Heute vor fünf Jahren: Gerd Rubenbauer

Auch wenn es angesichts der aktuellen Ereignisse etwas untergeht: Vor genau fünf Jahren siegte Werder im Münchner Olympiastadion mit 3:1 und stand damit als Deutscher Meister 2004 fest. Zum Jubiläum gibt es hier die Werdertore noch mal zum Nachlesen – in den Worten des ARD-Reporters Gerd Rubenbauer:

"Ailton, wo soll er hinspielen? Da steht ja keiner. Verlegenheitspass. Lizarazu verlässt sich auf Kahn. Was macht der denn? Klasnic. Tor! Dies sei ein Spiel wie gegen Real, hatte er gesagt. So hatte er das sicher nicht gemeint. Werder bejubelt die Führung und in diesem Moment neun Punkte Vorsprung und die Meisterschaft, in diesem Moment. Fünf Rote und drei Grüne, da darf sowas nicht passieren. Ah, was für ein Patzer von Kahn. Sicherlich, das zehnte Auswärtstor Ligaspitze von Klasnic, aber… wie hatte Kahn auf Schalke gesagt? "Eier brauchen wir." An ein solches faules Ei hatte er sicher nicht gedacht. Und… Thomas Schaaf… mit erstem verhaltenen Jubel. Aber… sofort behielt er die Übersicht. Kein zu frühes Jubeln.

So spielt Bremen. Reinke. Jeremies. Baumann gewinnt das Duell gegen Schweinsteiger. Ernst. Fantastisch, Micoud! Was für ein herrliches Tor! Noch einmal: Baumann gewinnt den entscheidenden Zweikampf gegen Schweinsteiger. Dann… sieben Bayernspieler unterbinden das nicht. Ernst auf Micoud. Das ist Werder 2004. Ein Team, das mit Kopf, Gefühl und Kaltschnäutzigkeit agiert. Einfach Micoud, a la bonheur. Ein so wunderschönes Tor machte endlich auch beim Werdercoach körperliche Kräfte frei, enstpannte aber noch nicht die Gesichtszüge.

Ze Roberto. Pizarro. Verliert den Zweikampf. Und Borowski… spielte frech und selbstbewusst. Tolle Leistung. Ailton. Ailton! Klasse! Noch einmal. Pizarro in dieser Szene wie ein Werderspieler von früher. Und Borowski. Hargreaves… halbherzig halber hinaus. Ailton. Linke schaut zu, denkt sich: Aus der Distanz macht der keine Tore. Von wegen! Beim zweiten Anlauf wird der Kunstschuss von Erfolg gekrönt. Ailtons 27. Saisontor. Irr die Wege. Faszinierend der Blick zum Tor und die Art wie er trifft. 36 1/2 Jahre ist es her, dass die Bayern in einer Halbzeit drei Tore kassierten, damals gegen Köln. Die goldenen Schuhe, erstmals getragen von Ailton, die versetzten jetzt auch den Werdercoach in erste Euphorie."

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