Kategorie-Archiv: Trainingslager

Abschlussbericht – Werder in Belek Tag 8

Gesternmorgen hat die Mannschaft noch eine kurze Einheit absolviert, um kurz darauf mit Sack und Pack Belek zu verlassen und das Flugzeug nach Bremen zu besteigen. Damit ist es an der Zeit, mit ein bisschen Abstand ein kleines Fazit zu ziehen.

Trainingsablauf, -Einheiten und – Intensität

Cheftrainer Schaaf standen in Belek nur drei reine Trainingstage zur Verfügung, sodass eigentlich kaum die Möglichkeit da war, neue Dinge auszuprobieren. Die Spieler erlebten somit ein Trainingsprogramm, was ungefähr dem in Bremen entspricht. Trainiert wurde vor allem das schnelle Umschaltspiel in beide Richtungen und es wurde versucht die Viererketten einzuspielen. Besonders hervorzuheben ist das Spaßtraining am Mittwoch, dass allein Teilnehmern sichtlich Freude bereitete und so für ein wenig Abwechslung sorgte. Kaum trainiert wurden Standards, obwohl hier deutliches Potenzial ist, wie man in einer Einheit gestern erleben durfte, als beim Eckballtraining im über 30 Versuchen 7 Angreifer gegen Fritz und Juno kein Tor markierten. Kondition wurde auch nicht gebolzt, sodass in den kommenden Tagen keine Ausreden zählen dürften.

Werder bei einem der zahlreichen Trainingsspielchen

Werder bei einem der zahlreichen Trainingsspielchen / Bild:MeineSaison.de/Cario

Spielerbewertung

Torhüter

Mielitz: Gute Trainingsleistung und sehr gute Testspiele, hat klar die Nase vorn und den Stammplatz sicher.

Strebinger: Sehr gute Reaktionen gezeigt, kann noch an der Beweglichkeit arbeiten. Sehr gute Testspielleistungen. In dieser Form eine große Gefahr für Wolf.

Vander: War da, wenn er gebraucht wurde. Bereitet sich auf Trainerkarriere vor.

Otremba: Noch mit einigen Defiziten, aber durfte mal bei den Profis reinschnuppern. Wird an den 4 Torhütern vor ihm in absehbarer Zeit aber nicht vorbei kommen können.

Außenverteidiger

Gebre Selassie: Super Dynamik und Physis. Bringt sich mehr und mehr offensiv ein. Das Problem in den Testspielen war, dass Petersen defensiv überfordert wurde und so zu Überzahlsituationen auf seiner Seite führte. Stellungsspiel weiterhin noch mit Potenzial.

Stevanovic: Brachte sich als Aushilfsrechtsverteidiger im Training ein, war ab Mittwoch dann aber für Zwolle im Einsatz.

Schmitz: Deutlich verbessert zum Vorjahr. Hat in den Testspielen viel Druck erzeugt und steht defensiv sicher. Flanken könnten noch besser kommen. Bester Linksverteidiger bei Werder seit Ümit Davala Paul Stalteri.

Röcker: Die Anlagen sind unübersehbar, er machte seine Sache meist sehr ordentlich. Muss aber mit der Geschwindigkeit der Angreifer erst noch klar kommen. Suchte meist die sichere Lösung ohne Risiko. In Flanken, Zweikampf und Physis kann und muss er noch zulegen. Ein Mann für die Zukunft, wird diese Saison wohl nicht im Profikaderstehen.

Innenverteidigung

Prödl: Gute Trainingsleistung, versucht die Führungsrolle anzunehmen und ist der Leader in der Abwehrkette. Bekommt Druck von Lukimya und nimmt das an.

Sokratis: Solide in Training und Testspielen. Nicht mehr ganz so dominant und einsatzwillig wie im Vorjahr. Wirkt auf- und außerhalb des Platzes isoliert und spricht kaum. Ihm könnte man unterstellen, dass er ein Wechsel im Sommer vorzieht.

Lukimya: Gute Trainingsleistung, übernimmt Führung der B-Kette und zeigte in den Testspielen solide Leistungen. Übt Druck auf Prödl aus und ist ein echter Leadertyp.

Pavlovic: Steht erst einmal hinten an. Zeigte, dass wirklich viel Potenzial in ihm steckt. Muss sich noch an Tempo und Trainingsintensität gewöhnen. Ein Mann für die (große?) Zukunft.

Kroos: Mal innen, mal rechts, mal im Mittelfeld: Felix war überall im Einsatz und füllte die Lücken solide aus. Hat im Vergleich zu 2011 und 2012 wieder mehr Spaß im Training. Wird wohl nur über eine Leihe den weiteren Schritt machen können.

Zentrales Mittelfeld

Trybull: Merkte man seine Verletzungspause noch an. Hat eine gute Übersicht und Spielintelligenz, muss dringend im Zweikampfverhalten zulegen. Sollten alle fit bleiben, wird es eng mit einem Kaderplatz in der Rückrunde.

Ignjovski: Noch stärker als letztes Jahr, gibt jederzeit vollen Einsatz und kämpft bis zum Ende. Wäre eine tolle Ergänzung zu Junozovic im defensiven Mittelfeld. Sehr schade, dass für ihn in der Startelf derzeit kein Platz ist. Traf beim Lattenschießen 6 Mal in Folge.

Fritz: Nicht viel zu sehen vom Kapitano. Trainingsleistungen waren noch gerade so im Durchschnitt. Wird – wenn alle fit bleiben – wahrscheinlich nichts mit einem Stammplatz in der Rückrunde.

Junozovic: Fleißiger Arbeiter mit sehr guter Übersicht, zeigte sein Können auch bei den Trainingseinheiten. In dieser Form für die Rückrunde gesetzt.

Bargfrede: Merkte man Anfangs die Verletzung noch an, wurde aber von Tag zu Tag stärker. Ein Superpass gegen Wolfsburg, aber weiterhin Defizite im Spielaufbau. Erneute Verletzung ist sehr bitter!

Ekici: Deutlich verbessert zum Vorjahr. Versucht sich mehr einzubringen, ohne das Spiel zu verschleppen. Gelingt leider nicht häufig genug.

Hunt: Im Training mit guten Standards und Pässen. Hatte in den Testspielen leider wenig Lust, gegen Zwolle sogar ein Totalausfall. Die kolportierte „Leaderhaltung“ ist aber nicht zu erkennen.

De Bruyne: Sensationelle Übersicht und Passspiel. Allerdings misslingen zu oft auch die einfachen Anspiele. Gegen Zwolle ohne Lust zu laufen, was zum Glück zu schnellen Abspielen führt.

Trinks: Spritzigkeit fehlte Komplett. Anfangs zu hohe Dosierung und dann Einzeltraining. Konnte sich nicht für weitere Aufgaben empfehlen. Kandidat für Leihe.

Außenstürmer

Yildirim: Spielte sich gegen Wolfsburg in den Vordergrund und zeigte auch im Training einige gute Ansätze. Muss noch am Zweikampfverhalten und Abschluss arbeiten. Technik und Spielintelligenz sind jetzt schon hervorragend. Mit ihm sollte man ab dem Sommer rechnen.

Wurz: Außenstürmer ist nicht seine Position. Im Training immer mit vollem Einsatz und guten Abschlüssen. Wäre als Mittelstürmer wohl eine echte Alternative zu Akpala.

Arnautovic reklamiert nach einem vermeintlichen Foulspiel

Arnautovic reklamiert nach einem vermeintlichen Foulspiel / Foto:MeinseSaison.de/Cario

Arnautovic: Im Training nicht immer mit viel Lust, aber mit Siegeswillen. Kann richtig schnell anziehen, auch wenn man es selten sieht. Riesen Schusstechnik und in dieser Form rechts wie links gesetzt.

Füllkrug: Eine kleine Enttäuschung, konnte sich vor allem in den Testspielen nicht gut positionieren. Auch im Training lies er noch zu viele leichte Tore liegen oder verhedderte sich im Dribbling. Muss wieder mannschaftsdienlicher werden.

Elia: Er will und kann was. Leider mangelt es am Selbstvertrauen, hier könnte psychologische Unterstützung oder ein Ligator Wunder wirken. Gegen Zwolle nicht zu bremsen, aber unverbesserlich abschlussschwach.

Mittelstürmer

Akpala: Siehe Flop des Trainingslagers.

Petersen: Ist vorne eindeutig gesetzt und noch nicht am Leistungslimit. Lässt zwar auch noch immer einige Chancen aus, würde er diese aber jetzt schon nutzen, wäre er für Werder unbezahlbar. Legte klares Bekenntnis für Verbleib in Bremen ab!

