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3 Fragen zu Bayer Leverkusen

Endlich bin ich mal wieder dazu gekommen, vor dem Spiel ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners führen. Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen hat mir Jens Peters von catenaccio drei Fragen zu seinem Lieblingsverein beantwortet:

Leverkusen macht die letzten Wochen einen guten Eindruck, gewinnt auch die weniger guten Spiele. Glaubst du ihr könnt den zweiten Platz bis zum Saisonende gegen die Bayern verteidigen und endlich euer Phlegma des letzten Saisondrittels ablegen? Oder ist sogar noch mehr drin, falls der BVB schwächelt?

Ich denke ehrlich gesagt nur von Woche zu Woche. Im Moment stehen wir auf Rang 2 und bei den derzeitigen Leistungen sollte der Platz auch am Ende der Saison drin sein. Über mehr mag ich gar nicht nachdenken. Platz 1 sowieso nicht und als Dritter bin ich auch mehr als glücklich!

Die Mannschaft wirkt im Vergleich zu den letzten Jahren gereift. Selbst das Dauerthema Michael Ballack scheint das Team nicht groß zu verunsichern. Liegt das an der hinzugewonnenen Erfahrung der Spieler oder ist einfach der Kader stärker als in den Vorjahren?

Dass die Mannschaft gereift ist kann ich so unterschreiben. Ein junges Team, dass nun im Grunde seit 2-3 Jahren mit punktuellen Ergänzungen, so zusammen spielt. Und die Ergänzungen, da muss man den Verantwortlichen ein Lob aussprechen, passen perfekt ins Gesamtgefüge. Die Jungen bringen die nötige Leistung auf dem Platz, hinzu kommen dann erfahrene Recken, wie Hyypiä, Rolfes, Ballack und Kießling, die der Mannschaft Halt geben und auch in der Vergangenheit gefehlt haben. Inzwischen ist dann auch die nötige Tiefe hinzugekommen und die Spieler reifen bspws. an der Europa League weiterhin.

In Bremen läuft es weit weniger rund. Der Klassenerhalt ist in Gefahr und die Leistungen passen zum Tabellenplatz. Ist Werder in dieser Situation überhaupt ein ernstzunehmender Gegner für euch?

Sagen wir mal so. Spielt Werder den Fußball der letzten Wochen ist Bremen ein schlagbarer Gegner. Leider kommt die unbekannte Variable “Mannschaft-mit-Potenzial-für-mehr-im-Abstiegskampf” mit ins Spiel. Wer weiß was da passiert?

Dein Tipp?

1:3!

3 Fragen zum FC Bayern

Wie angekündigt möchte ich in der Rückrunde wieder vor jedem Bundesligaspiel ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners führen. Vor dem Spiel gegen die Bayern hat mir probek drei Fragen zu seinem Lieblingsverein beantwortet:

Transfers in der Winterpause sind nichts besonderes. Den Kapitän zwischen dem 19. und dem 20. Spieltag zum AC Milan zu verkaufen ist dagegen sehr außergewöhnlich. Wie stehst du zu van Bommels Wechsel und welche Auswirkungen hat er deiner Meinung nach auf das Mannschaftsgefüge?

Wie ich dazu stehe? Ich hätte Mark einen besseren Abschied gewünscht, der in einer perfekteren Welt erst zum Ende der Saison (oder gar noch später) gekommen wäre. Aber: so läuft’s Business, wenn dein Vertrag ausläuft, die komplette Vereinsführung seit längerem die Zukunft offensichtlich ohne dich plant und dir mit den Transfers von Tymoschtschuk und später Gustavo auch sehr deutlich zu verstehen gibt, dass sie nach Alternativen bzw. Nachfolgern sucht. Dann gehste halt mal ein halbes Jahr eher, zu einem auch nicht so schlechten Verein. Dass jetzt allein van Gaal derjenige gewesen sein soll, der ihn in die Flucht getrieben hat, halte ich insofern auch für wenig glaubwürdig. Hätte der Trainer ihm einen neuen Vertrag anbieten sollen? Oder auch nur dürfen?

Trotzdem bedaure ich seinen Abschied, ist doch klar. Ich habe ihn für einen vorbildlichen Kapitän gehalten, für einen auch von manchen Bayernfans (zu) wenig besungenen, wichtigen Faktor in engen Spielen gegen Gegner hoher und höchster Klasse. Es ist aber auch eine hohe Kunst, sich als Verein und als Fußballprofi zum genau richtigen Zeitpunkt und in beiderseitigem Einvernehmen zu trennen, das klappt beileibe nicht immer problemlos (an dieser Stelle mal unvermittelte und rein zufällige Grüße an tätowierte Bremer Mittelfeldspieler). Und ginge es nach mir, hätte Bayern eh noch Luca Toni, Lucio, Hummels, Zé Roberto, Roy Makaay und Giovane Elber im Kader. Zwar reizvoll, aber vielleicht keine allzu realistische Alternative.

Das Mannschaftsgefüge? Da entsteht sicher eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Ist mir aber ziemlich egal, wichtiger wäre mir, dass die Truppe mal konstanter spielt. Nur: wem sage ich das (sorry; vielleicht sollte ich dann doch mal versuchen, nicht von unseren eigenen Problemen abzulenken).

Bei den Bayern läuft es derzeit wieder rund, während Werder um den Klassenerhalt kämpft. Eigentlich spricht alles für einen klaren Auswärtssieg. Wann vervollständigt Mario Gomez gegen Werder seinen Hattrick – over/under 30. Minute? Etwas ernsthafter: Wirkliche Sorgen müsst ihr euch vor dem Spiel nicht machen, oder?

Bei uns läuft’s rund? Da sagst du was, vor allem: sag das mal weiter. Denn die Bayern wären nicht die Bayern, wenn nicht jeder Furz, den irgendeiner (sei es ein Ex-, ein anderer Ex- oder ein Ex-Ex; konkreter will ich gar nicht werden) zu irgendwas ablässt mit unglaublich viel Aufmerksamkeit registriert würde und Unruhe verbreitet. Oder als Indiz für den unmittelbar bevorstehenden Abschied von van Gaal und die Inthronisierung von Matthias Sammer als Nachfolger dienen könnte. Nein, wirkliche Sorgen müssen wir uns — vor allem im Vergleich zu euch (sorry!) — nicht machen, aber: wir machen sie uns trotzdem immer und immer wieder gerne mal selbst.

