Die Leiden des alten U.

Was macht der große Fisch, der gerade noch alle anderen Fische im Teich sauber zerlegt hat, wenn ihm vom noch größeren Fisch aus dem Nachbarteich in den Schwanz gebissen wird? Richtig, er schreit. Er schreit so laut, dass alle anderen Teichbewohner sich erfürchtig vor ihm hinlegen und ihre Gunst beteuern.

Der große Fisch ist natürlich der ruhmreiche FC Bayern München, der Teich die Bundesliga und der noch größere Fisch Manchester United. Da hat es ManU doch einfach gewagt, mal ein bisschen mit Owen Hargreaves zu flirten und will jetzt ernst machen. Die Bayern sind stocksauer und pochen auf den Vertrag mit Herrn Hargreaves Unterschrift drauf. Geht ja auch nicht, einfach so rauskaufen! Zählt denn ein Arbeitsvertrag im heutigen, kalten Profifußballgeschäft gar nichts mehr? Steht am Ende vielleicht gar nicht der Fußball im Mittelpunkt, sondern der schnöde Mammon?

Die Bayern – insbesondere Würschtl-Uli und Waderl Rummenigge – können einem dieser Tage schon leid tun. Denn international kann man eben nur Leute kaufen, die bei den Topvereinen auf der Bank sitzen (Van Bommel) oder gar nicht erst bei Topvereinen spielen (Karimi). National beherrscht man die Liga sowieso. Da reicht es, wenn man ab und an gezielt einen Spieler herauspickt um die Konkurrenz zu schwächen (Ismael, Van Buyten). Aber beim ganz großen Schwanzvergleich, da kann man eben nicht mithalten. Und deshalb ist der Würschtl-Uli jetzt beleidigt. Und deshalb droht Rummenigge jetzt mit dem großen Bruder (FIFA).

Was Bayern sich davon verspricht, einen Spieler gegen dessen Willen im Verein zu halten, wird dabei nicht ganz deutlich. Mehr als deutlich wird allerdings, dass ein Großteil der deutschen Presse munter nachplappert, was an der Säbener Straße vorgequatscht wird. Am Stammtisch kommt’s natürlich auch gut: "Endlich ma einer, der sich gegen den Ausverkauf vom Fußball wehrt und klar sagt, watt Sache is!" Dass dieser jemand in einem sehr dünnen Glashaus sitzt, scheint dabei niemanden zu interessieren…

Uli, den Miro, den geben wir nicht her! Auch nicht für 100 Millionen!

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