Es wird ernst – Werder in Belek Tag 2

In der Reihe “Werder in Belek” berichtet Gastautor Sebastian Cario täglich in kleinen Notizen aus dem Trainingslager der Bremer.

Schaaf am Steuer

Hier fährt der Chef noch selbst - Schaaf am Steuer eines Golfcars

Am heutigen Morgen begann für die Profis der Ernst des Trainingslagers. Schon um 7:30 Uhr drehten sie ihre Runden auf dem Trainingsplatz, um nach dem Frühstück um 11:00 Uhr zum ersten echten Teamtraining zusammenzufinden. Nicht dabei war übrigens Naldo, der nach Angaben der Offiziellen mit einer „Reizung des Außenbandes im linken Knie“ nur im Kraftraum mit Benjamin Kugel trainieren konnte. Über einen Zeitpunkt für eine mögliche Rückkehr ins Mannschaftstraining wurden keine Aussagen getroffen.

Überhaupt ist Naldo (noch) das Dauerthema. Nun hat auch noch Porto Alegre offiziell Interesse am Innenverteidiger bekundet. Das Angebot über eine – zugegeben lächerliche – Million Euro wurde allerdings abgelehnt. Auf Grund der Höhe des Angebotes ist nicht anzunehmen, dass es noch zu einer Einigung kommt. Somit kann das Thema dann doch langsam vom Tisch genommen werden. Zum Glück!

Zurück zum Training: Positive Nachrichten gab es stattdessen von Denni Avdic, der heute das volle Programm absolvierte und Mannschafts-Doc Dimanski versicherte, dass alles ok sei. Am Morgen trainierten die Torhüter zuerst unter sich. Tiger Kraft holte alles aus den Jungs heraus und es wurde wieder einmal deutlich, dass wir auf dieser Position keinen Bedarf haben. Dabei fiel mir vor allem wieder Miele auf, der – wie schon im letzten Jahr – mit starken Paraden auf der Linie überzeugte. Auch Bernd Düker hat sich weiterentwickelt und wirkt nun schon etwas reifer in seiner Anlage.

Taktikschulung für den Angriff

Taktikschulung für den Angriff

Begleitet vom einsetzenden Nieselregen bekamen zeitgleich – nach Abwehr und Mittelfeld am gestrigen Tag – auch die Stürmer ihre 30 minütige Taktikschulung, während der Rest die typischen 6 gegen 3 Spielchen verrichtete. Im Anschluss wurde ein Trainingsspiel durchgeführt, welches torlos endete. Wohl auch deshalb, weil Pizarro, Avdic und Füllkrug mit Wiese und Düker Torschüsse und Kopfbälle in Kombination mit Koordinationsübungen trainierten. Dabei zeigte vor allem der U-19 Nationalspieler Füllkrug, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen sein wird. Ein starker Abschluss und eine gute Technik zeichnen ihn aus.

Am Abend wurde viel Wert auf die Defensivarbeit und das Abwehrverhalten gelegt. In den Formationen Bargfrede, Schmitz, Prödl, Sokratis, Fritz und Wesley, Hartherz, Silvestre, Wolf, Boenisch wurde das Abwehrverhalten geprobt. Ein wichtiges Element dabei war der „Zugriff“ auf die Spieler, als das Herausrücken und Verschieben bei gegnerischem Ballbesitzt. Wortreich und lautstark ging Schaaf immer wieder dazwischen, erklärte die Situationen und deckte die Fehler auf. Mit dem Satz: „Auch wenn ihr in Ballbesitz seid, müsst ihr realisieren, dass ihr eine Abwehr seid.“ traf er den Nerv der Beobachter. Zu oft stürmten die Verteidigungsreihen kopflos nach vorne und eröffneten den Angreifern durch schnellen Ballverlust große Lücken. Eben jene Lücken, die unsere Tabellenposition nach der Rückrunde fast noch schmeichelhaft aussehen lassen.

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