Live-Blogging vs. Twitter

Als ich vor knapp 10 Wochen (länger ist es wirklich noch nicht her) beschlossen habe, mein Blog fortzusetzen, war es mein großer Wunsch, wann immer möglich auch live von den Werderspielen zu bloggen. Ich hatte allerdings wenig Ahnung von den technischen Dingen. Selbst programmieren kam nicht in Frage und mit den verfügbaren Live-Blogging-Tools kannte ich mich auch nicht aus. Dazu kommt, dass selbst viele wirklich gute Live-Blogger mit mehreren Jahren Erfahrung nur eine Handvoll Leser anlocken, die dann auch kommentieren. Als blutiger Anfänger sah ich da nicht wirklich eine Chance für mich.

Daher entschloss ich mich, Twitter als Live-Blogging-Alternative zu nutzen. Über Twitter erreicht man schnell und unkompliziert eine Vielzahl an Menschen. Statt Interessenten erst auf die eigene Website zu lotsen, können diese ganz problemlos bei Twitter mitlesen und darüber auch ihren eigenen Senf zu den Spielen abgeben.

Abgesehen davon ist Twitter nicht wirklich mit einem Live-Blog vergleichbar. Die Beschränkung auf 140 Zeichen macht sich im Ergebnis deutlich bemerkbar. Es hat eher den Charakter eines Tickers, der schnell und direkt über die wichtigsten Ereignisse informiert. Ausführliche Beschreibungen einer Situation, etwa der Entstehung eines Tores, sind kaum möglich, es sei denn man verteilt sie auf mehrere "Tweets". Die "Follower" werden es einem kaum danken, denn durch die ohnehin schon hohe Taktfrequenz kann man den Leuten auch schnell auf die Nerven gehen.

Mein Fazit nach 10 Wochen "Live-Tweeting" ist dennoch weitgehend positiv. Das Feedback ist gut und Spaß macht es auch. Inzwischen sind auch die meisten Fußball-Blogger bei Twitter vertreten, so dass sich die Kommunikation tendenziell aus den Blogs zu Twitter verlagert. Ich sehe das aber nicht als Bedrohung für die Blogs, im Gegenteil. Ohne Twitter hätte ich heute wohl nicht annähernd so viele Leser, wie ich heute habe. Und wegen des 140-Zeichen-Limits werden die Sachdiskussionen auch weiterhin in den Blogs stattfinden.

Ich habe in den letzten Tagen trotzdem ein bisschen mit Live-Blogging-Software herumgespielt. Ich weiß noch nicht genau, ob ich sie in Zukunft auch selbst einsetzen werde, doch es wird trotzdem ab sofort Live-Blogging auf dieser Seite geben: Mein Freund Gino ist ein selbst ernannter Kenner der europäischen Fußballszene und wird uns unter der Überschrift "Gino Basteri's Live Blog" an seiner Expertise teilhaben lassen. Ich habe ihm freie Hand bei der Auswahl der Spiele gelassen, mit Ausnahme von Werderspielen und Spielen, die zeitgleich dazu stattfinden. Das "Idiotenapostroph" werde ich ihm hoffentlich noch austreiben…

Erster Termin ist morgen (Samstag) mit dem Länderspiel Deutschland gegen Liechtenstein. Ich bin gespannt, wie Gino sich schlägt!

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    4 Gedanken zu „Live-Blogging vs. Twitter

    1. Joa, gewöhn ihm das mal ab. Da kannst Du dir in einem Rutsch auch das “das Apostroph” abgewöhnen, richtig ist “der Apostroph”.
      Will mein Sprachempfinden zwar auch nicht glauben, ist aber so.

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