Zwei Zwei Zwolle – Belek Tag 7

Heute stand das letzte Belek Testspiel gegen PEC Zwolle an. Austragungsort war der Platz des IC-Santai, an den Werder nach Niederlagen gegen Duisburg und Eskişehirspor im Jahr 2012 keine guten Erinnerungen haben dürfte. Bereits im Vorfeld wurde vom Trainerteam angekündigt, dass alle Feldspieler nochmal eingesetzt werden sollten.

Spielbericht SV Werder Bremen – PEC Zwolle

Die Bremer versuchten gleich zu Anfang Akzente zu setzen und kamen schon früh zu ersten Möglichkeiten. In der 3. Spielminute setzte sich Elia auf links durch, ging zur Grundlinie und Flankte in den Strafraum. Am langen Pfosten wartete Fritz, dessen Kopfball allerdings das Ziel verfehlte. Die nächste Chance war ein Duplikat der vorangegangenen. Wieder kommt Elia zum Flanken, doch diesmal spielt er den Ball flach durch den Strafraum. In der Mitte verpasste Junozovic, aber am langen Pfosten schließt Petersen ab, verfehlt allerdings das Tor. In der 11. Minute dann die überraschende Führung für die Niederländer: Drost wird mit einem langen Einwurf geschickt, geht links durch und sieht Benson in der Mitte. Diese bringt nach toller Parade von Mielitz den Ball allerdings nicht unter, doch der lauernde Mokthar legt den Abpraller überlegt ins rechte Eck. Werder brauchte einige Zeit, um sich neu zu sortieren. Die Aktionen waren nun sehr viel vom Zufall abhängig. Erst in der 27. Minute war wieder Bewegung im Zwoller Strafraum zu erkennen. Ein langer Ball von Hunt wird von Elia sauber mitgenommen, doch der schießt freistehend links am Kasten vorbei. Kurz darauf hat Hunt selbst die Chance, doch sein abgefälschter Freistoß aus 20 Metern knallt nur an die Unterkante der Latte und springt von der Torlinie zurück ins Feld. Da wäre Torwart Aafjes machtlos gewesen. In der 33. Minute ist es wieder de Bruyne, der mit einem tollen Pass Clemens Fritz einsetzt. Doch dessen Direktabnahme landet ebenfalls am Quergestänge. Anschließend kommt Prödl frei zum Kopfball, doch auch diese Möglichkeit bleibt ungenutzt. Werder war jetzt klar am Drücker und der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. In der 38. Spielminute sollte es dann richtig kurios werden. De Bruyne setzt sich auf rechts durch und legt den Ball in den Strafraum, doch Junozovic kann damit nichts anfangen und wird von den Verteidigern bedrängt. Als einziger im Stadion hat Schiedsrichter Ihsan Erhansömez dabei ein Foul gesehen und zeigt auf den Punkt. Füllkrug schnappt sich den Ball zur Ausführung des Elfmeters, doch Aafjes kann den Strafstoß parieren. Eine Parade, die wohl unter die Kategorie ausgleichende Gerechtigkeit fällt. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal gefährlich vor dem Tor der Bremer, Saymak kommt nach einem Angriff über links im Strafraum unbedrängt zum Abschluss, aber Mielitz ist da und zeigt eine starke Parade. Eine kläglich vertendelte Kontermöglichkeit in der 44. Minute setzt den Schlusspunkt unter eine interessante erste Halbzeit, nach der PEC Zwolle glücklich mit 0:1 in Führung lag.

Werder Bremen vs. PEC Zwolle auf dem IC Santai Sportplatz

Werder Bremen vs. PEC Zwolle auf dem IC Santai Sportplatz / Bild: MeineSaison.de/Cario