Top des Trainingslagers

Die Teamstimmung. Im Vergeleich zu 2011 und 2012 mit weiterer Steigerung bei Spielern und Betreuerstab. Auch wenn noch nicht alle vollständig integriert sind ist zu merken, dass dort ein echtes Team heranwächst. Vielleicht trägt diese Entwicklung in den kommenden Monaten auch auf dem Platz Früchte. Es wäre der Mannschaft zu wünschen.

Flop des Trainingslagers

Joseph Akpala. Er kam in der Sommerpause und sollte der Mannschaft direkt weiterhelfen. Im Trainingslager war von dem ihm zugeordneten Attributen leider nicht viel zu sehen: Chronisch Abschlussschwach, nicht in der Lage den Ball zu halten oder den Gegenspieler aussteigen zu lassen. Einziger Lichtblick: Einen schönen Doppelpass mit Arnautovic und ein Solo gegen Zwolles hüftsteife Innenverteidigung.

Persönliches Fazit

Das war es dann hier mit der Berichterstattung aus und über Belek. Ich denke wir haben hier ein gutes Trainingslager erlebt, dass einige Einblicke in die derzeitige Kadersituation gewährt hat. Wir können vom Nachwuchs und den Etablierten noch einiges erwarten und hoffen gemeinsam auf eine (endlich mal) erfolgreiche Rückrunde.

Vielen Dank auch an Euch, liebe Leser. Fürs Durchhalten und die Diskussion meiner Artikel in den Werder-Foren. Wir lesen uns dann wieder 2014!

Zwei Zwei Zwolle – Belek Tag 7

Heute stand das letzte Belek Testspiel gegen PEC Zwolle an. Austragungsort war der Platz des IC-Santai, an den Werder nach Niederlagen gegen Duisburg und Eskişehirspor im Jahr 2012 keine guten Erinnerungen haben dürfte. Bereits im Vorfeld wurde vom Trainerteam angekündigt, dass alle Feldspieler nochmal eingesetzt werden sollten.

Spielbericht SV Werder Bremen – PEC Zwolle

Die Bremer versuchten gleich zu Anfang Akzente zu setzen und kamen schon früh zu ersten Möglichkeiten. In der 3. Spielminute setzte sich Elia auf links durch, ging zur Grundlinie und Flankte in den Strafraum. Am langen Pfosten wartete Fritz, dessen Kopfball allerdings das Ziel verfehlte. Die nächste Chance war ein Duplikat der vorangegangenen. Wieder kommt Elia zum Flanken, doch diesmal spielt er den Ball flach durch den Strafraum. In der Mitte verpasste Junozovic, aber am langen Pfosten schließt Petersen ab, verfehlt allerdings das Tor. In der 11. Minute dann die überraschende Führung für die Niederländer: Drost wird mit einem langen Einwurf geschickt, geht links durch und sieht Benson in der Mitte. Diese bringt nach toller Parade von Mielitz den Ball allerdings nicht unter, doch der lauernde Mokthar legt den Abpraller überlegt ins rechte Eck. Werder brauchte einige Zeit, um sich neu zu sortieren. Die Aktionen waren nun sehr viel vom Zufall abhängig. Erst in der 27. Minute war wieder Bewegung im Zwoller Strafraum zu erkennen. Ein langer Ball von Hunt wird von Elia sauber mitgenommen, doch der schießt freistehend links am Kasten vorbei. Kurz darauf hat Hunt selbst die Chance, doch sein abgefälschter Freistoß aus 20 Metern knallt nur an die Unterkante der Latte und springt von der Torlinie zurück ins Feld. Da wäre Torwart Aafjes machtlos gewesen. In der 33. Minute ist es wieder de Bruyne, der mit einem tollen Pass Clemens Fritz einsetzt. Doch dessen Direktabnahme landet ebenfalls am Quergestänge. Anschließend kommt Prödl frei zum Kopfball, doch auch diese Möglichkeit bleibt ungenutzt. Werder war jetzt klar am Drücker und der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. In der 38. Spielminute sollte es dann richtig kurios werden. De Bruyne setzt sich auf rechts durch und legt den Ball in den Strafraum, doch Junozovic kann damit nichts anfangen und wird von den Verteidigern bedrängt. Als einziger im Stadion hat Schiedsrichter Ihsan Erhansömez dabei ein Foul gesehen und zeigt auf den Punkt. Füllkrug schnappt sich den Ball zur Ausführung des Elfmeters, doch Aafjes kann den Strafstoß parieren. Eine Parade, die wohl unter die Kategorie ausgleichende Gerechtigkeit fällt. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal gefährlich vor dem Tor der Bremer, Saymak kommt nach einem Angriff über links im Strafraum unbedrängt zum Abschluss, aber Mielitz ist da und zeigt eine starke Parade. Eine kläglich vertendelte Kontermöglichkeit in der 44. Minute setzt den Schlusspunkt unter eine interessante erste Halbzeit, nach der PEC Zwolle glücklich mit 0:1 in Führung lag.

Werder Bremen vs. PEC Zwolle auf dem IC Santai Sportplatz

Werder Bremen vs. PEC Zwolle auf dem IC Santai Sportplatz / Bild: MeineSaison.de/Cario

Werder kam aktiv aus der Pause und es war der Mannschaft anzumerken, dass sie das Spiel drehen wollten. Ein punktgenauer Seitenwechsel durch Mateo Pavlovic für den rechts lauernden Arnautovic leitete die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang ein. Der Österreicher nahm den Ball gekonnt aus der Luft, ging ein paar Schritte und schoss eine scharfe Flanke in den Sechzzehner. Am langen Pfosten stürmte Füllkrug heran, doch dessen Kopfball gegen die Laufrichtung des Keepers verfehlte das Tor abermals. 49 Minuten jetzt waren gespielt. Eine Einzelaktion für Özkan Yildirim verschaffte Werder eine Minute später die nächste Möglichkeit, doch nach dem Ballgewinn konnte der junge Deutschtürke das Spielgerät nicht an Torwart Wintjens vorbei ins Tor bekommen. In der 54. Minute dann endlich der Ausgleich: Ekici bekommt gute 20 Meter vor dem Tor den Ball, dreht sich ein und schließt trocken ab. Der Ball schlägt oben rechts in den Winkel ein, der niederländische Torhüter hatte keinen Chance gegen diesen Sonntagsschuss. Werder wollte jetzt nachlegen, aber Akpala scheiterte in der Folgezeit gleich zwei Mal. Erst kam er nach einer Ecke frei zum Kopfball und verfehlte das Ziel, dann setzte er sich im Sprint gegen beide Verteidiger durch und scheiterte mit seinem Abschluss an Wintjens. Zwischenzeitlich war auch Richard Strebinger gefordert und konnte sich nach einem Angriff über rechts auszeichnen, da der Stürmer aus vollem Lauf keinen Weg an der Nummer 3 Bremens vorbei fand. In der 68. Minute dann doch noch die Führung für Werder: Arnautovic und Akpala spielen Doppelpass, doch der Österreicher scheitert mit seinem Versuch. Am langen Pfosten hat aber Johannes Wurtz aufgepasst und staubt zum 2:1 ab. Im Anschluss verflachte das Werder-Spiel zunehmend, nur die Niederländer kamen noch zu zahlreichen weiteren Möglichkeiten und erzielten in der 75. Minute den erneuten Ausgleich. Nachdem Ignjovski auf rechts mit drei Gegenspielern allein gelassen wurde steht Pluim frei am Elfmeterpunkt und kann unbedrängt einnetzen. In den Schlussminuten machte der niederländische Ehrendivisionist die bessere Figur und hätte Ignjovsik nicht in der letzten Spielminute mit einer Wahnsinntat das Tor verhindert, wären die Zwoller als Sieger vom Platz gegangen. Insgesamt ein gerechtes Unentschieden, da Zwolle in der 2. HZ mehr nach vorne tat und Werder in der Schlussphase permanent in Verlegenheit brachte.

Analyse

Die Startformation probte wohl den Ernstfall gegen den BVB. Schaaf setzt dazu weiter auf das 4-1-4-0 System ohne echten Mittelstürmer. Leider konnte das System im Praxistest nicht standhalten, denn immer wenn Petersen bei Angriffen in den Sturm ging, war die rechte Seite verweist und lud zu schnellen Gegenzügen ein. In Halbzeit zwei und durch die vielen Wechsel kaum noch Struktur im Spiel und mit großen Lücken. Insgesamt ist allerdings sowohl die Leistung, als auch das Ergebnis in Ordnung.

