HSV-Bashing (21)

Es ist lange her, liebe Hamburger, dass ihr in diesem Blog gebasht wurdet. Ist ja eigentlich auch etwas albern. Doch eine gesunde Rivalität unter Nachbarn kann nicht schaden und alte Traditionen soll man pflegen. Deshalb gibt es also nach langer Zeit mal wieder eine neue Folge des allseits beliebten HSV-Bashings.

Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 22. Spieltag der Saison 2006/07 wart ihr zu Gast im Weserstadion. Die Vorzeichen waren dabei so klar wie selten: Wir spielten gegen Schalke und Stuttgart um die Meisterschaft und ihr wart Tabellenletzter und musstet euch ernsthafte Sorgen um eure Stadionuhr machen. Doch dann gewannt ihr das Spiel und alles kam ganz anders.

Seitdem hat sich viel verändert. Eure Verantwortlichen haben viel richtig gemacht und so dürft ihr heute gegen Wolfsburg um die Tabellenführung spielen, während wir mit den Bayern um Platz 18 in der Rückrundentabelle ringen. Zum ersten Mal seit vielen, vielen, vielen, VIELEN Jahren könnte man den Eindruck bekommen, ihr wärt auf dem Weg, uns als Nummer Eins des Nordens abzulösen. Ich kann mir gut vorstellen, wie ihr euch darüber freut, dass die kleinen Bremer endlich auch mal wieder mit einer Krise zu kämpfen haben. Und das ist auch völlig ok so. Es sei euch gegönnt, dass von Milliardären gefütterte Inselvereine horrende Beträge für leicht überdurchschnittliche Spieler überweisen. Auch, dass die Dortmunder so freundlich waren, euch die "Tormaschine" Zidan abzunehmen und im Gegenzug einen Weltklassespieler wie Petric zu euch schicken. Es ist ja nicht so, als wäre euer Erfolg nur dem Zufall entsprungen.

Ich kann das so unumwunden eingestehen, weil mir euer Beispiel Hoffnung gibt. Damals, vor zwei Jahren, seid ihr von Platz 18 noch in den UI-Cup und darüber dann in den UEFA-Cup gekommen. Ein perfektes Beispiel, wie man aus einer verkorksten Saison noch etwas zählbares mitnehmen kann. Geschichte wiederholt sich nicht, doch vielleicht endet diese Saison mit umgekehrten Vorzeichen: Hamburg landet am Ende auf Platz 3 hinter dem Überraschungsmeister Hertha BSC, den bis zum 34. Spieltag niemand ernst genommen hat und Werder kommt noch mit Ach und Krach ins internationale Geschäft (den UI-Cup gibt es zum Glück nicht mehr, also darf es gerne auch der UEFA-Cup sein). Und selbst wenn nicht, können wir uns vielleicht trotzdem etwas bei auch abschauen: Vom HSV lernen, heißt Nicht-Absteigen lernen.

Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir dann doch nicht verkneifen (der Beitrag muss ja schließlich seinem Titel gerecht werden): Dass wir nun eure supermoderne Fußballarena bezahlen sollen, finde ich dann doch etwas dreist!

Mit besten Grüßen von der Citibank Weser!

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