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Unbefriedigend – Die Abschlusszeugnisse

Bevor es im EM-Trubel dann völlig untergeht, veröffentliche ich noch schnell meine Bewertungen der Werderspieler für die abgelaufene Saison. Auch mit etwas zeitlichem Abstand ging es nicht, ohne dabei wieder den Frust der vergangenen Rückrunde zu spüren. Here we go:

Tim Wiese – 6/10

Es war nicht Tim Wieses beste Saison, um es vorsichtig auszudrücken. Sicher ist Wiese an guten Tagen einer der besten Keeper in der Liga. Seine Durchschnittsleistung bestätigt das jedoch nicht. Wo spektakuläre Paraden und atemberaubende Reflexe das Licht bedeuten, ist mit den bekannten Mängeln bei Strafraumbeherrschung und Spieleröffnung auch viel Schatten vorhanden, der in den letzten beiden Jahren immer offensichtlicher wurde. Gegen die neue Torhütergeneration sieht Wiese alt aus, muss praktisch immer überragend auf der Linie halten, um den Rest zu kompensieren. Konsequent, ihm keinen neuen, hoch dotierten Vertrag anzubieten. Der Wechsel nach Hoffenheim zeigt, dass Wieses Stellenwert keineswegs mehr so hoch ist, wie man ihn bei einem Nationaltorwart erwarten könnte.

Sebastian Mielitz – 7/10

Schwierig, ihn zu bewerten. Durfte Wiese in sieben Spielen vertreten und machte seine Sache gut. Herausragende Leistungen wie letzte Saison waren nicht dabei, doch er zeigt viele Anlagen, die eine Nummer Eins braucht. In der kommenden Saison wird man sehen, ob er seine Chance nutzen kann.

Per Mertesacker – nzb

Spielte zu Saisonbeginn vor seinem Wechsel zu Arsenal so stark, wie schon lange nicht mehr. Dank Sokratis und Naldo konnte sein Verlust aufgefangen werden.

Sebastian Prödl – 6/10

Vielleicht bewerte ich ihn angesichts seiner Verletzungen in dieser Saison zu hart. Bezeichnend fand ich in der Hinrunde, dass er sich gegen Wolf nicht durchsetzen konnte. Hatte einige richtig starke Spiele, zeigte aber auch seine gew0hnten Schwächen. Lässt sich noch immer zu leicht aus der Viererkette ziehen. Muss nach der Vertragsverlängerung nächste Saison endgültig aus dem Schatten der Konkurrenz treten und beweisen, dass er mehr ist, als ein talentierter Ergänzungsspieler.

Andreas Wolf – 6/10

Seine Verpflichtung war überraschend, aber zum damaligen Zeitpunkt verständlich. Zeigte trotz bekannter Defizite anständige Leistungen und erfüllte seine Rolle als Notnagel. Sein Abgang kam noch überraschender und war ebenfalls verständlich, auch wenn die Verletzungen von Naldo und Prödl fast einen Strich durch Allofs Rechnung gemacht hätten.

Naldo – 8/10

Seine Rückkehr war ungemein wichtig für Werder. Gerade als sich Mertesackers Fehlen in der Spieleröffnung richtig anfing bemerkbar zu machen, brachte Naldo mit seiner individuellen Klasse Belebung in Werders Spiel. Nach einer bärenstarken Hinrunde verletzte er sich leider wieder. Zusammen mit den öffentlichen Abwanderungsgedanken und der unklaren Kommunikation der Schwere seiner Verletzung ergab sich ein sehr fader Beigeschmack. Seine Leistungen nach der Verletzung waren jedoch wieder über jeden Zweifel erhaben – abgesehen von den Experimenten auf der Sechserposition.