Einzelbewertung /HZ1

Mielitz: Zwei mal gut reagiert, beim Gegentreffer machtlos. Sehr sicher! 2+
Selassie: Gelang nach vorne nichts, hinten immer wieder mit Problemen bei schnellen Gegenzügen. 3-
Prödl: Gutes Spiel, beim Gegentreffer nicht konsequent genug am Mann. 3
Sokratis (bis 31.): Unauffällig, mit 1-2 Leichtsinnsballverlusten. 3
Schmitz: Machte viel Dampf auf links, nach hinten meist sicher. 2-
Junozovic: Nicht so effektiv wie gewohnt, offensiv nicht durchschlagskräftig. 3-
Fritz: Konnte den Spielaufbau nicht richtig in Gang bringen, wirkte müde und langsam. 4-
Hunt: Hatte keine Lust, aber zwei gute Pässe und Pech beim Freistoß. 4-
DeBruyne: Zu viele Fehlpässe. War froh, als es vorbei war. 4
Petersen (bis 31.): Nicht seine Position, defensiv hilflos. 4-
Elia (bis 31.): Sehr aktiv, gab einige gute Vorlagen. 2-

Yildirim (ab 31. bis 61.): Konnte sich wieder positiv zeigen, muss aber seine Torchance nutzen. 3+
Füllkrug (ab 31. bis 61.): Lief nicht viel zusammen. 4-
Pavlovic (ab 31. bis 61.): Stand gut und sicher. 2

Einzelbewertung /HZ2

Strebinger: Eine kleine Unsicherheit, zwei gute Paraden. 2
Ignjovski: Kämpfte, rackerte, lief, holte Bälle und wurde beim Ausgleich allein gelassen: 2+
Lukimya: Konnte die Abwehr gegen Ende kaum noch stabilisieren. 3
Kroos (ab 61.): Guter Spielaufbau aus der Abwehr, defensiv am Ende mit Problemen. 3-
Röcker: Wirkt manchmal unsicher, offensiv zu wenig und zum Schluss platt: 4+
Ekici: Traumtor gemacht, ab 2-3 Mal das Tempo verschleppt. 2-
Arnautovic: Enorm fleißig, wollte unbedingt gewinnen. 2-
Wurtz (ab 61.): Stand beim Tor richtig. Versuchte auf links durchzukommen, blieb aber meist hängen. 3-
Akpala: Chancentod. 4-
Trybull (ab 61.): Merkte man die fehlende Fitness an, wie immer mit guter Übersicht. Muss im Zweikampf besser werden. 3
Trinks: Blieb Strafstoß verwehrt, war wohl nicht ganz fit, da Spritzigkeit fehlt. 3-

“This is gossip” – Belek Tag 6

Heute stand erneut ein voller Trainingstag auf dem Plan der Spieler. Zur Vormittagseinheit liefen alle Spieler auf, die am Vortag gegen Wolfsburg nicht durchgespielt haben. Es wurde intensiv am Kopfballspiel gearbeitet. Die Torhüter trainierten separat am Passspiel, langen abwürfen und punktgenauen Abschlägen. Hier war deutlich zu erkennen, dass Mielitz der beste Fussballer unter den Torwarten ist. Kevin Otremba hat noch deutliches Steigerungspotenzial was die Abwürfe betrifft. Im Anschluss wurde gemeinsam das bekannte Spiel mit den “menschlichen Banden” probiert. Beide Teams schenkten sich hierbei nichts und sorgten für ein ausgeglichenes Match.

Klaus Filbry und Thomas Schaaf besprechen die aktuelle Lage auf dem Trainingsplatz in Belek

Klaus Filbry und Thomas Schaaf besprechen die aktuelle Lage auf dem Trainingsplatz in Belek / Bild:MeineSaison.de/AndreasGumz.com

Am Nachmittag stand – bis auf den verletzten Bargfrede – dann wieder der gesamte Kader zur Verfügung. Ebenfalls auf dem Trainingsplatz erschien Klaus Filbry, der aus Bremen nachgereist ist und die Zeit der ersten Übungen nutzte, um intensive Gespräche mit Schaaf zu führen. Das Team trainierte in einem Positionswechselspiel Kurzpässe. Es ist schon erstaunlich, wie oft den Profis über 5 Meter Distanz der Ball verspringt. Ob es an mangelnder Konzentration oder Lustlosigkeit gelegen, ist schwer zu sagen, aber von Profis ist eigentlich mehr zu erwarten. Nach einer weiteren kurzen Einheit zum Kopfballspiel wurde in 4 Teams ein kleines 6 gegen 6 Turnier ausgetragen. Anscheinend wurde so der Ehrgeiz der Spieler gepackt, denn die Partien wurden wirklich sehr intensiv geführt.

Werder klagt gegen das Calista?

Auf einer türkischen Internetseite war zu lesen, dass Werder das Calista Hotel verklagen würde, da sie mit der Hereinnahme von Wolfsburg und Galatasary gegen das im Vertrag festgelegt Exklusivrecht verstoßen hätten. Die Story hat allerdings nicht viel Sinn ergeben, da Werder gar nicht im Calista Hotel untergekommen ist. Auf Nachfrage hieß es von Seiten Werders, dass so etwas “völliger Quatsch” sei. Auch eine Sprecherin des Calista Hotels gab an, dass das “gossip” und nichts Wahres dran sei.

Eine türkische Ente - keine Klage von Werder gegen das Calista Hotel

Eine türkische Ente – keine Klage von Werder gegen das Calista Hotel

Der betreffende Artikel wurde später überarbeitet und in der online-Version heißt es jetzt, dass der VFL-Wolfsburg das Calista Hotel verklagen würde. Hierzu wollte die Calista-Sprecherin keine Stellung nehmen, verwies aber darauf, dass Vereine die Hotels nicht buchen, sondern das fast immer von einer Event-Firma, die für die Organisation des Trainingslages zuständig ist, übernommen wird. Es ist also durchaus möglich, dass ein Funken Warheit an dieser Geschichte dran ist, wenn auch glücklicherweise ohne Werder-Beteiligung.

Fanabend beschließt den Tag

Am Abend betrat dann noch eine Delegation der Mannschaft das Hotel der Fans, um am gemeinsamen Fanabend Rede und Antwort zu stehen. Die besten Aussagen von Nils Petersen und Co. könnt ihr hier nachlesen. Morgen steht dann der abschließende Test gegen Zwolle an. Co-Trainer Wolfgang Rolff erklärte bereits, dass in diesem Spiel noch einmal alle Feldspieler eingesetzt werden.

In eigener Sache: Am Abend stand ich noch für den Podcast “Grünweiß” zur Verfügung und schilderte ein paar Eindrücke zum Trainingslager.

Nils Petersen: “Ich würde gerne länger bleiben!”

Für die mitgereisten Werderfans stand heute erneut ein Highlight auf dem Programm. In kleinem Kreis (unter Ausschluss der Medien) standen Klaus Filbry, Frank Baumann, Klaus Dieter Fischer, Sebastian Mielitz, Nils Petersen und Wolfgang Rolff für eine ausgiebige Fragerunde zur Verfügung. Dass der Abend ein klares Bekenntnis von Nils Petersen zu Werder bereithalten würde, konnte dabei niemand ahnen. Es war eine sehr gesellige Runde mit sympathischen Spielern, so dass einzelne Aussagen nicht besonders auf die Goldwaage gelegt werden sollten. Wir haben die besten Antworten im Abseits der Standardfloskeln gesammelt.

Nils Petersen, über…

…seine Situation bei Werder: “Ich fühle mich sehr wohl in Bremen. Es macht einfach Spaß in dieser Truppe zu spielen. Ich würde gerne länger bleiben.”

…seinen Kontakt nach München: “Es gibt aktuell keinen Kontakt nach München. Matthias Sammer hat mir zum Geburtstag gratuliert, das wars. Ich bin Realist und habe einfach Bock Fußball zuspielen und möchte ab August 2013 einfach wieder Stammspieler sein. Am liebsten in Bremen.”

…seine Rolle als alleinige Spitze: “Ich habe mich für Werder Bremen entschieden, weil ich wusste, dass die seit Jahren mit zwei Stürmern spielen. Ich dachte gut, das liegt Dir. (lacht) Dann komme ich dahin und sie spielen erstmals mit nur einem Stürmer.”

…Yildirims Trick gegen Pogatez: “Wir haben ihn dafür noch ein bisschen gefeiert. Aus ihm kann ein Guter werden.”

…seine Freizeitaktivitäten im Hotel: “Wir quatschen, trinken mal einen Tee und es wird etwas Playstation gezockt. Manchmal gehe ich auch aufs Zimmer und telefoniere eine Runde mit Mutti oder schreibe Postkarten. Ansonsten helfen Monopoly, Scrabble und wenn gar nichts mehr geht auch Stadt, Land, Fluss.”

