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Arsenal FC – FC Barcelona (Preview)

Da Werder sich früh aus dem Wettbewerb verabschiedet hat und ich hier im Blog nicht völlig auf europäischen Fußball verzichten möchte, streue ich von Zeit zu Zeit einen Eintrag zur Champions League oder Europa League ein. Den Anfang macht das Duell zwischen Arsenal und Barcelona.

Personal

Arsenal muss in dieser Saison (wie eigentlich immer) mit einigen langfristigen Ausfällen zurecht kommen. Abwehrchef Vermaelen hat die gesamte bisherige Saison verpasst, wurde zuletzt aber von Djourou hervorragend ersetzt. Diaby wird das Hinspiel verletzt ebenso verpassen, wie der gesperrte Sagna. Ansonsten gibt es viele positive Nachrichten aus London: Nasri ist nach seiner Verletzung rechtzeitig wieder fit geworden und wird wohl spielen, Arshavin findet langsam zurück in die Spur und Spieler wie Walcott, Van Persie, Song und Wilshere spielen seit Wochen in Bestform. Keine Selbstverständlichkeit bei Arsenal.

Bei Barcelona fehlt Kapitän Puyol verletzungsbedingt. Für ihn wird wohl Abidal in die Innenverteidigung rücken und Maxwell die vakante Position links in der Viererkette einnehmen. Ansonsten sind alle Spieler aus Barcas erster Elf an Bord. Umstellungen würden mich sehr überraschen, denn Barcelona wirkt in dieser Saison so sehr aus einem Guss, wie ich es selten bei einer Fußballmannschaft gesehen habe. Die fehlende Kadertiefe lässt es zudem nicht auf vielen Positionen, Spieler eins zu eins zu ersetzen.

Taktik

Beide Teams spielen ähnliche Systeme, wobei Barcelona gegenüber Arsenals 4-2-3-1 ein etwas offensiveres 4-1-2-3 bevorzugt.

Erwartete Aufstellung

Erwartete Aufstellung

Im Mittelfeld ergeben sich dadurch klare Zuteilungen: Arsenals 6er Song und Wilshere bekommen es mit Barcas Spielgestaltern Xavi und Iniesta zu tun und Sergio Busquets kümmert sich um Arsenals 10er Fabregas. Interessant werden vor allem die Duelle auf den Außen. Letztes Jahr hat Walcott Maxwell ziemlich alt aussehen lassen und war entscheidend für das – für Arsenal sehr glückliche – 2:2 im Hinspiel. Auf der anderen Seite hat Dani Alves einen derart großen Offensivdrang, dass sein Gegenspieler viel Defensivarbeit zu verrichten hat. Wenger dürfte froh sein, dass er Nasri wieder dort einsetzen kann und nicht auf den genialen, aber mitunter faulen Arshavin setzen muss. Andererseits könnte dieser vielleicht die Lücken in Barcas Defensive ausnutzen, die Alves Vorstöße hinterlassen.

Barcelonas Außenstürmer zieht es immer wieder in die Mitte. Besonders Villa sorgt so über die linke Seite für große Torgefahr, doch auch Pedro hat inzwischen eine imposante Trefferquote. Die beiden werden versuchen die gegnerische Viererkette weit ins Zentrum zu pressen und so Platz für die eigenen Außenverteidiger zu schaffen. Hierdurch könnte man auch Arsenals Außenverteidigern ein wenig den Offensivdrang nehmen.

Im Sturmzentrum bevorzugen beide Trainer (inzwischen) spielstarke Angreifer. Vor einem Jahr standen dort mit Bendtner und Ibrahimovic zwei Brecher, heute sind es mit Messi und Van Persie zwei Spieler, die die ganze feine Klinge schwingen. Beide spielen häufige eine „falsche Neun“, lassen sich also weit ins Mittelfeld zurückfallen, um die Innenverteidiger aus der Kette zu ziehen und Platz für ihre Mitspieler zu schaffen. Dennoch sind beide extrem torgefährlich: Van Persie kommt in den letzten zwölf Spielen auf zwölf Treffer und Messi spielt in dieser Hinsicht in einer ganz eigenen Liga (58 Tore in den letzten 55 Ligaspielen, 23 Tore in den letzten 29 CL-Spielen).

Aktuelle Form

Seit dem Sieg gegen Chelsea Ende letzten Jahres hat Arsenal eine tolle Siegesserie hingelegt. Nur der Ausrutscher beim epischen 4:4 in Newcastle trübt die Bilanz ein wenig. Dabei hat Arsenal nicht immer herausragend gespielt, aber war in den entscheidenden Momenten da und hat sich auch knappe Siege erarbeitet. Defensiv wirken die Gunners noch immer anfällig, auch wenn sie inzwischen weit weniger Gegentore kassieren.