Sokratis – 9/10

Spieler der Saison, daran kann es keine Zweifel geben. Kam, sah und verbreitete Angst und Schrecken unter den Stürmern der Liga. Beeindruckend, wie er sich ohne jegliche öffentliche Klage in der Hinrunde auf der für ihn ungewohnten Rechtsverteidigerposition zurecht fand. Als Innenverteidiger in der Rückrunde fast in jedem Spiel der auffälligste Akteur. Muss noch ein bisschen an der richtigen Mischung zwischen Härte und Cleverness arbeiten. Hat außerdem nicht die beste Spieleröffnung. Ansonsten aber eine große Verstärkung. Spielte leider nur selten mit Naldo zusammen in der Innenverteidigung.

Francois Affolter – 6/10

Als Leihspieler gekommen und gezeigt, dass er großes Potenzial besitzt. Seine Übersicht ist eine Augenweide. Um seine großen Stärken in der Spieleröffnung richtig zur Geltung zu bringen, muss er jedoch beständiger werden und ganz dringend an seinem Positionsspiel und der Zweikampfstärke (Luft und Boden) arbeiten. Wirkte in einigen Situationen noch etwas zu “leicht” für die Bundesliga. Wenn er sich in der nächsten Halbserie steigert, sollte Werder die Kaufoption ziehen.

Mikael Silvestre – nzb

Nur ein Einsatz in einer Saison, die durch seine Verletzung für ihn nie richtig begann. Saß in der Rückrunde immer wieder auf der Bank und es wurde schnell klar, dass seine Zeit vorüber ist. Ansonsten ein vorbildlicher Profi und ich bin trotz anfänglich großer Skepsis froh, dass er bei Werder gespielt hat.

Lukas Schmitz – 6/10

Im ersten Viertel der Saison wirkte er wie die langersehnte langfristige Lösung für die Problemzone Linksverteidiger und war mit seinen starken Flanken sogar torgefährlich. Danach wurden bei ihm die Defizite offensichtlich, die ihm schon bei Schalke nachgesagt wurden. Scheint nicht immer genau zu wissen, wo er stehen muss, vor allem wenn der Ball auf der anderen Angriffsseite des Gegners ist. Durch seine ausgeprägte Einfüßigkeit zudem offensiv leicht auszurechnen. Dennoch allemal ein guter Backup für den jungen Hartherz.

Florian Hartherz – 7/10

Spielt mit sehr viel Herz und manchmal etwas zuviel Drive nach vorne. Erinnert darin ein wenig an den jungen Boenisch. Ist jedoch technisch beschlagener und hat ein gutes Passspiel. Man hat ihm vielleicht etwas viel zugemutet, das Spiel quasi exklusiv über seine Seite aufzubauen, wenn er gespielt hat. Wenn er defensiv noch etwas hinzulernt, sollte er sich in der kommenden Saison gegen Schmitz durchsetzen.

Sebastian Boenisch – nzb

Nach den schier endlosen, ernährungsbedingten Verletzungsquerelen ist man schon froh, dass er noch mal in der Bundesliga auflaufen konnte. Machte seine Sache nach dem Comeback ganz ordentlich. Eigentlich noch in einem Alter, in dem man ihm eine Chance als Rechtsverteidiger (zumindest als Backup) geben sollte. Allerdings sehr verletzungsanfällig und offenbar mit anderen finanziellen Vorstellungen als Werder. Von daher ist die Trennung konsequent.

Clemens Fritz – 7/10

Wird von vielen sehr kritisch gesehen und man hat ihm in der Rückrunde angemerkt, dass er als Rechtsverteidiger nicht mehr auf wirklich hohem Niveau spielt. Im Mittelfeld in der Hinrunde hat er mir dagegen wirklich gut gefallen, daher die relativ gute Note. Die Vertragsverlängerung kann eigentlich nur bedeuten, dass man ihn zukünftig wieder im Mittelfeld einsetzen will. Als Kapitän im Umbruch wichtig, aber Werder muss aufpassen, dass man sich nicht wieder in eine Situation manövriert, in der ein schwächelnder Führungsspieler trotz besserer Alternativen gesetzt bleibt.