Nils Petersen und Sebastian Mielitz standen den Fans Rede und Antwort

Nils Petersen und Sebastian Mielitz standen den Fans Rede und Antwort / Bild: MeineSaison.de/Cario

Sebastian Mielitz, über…

…seine neue Rolle als Nr.1: “Der Druck belastet mich nicht. Man darf sich einfach nicht ausruhen und muss weiter an sich arbeiten. Ich freue mich natürlich über meine neue Rolle als Nr.1 in meinem Lieblingsverein, aber das bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen. Ich will hier mein Kapitel prägen.”

…die Vorrunde: “Wir haben eine junge Mannschaft beisammen, das passt sehr gut. Alle wollen etwas erreichen und sind immer voller Tatendrang. Leider haben wir einige Punkte liegen gelassen.”

…die Strafe für die Verlierer des Spaßtrainings: “Ich bin Dritter geworden und musste Felix Kroos das Essen servieren. Die Verlierer müssen zu allen Mahlzeiten ein T-Shirt tragen, wo hinten ganz groß “Depp des tages” draufsteht.”

Frank Baumann, über…

…den Vergleich zum Vorjahr: “Man kann sehen, dass ein anderer Geist in der Mannschaft ist. Leider haben wir uns in der Hinserie nicht immer für unsere Leistungen belohnt. Aber das ist für die junge Mannschaft auch ein Lernprozess und aus den Fehlern muss man für die Rückrunde lernen.”

…seine neuen Aufgabe: “Habe viele Dinge von Klaus Allofs übernommen. Hier in Belek werden viele Gespräche mit den Spielerberatern geführt, die natürlich alle hier sind. Es ist für mich sehr positiv, dass ich wieder so nah an der Mannschaft dran bin, denn im Tagesgeschäft in Bremen komme ich nicht so oft dazu das Training zu besuchen. So bekommt man einen guten Überblick und das macht Spaß hier.”

…Belek als Ort des Trainingslagers: “Wir fühlen uns alle in Belek sehr wohl, deswegen waren wir auch in den letzten 14 Jahren 12 Mal hier. Aber andere haben aufgeholt, Spanien, Portugal, Dubai und Katar sind interessante Ziele. Es kommt aber immer auf das Gesamtpaket an, auch die Bedingungen und Testgegner müssen passen.”

…die Möglichkeiten, Kevin de Bruyne und Nils Petersen zu halten: “Wir versuchen natürlich den Spielern die Vorzüge darzulegen. Werder hat tolle Fans und immer ein volles Haus. (…) Bei Kevin (de Bruyne, A.d.R.) wirds aber schwierig.”

Klaus Filbry, über…

…Thomas Eichin: “Ich habe mich gestern das erste Mal mit ihm getroffen. Er ist ein sehr angenehmer und wissbegieriger Mensch, der viel bewegen und am liebsten gleich anfangen möchte. Er hat einen Traditionsverein sehr erfolgreich gemanaged und kennt das Geschäft. Aber er hat noch nie in dieser Rolle im Fußball gearbeitet und will auch dort einiges erreichen.”

…eine mögliche Einflussnahme von Sponsoren (VW) in Transfers: “Wolfsburg agiert in Sachen Transfers wie jeder andere Bundesligist. Wenn Interesse da ist, wird man uns kontaktieren und wir entscheiden dann, wie wir damit umgehen. Aber ich sehe da keine Gefahr, dass Sponsoren da reinreden. Allerdings ist das was Wolfsburg und Leverkusen da machen kein fairer Wettbewerb, denn die ausgegebenen Gelder müssen nicht erwirtschaftet werden.”

Wolfgang Rolff, über…

…die Ziele in der Rückrunde: “Die Mischung ist gut, alle haben gut gearbeitet. Auch im Urlaub, das Zeigen unsere Daten. Das Trainerteam ist überzeugt davon, dass wir in der Rückserie die Punkte einfahren und dann ist auch Platz 5-6 noch realistisch möglich.”

…die Jugendspieler in Belek: “Von den jungen Spielern waren leider viele lange verletzt und man muss bedenken, dass der Übergang von der Jugend zu den Profis wirklich nicht einfach ist. Aber alle haben das Potenzial da (Profikader, A.d.R.) reinzurutschen.”

Tuttur Cup geht an Werder – Belek Tag 5

Und wieder geht ein weiterer Tag im Werder-Trainingslager in Belek zu Ende. Am Vormittag stand noch eine kleine Einheit an, die auf Grund der frühen Abfahrt zum Spiel gegen den VFL-Wolfsburg nur mit den Spielern voll durchgezogen wurde, die nicht eingesetzt werden sollten.

Werders A-Elf beim Morgentraining

Werders A-Elf beim Morgentraining / Bild:MeineSaison.de/Cario

Spielbericht Werder Bremen – VFL Wolfsburg

Unter den Augen von etwa 180 Zuschauern setzt Werder nach 5 gespielten Minuten ein erstes Zeichen. Arnautovic wird auf der rechten Seite freigespielt und sucht den Doppelpass mit Ekici, der in die Mitte durchstartet. Dessen Schuss ist aber kein Problem für Keeper Hitz. In der 10. Minute zeigt sich dann Wolfsburg ein erstes Mal. Nach einem langen Ball aus der Mitte kommt Jönssen zum Abschluss, aber das ist kein Problem für Strebinger. Nach 26 Minuten ergibt sich eine weitere Chance für die Niedersachsen, als Naldo nach einer VFL-Ecke zum Kopfball kommt, der Ball aber das Ziel knapp verfehlt. Wolfsburg spielte nun mit mehr Konzentration und kam zu einer Reihe aussichtsreicher Situationen. So scheitern Hasebe und Orozco mit Versuchen an Strebinger. Es dauerte bis zur 40. Minute, bevor es wieder vor dem Tor der Wolfsburger gefährlich wurde. Nach einem Freistoß von Ekici verpasst Akpala in der Mitte. Ähnliches nach 45 Minuten, als Ekici einen Eckball hereinbringt, Torhüter Hitz unter dem Ball durchtaucht und Akpala das Spielgerät nicht mehr drücken kann. Mit einem 0:0 ging die eher ereignislose Partie in die Pause.

Sonne satt für die Trainerbänke

Sonne satt für die Trainerbänke / Bild:MeineSaison.de/Cario

In der zweiten Halbzeit war es einmal mehr Arnautovic, der sich im Zweikampf auf der linken Seite durchsetzt und mit einem Fernschuss für Gefahr sorgt. Hitz kann diesen allerdings zur Ecke klären. In der 55. Minute konnte sich Richard Strebinger einmal mehr beweisen, als er einen strammen Schuss von Josue mit guter Parade zur Ecke klärt. Der anschließende Eckball sorgt allerdings fast für die Führung der Wölfe. Kyrgiakos und Palovic gehen gemeinsam zum Kopfball hoch und der Ball landet knapp neben dem rechten Pfosten. Ein Abpraller sorgt letztendlich doch für die Führung der Wölfe. Kalenberg springt der Ball vor die Füße, dieser sieht Klich in den Strafraum starten und passt hinein. Klich lässt Strebinger mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance und markiert dass 0:1 für den VFL Wolfsburg. Eine Führung, die auf Grund der besseren Chancen nicht unverdient ist. Fast wurde die Führung nur Sekunden nach dem 1:0 noch weiter ausgebaut, Strebinger verhinderte aber mit einer guten Reaktion im Duell gegen den durchgelaufenen Lakic einen höheren Rückstand. In in der 73. Minute hatte Arnautovic genug gesehen, schnappte sich das Leder nach überragendem Zuspiel von Bargfrede auf der linken Seite und setzte sich in unnachahmlicher Art gegen seinen Gegenspieler durch. Mit einem trockenen Schuss überwand er Hitz und stellte den Ausgleich her. Nun war Werder wieder wach und übernahm das Spielgeschehen. Ein Arnautovic-Freistoß in der 79. Minute verfehlt das Ziel aber deutlich. Der fleißige Ignjovski erobert sich den Ball in der 83. Minute und startet in den Strafraum. Der Querpass landet abermals bei Arnautovic, dessen Abschluss aber am kurzen Eck vorbeifliegt. Zwei Minuten später kommt Yildirim nach einer Ekici-Flanke an den Ball, kann diesen aber freistehend nicht für den Führungstreffer nutzen. In der 88. Minute jubelten dann erneut die Werderfans über einen Treffer. Ein Eckball von Ekici wird von Pavlovic verlängert, am langen Pfosten lauert Felix Kroos und schiebt den Ball ins Gehäuse. Es sollte nur noch einmal für die Bremer gefährlich werden, als kurz vor Schluss Lakic der Ball im Strafraum vor die Füße springt. Strebinger ist aber auf dem Posten und hält im Nachfassen den Werdersieg fest. Es war erst der zweite Torschuss des Kroaten nach 90 Minuten Spielzeit.