Mario Gomez’ Hattricks sind mir ansonsten und unter uns, ziemlich wumpe. Wichtige Spiele gewinnen ist mir ungleich wichtiger — wer die Dinger dann macht, ist sekundär.

Auch wenn das Thema Meisterschaft abgehakt sein dürfte, gibt es in dieser Rückrunde für die Bayern noch einiges zu gewinnen. Auch letzte Saison seid ihr spät auf Touren gekommen, dafür dann aber richtig. Traust du van Gaal und dem Team dieses Jahr eine ähnlich furiose Rückrunde zu?

Ja.

Dein Tipp?

Hm, schwierig. Wie bei diesem Gastspiel wird’s wohl nicht laufen, fürchte ich. Was tippen … ach, ich sage mal: 3:0 für Bayern. Durch drei Gomez-Tore (7., 41. und 76. Minute). Sorry!!!

Vor dem Hinspiel: Drei Fragen zum FC Bayern

Schuldner

1. FC Köln – Werder Bremen 3:0

Das Zarte Pflänzchen Hoffnung ist nach nur einem Spiel komplett zertrampelt, entwurzelt und entsorgt worden. Mit einer spielerisch und kämpferisch desolaten Vorstellung setzt sich Werder im Abstiegskampf fest und hinterlässt nachhaltig den Eindruck, diesem nicht gewachsen zu sein.

Keine Aussicht auf Rückzahlung

Der Kredit ist aufgebraucht, nicht erst seit gestern. Die Erfolge der letzten Jahre und all die schönen Momente, die Thomas Schaafs Werder den Fans gegeben hat, täuschen nicht mehr über den desaströsen Zustand dieser Mannschaft hinweg. Inzwischen ist nicht nur der Kredit verspielt, sondern bereits ein hübsches Sümmchen neuer Schulden hinzugekommen. Wie diese Schulden abgegolten werden sollen, ist ähnlich unklar wie bei Vater Staat. Werder bräuchte dringend einen Bailout.

Mehr als das Minimalziel Klassenerhalt kann und will man von dieser Mannschaft nicht mehr erwarten. Ob sie dieses Minimalziel erreichen wird, scheint derzeit fraglicher denn je. Nachdem man vor einer Woche noch die katastrophalen Eindrücke aus dem Trainingslager in Belek etwas beiseite wischen konnte, folgte gegen erstaunlich mutige Kölner ein Rückschritt, der in dieser Form überraschend und erschütternd zugleich war. Von der ersten bis zur letzten Minute fand die Mannschaft keinen Weg ins Spiel und so war das 0:3 am Ende noch ein recht schmeichelhaftes Ergebnis für Werder. Eine Fehleranalyse erübrigt sich fast, wenn ein Team so kollektiv die individuellen Aufgaben jedes einzelnen Spielers vernachlässigt. Individualtaktische Fehler und nicht vorhandene Einsatzbereitschaft können weder durch die taktische Ausrichtung, noch durch eine vermeintlich höhere individuelle Klasse der Spieler ausgeglichen werden.

Drei Fragen an den Gegner statt Fehlersuche

Ich bin nicht bereit, mich mit diesem Spiel darüber hinaus auseinander zu setzen. Mit dem Wort Arbeitsverweigerung bin ich vorsichtig, aber gestern hatte ich nicht den Eindruck, dass sich die Spieler ihrem Verein und den Fans gegenüber in irgendeiner Weise verpflichtet fühlten, eine wie auch immer geartete Leistung abzuliefern. Es war eine Nicht-Leistung. Wo keine Leistung ist, braucht man auch nichts zu bewerten.

Ich habe stattdessen ein kurzes Interview mit dem Spielebeobachter geführt und ihm drei Fragen zum Spiel seiner Kölner gestellt:

Ich nehme an du bist genauso schockiert wie ich über das Ergebnis. Gab es vor dem Spiel Grund zur Annahme, dass Köln das Spiel so klar gewinnen könnte?

Sagen wir mal so: Wäre dies das erste Spiel der Rückrunde gewesen, wäre der “Schock” kleiner. Die Wintereinkäufe des Effzeh lesen sich gut, es scheint ein Zusammenrücken der Mannschaft gegeben zu haben, Frank Schaefers Arbeit trägt langsam Früchte. Allerdings war der Rückrundenauftakt gegen Kaiserslautern wieder ein Rückschritt und liess befürchten, dass es wohl doch nichts mit dem neuen Gesicht der Mannschaft werden würde. Dazu noch die vielen Ausfälle – ein solch klarer Sieg war wahrlich nicht zu erwarten.

Was hat dich mehr überrascht: Dass der Effzeh von Anfang an so konzentriert und mutig gespielt hat, oder dass Werder nach dem Sieg gegen Hoffenheim über 90 Minuten so harmlos agieren würde?

Ich habe leider nur Ausschnitte des Spiels sehen können, dies vorweg. Dass der Effzeh zu Hause versuchen würde, die von Schaefer eingeforderte höhere Aktivität besser auf den Platz zu bringen als gegen den FCK, überraschte nicht. Dass dies über 90 Minuten gelang (jedenfalls nachdem was ich sah und las), schon eher, häufig gab es in der 2. Halbzeit einen mentalen Einbruch. Die vollkommende Harmlosigkeit Werders hab ich so sicher nicht erwartet. So jedenfalls schlittert Werder dem Abstieg entgegen.

Köln hat nun einen guten und wichtigen Schritt nach vorne gemacht. War das ein Strohfeuer oder glaubst du, dass es eine richtige Entwicklung gibt und die Mannschaft auf der Leistung aufbaut und sich unten herauskämpft?

Irgendwo dazwischen vermutlich: Es gibt eine positive Entwicklung und dieser Sieg wird sicher helfen, sich spielerisch weiter zu entwickeln. Aber die Wintereinkäufe könnten in der Tat der Mannschaft zu mehr Stabilität im Defensivbereich und mehr Kreativität im Offensivbereich verhelfen. Aber niemand kann erwarten, dass das jetzt so weitergeht, Rückschläge werden sicher kommen. Ob es am Ende reicht – knappe Geschichte das.

