HSV-Bashing (22): Die Charme-Offensive

Liebe Hamburger,

ich habe es mir jetzt lange genug mit angeschaut. Schlimm genug, dass ihr die Dreistigkeit besitzt, einfach das Bremer Erfolgsrezept aus hanseatischen Kaufmannsprinzipien, gutem Scouting, kompetenter sportlicher Führung und Geduld zu kopieren. Doch langsam geht ihr zu weit. Da gibt Didi Beiersdorfer kurz vor Beginn der Verlängerung des DFB-Pokals ein Interview, das in Anbetracht der Umstände fast schon eine Bewerbung für einen Fair-Play-Preis sein könnte. Und nun biedert sich auch noch der sowieso schon ekelhaft sympathische Martin Jol mit Aussagen an, die so ehrlich und vernünftig klingen, dass sich einem als Werderfan der Magen umdreht:

"Das ist verrückt, wenn man alle drei Tage ein Spiel hat. Das kann Chelsea wegstecken und Liverpool. Das sind solche starken Mannschaften, mit fantastischen Kadern, dass sie leicht in der Woche drei Spiele machen können. Wir haben das nicht, trotzdem sind wir mit ein bisschen Zufall, viel Charakter und Mentalität lange in drei Wettbewerben dabei gewesen. Und wenn es mich auch manchmal wundert: Meine Spieler leben immer noch."

So etwas wollen wir aus der Weltstadt Hamburg nicht hören. Wir wollen latent größenwahnsinnige Statements, Allmachtphantasien oder zumindest leicht überhebliche Schmähungen gegen die grünweißen Provinzkicker. Tim Wiese hatte mit seinen Spitzen doch eigentlich perfekte Vorarbeit geleistet und dann noch die Frechheit besessen, direkt vor eurer Fankurve drei Elfmeter zu halten. Nach dem Auswärtssieg am Donnerstag hätte ich da schon etwas mehr Schadenfreude erwartet. Payback is a bitch!

Nun gut, man kann niemanden zu seinem Unglück zwingen. Trotzdem kann es so nicht weitergehen. Ich schlage vor, ihr lasst euch für das dritte Nordderby am Donnerstag endlich ein paar markige Worte einfallen und ich google in der Zwischenzeit mal "kognitive Dissonanz".

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