Analyse

Taktisch vertraute Thomas Schaaf wieder seinem 4-1-4-1. Die erste Halbzeit war über weite Stecken zum Vergessen. Füllkrug und Röcker bekamen auf links keinen Angriff konsequent gespielt, Akpala in der Mitte gar nicht in Tritt. Mit der Auswechslung von Akpala nahm das Spiel endlich Fahrt auf. Ohne einen echten Mittelstürmer wurden die Angriffe über die Flügel konsequenter vorgetragen. Vor allem der Willen und die Überzahl im Mittelfeld sorgte dafür, dass Werder die Partie noch drehen konnte. Yildirim zeigte, dass er auch auf dem Flügel etwas beisteuern kann und könnte eine Alternative für die Rechte Seite werden, sollte Arnautovic im Laufe der Saison die Puste aus gehen. Jener machte nach dem Seitenwechsel auf links allerdings eine richtig gute Figur und überzeugte mit starken Antritten und enormer Schnelligkeit. Auf Seiten des VFL-Wolfsburg sorgte Naldo bis zu seiner Auswechselung für viel Sicherheit im Defensivverbund. Insgesamt war vor allem die Leistung der eingewechselten Wolfsburger sehr schwach, bis auf den Polen Klich konnten keiner für Akzente sorgen. Sportlich war diese Partie sicher ein Muster ohne Wert, aber für die eingesetzten Spieler eine tolle Möglichkeit sich weiter zu empfehlen.

Einzelbewertung

Strebinger: Zwei kleinere Unsicherheiten, zeigte gute Paraden gegen Lakic und Orozco. 2-
Ignjovski: Defensiv bis zum Gegentor sicher, in der zweiten Halbzeit offensiver Abräumer mit viel Einsatz: 2-
Lukimya: Fischte vieles weg und musste oft für Pavlovic aufräumen. 2-
Pavlovic: Gute Ansätze, aber lässt Gegenspielern noch zu viel Luft. Spieleröffnung verbesserungswürdig. 3-
Röcker: Wurde viel allein gelassen, häufig ohne Not zu hastig: 3-
Bargfrede (bis 87.): Machte seine Sache sehr gut, starke Vorlage vor dem Ausgleich, verletzte sich leider: 2+
Füllkrug (bis 45.): Konnte keine Akzente setzen und passte viel zu ungenau. 4-
Ekici: Mit viel Licht und Schatten. Gute Pässe und Übersicht, trennt sich noch zu langsam vom Ball. Gute Ecken. 3+
Arnautovic: Nahm das Spiel in die Hand, ackerte enorm und mit dem wichtigen Ausgleich. 1-
Wurtz (bis 45.): Wenig zu sehen, fand sich mit seiner Rolle nicht zu recht. 4
Akpala (bis 70): Totalausfall. Im Antritt enttäuschend langsam. 5
Trybull (ab 45.): Versuchte das Spiel zu beschleunigen, leider noch zu ungenau im Abspiel und devensiv nicht robust genug. 3-
Yildirim (ab 45.) Machte viel Wirbel über rechts. Noch mit Schwächen im Zweikampf aber einem schönen Solo. 3+
Kroos (ab 70.): Hinten rechts sehr sicher, stand beim Tor goldrichtig. 2+
Fritz (ab 87.): Durfte noch für den verletzten Bargfrede aushelfen. nzb

De Bruyne eingesackt – Belek Tag 4

Heute stand wieder einmal ein reiner Trainingstag auf dem Programm, der für viele Spieler sicher weniger anstrengend als erwartet verlief. Die Spieler, die gestern gegen Trabzonspor über die gesamte Zeit zum Einsatz kamen, fanden sich zu einem lockeren Auslaufen zusammen. Für die anderen ging es am Vormittag noch einmal richtig zur Sache. Nach dem Aufwärmen wurde auf einem Viertelfeld 5 gegen 5 auf Großtore gespielt. Dabei konnte jede Mannschaft auf 8 Feldspieler und einen Torwart zurückgreifen. Um zusätzlich die Geschwindigkeit zu erhöhen, fungierten die 4 gerade nicht im Feld aktiven Spieler als lebende Bande und setzten mit Direktpässen die Kollegen auf dem Feld ein.

Christian Vander machte als Feldspieler keine schlechte Figur

Christian Vander machte als Feldspieler keine schlechte Figur / Bild:MeineSaison.de/Cario

Vic-Team: Strebinger, Vander (als Feldspieler), Stevanovic, Arnautovic, Pavlovic, Röcker, Ignjovski, Füllkrug, Akpala
Leibchen-Team: Otremba, Kroos, Bargfrede, Lukimya, Trinks, Trybull, Ekici, Yildirim, Wurtz

Bei diesem Spielchen wurde das leibchenlose Vic-Team von den jungen Leuten ordentlich nass gemacht. Vor allem Ekici gelangen sehenswerte Aktionen. Das Highlight steuerte Yildirm bei, der mit der Hacke im Lauf vom Tor weg einen Treffer erzielte. Es war leider auch deutlich zu sehen, dass Mateo Pavlovic noch großes Anpassungspotenzial hat. Es schien, dass das Spiel viel zu schnell für ihn ist und ihn die Situation überforderte. Einige gute Reflexe zeigte dagegen Richard Strebinger, der oft genug von seiner Hintermannschaft allein gelassen wurde. Insgesamt war es für die Spieler eine gute Einheit, die sichtlich geschafft den Trainingsplatz verließen.

Der Spieleabend ist vorbereitet

Der Spieleabend ist vorbereitet / Bild: MeineSaison.de/Cario

Am Nachmittag betrat dann wieder der komplette Kader das Trainingsgelände und es sollte vor allem der Spaß im Vordergrund stehen. In verschiedenen Übungen wurden Bewegungsabläufe auf spielerische Art gelöst. Ob Sackhüpfen, Fahrradfahren oder Medizinballweitwurf, die Spieler wurden bei diesem Gruppenwettkampf auch etwas gefordert. Hier ist besonders die Athletik von Theo Gebre Selassie zu nennen, der den Hindernisparcour sehr geschmeidig durchkurve. Besonders das Sackhüpfen sorgte bei Trainern, Spielern und Zuschauern für einige Lacher. Auch Nachwuchstorwart Kevin Otremba musste sich etwas zum Gespött der Kollegen machen, da er mit seiner Größe den Drahtesel kaum fahrend durch die Stangen manövrieren konnte.

Werder hat Kevin de Bruyne "im Sack"

Werder hat Kevin de Bruyne “im Sack” / Bild:MeineSaison.de/Cario

Alexander Stevanovic trainiert bei PEC Zwolle

Ein bisschen Bewegung gab es auch auf dem Transfermarkt. Ab morgen wird Alex Stevanovic (zuletzt im Einsatz als Rechtsverteidiger) beim Niederländischen Erstligisten Zwolle trainieren. Bis zum Ende der Woche will Trainer Art Langeler entscheiden, ob der Spieler von Werder ausgeliehen wird. Dieser hat auch bereits mit Denni Avdic Kontakt aufgenommen, der ihm das Abenteuer Niederlande empfohlen hat. Es ist sogar möglich, dass Stevanovic beim Test gegen Werder am Freitag bereits für Zwolle aufläuft.

Morgen steht dann das Finale im Tuttur-Cup gegen den VFL Wolfsburg an. Anstoss ist um 15 Uhr Ortszeit (14 Uhr dt. Zeit) im Mardan Sport Complex. Zu sehen ist die Parie live ausschließlich bei Werder.tv (kostenpflichtig).

Das 4-2-4-0 – einmaliges Experiment oder echte Alternative?

Thomas Schaaf überraschte im Testspiel gegen Trabzonspor mit einem taktischen Experiment: Ohne echten Stürmer, aber dafür mit einem flexiblen Sechser-Mittelfeld trat Werder die Partie an. Marko Arnautovic blieb dabei außen vor, mit der Begründung, dass er im ersten Rückrundenspiel gegen Dortmund ohnehin gesperrt ist. Haben wir also die Formation gesehen, mit der Schaaf den Doublesieger bezwingen will? Könnte das 4-2-4-0 sogar als Alternative zum in der Hinrunde gespielten System werden?

