdessen habe ich die Nachricht über Twitter kommentarlos weiterverbreitet.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Informationen über Twitter verbreiten, ist jedoch nicht nur ein Nachteil. Bereits wenige Minuten später erhielt ich von @Pillendreher einen Hinweis, dass die Schalke-Website gehackt wurde und Kuranyis Entlassung eine Fehlinformation war. Auch diese Nachricht verbreitete ich weiter. Hier zeigt sich eine der Stärken von Twitter: Auf falsche Informationen kann viel schneller reagiert werden, als in allen anderen Medien. Während einige Online-Presseportale (wie üblich) noch ungeprüft die Bild-Meldung übernahmen, wusste man auf Twitter schon längst, dass es sich um eine Ente handelte.

Screenshot2

Ich will hier an dieser Stelle kein Medien-Bashing betreiben (dazu ist hier im Blog der HSV vorgesehen), doch ein wenig bedenklich stimmt mich die ungeprüfte Verbreitung der Fehlinformation schon. Es ist eine Sache, wenn dies auf Twitter passiert, wo hauptsächlich "Privatleute" schreiben und Informationen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Eine andere Sache ist, wenn sich diese Fehlinformationen über die "seriösen" Medien verbreiten, denen ein ganz anderes Vertrauen entgegen gebracht wird. Mehr zu diesem Thema gibt es bei dogfood.

Was mich wirklich überrascht hat, war Kuranyis Reaktion ("Ich habe sofort Urlaub gebucht"), der den Zwischenfall mit wesentlich mehr Humor nahm, als sein Arbeitgeber. Und hier werde ich jetzt wirklich misstrauisch. Wenn Kevin Kuranyi einen Hauch von Selbstironie zeigt und mir damit sogar für eine kurzen Moment ein kleines bisschen sympathisch wird – war das dann vielleicht nicht doch alles ein gut inszenierter PR-Gag?