Werder kam aktiv aus der Pause und es war der Mannschaft anzumerken, dass sie das Spiel drehen wollten. Ein punktgenauer Seitenwechsel durch Mateo Pavlovic für den rechts lauernden Arnautovic leitete die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang ein. Der Österreicher nahm den Ball gekonnt aus der Luft, ging ein paar Schritte und schoss eine scharfe Flanke in den Sechzzehner. Am langen Pfosten stürmte Füllkrug heran, doch dessen Kopfball gegen die Laufrichtung des Keepers verfehlte das Tor abermals. 49 Minuten jetzt waren gespielt. Eine Einzelaktion für Özkan Yildirim verschaffte Werder eine Minute später die nächste Möglichkeit, doch nach dem Ballgewinn konnte der junge Deutschtürke das Spielgerät nicht an Torwart Wintjens vorbei ins Tor bekommen. In der 54. Minute dann endlich der Ausgleich: Ekici bekommt gute 20 Meter vor dem Tor den Ball, dreht sich ein und schließt trocken ab. Der Ball schlägt oben rechts in den Winkel ein, der niederländische Torhüter hatte keinen Chance gegen diesen Sonntagsschuss. Werder wollte jetzt nachlegen, aber Akpala scheiterte in der Folgezeit gleich zwei Mal. Erst kam er nach einer Ecke frei zum Kopfball und verfehlte das Ziel, dann setzte er sich im Sprint gegen beide Verteidiger durch und scheiterte mit seinem Abschluss an Wintjens. Zwischenzeitlich war auch Richard Strebinger gefordert und konnte sich nach einem Angriff über rechts auszeichnen, da der Stürmer aus vollem Lauf keinen Weg an der Nummer 3 Bremens vorbei fand. In der 68. Minute dann doch noch die Führung für Werder: Arnautovic und Akpala spielen Doppelpass, doch der Österreicher scheitert mit seinem Versuch. Am langen Pfosten hat aber Johannes Wurtz aufgepasst und staubt zum 2:1 ab. Im Anschluss verflachte das Werder-Spiel zunehmend, nur die Niederländer kamen noch zu zahlreichen weiteren Möglichkeiten und erzielten in der 75. Minute den erneuten Ausgleich. Nachdem Ignjovski auf rechts mit drei Gegenspielern allein gelassen wurde steht Pluim frei am Elfmeterpunkt und kann unbedrängt einnetzen. In den Schlussminuten machte der niederländische Ehrendivisionist die bessere Figur und hätte Ignjovsik nicht in der letzten Spielminute mit einer Wahnsinntat das Tor verhindert, wären die Zwoller als Sieger vom Platz gegangen. Insgesamt ein gerechtes Unentschieden, da Zwolle in der 2. HZ mehr nach vorne tat und Werder in der Schlussphase permanent in Verlegenheit brachte.

Analyse

Die Startformation probte wohl den Ernstfall gegen den BVB. Schaaf setzt dazu weiter auf das 4-1-4-0 System ohne echten Mittelstürmer. Leider konnte das System im Praxistest nicht standhalten, denn immer wenn Petersen bei Angriffen in den Sturm ging, war die rechte Seite verweist und lud zu schnellen Gegenzügen ein. In Halbzeit zwei und durch die vielen Wechsel kaum noch Struktur im Spiel und mit großen Lücken. Insgesamt ist allerdings sowohl die Leistung, als auch das Ergebnis in Ordnung.

Einzelbewertung /HZ1

Mielitz: Zwei mal gut reagiert, beim Gegentreffer machtlos. Sehr sicher! 2+
Selassie: Gelang nach vorne nichts, hinten immer wieder mit Problemen bei schnellen Gegenzügen. 3-
Prödl: Gutes Spiel, beim Gegentreffer nicht konsequent genug am Mann. 3
Sokratis (bis 31.): Unauffällig, mit 1-2 Leichtsinnsballverlusten. 3
Schmitz: Machte viel Dampf auf links, nach hinten meist sicher. 2-
Junozovic: Nicht so effektiv wie gewohnt, offensiv nicht durchschlagskräftig. 3-
Fritz: Konnte den Spielaufbau nicht richtig in Gang bringen, wirkte müde und langsam. 4-
Hunt: Hatte keine Lust, aber zwei gute Pässe und Pech beim Freistoß. 4-
DeBruyne: Zu viele Fehlpässe. War froh, als es vorbei war. 4
Petersen (bis 31.): Nicht seine Position, defensiv hilflos. 4-
Elia (bis 31.): Sehr aktiv, gab einige gute Vorlagen. 2-

Yildirim (ab 31. bis 61.): Konnte sich wieder positiv zeigen, muss aber seine Torchance nutzen. 3+
Füllkrug (ab 31. bis 61.): Lief nicht viel zusammen. 4-
Pavlovic (ab 31. bis 61.): Stand gut und sicher. 2

Einzelbewertung /HZ2

Strebinger: Eine kleine Unsicherheit, zwei gute Paraden. 2
Ignjovski: Kämpfte, rackerte, lief, holte Bälle und wurde beim Ausgleich allein gelassen: 2+
Lukimya: Konnte die Abwehr gegen Ende kaum noch stabilisieren. 3
Kroos (ab 61.): Guter Spielaufbau aus der Abwehr, defensiv am Ende mit Problemen. 3-
Röcker: Wirkt manchmal unsicher, offensiv zu wenig und zum Schluss platt: 4+
Ekici: Traumtor gemacht, ab 2-3 Mal das Tempo verschleppt. 2-
Arnautovic: Enorm fleißig, wollte unbedingt gewinnen. 2-
Wurtz (ab 61.): Stand beim Tor richtig. Versuchte auf links durchzukommen, blieb aber meist hängen. 3-
Akpala: Chancentod. 4-
Trybull (ab 61.): Merkte man die fehlende Fitness an, wie immer mit guter Übersicht. Muss im Zweikampf besser werden. 3
Trinks: Blieb Strafstoß verwehrt, war wohl nicht ganz fit, da Spritzigkeit fehlt. 3-

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