Ohne Mittelstürmer – mit variabler Doppelsechs

Bislang spielte Werder in dieser Saison personell ein 4-3-3, welches meist als 4-1-4-1 ausgelegt wurde. Das neue System unterscheidet sich hauptsächlich dadurch, dass ein zusätzlicher Mittelfeldspieler im Zentrum eingesetzt wird und dafür die Sturmspitze wegfällt. Konkret bedeutete dies im Testspiel gegen Trabzonspor, dass Clemens Fritz im Zentrum neben Junuzovic spielte und Nils Petersen aus der Sturmspitze auf Arnautovics rechte Außenbahn versetzt wurde. Auf dem Papier ist dies also zunächst eine defensive Umstellung.

Im Spiel gegen den Ball war dies auch tatsächlich so zu beobachten: Die Außenstürmer spielten mannorientiert gegen die gegnerischen Außenverteidiger und rückten dadurch oft neben oder sogar hinter Fritz und Junuzovic. Hunt und De Bruyne pressten an vorderster Front, wodurch sich eine 4-4-2 Formation ergab. Interessant waren die Verschiebungen, mit denen Werder das System immer wieder veränderte. Nur einer der Sechser (meist Junuzovic) spielte fest vor der Abwehr, während sich der zweite immer wieder ins Angriffspressing einschaltete. Das Ergebnis war ein fluider Wechsel zwischen dem in der Hinrunde dominierenden 4-1-4-1 und besagtem 4-4-2 im Spiel gegen den Ball. Gegen Hoffenheim, als Ignjovski und Fritz für Hunt und Junuzovic ran mussten, hatte man bereits ähnlich agiert.

Falsche Neun oder falsche Zehn?

Damals hatte man jedoch eine klare Sturmspitze in den eigenen Reihen, die gegen Trabzonspor nicht vorhanden war. Interessanter war denn auch das Spiel in Ballbesitz und wie Werder versuchte, die Überzahl im Mittelfeld auszunutzen. Wie üblich unter Schaaf hatte jeder Mittelfeldspieler auch in der Offensive seine Aufgabe zu erfüllen. Einer der Sechser schob bei so ziemlich jedem Angriff mit vor, während der andere für die Absicherung sorgte. Die beiden im 4-1-4-1 als Achter bezeichneten Hunt und De Bruyne spielten hingegen so weiträumig in der Offensive, dass sie sich einer konkreten Bezeichnung fast entzogen. Meiner Meinung nach trifft hier weder die „falsche Neun“ noch die „falsche Zehn“ den Nagel auf den Kopf.

Häufig war De Bruyne der offensivere der beiden und besetzte sporadisch auch die Sturmspitze. Anders als bei einer „falschen Neun“ bestand seine Aufgabe jedoch nicht vor allem darin, die Innenverteidiger durch geschicktes Entgegenkommen aus der Viererkette zu ziehen. Vielmehr versuchte er, sich durch Läufe aus dem Sturmzentrum auf den Flügel Platz zu verschaffen, etwa so, wie es letzte Saison Markus Rosenberg getan hatte. Hunt agierte häufig ein paar Meter dahinter und stieß ebenfalls nur teilweise ins Sturmzentrum vor. Den gegnerischen Innenverteidigern sollte somit der Zugriff entzogen werden.

Werders 4-2-4-0-System

Werder im 4-2-4-0-System. In weiß sind die wichtigsten Offensiv-Varianten markiert, in schwarz die wichtigsten Defensivvarianten

Die Rolle von Nils Petersen

Hierfür gab es einen triftigen Grund: Die Rolle von Nils Petersen. Anders als Arnautovic ist er auf dem Flügel vieler seiner Stärken beraubt, während seine Schwächen noch mehr zum Vorschein kommen. Man müsste also von einer glatten Fehlbesetzung sprechen (was viele getan haben), wenn er seine Position an der Außenbahn strikt eingehalten hätte. Im gegnerischen Drittel wurde aus dem Rechtsaußen jedoch regelmäßig ein Mittelstürmer, der den direkten Weg vom Flügel in den Strafraum suchte. Das Ziel war es dabei, ihn im Rücken der Innenverteidiger in gefährliche Abschlusspositionen zu bringen und dann mit Hereingaben zu füttern. Diese Taktik funktionierte über das gesamte Spiel gesehen relativ gut, wobei Werder schon anzumerken war, dass es noch Abstimmungsbedarf bei Lauf- und Passwegen gibt. Leider vergab Petersen einige hochkarätige Gelegenheiten, doch Trabzonspors Hintermannschaft hatte große Probleme, sich auf Werders Spielweise einzustellen.

Durch Petersens häufiges Einrücken fehlte Werders Spiel auf der rechten Seite die Breite. Dadurch bekam das Offensivspiel von Rechtsverteidiger Gebre Selassie eine große Bedeutung. Er spielte ein gutes Stück höher als sein Gegenstück Schmitz auf der anderen Seite und schaltete sich häufiger in Werders Angriffe ein. Um das Risiko auf der rechten Seite nicht zu groß werden zu lassen, erwies sich der zusätzliche Mittelfeldspieler als wichtig, denn Fritz deckte häufig den Halbraum hinter Selassie ab, wenn dieser einen Vorstoß wagte. Dennoch besteht hier ein Risiko und einige Male wären Werder schlechte Abstimmungen fast zum Verhängnis geworden, als Trabzonspor in Selassies Rücken kontern konnte.

Hat das neue System Zukunft?

Wenn man das Spiel gegen Trabzonspor als Experiment betrachtet, wie soll man es bewerten? Zumindest in Teilen ist es geglückt. Der Gegner wurde überrascht und mit Hunt und De Bruyne hat man die Spielertypen im offensiven Mittelfeld, die man für ein stürmerloses Spiel braucht. Aus einer 4-4-2 Defensivformation kann offensiv durch situatives Verschieben schnell zwischen 4-2-4-0, 4-2-3-1 und 4-1-4-1 gewechselt werden.

Bei vier zentralen Mittelfeldspielern besteht jedoch auch die Gefahr, dass sie sich gegenseitig die Wege zustellen und das Offensivspiel vor dem Strafraum versandet. Teilweise wirkten die Bewegungen im Mittelfeld so unorthodox, dass es schwer fiel zu unterscheiden, was gewollte Rochaden und was schlecht abgestimmte Laufwege waren. Letztlich wird auch entscheidend sein, ob der Vorteil, den Werder durch Petersens Abtauchen auf dem Flügel und das folgende, überraschende Auftauchen im Strafraum hat, den Nachteile seiner Schwächen auf der Außenbahn und das Fehlen eines Mittelstürmers übertrifft.

Ob das neue System gegen Borussia Dortmund eine brauchbare Option ist, lässt sich nach einmaliger Ansicht schlecht beurteilen. In der Hinrunde überraschte man Dortmund schon einmal mit einem System ohne echten Mittelstürmer. Damals hielt De Bruyne jedoch meistens die Position vor dem Mittelfeld, während dies gegen Trabzonspor nicht der Fall war. Ich bin gespannt, ob Werder auch im nächsten Spiel gegen Wolfsburg das System weiter testet oder doch zur Ausgangsformation zurückkehrt. Ob das System auch nach Arnautovics Rückkehr weiterhin ein Thema ist, wird sich zeigen. Interessant ist es allemal, dass Schaaf den Verzicht auf einen (klassischen) Stürmer nicht völlig aus den Augen verloren hat.

Sieg gegen Trabzonspor – Tag 3 in Belek

Der heutige Tag startet wie so oft mit dem Vormittagstraining, dass für den Kader des Abendspiels allerdings schon nach wenigen Übungen beendet war. Die anderen Spieler trainierten in zwei Gruppen den Torabschluss, das Flügelspiel und arbeiteten an der Spritzigkeit.

Torwarttraining bei Werder

Neugierige Blicke beim Torwarttraining von Werder / Bild:MeineSaison.de/Cario

Dabei waren auch zahlreiche Zaungäste, die es auf das Torwarttraining abgesehen hatten. Unter anderem Pascal Borel, der uns auch ein kleines Interview gab. Höhepunkt des Tages war aber ohne Frage die Partie gegen Trabzonspor im Mardan Sport Complex in Kundu.

Der Spielbericht Trabzonspor – Werder

Bei – für türkische Verhältnisse – klirrender Kälte fanden etwa 100 Werderfans und etwa halb so viele Fans des Gastgebers den Weg in den Mardan Sport Complex. Es sollte sich trotz der frostigen Temperaturen ein interessantes Spiel mit zahlreichen Chancen ergeben. Nach kurzem Abtasten waren es die Bremer, die es zu erst mit einem Torschuss versuchten. Elia behauptete im linken Mittelfeld den Ball und schickte De Bruyne auf die Reise, doch sein Schuss vom Sechzehner aufs kurze Eck klatschte nur an das Außennetz. Dies war anscheinend der Weckruf für die frechen Türken, die daraufhin ihre beste Phase im Spiel hatten und Werder ein ums ander Mal in Verlegenheit brachten.