Barcelona hat mit 16 Siegen in Folge einen neuen Rekord in der spanischen Liga aufgestellt, bevor man am Wochenende nur ein 1:1 bei Sporting Gijón holte. Barca dominiert die Primera Divison nach Belieben. Die Überlegenheit ist so groß, dass sich die Frage stellt, ob Barcelona wirklich so gut ist oder der Rest der Liga so schlecht. Vor dem Unentschieden am Samstag gewann Barca zehn mal in Folge mit drei oder mehr Toren Vorsprung, darunter auch das 5:0 gegen Real Madrid. Stellt das Duell mit einer Spitzenmannschaft der Premier League eine größere Herausforderung dar?

Prognose

Die Champions League ist nicht mit der heimischen Liga zu vergleichen. Die meisten spanischen Mannschaften haben einen deutlich anderen Stil als die englischen. Die Frage ist, wer sich besser auf den Stil des anderen einstellen kann. Im letzten Jahr dominierte Barcelona das Spiel in London 60 Minuten lang nach Belieben, bis ihnen die Puste ausging und Arsenal sich zurück ins Spiel kämpfte. Der Schlüssel zu Barcelonas Erfolg liegt wieder darin, das eigene Spiel ohne Rücksicht durchzusetzen, Arsenal früh zu pressen und das Geschick in die eigenen Hände zu nehmen. Von allen britischen Mannschaften dürfte Arsenal vom Stil her Barca am meisten entgegen kommen.

Für Arsenal muss es darum gehen, das kämpferische Element in ihrem Spiel noch mehr zu betonen, die Angriffe schnell zu Ende zu spielen und effizient zu sein. Einen offenen Schlagabtausch können sie gegen Barcelona nicht gewinnen. Leider ist Arsenal nicht sonderlich gut darin, tief zu stehen und die Angriffe des Gegners auf sich zukommen zu lassen. Die Lösung könnte partielles Pressing heißen, bei dem man etwas tiefer steht als gewöhnlich, aber Xavi und Iniesta im Mittelfeld bei der Ballannahme aggressiv unter Druck setzt. Gibt man den beiden Platz im Zentrum, muss man schon ein extrem feines Abwehrnetz spinnen können, um eine Chance zu haben. Die offensive Klasse Arsenals reicht allemal aus, um Barcas Abwehr in Bedrängnis zu bringen.

Ich glaube, dass das Duell ähnlich klar an Barcelona gehen wird, wie im letzten Jahr. Im Hinspiel vor den eigenen Fans traue ich Arsenal ein Unentschieden, vielleicht sogar einen knappen Sieg zu. Im Camp Nou wird man jedoch die Grenzen aufgezeigt bekommen. Alles andere als ein deutlicher Barca-Sieg würde mich dort sehr überraschen.

Tip:  Arsenal – Barcelona 1:1, Barcelona – Arsenal 3:0

Meine Top 5: Trainer

Eine lange verschollene Rubrik wird heute reaktiviert: Die Top-5-Listen. Ursprünglich als Referenz zu Nick Hornbys High Fidelity hier im Blog eingeführt, seit etwa drei Jahren in der Versenkung verschwunden und nun in Anlehnung an “The Joy of Six” aus dem Guardian wieder ausgegraben.

Ich fange mit einer Kategorie an, die mir sehr am Herzen liegt: Fußballtrainer. Meine Auflistung ist nicht als Bestenliste zu verstehen, sondern als persönliche Favoritenliste. Jeder der Trainer auf dieser Liste ist in meinen Augen eine besondere Persönlichkeit, die einen Sonderstatus in der Riege der Fußballtrainer verdient. Werdertrainer habe ich wegen Befangenheit nicht berücksichtig.

Hier sind also meine Top 5 Trainer:

5. Louis van Gaal

Richtig gelesen. Der Louis van Gaal, der mit den Bayern letztes Jahr dicht vor dem Triple stand. Das holländische Feierbiest. Der inzwischen bei Uli Hoeneß in Ungnade gefallen ist und öffentlich für seine angeblich schlechte Kommunikation kritisiert wurde. Der Louis van Gaal, über dessen vorzeitiges Ende beim Rekordmeister schon spekuliert wird – auch in den eigenen Reihen.

Es ist schon ein paar Jahre her, als genau dieser van Gaal mit seiner Kindergartenmannschaft des AFC Ajax den europäischen Clubfußball durcheinander wirbelte. 1991 begann er seine Amtszeit in Amsterdam und wurde auf Anhieb UEFA-Cup-Sieger. Damals bestand das Team noch aus einer guten Mischung aus Altstars wie Danny Blind, Spielern im besten Fußballeralter wie Aaron Winter und Wim Jonk sowie blutjungen Newcomern wie den de Boer-Zwillingen und Dennis Bergkamp (wobei letzterer immerhin schon 22 war und bereits vier Jahre zuvor den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte). Im folgenden Jahr konnte Ajax immerhin den Pokal gewinnen, doch musste auch einige wichtige Spieler abgeben. Aus der Not machten Verein und Trainer eine Tugend und schrieben damit Fußballgeschichte.