Aleksandar Ignjovski – 6/10

Als Publikumsliebling verpflichtet, nach den ersten Spielen mit großem Lob überschüttet. Danach kam aber viel Mittelmaß, trotz einer kämpferischen Einstellung. Man muss ihm seine Jugend und Vielseitigkeit zugute halten. So richtig kann ich ihn mir jedoch auf keiner Position als unumstrittenen Stammspieler vorstellen. Vielleicht wird er nächste Saison eine wertvolle Nummer 12.

Philipp Bargfrede – 7/10

Steht eigentlich immer in der Kritik und viel mehr als eine durchwachsene Saison kann ich ihm auch nicht attestieren. Allerdings sehe ich in ihm immer noch mehr, als die meisten anderen Fans. Bargfrede ist ein enorm vielseitiger Spieler, der sich selbst das Leben etwas zu schwer macht. Ist lauf- und zweikampfstark und eigentlich auch passsicher, hat aber trotz guter Passquote den Ruf, zu viele Fehlpässe zu spielen. Muss häufiger den einfachen Weg suchen. Für einen Rautensechser fehlt ihm strategisches Geschick. Für mich mehr Opfer als Grund der Probleme in Werders defensivem Mittelfeld, die ich in der taktischen Ausrichtung der Mannschaft sehe.

Tom Trybull – 7/10

Spielte eine starke Rückrunde, nachdem er in der Hinrunde noch keine Rolle im Profikader spielte. Im Rückblick die nach Sokratis zweitbeste Verpflichtung des Sommers. Hat riesiges Potenzial, aber ein bisschen muss man sich auch um ihn Sorgen machen, dass er von Werders System verschlungen wird (man erinnere sich an den Stellenwert von Bargfrede vor zwei Jahren). Im zweiten Jahr werden ihm Fehler nicht mehr so schnell verziehen und er spielt bei allen tollen Fähigkeiten, die er jetzt schon hat (Technik, Übersicht, Ballverarbeitung) nicht fehlerfrei auf der Position, die in Werders System durch die großen Abstände zur Viererkette die wenigsten Fehler verzeiht.

Aleksandar Stevanovic – nzb

Seuchensaison für den Neuzugang vom FC Schalke. Verletzte sich nach seinem ersten Bundesligaeinsatz schwer und konnte erst zum Saisonende wieder ins Geschehen eingreifen. Überraschte als Rechtsverteidiger gegen die Bayern, wo er eine vielversprechende Leistung zeigte. Ich bin gespannt, was Werder mit ihm vor hat.

Aaron Hunt – 8/10

Vor einem Jahr völlig von der Rolle und unten durch bei den Fans. Zeigte von Saisonbeginn an, dass er sich beweisen will. Spielte eine starke Hinrunde, die nur von der roten Karte im Spiel gegen die Bayern getrübt wurde. Danach verletzte er sich und Werder konnte seinen Ausfall bis zum Saisonende nicht kompensieren. Ist noch immer nicht unumstritten. Wird die Leistung in der kommenden Saison bestätigen und noch mehr Verantwortung übernehmen müssen, um den Ruf des ewigen Talents loszuwerden.

Marko Marin – 6/10

Starker Saisonbeginn, doch dann tauchte Marin im Laufe der Hinrunde völlig ab. Seine Leistungsschwankungen hatten wohl auch viel mit fehlender körperlicher Fitness zu tun. Ich traue ihm nächste Saison bei Chelsea dennoch viel zu, wenn er in Form gebracht und seinen Stärken entsprechend eingesetzt wird. Als 10er nicht untauglich, aber einiger seiner Stärken beraubt. Seine Unberechenbarkeit war leider mehr Problem für Werder als für den Gegner.