Vor dem Hinspiel: 3 Fragen zum 1. FC Köln

3 Fragen zu Borussia Mönchengladbach

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 9. Spieltag hat mir Jannik, der in seinem Blog Entscheidend is auf’m Platz über Borussia Mönchengladbach schreibt, drei Fragen zu seinem Lieblingsverein beantwortet:

Auswärtsspiele in Gladbach sind für Werder seit Jahren ein rotes Tuch. Sind wir nach dem enttäuschenden Saisonstart der richtige Aufbaugegner für euch?

Mit den extrem guten Erinnerungen an Werder im Hinterkopf und eurer ja auch nicht rosigen Situation vor Augen kann man da durchaus optimistisch sein. Nur da liegt auch schon das Problem: Wann immer man als Borusse denkt, der nächste Gegner sei jetzt aber wirklich der für den Durchbruch, dann geht’s erst Recht schief. Also bleibt die Hoffnung, dass sich die gute Heimbilanz gegen Werder am Ende im Ergebnis bemerkbar macht. Denn es wird langsam Zeit für uns.

Werder und Gladbach haben die meisten Gegentore der Liga kassiert. Glaubst du, dass es ein torreiches Spiel wird? Oder ist Werders Offensive gar nicht mehr so bedrohlich, dass Raul Bobadilla einen Hattrick machen muss (für die meisten Werderfans ein realistisches Szenario), um euch die drei Punkte zu holen?

Egal wie bedrohlich eure Offensive auch ist – unsere Abwehr wird’s im Zweifelsfall schon selber richten. Deshalb halte ich zwischen einem 6:3 und einem 0:7 alles für möglich, nur kein 0:0. Beide müssen punkten und beide werden sicherlich betont selbstbewusst auftreten. Wohl auch, um die Verunsicherung zu kaschieren. Vielleicht wird’s wie in den 80ern im Pokal: Wir gewinnen 5:4, nur diesmal ohne Verlängerung. Wobei mir so ein schmutziges 1:0 auch mal richtig lieb wäre.

Wer ist eigentlich besser, Reus oder Marin?

Momentan ist die Frage ja eher, wer weniger schlecht drauf ist. Beide haben großartige Anlagen, beide werden oft verglichen, für mich zu Unrecht. Reus ist zehn bis zwölf Zentimeter größer, hat in ungefähr halb so vielen Bundesligaspielen wie Marin gleich viele Tore erzielt. Die beiden sind einfach unterschiedliche Typen, die, bezogen, auf ihre Gladbacher Zeit, nur Vorname, Frisur und Rückennummer verbindet. Obwohl er sein erstes Bundesligator nach einem 40-Meter-Solo erzielt hat, ist Reus nicht der Dribbler wie Marin. Dafür legt Marin eben mehr Treffer auf. Fest steht: Marin war damals ein absoluter Schlüsselspieler bei uns. Für Reus dürfte das auch bald gelten. Aber wer jetzt besser ist – das lässt sich objektiv nicht sagen. Ich hätte als Trainer beide gern in meiner Mannschaft.

Dein Tipp?

Wir gewinnen knapp. Ich sag’ mal 3:2.

3 Fragen zu Bayer Leverkusen

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 7. Spieltag hat mir Jens Peters, der in seinem Blog catenaccio über Bayer Leverkusen schreibt, drei Fragen zu seinem Lieblingsverein beantwortet:

Ein Sieg über Dortmund zum Auftakt, dann dieses bizarre 3:6 gegen Gladbach, zuletzt wieder bessere Leistungen – man könnte sagen euer Saisonstart war durchwachsen. Bayer war ja vor der Saison mein Meisterschaftstipp, deshalb bin ich fast ein bisschen enttäuscht. Geht es dir ähnlich? Wie zufrieden bist du mit eurem Saisonstart?

Ich hätte vor der Saison nicht mit diesem holprigen Start gerechnet. Dabei habe ich außer Acht gelassen, dass der Kader dermaßen groß ist, dass auch wirklich alle Spieler ihren Platz finden. Jupp Heynckes hatte zu Beginn der Spielzeit soviele Optionen, auch in taktischer Hinsicht, dass sich da auch erst einmal etwas einspielen musste. Trotzdem musste ich nach dem 3:6 schon schlucken. Wann hat es sowas zuletzt in Leverkusen gegeben? Auch die Spiele danach waren jetzt nicht überzeugend, aber es entwickelt sich was. Lieber zu Beginn der Saison etwas schwächeln und dann zum Ende noch mal richtig Gas geben.

Jupp Heynckes gilt in taktischen Belangen als ziemlich stur, lässt immer 4-4-2 spielen. Nach der WM gab es nicht wenige Experten, die das System als nicht mehr zeitgemäß bezeichneten. Alles Quatsch oder könnte die Formation für euch in dieser Saison zum Problem werden? Und wie beurteilst du Heynckes Arbeit in Leverkusen insgesamt?

Naja im Moment sehen wir ja ein neues System bei Heynckes. Ein 4-1-4-1, dass zunächst gar nicht klappte und jetzt in Ansätzen vor allem in der Defensive und im Mittelfeld funktioniert. Nur der Stürmer wirkt noch reichlich isoliert, als einziger Mann vorne. Heynckes hatte das Problem aber schon vor der Saison erkannt und in der Vorbereitung das ein oder andere Alternativsystem ausgetestet. Das lag auch daran, weil man Ballack gerne offensiver integriert hätte, aber ich denke, dass das nichts mehr wird und dass er den typischen 6er geben wird. Letzte Saison war Bayer durch dieses eine System 4-4-2 arg limitiert – diese Spielzeit sehe ich einen klaren Fortschritt.

Werder hat in dieser Saison schon einige herbe Niederlagen einstecken müssen, u.a. ein 1:4 in Hannover und zuletzt ein 0:4 bei Inter Mailand. Ich würde Bayer leistungsmäßig irgendwo zwischen 96 und Inter einordnen. Schenkt ihr uns also auch vier Dinger ein? Welche Erwartungen hast du an dieses Spiel?

Ich glaube, dass das 1:4 in Hannover ein Ausrutscher war und die Spieler nicht mit einem derart starken “Noname”-Team gerechnet haben. Mailand war einfach um Klassen besser. Das muss man so festhalten, allerdings muss man auch festhalten, dass Bremen auch noch kein richtiges Mannschaftsgefüge aufgebaut hat und immer wieder Spieler fehlen. Ein Marko Marin muss bspws. auch erst in seine neue Rolle hineinwachsen. Die Erwartungshaltung an ihn, nach dem Weggang von Özil ist schon bedrückend groß.