Die Jugendakademie des AFC Ajax hatte schon vor van Gaals Amtsantritt einen guten Ruf – immerhin hatte sie Spieler wie Johan Cruyff hervorgebracht. Der Schub an Talenten, der Anfang bis Mitte der 90er Jahre ins Profiteam integriert werden konnte, ist jedoch phänomenal und steht auf einer Stufe mit den Erfolgen der Jugendarbeit des FC Barcelona in den letzten Jahren. Der große Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1994 gewann Ajax nach vier Jahren wieder die niederländische Meisterschaft und ein Jahr später folgte als Krönung der Gewinn der Champions League. Dabei standen im Finale gegen den AC Milan gleich neun Spieler in der Startformation, die vom Verein auch ausgebildet worden waren. Der eingewechselte Patrick Kluivert, der kurz vor Schluss das Siegtor erzielte, kam ebenfalls aus der Ajax-Jugend. Der damals 18-Jährige gehörte neben Marc Overmars (22), Edgard Davids (22), Michael Reiziger (22), Clarence Seedorf (19) und Nwankwo Kanu (18) zu den jungen Wilden, die dieses Team so einmalig machten.

Der Fußball, den Louis van Gaal spielen ließ, war technisch anspruchsvoll, schön anzusehen und (für damalige Verhältnisse) extrem schnell. Als sie im Halbfinal-Rückspiel Trappatonis Bayern mit 5:2 überrollten, hatte man den Eindruck, es mit einer 10 x 100 Meter-Staffel zu tun zu haben. Was an dieser Mannschaft besonders überzeugte, war die taktische Ausbildung der Spieler. Trotz ihrer Jugend spielten die Ajax-Bubis nur selten ungestüm und leichtsinnig. Sie konnten sowohl die bedingungslose Offensive als auch das effiziente 1:0. Dank dieser Fähigkeiten konnten sie die erfahrene Weltklassemannschaft aus Mailand im Finale bezwingen, die ein Jahr zuvor den ähnlich spielstarken FC Barcelona mit 4:0 weggeputzt hatte.

Nun sollte man van Gaals Trainerkarriere nicht auf seine Zeit bei Ajax reduzieren, doch diese Jahre waren für ihn als Trainer prägend. Die guten Erfahrungen, die er mit den jungen Spielern in Amsterdam machte, ließen ihn in seiner Trainerlaufbahn immer wieder auf den Nachwuchs setzen. Sie erklären, warum heute ein Spieler wie Xavi, der unter van Gaal seine ersten Versuche als Profi beim FC Barcelona machte, so positiv über ihn redet. Sie erklären, warum er einen Thomas Müller binnen eines Jahres zum Weltstar machte. Und sie erklären auch, warum er sich weiter auf junge Spieler verlässt, selbst wenn es ihm zeitweise den Ruf einbringt, er sei beratungsresistent. Ob nun Seedorf und Xavi oder Badstuber und Contento, die Namen haben für ihn nur eine untergeordnete Bedeutung.

Man kann van Gaal einiges vorwerfen: Seine Sturheit, seine Schroffheit, seine immer wieder anklingende Selbstgefälligkeit. Mangelnde Konsequenz gehört jedoch nicht dazu. Van Gaal steht für ein Modell, für einen Weg, für eine Art Fußball zu spielen. Dies hat er vielen anderen Trainern voraus. Er steht in dieser Liste nicht, weil er ein angenehmer Zeitgenosse ist (was ich auch gar nicht beurteilen kann und will). Er steht hier stellvertretend für den Jugendstil im Profifußball, für den seine jüngeren Bundesligakollegen Jürgen Klopp und Thomas Tuchel derzeit gefeiert werden. Auch wenn es im Geschäft Profifußball wenig Platz für Idealismus gibt wird van Gaal an seinen Prinzipien festhalten. Eine Niederlage gegen den Pragmatiker José Mourinho wirft ihn nicht um. Er wird auch bei den Bayern seinen Weg weitergehen und dabei entweder scheitern oder mit Alaba und Breno die Champions League gewinnen.

