HSV-Bashing (18)

Es ist ja nicht wirklich überraschend, dass einer Mannschaft, die im Abstiegskampf steckt, alle Mittel recht sind. So kann man es Mehdi Mahdavikia kaum übel nehmen, dass er es gegen Dortmund einmal mit einer Schwalbe probiert hat. Dabei hatte er Glück, denn der Schiedsrichter fiel drauf rein und gab Elfmeter. Interessant ist jedoch, dass die sonst so strengen Hüter des Fair Plays von den Medien, die sich sonst gerne schadlos an Simulanten aller Art halten und immer wieder härtere Strafen für solche Unsportlichkeiten fordern, sich heute merklich zurückhielten. Guido Buchwald bezeichnete die Schwalbe im Arena-Halbzeitstudio als "geschickt", auf kicker.de wird sie sogar als Torvorlage Mahdavikias gewertet. Nun gibt es nicht viele Dinge, die im Zusammenhang mit dem HSV in dieser Saison als geschickt bezeichnet wurden – ihre Anzahl ist in etwa so hoch wie die Mahdavikias Torvorlagen – und daher gönne ich ihnen das Kompliment heute ausnahmsweise.

Bleibt nur die Frage warum die Überschrift dann "HSV-Bashing" heißt, wenn doch eigentlich höchstens die Pharisäer gebasht gehören, die Andi Möller einst zum Schwalbenkönig ernannten und heute über Mahdavikias Versuch nur schelmisch grinsten, bzw. der Schiri, der auch nach dem Spiel darauf beharrte, mit seiner Entscheidung richtig gelegen zu haben. Aber, lieber HSV, am Ende bekommt es eben doch der ab, der sich am besten zum Opfer eignet. Und das ist meist der Tabellenletzte.

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