Ganz unabhängig davon rechne ich mit einem Sieg. Bayer hat zuhause noch was gut zu machen nach den letzten schlechten Spielen daheim und ich glaube, dass das neue System sehr gut zum Bremer Spiel passt und die Hanseaten damit nichts anfangen können.

Dein Tipp?

3:1

3 Fragen zum Hamburger SV

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 5. Spieltag hat mir HSV-Fan Florian alias nedfuller drei Fragen zu seinem Verein und dem Nordderby beantwortet:

Ende letzten Jahres haben wir vor dem Nordderby gesprochen und als ich dich nach deinem Tipp gefragt habe, hast du gesagt: “Bei dem Spiel geht es um nichts, also haben wir eine ganz gute Chance.” Du hast auf ein 2:1 getippt, das dann auch eingetreten ist. Unter diesem Aspekt sieht es auch am Samstag ganz gut für euch aus, oder?

Klar, ich bin der Tippkönig und habe immer recht ;-)

Bei meinen Tipps muß man wissen: Ich tippe nie gegen den HSV. Das kann ich nicht. Man stelle sich vor, wir verlieren und mein Tipp ist dann richtig. Dann wäre ich ja quasi Schuld daran. Nein, das kann ich nicht.

Am Samstag geht es wieder um was, es muß nämlich nach drei sieglosen Spielen unbedingt ein Dreier her. Also bin ich schon wieder etwas skeptisch, weil wenn wir gegen euch was reißen mußten, hat es selten geklappt. Andererseits ist bei euch auch nicht alles ok, man könnte gar sagen, ihr seid verunsichert. Das ist eine Chance, die wir nutzen können. Eure Abwehr ist nicht sattelfest und wenn unsere Offensive so spielt wie am Mittwoch, könnten wir euch überrennen. Mir macht es auch keine Angst, daß Per Mertesacker wieder zurück ist, den halte ich ja schon lange für einen schlechten Innenverteidiger (habe diese Meinung aber wohl exklusiv), also kann es uns nur helfen.

Ich weiß bislang weder bei uns noch bei euch wie ich die Mannschaften einschätzen soll. Das heißt bei uns kristallisiert sich langsam etwas heraus, das ich noch nicht so ganz wahrhaben will. Aber bei euch hatte ich eigentlich den Eindruck, dass ihr sehr gut in die Saison gekommen seid. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wie siehst du eure bisherigen Leistungen?

Schon gegen Frankfurt und Schalke war ich skeptisch, was unser Spielsystem angeht. In diesen beiden Spielen hat es funktioniert, weil auch der Gegner nicht gerade stark war. In den nächsten drei Spielen hat man dann gesehen, woran unser System krankt: Wir haben keinen Spieler für die mittlere Position im Mittelfeld. Gegen Schalke fand ich allerdings gut, daß wir endlich mal wieder einen Rückstand aufgeholt haben. Das gab es in der letzten Saison sehr selten.

Unsere bisherige Leistung ärgert mich sehr, weil wir gegen die Kleinen (ja Herr Völler, ich meine es gibt sie immer noch!) nur 2 Punkte gemacht haben. Gegen Wolfsburg kann man verlieren, aber zu Hause gegen Nürnberg muß man aus 75% Ballbesitz einfach mehr Tore machen! Gegen den Stadtteilverein aus Hamburg haben wir nicht mal richtig Fußball gespielt! Da haben wir unnötig Punkte liegen lassen.

Der Start ist gut gewesen, meine Skepsis gegenüber Taktik und Trainer waren aber nie weg und haben sich dann in den nächsten drei Spielen verstärkt.

Ansonsten same procedure as every year? Neuer Trainer, gute Saison und am Ende wird doch wieder alles verspielt und der Trainer entlassen? Oder wird dieses Mal alles anders? Immerhin könnt ihr euch dieses Mal voll auf die Bundesliga konzentrieren. Was erwartest du vom HSV in dieser Saison?

Ich erwarte einen Platz unter den ersten 5. Das muß unser Ziel sein, bei der Qualität im Kader!

Das Problem mit einer Trainerentlassung wäre, daß ich glaube das Schicksal von Bernd Hoffmann wäre dann besiegelt. Was soll er sonst noch tun, den Neuanfänger Reinhardt entlassen? Das klingt dramatisch, aber so sehe ich das. Die Öffentlichkeit und auch der Aufsichtsrat wird ein nochmaliges Scheitern eines Trainers nicht ohne generelle Konsequenzen hinnehmen. Die Stimmung kocht seit der Posse um den Sportchef und die unglückliche Kommunikationsstrategie rund um das Investorenmodell mit Herrn Kühne. Ein Scheitern von Armin Veh würde vor allem dem Vorstand angelastet werden.

Ein wenig beruhigt bin ich, daß mit Michael Oenning ein Ersatz ja quasi schon Gewehr bei Fuß steht ;-) Der könnte dann ja…

Ach was, ich male zu schwarz: Wir rocken die Rückrunde und holen uns den zweiten Platz! Armin Veh verlängert für 15 Jahre und wird nach Ernst Happel der erfolgreichste Trainer beim HSV!

Und der Seitenhieb mit dem “Auf die Bundesliga konzentrieren” stecke ich mal weg, leider kann ich bei euch ja nicht das gleiche sagen…

Dein Tipp?

2:1 für den HSV. Was soll ich sonst tippen *G*

3 Fragen zu Hannover 96

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 5. Spieltag hat mir Felix von Medien-Sport-Politik, der sowohl Werder- als auch 96-Fan ist, drei Fragen zu Hannover 96 beantwortet:

In den letzten Jahren war Hannover einer der Lieblingsgegner von Werder: 96 hat nur eins der letzten 14 Spiele gewonnen und bezog regelmäßig Prügel beim “kleinen” Nordderby. Wie wird Werder im Umfeld von Hannover wahrgenommen? Es gibt ja durchaus eine Rivalität, die bei den meisten Bremer Fans aber nicht sonderlich ausgeprägt ist. Ist das in Hannover ähnlich oder gibt es dort größere Antipathien?