4. Otto Rehhagel

Werdertrainer wollte ich nicht berücksichtigen, weshalb es hier auch in erster Linie um Rehagels Arbeit außerhalb unseres Vereins geht (sonst wäre Rehhagel mindestens zwei Plätze weiter vorne anzutreffen). Otto Rehhagel ist inzwischen 72 Jahre alt und kann auf eine lange und bewegte Karriere zurückblicken. Er ist mit einigem Abstand Rekord-Bundesligatrainer und seit nunmehr 48 Jahren im Geschäft. Bevor König Otto 1981 zum zweiten Mal Trainer von Werder Bremen wurde, galt er als durchschnittlicher Bundesligatrainer, der sein Handwerk zwar verstand, aber eben nicht wesentlich besser verrichtete als seine Kollegen.

Seine 14-jährige Amtszeit an der Weser war für ihn als Trainer ebenso prägend, wie van Gaals Zeit bei Ajax. In gewisser Weise ist Rehhagel der Anti-van-Gaal, da er in seiner Trainerkarriere immer wieder auf Spieler gesetzt hat, die ihr bestes Fußballeralter dem Vernehmen nach schon hinter sich hatten. Eigentlich sind es jedoch bloß zwei Seiten derselben Medaille: Die Bewertung von Spielern ausschließlich nach ihrer Qualität und unabhängig vom Alter. Rehhagel machte früh in seiner Trainerzeit bei Werder die umgekehrte Erfahrung wie van Gaal. Er übernahm Werder mit dem 35-jährigen Goalgetter Erwin Kostedde. Er kaufte Manni Burgsmüller im Alter von fast 36 und wurde mit ihm Deutscher Meister. Er holte den 33-jährigen Klaus Allofs und gewann mit ihn Pokal, Europacup und Meisterschaft. Es wäre jedoch falsch, Rehhagel darauf zu reduzieren denn er hat auch einige junge Talente in Bremen groß rausgebracht, etwa Rudi Völler, Karl-Heinz Riedle oder Mario Basler. Dabei galten diese Spieler zum Zeitpunkt ihrer Verpflichtungen im Umfeld bestenfalls als Notlösungen. Nicht selten wurde er für seine unkonventionellen Spielerverpflichtungen belächelt. Als er 1995 den Verein verließ lächelte niemand mehr. Höchstens der FC Bayern.

Rehhagels Amtszeit bei den Bayern war kurz und erfolglos, was konkret heißt: Platz 2 und UEFA-Cup-Finale. Das Endspiel erlebte er nicht mehr als Bayerntrainer mit und arbeitete fortan an seiner eigenen Legende. Mit dem 1.FC Kaiserslautern schaffte er zwischen 1996 und 1998 etwas einmaliges: Er stieg in die 1. Bundesliga auf und wurde in der folgenden Saison Deutscher Meister. Dieser Überraschungserfolg machte Rehhagel außerhalb Münchens zur Trainerlegende und zementierte seinen Status als großer Gegenspieler des Rekordmeisters der 80er und 90er Jahre. Der größte Coup gelang ihm jedoch zweifellos erst im Jahr 2004, als er mit dem krassen Außenseiter Griechenland Europameister wurde. Auch wenn sich seine Mannschaft mit ihrer defensiven Spielweise nicht nur Freunde machte, war es eindeutig Rehhagels Handschrift, die das Team zum Titel geführt hatte, was ihm allgemeine Anerkennung und einen Legendenstatus in Griechenland einbrachte.

Spätestens seit diesem Erfolg musste sich Rehhagel allerdings auch viel Kritik gefallen lassen. Seine Methoden wurden als nicht mehr zeitgemäß betitelt und seine taktischen Kniffe als veraltet abgetan. Was die Einordnung der Rehhagel’schen Taktik angeht, darf man sicher geteilter Meinung sein (bei zonalmarking.net wird Griechenland 2004 als Team des Jahrzehnts angesehen). Der Erfolg spricht hingegen klar für Rehhagel, auch wenn er mit Griechenland in den letzten Jahren keinen ähnlich großen Triumph mehr feiern konnte. Der Vorwurf des Zerstörerfußballs, den seine Teams angeblich praktizierten, trifft höchstens auf die späten Jahre Rehhagels zu. In seinen ersten Jahren bei Werder ließ er begeisternden Offensivfußball praktizieren, der mitunter zu Torverhältnissen wie 83:41 (1985/86) oder 87:51 (1984/85) führte. Erst mit Einführung der “kontrollierten Offensive” gelangen ab 1988 dann auch greifbare Erfolge.

Angesichts seiner Vita ist es erstaunlich, dass Rehhagel mit Ausnahme der einen Saison bei den Bayern nie einen der großen europäischen Vereine trainierte. Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass er schon immer einen hohen Autoritätsanspruch hatte und mit mächtigen Managern und Vereinspräsidenten, die sich in seine Belange einmischten, nicht zurecht kam. Auch zur Presse pflegte er stets ein distanziertes Verhältnis und scheute sich nicht davor, den offenen Konflikt mit ihnen zu suchen. Andererseits ist er bei weitem nicht der einzige Trainer, auf den dies zutrifft. Ein Alex Ferguson z.B. hat sich trotzdem (oder deswegen?) bei Manchester United durchgesetzt. Rehhagels Erfolge werden aber gerade erst durch die Vereine, in denen er tätig war, wirklich besonders. Den Zweitligisten Werder zur zweiten Kraft in Deutschland zu machen, den Aufsteiger Kaiserslautern zur Meisterschaft zu führen, mit dem zweitklassige Griechenland Europameister zu werden – das sind Erfolge für die Geschichtsbücher.