Trabzonspor gegen Werder  im Mardan Sport Complex in Kundu

Trabzonspor gegen Werder im Mardan Sport Complex in Kundu / Bild:MeineSaison.de/Cario

In der 8. Minute setzten sich die Gastgeber über die linke Angriffsseite durch, aber die scharfe Hereingabe verpasste der mitgelaufene Stürmer in der Mitte nur um Haaresbreite. In der 12. Minute versuchte es Volkan mit einem Distanzschuss, der für Torwart Mielitz kein Problem war. Bereits eine Minute später wurde es erneut gefährlich für die Gäste: Prödl spielte einen Fehlpass und eröffnete einen schnellen Angriff durch Mierzejewski, dessen Schuss zuerst geblockt wurde, aber im zweiten Versuch mit einem Schlenzer über Mielitz hinweg die Latte traf. Wiederum eine Minute später hieß es Freistoß aus gut 35 Metern für Trabzonspor, den Olcan Adin nur knapp daneben setzte. Allerdings wäre Sebastian Mielitz wohl noch an den Ball gekommen, hätte er das Ziel nicht verfehlt. Mit dieser Aktion endete die Drangphase der Türken, die mit geschicktem Pressing den mangelhaften Spielaufbau der Werderaner komplett einschränkten.

23 Minuten waren schon gespielt, als Werder zur einer zweiten Torchance kam: Hunt spielte De Bryne auf der linken Seite nach einer schönen Kombination frei, dessen Hereingabe nutze Petersen freistehend zu einem Kopfball, der den Kasten leider auf der linken Seite verfehlte. Es sollte nicht die letzte Chance des Werder-Stürmers gewesen sein. Schon in der 37. Minute landete der Ball erneut vor seinen Füßen. Nach einer verunglückten Hunt-Ecke landete das Spielgerät erneut bei Hunt, dessen zweiter Versuch ähnlich schlecht wie die Ecke selbst war. Der Ball landete aber noch abgefälscht (evt. auch durch ein Handspiel, war nicht sicher zu erkennen) vor den Füßen von Petersen, dieser konnte aber Torhüter Zengin aus Nahdistanz nicht überwinden. Zwei Minuten später gab es die erste Freistoßchance für Werder. De Bruyne legte sich den Ball etwa 18 Meter vor dem Tor auf der linken Seite zurecht und zog direkt auf das Gehäuse, doch wieder war Zengin auf dem Posten und konnte zur Ecke klären. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.

2. Halbzeit

Der zweite Durchgang sollte für Werder deutlich besser werden. Nach einem Ballgewinn und schnellen Angriff über Kevin de Bruyne wurde Hunt freigespielt, der am Sechzehner erst den Ball vertendelte, diesen dann aber über Junozovic und den Zufall wieder vor die Füße bekam und mit rechts (!) ins Tor drücken konnte. So stand es 0:1 für Werder, nach gespielten 48 Minuten. Wiederum zwei Minuten später hätte Elia die Führung ausbauen können. Nach einer starken Vorarbeit von Schmitz konnte er sich durchsetzen, scheiterte aber leider am sehr guten Gästetorwart. In der 53 Minute war es erneut Kevin de Bruyne, der einen klugen Pass auf den mitgelaufenen Gebre Selassie spielte, dieser aber ebenfalls aus spitzem Winkel keinen Weg an Zengin vorbei fand.

In Spielminute 55 endlich weider ein Lebenszeichen von Trabzonspor: Yasin Öztekin wurde in den Strafraum geschickt und ging an Mielitz vorbei, doch für seinen Querpass von der Grundlinie fand sich in der Mitte kein Abnehmer. Die Aktion mündete in einem Konter der Werderaner über Hunt, der Petersen anspielte. Aus guter Position schaffte es dieser jedoch erneut nicht, den Torhüter der Türken zu überwinden. Nach 57 Minuten versuchte es Hunt mit einem direkten Freistoß, der allerdings locker parariert werden konnte. Zwei Minuten später durfte sich Petersen dann doch noch in die Torschützenliste eintragen. Nach einem sehenswerten Solo von Schmitz über die linke Seite verwertete er den Querpass aus Nahdistanz in Mittelstürmermanier. Darauf hin verflachte das Spiel zusehends.

Elia erarbeitete sich in der 64 noch eine Möglichkeit, die er leider leichtfertig vergab. Der eingewechselte Janko verfehlte auf der Gegenseite kurze Zeit später mit einem Kopfball das Ziel. In der 76. Minute war es erneut der Österreicher im Dress der Gastgeber, der mit einem Kopfball nach Unsicherheit von Mielitz das Tor knapp verfehlte. Der gute – weil sehr unaufgeregte und unauffällige – Schiedsrichter entschied allerdings auf Stürmerfoul zu Gunsten des Werderschlussmanns. Junozovic stetzte in der 85. Minute den Schlusspunkt unter die Partie, als er nach Vorarbeit von Elia ein letztes Mal den Keeper der Türken auf die Probe stellte. Es bleib bei einem – letztendlich verdienten – 0:2 für die Gäste aus Bremen. Somit steht Werder am Mittwoch im Finale des “Tuttur Cup” gegen den VFL Wolfsburg.

Spielanalyse

Es war gut zu erkennen, dass das Trainerteam ein verändertes System ausprobiert hat, um das Fehlen von Arnautovic im Spiel gegen Dortmund (5. Gelbe) zu kompensieren. In der Defensivbewegung ging Petersen auf den rechten Flügel, in der Mitte spielten Junozovic und Fritz fast auf einer Höhe, davor rotierten Hunt und de Bruyne. Leider zeigten sich vor allem beim schnellen Umschalten Schwächen: De Bruyne startete nicht direkt in die Spitze, sondern nahm den Ball vor der Abwehrreihe an und musste dann erst einmal auf die weiteren Mitspieler warten. In der Offensivbewegung tauchte Petersen dann häufiger in der Mitte auf, ließ damit allerdings Theo Gebre Selassie auf der rechten Seite alleine. Der dadurch entstehende Platz wurde bei schnellen Gegenangriffen der Türken häufig ausgenutzt. Generell hinterließ Petersen auf dem Flügel keinen guten Eindruck, in der Defensivarbeit leistete er sich zwei haarstäubende Fehlpässe.

Verbesserungswürdig ist nach wie vor das Aufbauspiel. Heute durfte sich auch Fritz an diesem Thema versuchen, doch einfaches Pressing der Türken genügte, um schnelle Ballverluste zu erzeugen. An dieser wohlbekannten Marotte muss weiterhin dringend gearbeitet werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Trainerteam vom neuen 4-2-4-0/4-2-3-1 überzeugt wurde und es eine echte Alternative darstellt. Mehr Aufschluss dazu wird sicher die Partie gegen Wolfsburg am Mittwoch geben.

Einzelbewertung

Mielitz: Eine Unsicherheit und manchmal zu kompliziert im Aufbauspiel. Sonst sicher. 3+
Theo: Mit guten Aktionen nach vorne, lies aber defensiv deutlich zu viel zu. 4+
Prödl: Viele Fehlpässe, hinten auch nicht immer sicher. 3-
Sokratis: Solide, nur in der Anfangsphase mit Problemen. 3+
Schmitz: Seine Seite war dicht, nach vorne mit guten Aktionen. 2
Junozovic: Räumte viele Bälle ab, gutes Umschalten, noch Potenzial im Spielaufbau. 2-
Fritz: Mit dem Spielaufbau überfordert, dauerte alles zu lange. Nach vorn ohne Aktion. 4
Elia: Mit Startschwierigkeiten, ackerte viel und erarbeitete Chancen. Leider zu abschlussschwach. 3+
Hunt (bis 86): Tat viel für das Spiel, hatte Glück beim Tor. Nach 60 Minuten untergetaucht und platt. 3
de Bruyne (bis 72): Viele gute Pässe, manchmal zu kompliziert gespielt. 2+
Petersen: Defensiv überfordert und viele Chancen liegen gelassen. Immerhin ein Mal getroffen. 3-

Ekici (ab 72) Hält die Bälle viel zu lange. Ein Hackentritt, sonst nur Gestolper. nzb
Iggy (ab 86) kaum noch gefordert. nzb

Es war eine schöne Zeit, aber nun ist es ok! – Pascal Borel im Interview

Beim Vormittagstraining des Teams in Belek gab es einen bekannten Zuschauer: Der ehemalige Werder-Torwart und Double-Gewinner Pascal Borel (2002-2005) war zu Gast und stand uns für ein kurzes Interview zur Verfügung:

Guten Tag Herr Borel. Schön, dass Sie sich für unsere Fragen kurz Zeit nehmen. Was hat sie denn nach Belek verschlagen?