Stimmt, die letzten Spiele gegen Werder waren aus Sicht von Hannover 96 wenig erfolgreich, aber für den neutralen Beobachter stets unterhaltsam. Ich habe eigentlich nie eine große Rivalität zwischen beiden Vereinen feststellen können. Die ist bei Werder in Bezug auf den Hamburger SV sicherlich viel größer und bei uns Niedersachsen immer noch ein wenig mit Eintracht Braunschweig verbunden, aber nur sehr wenig mit Werder. Und größere Antipathien sehe ich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Ich kenne viele 96-Fans, die sich auch mit Werder Bremen über Siege freuen und den Verein äußerst sympathisch finden (aber wer findet das nicht?). Insbesondere bei der sportlichen Leitung und im Management blickt man in Hannover sehr neidisch an die Weser. Präsident Martin Kind träumt in Hannover immer ein wenig von „Bremer Verhältnissen“, mit einem Duo nach Vorbild Schaaf/Allofs, das einen Verein über Jahre hinweg erfolgreich führt. Da ist man hier in Hannover mit den vielen Trainerwechseln in den letzten Jahren aber ein ganz großes Stück von entfernt. Und ich würde aus dem Bauch heraus dem Gespann Schmadtke/Slomka nicht unbedingt drei Jahre Tätigkeit bei 96 prognostizieren. Kontinuität war in Hannover zuletzt immer ein Fremdwort. Auch auf dem Platz, selten gab es mal eine Mannschaft, die fast unverändert in eine neue Saison ging. Viele Akteure gingen, neue kamen – und waren häufig schnell wieder verletzt. Bleibt zu hoffen, dass mit den vielen jungen Spielern endlich bei Hannover 96 etwas Langfristiges aufgebaut werden kann und man damit ein ganz klein wenig dem Vorbild Werder Bremen nacheifert.

Vor der Saison sah es für Hannover 96 nicht gerade gut aus. Der Saisonstart verlief dann jedoch für viele überraschend sehr positiv, mit Siegen über Frankfurt und Schalke sowie einem Unentschieden gegen Leverkusen. Wie stark ist 96 momentan? Ist es nach Werders Fehlstart ein Duell auf Augenhöhe?

Schaut man auf die Tabelle, die bekanntlich nie lügt, ist es gar kein Duell auf Augenhöhe, sondern sogar mit leichten Vorteilen für Hannover 96. Werder wirkt mir noch zu unkonstant in den ersten Spielen, 96 hatte eigentlich nur das schlechte Spiel in Wolfsburg. Insbesondere die zweite Halbzeit im Heimspiel zum Saisonauftakt gegen Frankfurt und die Spiele gegen Schalke und Leverkusen waren mit die besten Leistungen, die ich von 96 in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht nur, weil am Ende auch das Ergebnis gestimmt hat, sondern weil man versucht hat spielerisch mit dem „Favoriten“ mitzuhalten und auch eine glänzende Einstellung, Kampfgeist und Leidenschaft an den Tag legte. Etwas, das in der vergangenen Saison im Abstiegskampf häufig vermisst wurde.

Hannover 96 macht schon einen guten und gefestigten Eindruck, wobei man die bisherigen vier Saisonspiele für jede Mannschaft nicht überbewerten sollte. Eine Entwicklung, wo es in dieser Saison hingehen könnte, sollte man erst nach dem 10. Spieltag erkennen und bewerten können. Macht man die Momentaufnahme, ist Hannover sehr gut in die Saison gestartet. Vier Spiele, sieben Punkte, darunter ein Sieg auf Schalke und Unentschieden gegen Leverkusen ist mehr als ordentlich. Die Innenverteidigung mit Haggui und Pogatetz wirkte bis jetzt außerordentlich sicher, mit der Institution Cherundolo (seit 1999 im Verein) auf rechts und dem Ex-Bremer Christian Schulz auf links gelingt es bisher auch die Außenpositionen dicht zu machen. Und das bisher wohl größte Plus von 96 ist die Chancenauswertung. Man braucht wenige Gelegenheiten um einen Treffer zu erzielen, beispielhaft sei Ya Konan erwähnt, der letzte Saison zahlreiche Fans mit seinen vielen vergebenen Torchancen noch zur Verzweifelung brachte. Bisher alles anders in dieser Saison. Schmiedebach und Pinto spielen im defensiven Mittelfeld einen guten Part. Der Neuzugang aus Oberhausen, Moritz Stoppelkamp, wirkt manchmal noch ein wenig hektisch und verliert dann den Blick auf den besser positionierten Spieler. Aber auch hier klare Tendenz nach oben, was die Leistung angeht. Auch wenn der Auftritt in Wolfsburg schwach war, hat sich sonst bisher eine erstaunlich geschlossene und entschlossene Mannschaft präsentiert. Hätte ich nicht gedacht und kommt für viele sehr überraschend.

Hannover hat sich meiner Meinung nach gut verstärkt im Sommer. Carlitos hat sich leider gleich im ersten Spiel verletzt, aber mit Pogatetz und Beasely hat man erfahrene Spieler von der Insel verpflichtet und in Abdellaoue einen überraschend guten Torschützen. Gute Voraussetzungen für eine bessere Saison nach dem “Seuchenjahr”? Was kann 96 in dieser Spielzeit erreichen?

Ich bin froh, wenn 96 so schnell wie möglich 40 Punkte erreicht. Ziel muss trotz des guten Saisonstarts weiterhin der Klassenerhalt bleiben. Und dann kann der Verein, wenn die erste Etappe erreicht ist, immer noch neue Vorgaben aussprechen. Insofern war die Niederlage in Wolfsburg und der bisher schwächste Auftritt in dieser Saison vielleicht gar nicht so unpassend, um die Mannschaft und auch die Fans daran zu erinnern, dass nicht jedes Spiel gewonnen werden kann und dass 96 nicht immer so gute und spielerisch attraktive Leistungen wie gegen Leverkusen und auf Schalke zeigen kann. Dafür ist die Mannschaft einfach nicht gut genug. In den hannoverschen Tageszeitungen begann nach dem Sieg auf Schalke und dem guten Spiel gegen Leverkusen die Rechnerei, wie viele Tore 96 denn schießen müsste, damit sie die Tabellenführung übernehmen würden. Das sollte meiner Meinung nach die geringste Sorge sein. Oberste Priorität sollte der Klassenerhalt sein, dann schauen wir mal.