3. Valerij Lobanowskyj

Mit “stoisch” ist der Gesichtsausdruck Lobanowskyjs während eines Fußballspiels noch nicht annähernd beschrieben. Wie ein Stein saß er häufig über 90 Minuten auf der Trainerbank, ohne auch nur die geringsten Gefühlsregungen in seiner Mimik Ausdruck zu verleihen. Viele haben Lobanowskij nur noch als alten Mann, als graue Eminenz des ukrainischen Fußballs in Erinnerung. Dabei wurde er nur 62 Jahre alt.

Wenn es um Auflistungen der besten und wichtigsten Trainer des 20. Jahrhunderts geht, ist Lobanowskyj immer vorne mit dabei. Er war einer der innovativsten Trainer der Fußballgeschichte und machte sich auch als Theoretiker des Spiels einen Namen. Dabei war er seiner Zeit ein gutes Stück voraus und gerade deshalb noch lange Zeit später ein Vorbild für jüngere Trainer. Seine Mannschaft Dynamo Kiew spielte bereits vor 35 Jahren mit einem System, das heute die meisten Bundesligamannschaften noch praktizieren: 4-4-2. Als in Deutschland der Libero Franz Beckenbauer seine größten Erfolge feierte, spielte Lobanowskyj schon mit Viererkette. In der Bundesliga waren Fans und Experten selbst 20 Jahre später noch skeptisch, wenn Mannschaften auf den Libero verzichteten.

Wie die zuvor genannten war Lobanowskyj ein Disziplinfanatiker. Um seine anspruchsvolle Spielweise umsetzen zu können, brauchte er die vollständige Kontrolle über seine Mannschaft. Für ihn zählte immer das Kollektiv, das den Raum und damit das Spiel beherrschen sollte. Lobanowskyi betrachtete den Fußball von seiner metaphysischen Seite und verstand ihn als Duell zweier kritischer Massen (Mannschaften), die sich Raum und Rhythmus eines Spiels zu eigen machen wollen und hierbei auf die Interaktion und uneingeschränkte Kooperation zwischen den einzelnen Bestandteilen (Spielern) angewiesen sind. Störende Einflüsse, wie Individualismus und Starallüren waren dabei unerwünscht. Bei Lobanowskyj gab es nur einen Star und das war die Mannschaft.

Dass dieser Ansatz keineswegs die Kreativität seiner Teams beschränkte, zeigen die vielen Erfolge und die herausragenden Leistungen, die er mit ihnen über die Jahre erringen konnte. Zwar brachte er keine Genies à la Diego Maradona hervor, doch die Titelsammlung seiner Trainerkarriere ist beeindruckend: Insgesamt 12 Meisterschaften (8 mal UDSSR, 4 mal Ukraine) und neun Pokalsiege (6 mal UDSSR, 3 mal Ukraine) gewann er mit seinem Club Dynamo Kiew zwischen 1974 und 2001. Dazu kommen zwei Siege im Europapokal der Pokalsieger sowie der zweite Platz bei der EM 1988 mit der Sowjetunion, die er viele Jahre lang zeitgleich trainierte. Nachdem Lobanowskyj Anfang der 90er Jahre sein Engagement bei Dynamo Kiew beendete und als Nationaltrainer für die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait arbeitete, kehrte er 1997 zu seinem Heimatverein zurück und begann eine sehr erfolgreiche zweite Amtszeit.

Er gewann auf Anhieb das Double in der ukrainischen Heimat und erreichte in der Champions League immerhin das Viertelfinale. In der Gruppenphase feierte man legendäre Siege gegen den FC Barcelona (3:0 zuhause, 4:0 auswärts) bevor man sich Juventus Turin schließlich beugen musste. Lobanowskyjs letzte großen Erfolge wurden jeweils von deutschen Mannschaften verhindert. 1999 unterlag Dynamo Kiew nach einem epischen 3:3 im Hinspiel beim FC Bayern mit 0:1 im Halbfinale der Champions League – ausgerechnet der undisziplinierte Individualist Mario Basler erzielte dabei das entscheidende Tor. Überragender Spieler des Hinspiels war ein gewisser Andrej Schewtschenko, der 18 Monate zuvor Werder Bremen zum Kauf angeboten wurde. Werder lehnte jedoch dankend ab und verpflichtete Juri Maximov. Im November 2001 kam es schließlich zum Duell zwischen der Ukraine und Deutschland im Play-off um die WM-Qualifikation. Vor allem im Hinspiel geriet die deutsche Mannschaft mächtig ins Wanken, bevor sie sich im Rückspiel, angeführt von einem überragenden Michael Ballack, mit 4:1 durchsetzen konnte.