Ich bin privat hier, um meinen Horizont zu erweitern, was das Torwarttraining betrifft. Ich will mir ansehen, wer, wie, was und warum trainiert, welche Bewegungen einstudiert werden und die Abläufe sind. Wo kann man schonmal zwei Mannschaften (Werder und Heracles Almelo, A.d.Red.) parallel sehen? Das ist doch perfekt hier.

Pascal Borel

Pascal Borel schaute beim Werder-Training vorbei. Bild: MeineSaison.de/Cario

Und die alten Weggefährten…

Es ist schön, mal wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Die Physios sind ja zum Teil noch da. Und der Trainer ist ja auch immer noch der selbe. (lacht)

Und bei den Profis?

Da kenne ich noch Aaron Hunt, er hatte sein erstes Profijahr noch mit mir zusammen. Er ist reifer geworden, aber trifft das Tor immer noch so gut wie früher!

Sie sind aber auch wegen des Trainings hier, wird Pascal Borel jetzt Torwarttrainer?

Mal sehen. Den B-Schein habe ich schon gemacht, aber für den A-Schein muss man erstmal Praxis sammeln. Deshalb sehe ich mich jetzt um.

Und die aktive Karriere?

Nach dem knapp verpassten Aufstieg wurde bei RB-Leipzig mit Ralf Rangnik ein neuer Sportdirektor geholt, der eine Verjüngungskur angesetzt hat. Ich bin derzeit beurlaubt und es wird nicht mehr mit mir geplant. Es ist aber alles sehr fair und offen abgelaufen, da gab es keine Probleme. Und irgendwann kommt einmal der Punkt, wo du zu dir selbst sagst: “Es war eine schöne Zeit, aber nun ist es gut.” Ich brauche jetzt etwas anderes.

Wie ist Ihr Interesse an Werder, verfolgen Sie die Mannschaft noch?

Ja total! Ich bin bei fast jedem Spiel im Stadion und verfolge das Team intensiv. Es macht richtig viel Spaß die Spiele zu sehen, es passiert viel und da ist immer etwas los.

Was sagen Sie zum aktuellen Kader und zur Leistung in der Hinrunde?

Ich kennen ja die Bremer und in der Sommerpause haben alle gesagt, hoffentlich steigen sie nicht ab. Doch sie haben sich gut verstärkt und eine tolle, junge Mannschaft. Dann haben sie ein paar gute Spiele gemacht und schon ging die Erwartungshaltung hoch. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen, das wird sicher noch 2-3 Jahre dauern, aber irgendwann kann man sicher wieder oben angreifen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute!

Das Interview führte Sebastian Cario für MeineSaison.de

Trinks vor dem Abflug? – Tag 2 in Belek

Der Tag begrüßte das Werderteam bei bestem Sonnenwetter und angenehmen 14 Grad Tageshöchsttemperatur. Um 10:30 Uhr wurde vom Trainer zur  Morgeneinheit gebeten. Es wurde in zwei Teams (13 vs. 13) auf jeweils mit dem Torrücken aneinander stehende Tore gespielt. Vor allem das schnelle Umschalten von Angriff auf Verteidigung sollte mit dieser etwas kurios wirkenden Einheit verbessert werden. Zudem war es so möglich, alle zur Verfügung stehenden Feldspieler einzusetzen. Die Torhüter Otremba und Vander machten Abseits des Hauptplatzes Torwarttraining. Einzig Florian Trinks absolvierte ein leichtes Individualtraining.

Heute stand ein Trainingsspiel auf dem Programm

Werder-Trainingsspiel in türkischer Abendsonne / Foto:MeineSaison.de/Cario

Beim Spielchen selbst zeigte Marko Arnautovic einmal mehr, dass er über einen guten Abschluss verfügt und erzielte zwei sehr sehenswerte Tore mit Distanzschüssen in den Winkel. Ansonsten fiel auf, dass Lukimya im B-Team das Kommando über die Abwehrkette übernahm, um so für Ordnung zu sorgen und Neuzugang Mateo Pavlovic das Werderspiel näher zu bringen.

Trainingsspiel mit Arnautofrust

Am Abend wurde dann ein echtes Trainingsspiel abgehalten. Am A-Team stand überraschend nicht Marko Arnautovic, der auch so keinen guten Abend erwischen sollte. Ein ums andere Mal resignierte er nach Zweikämpfen oder bei fehlenden Anspielen. Gefrustet, dass sein B-Team mit einem satten 5:0 vom Platz geschickt wurde. Den Führungstreffer erzielte – bereits kurz nach Anpfiff von Schiedsrichter “Matze” – Petersen, der nach einer Ecke und einer Unsicherheit von Vander am langen Eck gelauert und zugeschlagen hatte. Kurz darauf baute Kevin de Bruyne die Führung weiter aus, als er nach einem sehr guten 45m Steilpass von Hunt Vander ausspielte und erfolgreich abschloss.

Arnautovic reklamiert nach einem vermeintlichen Foulspiel

Arnautovic reklamiert nach einem vermeintlichen Foulspiel / Foto:MeinseSaison.de/Cario

Auch das 3:0 wurde nach einer starken Kombination durch das unsortierte Mittelfeld der B-Mannschaft erzielt: Fritz hatte genügend Platz und spielte Hunt in der Spitze frei, dieser legte quer auf Peterson, welcher Vander abermals keine Chance lies. Das 4:0 fiel kurze Zeit nach dem Seitenwechsel. Ein langer Ball auf DeBruyne entblößte die Hintermannschaft um Lukimya. Der Belgier verwandelte cool. Den Schlusspunkt setzte “Lücke” Füllkrug, der vom vor Vander freistehenden Petersen bedient wurde und nur noch einschieben musste.

Das B-Team brachte über das gesamte Trainingsspiel nur zwei Chancen zu Stande: Bargfrede scheiterte mit einem Distanzschuss an Mielitz, Lukimya verzog im Strafraum nach einer Ecke deutlich. Insgesamt war die Überlegenheit des A-Teams vor allem im Mittelfeld eklatant. Hier fehlte in der B-Mannschaft die komplette Ordnung, Ekici vergab die wenigen Kontermöglichkeiten durch sein lethargisches Angriffsspiel. Eigentlich müsste sich das B-Team bei Petersen bedanken, nicht noch deutlicher verloren zu haben, da dieser weitere 2-3 hochkarätige Chancen leigen ließ. Die beiden Innenverteidiger brachten den Harzer nie in ihren Zugriff, vor allem Pavlovic benötigt noch Zeit, das Defensivverhalten der Mannschaft zu verinnerlichen und sich auf dem Platz zurechtzufinden. Felix Kroos durfte sich als Rechtsverteidiger versuchen und hat dabei einen ordentlichen Eindruck hinterlassen, die Tore fielen zumindest nicht über seine Seite.

A: Mielitz – Theo, Proedl, Sokratis, Schmitz – Fritz, Junozovic (bis 2.HZ / Füllkrug), Elia, de Bruyne, Hunt – Petersen

B: Vander, Kroos, Lukimya, Pavlovic, Iggy – Bargfrede, Ekici, Arnautovic, Füllkrug,  (bis 2.HZ / Junozovic), Wurtz – Akpala

Tore: DeBruyne (2), Petersen (2), Füllkrug

Auf dem Nebenplatz trainierten die restlichen Akteure. Es fehlte unter den Profis allerdings Florian Trinks. Aus Kreisen des FC St.Pauli war vorangegangene Woche ja das Interesse an einem Ausleihgeschäft vermeldet worden. Dies soll aber nur möglich werden, wenn Trinks seinen Vertrag bei Werder verlängert. Ob das Fehlen von Trinks mit einem möglichen Wechsel zu tun hat oder eine Verletzung vorliegt, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen.

UPDATE:Eben war zu hören, dass Trinks sich beim Aufwärmen zum Vormittagstraining verletzt habe.

Sonst noch was?

Unter den Zaungästen konnte heute Ex-Profi Stefan Blank ausgemacht werden, der sich kurz mit seinem alten Weggefährten Frank Baumann unterhielt.

Das soll es für heute gewesen sein, Morgen folgt der Bericht vom Training und dem Testkick gegen Trabzonspor.