Ich war ehrlich gesagt sehr skeptisch über diese Saison. Das von dir angesprochene „Seuchenjahr“ hat hier in Hannover noch keiner vergessen und viele gute Spieler und Leistungsträger, wie Balitsch, Bruggink, Elson, Arouna Kone oder auch Jan Rosenthal haben den Verein im Sommer verlassen. Bisher konnten diese Lücken hervorragend kompensiert werden, weil Ya Konan im Sturm noch laufschneller und sicherer am Ball scheint als vergangene Spielzeit. Und – wohl am wichtigsten – braucht er deutlich weniger Chancen für den Torerfolg. Mit Abdellaoue hat 96 einen Spieler verpflichtet, der Tore schießen kann, aber sich auch hervorragend für die Mannschaft engagiert, vielen Bällen hinterher geht, viel Laufarbeit verrichtet. Etwas, das man von Mike Hanke zum Beispiel überhaupt nicht gewohnt war. Schade, dass Carlitos sein Potential noch nicht zeigen konnte. Ich halte sehr viel von DeMarcus Beasley und würde mir wünschen, dass er mal von Beginn an seine Chance bekommt.

Hannover 96 war nie bekannt für eine stringente Transferpolitik. Zu viele Spieler wurden schon verpflichtet, welche bei anderen Teams auf dem Abstellgleis standen oder lange mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Nun probiert man es seit letzter Saison, auch durch das zeitweilige Engagement von Andreas Bergmann, der vorher die U23 von Hannover 96 trainierte und gleichzeitig Leiter des Nachwuchszentrums war, mit jungen Spielern aus der eigenen Jugend, unter anderem Konstantin Rausch, Manuel Schmiedebach und jetzt am Wochenende in Wolfsburg erstmals mit Christopher Avevor, der in der U19 bei Hannover 96 gespielt hat. Das freut mich am meisten, dass 96 endlich wieder junge, gute Spieler mit Perspektive an die Bundesligaelf heranführt und nicht länger irgendwo die Ersatzbänke von Zweitligisten abklappern muss.

Kurzum: Bisher viele gute Zeichen in den ersten Spielen, aber das heißt leider noch gar nichts. Aber ich glaube, dass der Klassenerhalt für Hannover 96 absolut zu schaffen ist. Und damit würde man etwas erreichen, was 95% der Fußballexperten Anfang August in diesem Land für ausgeschlossen hielten.

Dein Tipp?

Angesichts der Tatsache, dass bei Werder mit Pizarro, Mertesacker und Naldo drei Stammspieler fehlen und 96 eigentlich mit der Rückkehr von Haggui und Pogatetz die Erfolgself der letzten Wochen aufbieten kann, glaube ich, dass die Partie vom Spielverlauf und vom Ergebnis deutlich ausgeglichener wird, als man es von den letzten Jahren gewohnt ist. Wenn Bremen sein volles Leistungspotential abruft, sollte es für Werder zu drei Punkten reichen. Interessant wird es aber, wenn 96 in Führung geht. Hannover fehlt noch ein wenig die Fähigkeit selbst das Spiel zu machen, von daher wäre ein Rückstand aus Sicht von 96 blöd, weil Werder dann auch viel Platz zum Kontern bekäme. Ich denke, dass Hannover wieder zuallererst die Defensive stärken wird. Knappes Spiel, 2:1 für Werder nach 90 Minuten.

3 Fragen zu Werder Bremen

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison eigentlich ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Dieses Mal stelle ich die drei Fragen jedoch nicht zum FSV Mainz 05 sondern zu unserem eigenen Verein – ein Interview mit mir selbst. Zwei Gründe: 1.) Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der größte Gegner unserer Mannschaft sie selbst ist und 2.) mir ist ad hoc kein Mainz-Blog eingefallen und ich hatte zu wenig Zeit zu recherchieren und rechtzeitig Kontakt aufzunehmen (kennt jemand von euch ein Mainz05-Blog? Es gibt ja auch noch ein Rückspiel…). Die folgenden drei Fragen kann ich nur unvollständig beantworten. Ich habe es trotzdem versucht. Vielleicht fallen euch ja bessere Antworten oder Ergänzungen ein? Ich bin auf eure Meinung in den Kommentaren gespannt!

Werder gerät seit nun fast einem Jahr sehr häufig früh im Spiel in einen Rückstand, der dann mühsam aufgeholt werden muss. Dabei entsteht häufig der Eindruck, dass dies zu großen Teilen an fehlender Konzentration der Mannschaft liegt. Wie kommt es dazu und woran kann man ansetzen um dies zu ändern?

Wenn ich die Antwort auf die Frage hätte könnte ich irgendwann Thomas Schaaf beerben… Werders Spielweise, das Ideal unseres Trainers, ist ziemlich anspruchsvoll und basiert darauf, dass die gesamte Mannschaft voll konzentriert bei der Sache ist. Die offensive Spielweise, die hoch stehende Viererkette, die vielen Positionswechsel im Mittelfeld – das sind alles Risikofaktoren, die bei falscher Umsetzung katastrophale Folgen haben können. Je weniger eine Mannschaft absichert, desto schlimmer wirken sich individuelle Fehler aus. Es sind jedoch bei weitem nicht nur diese Fehler, die Werder anfällig machen. Defensiv arbeitet das Team häufig nicht geschlossen und diszipliniert genug nach hinten. Die Mannschaft lässt sich daher viel zu häufig mit einfachsten Mitteln auseinandernehmen. In dieser Saison kommen noch häufige (teils freiwillige, teils unfreiwillige) Wechsel am Personal hinzu. Das Team, das in den letzten beiden Spielen auf dem Platz stand, kann noch gar nicht richtig eingespielt sein.

Ansatzpunkte um etwas an den Probleme zu ändern gibt es einige: Tiefer stehende Viererkette, allgemein abwartendere Spielweise, weniger Positionswechsel, mehr taktische Disziplin. Wie man sieht gehen diese Ansatzpunkte alle auf Kosten der Offensivstärke und sind selbstverständlich keine Garantie für einen Erfolg. Außerdem gibt es ja durchaus Mannschaften, die sehr offensiv ausgerichtet sind und trotzdem wesentlich weniger Gegentore kassieren als Werder. Die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive ist irgendwann ums Jahr 2007 abhanden gekommen und wird seitdem händeringend gesucht. Vor einem Jahr sah es ganz gut aus, da war man schon mal weiter. Nun beginnt man die Suche wieder von vorne.

Andererseits ist Werder inzwischen auch sehr gut darin im Spiel die Leistung zu steigern, Rückstände aufzuholen und Spiele zu drehen. Woher nimmt das Team die mentale Kraft, sich immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen zurück zu kämpfen? Warum können diese Leistungen nicht von Anfang an gezeigt werden?