Als Rudi Völler, der das Duell mit der Ukraine zu seinem Schicksalsspiel erklärt hatte, bei der WM im folgenden Jahr mit seinem Team Vizeweltmeister wurde, weilte Valerij Lobanowskyj schon nicht mehr unter uns. Er verstarb am 13. Mai 2002 an den Folgen eines Herzanfalls. In seinem Fall ist es keine Übertreibung zu behaupten, dass sein Erbe Woche für Woche auf den Fußballplätzen dieser Welt weitergetragen wird.

2. Arrigo Sacchi

Sacchi selbst wäre mit seiner Einordnung in dieser Liste vor Lobanowskyi vermutlich nicht einverstanden. Er gilt als einer der größten Fans des ukrainischen Fußballlehrers und hat seine eigene Lehre zu großen Teilen auf Lobanowskyis aufgebaut. Arrigo Sacchi war lange vor José Mourinho schon das Paradebeispiel für den großen Trainer, der niemals Profifußballer war. Vor seiner Trainerkarriere verdiente er sein Geld als Schuhverkäufer und konterte die Fragen nach seiner Eignung mit dem großartigen Spruch: “Ich wusste nicht, dass man mal ein Pferd gewesen sein muss, um ein guter Jockey zu werden.” Dennoch freuen sich Trainer mit Stallgeruch heute weiterhin größerer Beliebtheit.

Sacchi ist der Gegenentwurf zum “typisch italienischen Fußball”, jedenfalls wenn man den hierzulande gängigen Vorurteilen glaubt. Seine Mannschaften zeichneten sich durch eine perfekte Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive aus, konnten wunderschönen Offensivfußball spielen, aber auch hinten die Null halten. Ohne die Änderungen an der Abseitsregel (gleiche Höhe, passives Abseits) in den 90er Jahren wäre Sacchis Systemfußball vielleicht noch heute das Leitbild für modernen Fußball. Zu seinen Vorgaben zählte das geordnete Verschieben auf dem Platz, das nur einen geringen Abstand zwischen Abwehrreihe und Angriff vorsieht. Ziel dieser Spielweise war die Verknappung des Raums für den Gegner und somit das Erzwingen von Fehlern. Angesichts der viel freizügigeren Regelauslegung beim Abseits ist es heutzutage sehr gefährlich, mit einer solch hoch aufgerückten Viererkette zu spielen, wie der Werderfan aus leidvoller Erfahrung bestätigen kann.

Seinen Ruhm erlangte Arrigo Sacchi beim AC Milan, den er zu zwei europäischen Triumphen führte (bis heute das letzte Mal, dass ein Verein zweimal in Folge den wichtigsten europäischen Pokal gewinnen konnte). Interessant ist allerdings auch, wie er seinen Trainerposten damals erlangt hatte. Als Coach des damaligen Drittligisten AC Parma stieg er 1986 in die zweite italienische Liga auf. In der Folgesaison verpasste er den erneuten Aufstieg zwar knapp, besiegte Milan im Pokal jedoch gleich zweimal mit 1:0 und machte so Eigentümer Silvio Berlusconi auf sich aufmerksam, der ihn für die kommende Saison als Trainer verpflichtete. Der kometenhafte Aufstieg des Trainers dürfte selbst Thomas Tuchel schwindelig werden lassen. Bereits in seiner ersten Saison führte Sacchi Milan zur italienischen Meisterschaft, der ersten seit neun Jahren. Ein Jahr später hatte er alles gewonnen, was man als Vereinstrainer gewinnen kann: Europapokal der Landesmeister, Europäischer Supercup, Weltpokal.

Sein Team um die niederländischen Stars Ruud Gullit und Marco van Basten sowie die späteren Erfolgstrainer Frank Rijkaard und Carlo Ancelotti spielte dabei einen rasanten, schier unaufhaltsamen Offensivfußball und schaltete auf dem Weg ins Finale auch den Deutschen Meister Werder Bremen aus. Im Viertelfinale konnte sich Milan jedoch nur äußerst knapp durchsetzen und gewann in der Summe mit 1:0 durch ein Elfmetertor von Marco van Basten. Ein Blick auf die weiteren Ergebnisse des Wettbewerbs zeigt, das dieses Ergebnis als Erfolg für Werder verbucht werden kann (soviel auch zu dem Thema, dass Werder nie das Viertelfinale der Champions League erreicht habe, auch wenn der Wettbewerb damals zugegebenermaßen noch anders hieß): Im Halbfinale schlug Milan das große Real Madrid mit einem 5:0 im Rückspiel und im Finale besiegte man Steaua Bukarest mit 4:0. Im Jahr darauf konnte Milan alle drei internationalen Titel verteidigen und dabei erneut Real Madrid, sowie den FC Bayern München ausschalten. Lediglich die nationalen Titel wurden in der damals hart umkämpften Serie A verpasst.

