Schlagwort-Archiv: Aufsteiger

Die Glaskugel 2011

Vor Saisonbeginn treffe ich hier regelmäßig wilde Vorhersagen, wie die Spielzeit laufen wird. Wäre meine Trefferquote dabei nicht so absurd schlecht (Hoffenheim als Vizemeister 2010), könnte ich mich mit Fug und Recht als Krakenorakel der Fußballblogger bezeichnen. So muss ich mich hinter Paul in die Reihe der niederen Weichtiere einreihen. Meine Saisonvorschau 2011 möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten:

Die Abschlusstabelle

  1. Bayer Leverkusen – Richtig gelesen. Bayer macht es dieses Jahr mal anders herum und hält sich über weite Strecken der Saison auf den Plätzen 2 – 4 auf. Am 31. Spieltag holt sich Leverkusen dann die Tabellenführung und gibt sie zum Erstaunen aller Beobachter nicht mehr ab.
  2. Werder Bremen – Spielt eine starke Saison, muss zum Ende aber mal wieder der Mehrfachbelastung Tribut zollen. Werder schafft es in der Champions League bis ins Achtelfinale und spielt beflügelt durch diesen Erfolg eine starke Rückrunde. Leider wird man kurz vor Schluss von Leverkusen überholt und steht mit leeren Händen da.
  3. Bayern München – Eine Saison zum Vergessen für den Rekordmeister. Eigentlich sieht trotz großen Verletzungspechs lange alles gut aus (Herbstmeisterschaft), doch dann kommt das Aus im Champions League Viertelfinale gegen Barcelona und mehrere unnötige Punktverluste gegen kleinere Gegner. Am Ende reicht es deshalb nur zu Platz 3 und einem erneuten Sieg im DFB-Pokal.
  4. Borussia Dortmund – Der BVB kann den Aufwärtstrend der letzten beiden Jahre fortsetzen und etabliert sich in der Spitzengruppe. Erst im letzten Drittel kann man nicht mehr mithalten, erreicht dank der schwächelnden Konkurrenz aber einen sicheren Platz in der Europa League.
  5. Hamburger SV – Einer starken Hinrunde (Platz 2) folgt – wie könnte es auch anders sein – eine durchwachsene Rückrunde mit vielen kleineren und größeren Rückschlägen. Der HSV rettet die Saison mit dem 5. Platz, doch Armin Veh steht zu Beginn der Sommerpause intern heftig in der Kritik. Mal wieder ein bewegter Sommer in der Hansestadt.
  6. VfL Wolfsburg – Der VfL wollte eigentlich an die Erfolge unter Felix Magath anknüpfen, doch trotz hochpreisiger Neuverpflichtungen kommen die Wolfsburger nicht richtig aus den Startlöchern. Ein sechster Platz, der diesmal nicht fürs internationale Geschäft reicht, ist das Ergebnis einer enttäuschenden Saison.
  7. Schalke 04 – Schalke nur auf Platz 7? Trotz ansehnlicher Spielweise stolpert Schalke schon zu Beginn der Saison einige Male und droht den Anschluss zu verlieren. In der Rückrunde kommt es zum Eklat zwischen Trainer und den verfeindeten Grüppchen im Team. Magath gibt daraufhin seinen Rücktritt bekannt. Feuerwehrman Klaus Toppmöller holt am Ende nur einen 7. Platz heraus.
  8. VfB Stuttgart – Die Schwaben mit einem 5. Platz im Winter in Lauerstellung. Leider bleibt dir traditionell gute Rückrunde diesmal aus und Stuttgart versinkt im Mittelfeld der Liga. Den internationalen Wettbewerb sichert man sich durch den Einzug ins Pokalfinale jedoch trotzdem.
  9. 1. FC Kaiserslautern – Überraschungsaufsteiger ohne zu glänzen. Kaiserslautern kämpft sich im letzten Saisondrittel aus dem Abstiegskampf ins gesicherte Mittelfeld. Nicht mehr, nicht weniger.
  10. 1899 Hoffenheim – Hoffenheim beendet die Ära Rangnick im Niemandsland der Tabelle. Nach einer erneut durchwachsenen und spielerisch selten überzeugenden Saison kommt Dietmar Hopp zu dem Entschluss, dass ein Trainer von Weltformat her muss. Rangnick wird daraufhin Nachfolger von Matthias Sammer, der nach wüsten Beschimpfungen gegen Löw und Bierhoff seinen Posten als Sportdirektor beim DFB räumen muss.
  11. 1. FC Köln – Viva Colonia, der sympathische Karnevalsverein aus dem Rheinland hat den Poldi-Blues. Der Nationalspieler kann erneut nicht an seine Form in der Nationalmannschaft anknüpfen. Dennoch zeigen sich die Kölner spielerisch verbessert und holen sich am Ende einen gesicherten Mittelfeldplatz. Für Kölner Verhältnisse ein akzeptables Ergebnis, fürs Selbstbild mindestens zehn Plätze zu schlecht.
  12. FSV Mainz 05 – Der zweite Karnevalsverein erlebt im Winter seine größte Krise seit dem Wiederaufstieg. Trainer Tuchel erweist sich jedoch auch in dieser Zeit als Klopp-Nachfolger und führt die Mainzer noch rechtzeitig aus dem Keller.
  13. FC St. Pauli – Kampf, Leidenschaft und noch mal Kampf. St. Pauli rückt von den eigenen Idealen nicht ab, vernachlässigt aber das spielerische Element, das in der letzten Saison noch für den Aufstieg sorgte. Diese Umstellung macht die Spieler der Hamburger nicht attraktiv, aber sichert letztlich den Klassenerhalt in Liga 1.
  14. Borussia Mönchengladbach – Der guten Frühform (8 Punkte nach 5 Spielen) folgt eine katastrophale Hinrunde, die auf Platz 18 abgeschlossen wird. Zwar gelingt am Ende durch einen Kraftakt noch der Klassenerhalt, doch die schwache Saison des auf dem Papier eigentlich starken Kaders gibt den Verantwortlichen zu denken.
  15. Eintracht Frankfurt – Die Eintracht befindet sich am 30. Spieltag plötzlich im Abstiegskampf. Warum weiß keiner. Heimlich still und leise waren die Hessen, die zwischenzeitlich sogar am oberen Tabellendrittel anklopften, bis auf Platz 15 abgerutscht. Diesen Platz kann man zum Glück verteidigen…
  16. 1. FC Nürnberg – …weil Nürnberg gerne wieder in die Relegation möchte. Die Nürnberger spielen eine konstante Saison, liegen an 27 von 34 Spieltagen auf Platz 16. Der Klassenerhalt wird diesmal erst in der Verlängerung gegen Union Berlin perfekt gemacht, was den Jubel beim Relegationsmeister jedoch nicht trübt – ganz im Gegenteil.
  17. Hannover 96 – Frust in Hannover. Kaum ist die eine schlimme Saison vorbei, fängt die nächste schlimme Saison an. Zwar bleiben dem Verein persönliche Tragödien dieses Mal erspart, aber dafür sieht es sportlich noch schlechter aus. Am Ende steht der Abstieg, gegen den selbst die Verantwortlichen keine guten Argumente mehr finden.
  18. SC Freiburg – Die Wundertüte aus dem Breisgau. Leider reicht es diese Saison hinten und vorne nicht. Spielerisch ganz nett, aber nicht gut genug, um in der Bundesliga richtig mithalten zu können. Wir freuen uns aber schon auf den nächsten Besuch in der Bundesliga, denn der kommt bestimmt.