Woher die Mannschaft die Kraft nimmt weiß ich nicht, ich kann nur vermuten. Vielleicht liegt es an der unglaublichen Saison 08/09. Wer in Mailand ein 0:2 aufholt, wer in Unterzahl ein entfesselt aufspielendes Hoffenheim besiegt, wer sich innerhalb weniger Wochen in drei Wettbewerben gegen den Erzrivalen durchsetzt, der kann eben auch in Nürnberg oder zuhause gegen Stuttgart Rückstände aufholen. Jeder weitere Erfolg stärkt das Selbstvertrauen, bekräftigt den Glauben an die eigene Stärke. Inzwischen ist selbst ein 0:2 gegen Tottenham oder ein 0:3 gegen Sampdoria schon kein Grund mehr, die Hoffnung aufzugeben. Das Risiko besteht natürlich darin, dass die Mannschaft irgendwann so sehr von ihren Qualitäten überzeugt ist, dass die Konzentration verloren geht, nach dem Motto “0:1 ist ja nicht so schlimm”. Vielleicht ist das ein Grund für die teils unterirdischen Leistungen zu Beginn eines Spiels. Man fragt sich schon, wozu diese Mannschaft fähig sein könnte, wenn sie diese schlampigen Phasen nicht hätte. Ob sie dann trotzdem solch einen Kraftakt wie beispielsweise in Genua schaffen würde? Es wäre dann ja gar nicht mehr unbedingt notwendig.

Nicht nur einzelne Spiele gleichen bei Werder häufig einer Achterbahnfahrt, sondern meistens auch der Saisonverlauf. Auf tolle Siegesserien folgen wochenlange Krisen. Werder scheint immer unberechenbarer zu werden. Im Ergebnis war Werder in den letzten Jahren trotzdem konstant wie kaum eine andere Mannschaft (in sechs der letzten sieben Jahre in den Top 3). Woher kommen die großen Leistungsschwankungen und wo ist Werder leistungsmäßig wirklich anzusiedeln?

Die Platzierungen am Ende der Saison sind der beste Indikator für die tatsächliche Leistungsstärke: Werder ist fast immer eine der besten Mannschaften der Bundesliga, aber selten die allerbeste. Die Leistungsschwankungen, also die Abweichungen vom Durchschnitt, sind zumindest dem Empfinden vieler Fans nach größer als bei anderen Mannschaften. Statistisch kann man sagen: Die Standardabweichung ist höher. Meiner Meinung nach gibt es dafür zwei Gründe: Zum einen birgt Werders Spielweise größere Risiken als die vieler anderer Mannschaften, kann daher bei Nicht-Gelingen zu größeren Misserfolgen führen, auf der anderen Seite aber auch eine Leistung ermöglichen, die andere (im Schnitt gleichstarke) Mannschaften nicht erreichen. Zum anderen wirkt die offensive, spektakuläre Spielweise “besser” als eine nüchterne, ergebnisorientierte Spielweise. Man nimmt eine Leistung deshalb häufig stärker war, als sie eigentlich ist. Dadurch erhöht sich die Fallhöhe und Misserfolge werden als noch größere Enttäuschung wahrgenommen.

Dein Tipp?

Ich wünsche mir ein souveränes und etwas langweiliges 2:0, aber ich rechne mit einem hart umkämpften 3:2.

3 Fragen zum FC Bayern

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 3. Spieltag hat mir Bayernfan probek drei Fragen zu seinem Verein beantwortet:

Im Pokalfinale haben die Bayern Werder eine Lehrstunde erteilt. Knapp vier Monate später scheint man wieder etwas mehr auf Augenhöhe zu sein. Wo ordnest du Bayern leistungsmäßig momentan ein? Bei wie viel Prozent seid ihr im Vergleich zur letzten Rückrunde?

Ich find’s ein bisschen arg früh für genaue Prozentangaben, aber wenn du schon fragst: bei 71,26 Prozent. Anders gesagt: Nach bisher sechs Pflichtspiel-Halbzeiten wünschte ich mir, dass es so weiter ginge, wie in der ersten Halbzeit gegen Wolfsburg. Da waren wir bei 100 Prozent, das war sehr, sehr überzeugend gespielt. Dass es nach der Weltmeisterschaft und der sehr kurzen Vorbereitung noch nicht konstant so weiter geht und gehen kann, fand ich aber erwartbar. Ich vergleiche lieber mit der letzten Saison, da war der Saisonstart deutlich holpriger. Und lasse generell noch ein wenig diese phänomenale letzte Saison auf mich nachwirken. Insofern verzeihe ich viel, wenn es jetzt noch nicht so richtig laufen sollte.

Mit dem “scheint” deutest du aber auch selbst an, dass man noch nicht so richtig weiß, woran man ist. Frag mich also lieber noch mal nach den Spielen gegen Werder und Roma. Nach hochwertigen Gegnern weiß man halt eher, wo man steht.

Mit Arjen Robben fällt euer vermeintlich wichtigster Spieler aus. Was ist der Systemfußball von van Gaal ohne ihn wert? Seid ihr mannschaftlich gar nicht so gut, wie wir im Sommer befürchtet haben?

Klar sind wir so gut, wie ihr befürchtet habt. Wenn nicht noch furchtbarer!

Tja, mal ab vom gesunden Selbstbewusstsein: wie gut kann eine Mannschaft sein, wenn einer der stärksten Spieler ausfällt? Ziemlich gut, weil es mit Franck Ribéry einen gibt, der auf ähnlich hohem Niveau spielen kann. Ziemlich gut, weil man unberechenbarer wird. Ziemlich gut, wenn man die erste Halbzeit gegen Wolfsburg als Maßstab nimmt. Aber auch ganz sicher nicht so gut, wie mit einem gesunden Arjen Robben. Dennoch ist das Spielsystem von van Gaal nicht auf individuelle, sondern auf kollektive Brillianz angelegt, auf Passspiel. Und wir haben mit Schweinsteiger, Müller und Co. auch noch ein paar andere, die zuletzt sehr ordentlich spielten.