Nachdem er sich mit Marco van Basten überworfen hatte und Milan ihn daraufhin entließ, wurde Sacchi 1991 Trainer der italienischen Nationalmannschaft, die gerade die Qualifikation für die Europameisterschaft verpasst hatte. In den folgenden Jahren bereitete er das Team auf die Weltmeisterschaft in den USA vor, konnte aufgrund fehlender Ersatzstücke für seine Holländer im Team sein System dort jedoch nicht so umsetzen. Italien spielte daher unter dem vielleicht offensivsten Trainer der jüngeren italienischen Fußballgeschichte einen eher langweiligen und destruktiven Fußball, der jedoch überaus erfolgreich war. Bis ins Finale schaffte es seine Mannschaft, wo sie dem großen Favoriten Brasilien über 120 Minuten ein 0:0 abtrotzen konnte. In Deutschland gilt dieses Finale bis heute bei vielen als langweiliges Ballgeschiebe, obwohl es eines der hochklassigsten und interessantesten taktischen Duelle der 90er Jahre war (ganz im Gegenteil zum wirklich niveauarmen Finale der WM 1990). Der Ausgang ist bekannt: Baggio machte im Elfmeterschießen den Hoeneß und schoss den Ball in den Nachthimmel.

Zwei Jahre später schied das Team in der Vorrunde der Europameisterschaft aus und Sacchi wurde entlassen. Paradoxerweise kam die Spielweise seiner Mannschaft bei jenem Turnier seinem Ideal näher als bei der WM 1994. Im entscheidenden Spiel gegen den späteren Europameister Deutschland verpasste eine offensive italienische Mannschaft gegen Berti Vogts Maurertruppe jedoch das entscheidende Tor. Das 0:0 reichte Deutschland zum Gruppensieg und Italien nur zu Platz 3. Danach konnte Sacchi nie wieder richtig Fuß fassen in der Fußballwelt. Seine zweite Amtszeit beim AC Parma war ebenso enttäuschend, wie seine Stationen als Trainer bei Atletico Madrid und als Sportdirektor bei Real Madrid. Seit 2005 ist Sacchi ohne Verein und betonte zuletzt immer wieder, dass ihm zu einem neuen Engagement die hundertprozentige Motivation fehle. Schade eigentlich.

1. Arsène Wenger

Was wäre, wenn… Arsène Wenger 1995 tatsächlich Nachfolger von Otto Rehhagel bei Werder Bremen geworden wäre? Damals war Wenger gerade in Japan tätig und wollte seinen Job nicht nach wenigen Monaten schon wieder wechseln. Zum Jahresende hätte er zur Verfügung gestanden, doch so lange konnten und wollten Werders Verantwortliche nicht warten. Stattdessen kam Aad de Mos und es folgten die vielbesungenen Jahre voller Frust. Wenger heuerte ein Jahr später beim FC Arsenal an und ist bis heute dort tätig.

Als Spieler war auch Wenger nicht sonderlich bekannt oder erfolgreich, doch als Trainer des AS Monaco machte er sich Ende der 80er einen Namen in Fußballeuropa. Gleich in seiner ersten Saison 1988 wurde er französischer Meister und zog 1992 ins Finale des Europapokals der Pokalsieger ein. Die Niederlage dort – gleichzeitig der größte Erfolg in der Geschichte unseres Vereins – bildete den Auftakt eines europäischen Traumas, das Wenger wohl nur noch durch den Gewinn der Champions League beseitigen kann. Auch im UEFA-Cup 2000 und in der Champions League 2006 unterlagen Wengers Teams und konnten trotz großer Vorschusslorbeeren ihre Qualität nie auf höchster europäischer Ebene voll ausschöpfen.