Aufsteiger

  1. Hertha BSC – Wie konnte das eigentlich passieren mit dem Abstieg letztes Jahr? In Berlin weiß es nach einer überzeugenden Saison in der 2. Liga keiner mehr. Schon bald ist die Hertha wieder im internationalen Geschäft dabei, oder etwa nicht?
  2. Arminia Bielefeld – Das Team aus der Stadt, die es auch bei Google Streetview nicht gibt, steigt zum elfzehnten Mal auf. Freuen wir uns also auf mindestens neun weitere Monate Erstligafußball der Arminia.
  3. Union Berlin – Wie eben schon erwähnt hat Union Berlin in diesem Jahr die Arschkarte gezogen und scheidet gegen Nürnberg in der Relegation aus. Während die Nürnberger sich mehrere Monate auf die anstehenden Spiele vorbereiten konnte, musste Union bis kurz vor Schluss um den dritten Platz kämpfen. Das Leben ist ungerecht.

Torschützenkönig

  1. Ruud Van Nistelrooy - Van the Man wird zu Van ze German. 20 Tore reichen dem Stürmer zum Gewinn der Torjägerkanone. Von Altersmüdigkeit keine Spur.
  2. Patrick Helmes – Jedes Jahr die gleiche Leier, der beste deutsche Torschütze wird von Löw nicht ausreichend berücksichtigt. Mit seinen 18 Saisontoren schießt Helmes immerhin seine Mannschaft zum Titel.
  3. Claudio Pizarro und Edin Dzeko – Zu beiden gibt es nicht mehr viel zu sagen. Pizza liefert in Bremen beständig seine Tore und Dzeko untermauert in einer schwachen Wolfsburger Mannschaft seine Wechselambitionen zu einem europäischen Spitzenverein.