Defensiv war das bei beiden Teams noch nicht das Gelbe vom Ei. Als Bremer ist man das ja schon gewohnt bei euch nach den Jahren unter Hitzfeld und Magath eher nicht…

Wohl wahr. Darf ich hier auch zurückfragen? Wie ist denn das so: braucht man da irgendwann einen Herzschrittmacher? Oder gewöhnt man sich daran, dass das Spielprinzip Hoffnung “immer ein Tor mehr als der Gegner schießen” lautet und mit der Zeit reagiert man lässiger auf die vielen, vielen Gegentore? Frage für einen womöglich selbst Betroffenen.

Ein Stück weit gewöhnt man sich dran, aber nie so ganz. Den Herzschrittmacher lasse ich mir vom Verein bezahlen, falls er denn mal fällig wird. Einerseits nerven die vielen Gegentore schon sehr, andererseits stehen sie ja häufig in Verbindung mit noch mehr eigenen Toren. Von daher erträgt man es ganz gut. Es ist ja auch Jammern auf hohem Niveau, denn ca. 5-12 Mannschaften kassieren jedes Jahr noch mehr Gegentore als wir und schießen dazu auch deutlich weniger. Ich könnte mit mehr langweiligen 1:0-Siegen aber auch leben. Ein bisschen ambivalent das Ganze.

Zurück zu meiner Frage: Bei Werder fallen die beiden Stamm-Innenverteidiger aus. Wie schätzt du das ein? Macht das bei Werders Spielweise überhaupt noch einen Unterschied? Und wie schätzt du Bayerns Abwehr in dieser Saison im Vergleich dazu ein?

Naldo kann Klose nicht kaputt treten*, hat doch auch was für sich. Und Mertesacker soll ja diese Saison noch nicht soo überzeugt haben. Ob das alles jetzt einen Unterschied ausmacht? Frag mich was leichteres. Ich glaube, Werder gewinnt Spiele mit der Offensive, nicht mit der im Zweifel besseren Defensive. Insofern: nein. Und die Abwehr der Bayern ist in dieser, aber auch schon in der letzten Saison nicht mehr die große Stärke, dafür fehlt dann doch ein Lucio und ein Demichelis (in der Form von 2007). Solange das alles aber gut ausgeht, soll’s mir Recht sein.

Dein Tipp?

3:2 für Bayern. (Aber: Hauptsache, es geht hoch her)

* Aber Prödl kann. Und Silvestre auch! (Anm. d. Verf.)

3 Fragen zum 1. FC Köln

Vor jedem Bundesligaspiel gibt es in dieser Saison ein Kurzinterview mit einem Fan/Blogger unseres Gegners. Vor dem 2. Spieltag hat mir der Spielbeobachter drei Fragen zum 1. FC Köln beantwortet:

Für beide Clubs war der 1. Spieltag ziemlich ernüchternd. In Bremen ist der 1. FC Köln nicht unbedingt Favorit. Wäre Euer Saisonstart bei einer Niederlage gegen Werder völlig in die Hose gegangen oder alles halb so schlimm?

Völlig in die Hose gegangen im Sinne von “Der Trainer steht kurz vor der Entlassung, die Neueinkäufe werden hinterfragt, der Mob klingelt an Overaths Tür” wäre der Start wohl erst, wenn nach einer potentiellen Niederlage gegen Euch noch eine im Heimspiel gegen St. Pauli folgen würde. Grundsätzlich ist schon allen klar, denke ich, dass Werder trotz der Klatsche gegen Hoffenheim eine Mannschaft ist, die am Ende vor der des FC zu erwarten ist, insofern sollte eine Niederlage nicht das Ende aller Tage sein. Aber natürlich – 0 Punkte nach den ersten beiden Spieltagen, ein dann zu erwartender Tabellenplatz in der Abstiegsregion, wenn nicht gar ganz hinten: Ein guter Start sieht ganz anders aus. Sagen wir also: Irgendwo zwischen “Alles halb so schlimm” und “Völlig in die Hose gegangen”.

Werders Abwehr gilt allgemein als wenig sattelfest, was sich zu Beginn dieser Saison noch einmal gesteigert hat. Köln hat letzte Saison mit die wenigsten Tore der Liga geschossen. Neutralisiert sich das gegenseitig oder bist Du zuversichtlich, dass Ihr unsere Schwächen hinten ausnutzt?

In der letzten Saison war der FC extrem auswärtsstark, der sechste Platz in der Auswärtstabelle und die wenigsten kassierten Tore auf des Gegners Platz sprechen da eine deutliche Sprache – diese Stärke war allerdings vor allem der massiven Defensive zu verdanken. Das Augenmerk bei der Umgestaltung der Mannschaft lag in Folge dessen in erster Linie auf der Verstärkung der Offensive: Die Inthronisierung Taner Yalcins als offensive Kraft im Mittelfeld, der Einkauf von Mato Jajalo, die Versetzung Podolskis vom Mittelfeld in den Sturm – all das soll dem Ziel dienen, torgefährlicher zu werden. Ob das gelingt, insbesondere in der Frühphase der Meisterschaft, kann ich nicht beantworten, das Spiel gegen Kaiserslautern taugte ob der frühen roten Karte nicht als Gradmesser. Aber ich hätte ganz und gar nichts dagegen, wenn Werder dem mit ein wenig Hühnerhaufenstil nachhelfen würde.

Youssef Mohamad sah gegen Kaiserslautern eine sehr frühe rote Karte. In Deinem Blog hast Du Dich heftig über die lange Sperre für ihn aufgeregt. Hat sich Dein Ärger langsam verzogen oder bist Du immer noch sauer auf den DFB? Wie schwer wiegt der Verlust eures Kapitäns?

Unverständlich ist mir das immer noch. Die Standardstrafe für eine Notbremse sind 2 Spiele Sperre. Angesichts der Tatsachen, dass das “Foul” eher ein beidseitiges leichtes Gerangel war und dass schon das Spiel gegen Kaiserslautern quasi komplett ohne Mohamad bestritten werden musste, ist eine Strafe, die über diese Standardstrafe hinausgeht, nicht nachzuvollziehen. Und ja, Mohamads Fehlen wiegt schwer, nicht nur, weil er Kapitän ist und hin und wieder auch Vorne für Gefahr sorgen kann, sondern auch, weil sein Partner in der Innenverteidigung, Pedro Geromel, wegen eines Muskelfaserrisses ebenfalls fehlt. Damit fehlt die komplette Innenverteidigung, also das Prunkstück der letzten Saison. Das macht ein bißchen Sorge.

Dein Tipp?

Ich hoffe auf ein 2:2.