In England stieß Wenger mit seiner etwas verschrobenen Art und feinsinnigen Fußballphilosophie zum Teil auf Ablehnung, konnte jedoch durch seine Erfolge schon bald viele Kritiker von sich überzeugen. In seiner ersten Saison bei Arsenal führte er das Team auf Platz 3 und formte eine Mannschaft, die schon nach kurzer Zeit den attraktivsten Fußball auf der Insel spielte. Für einen Verein, der mit seinem langweiligen Defensivfußball das Sprichwort One-nil to the Arsenal geprägt hatte und von gegnerischen Fans mit Boring, boring Arsenal-Gesängen verspottet wurde, war dies eine bemerkenswerte Veränderung. In der zweiten Saison kam dann der große Durchbruch: Arsenal gewann das Double. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine große Rivalität mit Manchester United. Bis 2004 spielten die beiden Teams die Meisterschaft unter sich aus, doch es dauerte vier Jahre bis Wenger ein weiterer Titel vergönnt war. 2002 holte sein Team erneut das Double und 2004 blieb man beim beeindruckenden Triumph in der Meisterschaft die gesamte Saison (und insgesamt 49 Spiele am Stück) ungeschlagen.

Wengers Arsenal war immer auf der Suche nach dem perfekten Fußball und erreichte dabei einen Status nahe der Unbesiegbarkeit (2004), zeigte aber auch immer wieder eine offensichtliche Fragilität (2003, als man einen 8-Punkte-Vorsprung auf ManUtd verspielte). In den letzten Jahren trieb Wenger sein ehrgeiziges Projekt voran, ein von der Jugend an ausgebildetes Team zurück an die Spitze des englischen Fußballs zu führen. Zwischenzeitlich musste man Chelsea und United an sich vorbeiziehen lassen und zumindest international auch den FC Liverpool. Seit 2005 wartet Wenger nun auf einen Titel und muss sich daher auch seitens der eigenen Fans verstärkte Kritik gefallen lassen. Dadurch lässt er sich jedoch nicht von seinem Weg abbringen, wirkt dabei ziemlich störrisch, auf manchen Beobachter sogar verbohrt. Ob ihm die Ergebnisse in den nächsten Jahren Recht geben wird sich zeigen. Für Wenger wäre es der ultimative Triumph, mit dem von ihm eingeschlagenen Weg der wirtschaftlichen Vernunft in Zeiten hochsubventionierter Vereine wie FC Chelsea und Manchester City noch einmal die Meisterschaft oder sogar die Champions League zu gewinnen.

Adebayor’s “mindless and malicious stamp”

Man stelle sich bitte folgende Situation vor: Im August 2007 trifft Miroslav Klose mit seinem neuen Club FC Bayern auf seinen alten Werder Bremen. Bei den Bremer Fans ist Klose Ende der vergangenen Rückrunde unten durch und wird bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Dürfte niemandem schwerfallen, ist ja auch so passiert (auch wenn man sich an das Ergebnis des Spiels lieber nicht erinnert).

Man stelle sich nun weiterhin jenes Spiel vor. Es läuft die 71. Minute und Klose springt nach einem Zweikampf seinem am Boden liegenden ehemaligen Sturmpartner Ivan Klasnic mit den Stollen voraus aufs Gesicht. Klasnic bleibt blutend am Boden liegen. Der Schiedsrichter steht direkt neben dem Geschehen, hat eigentlich gute Sicht, erkennt dennoch keinen Regelverstoß. Kloses Körpersprache und die Zeitlupen legen jedoch nahe, dass es sich um eine absichtliche Tätlichkeit handelte.

10 Minuten nach diesem Vorfall erzielt Klose das vorentscheidende Tor für die Bayern. Euphorisiert sprintet er vom gegnerischen Fünfmeterraum bis zur eigenen Torauslinie und rutscht auf den Knien direkt vor die Ostkurve, um dort seinen Torerfolg zu “feiern”.

Wie hätten die Fans in der Ostkurve wohl reagiert? Wie hätten sich die Werderfans vor dem Fernseher gefühlt? Wie hättet ihr euch gefühlt?

Nun, diesen Vorfall hat es nie gegeben, ich würde ihn Klose trotz geringer Sympathie auch nun wirklich nicht zutrauen. Doch mithilfe dieses Beispiels kann man in etwa verstehen, wie sich die Fans des FC Arsenal gefühlt haben, als ihr früherer Spieler Emmanuel Adebayor genau das eben beschriebene tat.

Den Torjubel vor der Arsenal-Kurve gibt es hier zu sehen.

Adebayor ist ein sehr guter Stürmer und ein toller Fußballer. Aber es gibt einen Unterschied zwischen guten Spielern und großen Spielern. Ein großer Spieler tut nicht das, was Adebayor tat. Ein großer Spieler begibt sich nicht unterhalb des Niveaus von Kurvenfans. Ein großer Spieler hat zumindest ein Minimum an Respekt vor den Leuten, die jahrelang sein üppiges Gehalt finanzierten. Ein großer Spieler wäre einem Trainer wie Arsene Wenger, der ihn von der Ersatzbank des AS Monaco holte und zu einem der besten Stürmer der Welt formte, bis in alle Ewigkeit dankbar.

Ein großer Spieler wird Emmanuel Adebayor meiner Meinung nach nicht mehr werden.