Mehmet Ekici – 5/10

Enttäuschende Saison des Neuzugangs vom FC Bayern. Konnte seine in Nürnberg gezeigten Stärken nur äußerst selten einbringen. Seine Passsicherheit und Übersicht sind beeindruckend. Seine Unfähigkeit, sich ein schnelleres Spiel anzugewöhnen leider auch. So ist er als 10er nicht zu gebrauchen. Müsste weiter hinten spielen, wo er mehr Zeit am Ball bekommt, was sich aber nicht gut mit Werders System verträgt. Entweder hat sich Werder bei ihm gründlich “ver-scoutet” oder man hat (wieder mal) die eigenen Fähigkeiten überschätzt, einen Spieler ins 10er-Korsett der Raute zu zwingen. Als Teil einer Doppelsechs könnte er nächste Saison aufblühen, wenn er fit ist. Seine körperlichen Probleme werden ihren Teil zu seiner schwachen Saison beigetragen haben.

Zlatko Junuzovic – 6/10

Seine Leistung wird überwiegend positiv bewertet. Hatte nicht viel Eingewöhnungszeit und sollte in einem neu zusammengesetzten Mittefeld Aaron Hunt ersetzen. Letzteres ist ihm unterm Strich nicht gelungen. Vielleicht ist meine Bewertung etwas zu hart, aber man darf auch nicht vergessen, dass Junuzovic nur ein Jahr jünger ist als Hunt, also nicht mehr so richtig zu den jungen Wilden zu zählen ist. Zeigt großen Willen und Einsatz, in dieser Hinsicht ist ihm nichts vorzuwerfen. Ist defensiv auf der Halbposition der Raute jedoch zu unbedarft und muss auch in puncto Torgefahr bzw. finaler Pass noch zulegen.

Florian Trinks – 5/10

Nach der Rückrunde der letzten Saison hätte ich Trinks eine wichtige Rolle in Werders Mittelfeld zugetraut, zumindest als Einwechselspieler. Dass er aber trotz Werders anhaltender Probleme auf der 10er-Position kaum Einsätze bekam, ist ein sehr schlechtes Zeichen. Entweder wird er von Schaaf massiv unterschätzt oder er stagniert massiv in seiner Entwicklung. So oder so kein gutes Zeichen und man muss sich Gedanken machen, ob man ihn nicht besser abgibt oder zumindest verleiht.

Felix Kroos – nzb

Ist und bleibt nur Notnagel für den Profikader. Keine Fortschritte, keine Entwicklung zu erkennen. Gibt man ihm noch ein Jahr in der U23 ?

Tim Borowski – nzb

Leider die gesamte Saison verletzt. Schön, dass er sein Abschiedsspiel bekam. Ein weiterer Spieler, der Werder in den letzten Jahren aus Verletzungsgründen kaum helfen konnten, obwohl er dazu in der Lage gewesen wäre. Danke, Tim!

Claudio Pizarro – 8/10

In der Rückrunde immer stärker in der Kritik, weil er die überragende Form der Hinrunde nicht halten konnte. Ich glaube nicht, dass das Pokerspiel um einen neuen Vertrag eine große Rolle spielte. Wirkte körperlich seit Rückrundenbeginn nicht voll auf der Höhe. Man hat sich offenbar daran gewöhnt, dass Pizarro sowohl das offensive Mittelfeld antreibt, als auch vorne die Tore macht. Dieser Rolle konnte er in der Rückrunde nicht mehr gerecht werden. Ihn deshalb in Zweifel zu ziehen wäre aber falsch. 18 Tore und zehn Vorlagen sprechen für sich (28 Scorerpunkte sind Pizarros Bestwert in der Bundesliga). Bin gespannt, wie viele Einsätze er nächste Saison bei den Bayern bekommt.

Markus Rosenberg – 7/10

10 Tore und 5 Vorlagen, aber Werder verlängert nicht mit dem Schweden. Aus finanzieller Sicht nachvollziehbar, leistungsmäßig eher nicht. Rosenberg hat Werders System absolut verinnerlicht (Laufwege, Positionierung) und musste sich auch deshalb keine Sorgen um einen Stammplatz machen. Vielleicht ist sein Abgang ein Zeichen, dass man nächste Saison von der Raute weg will? Gewisse Schwächen bei der Ballverarbeitung hatte er schon immer, aber mit besseren Zuspielen aus dem Mittelfeld hätte er auch 5-8 Tore mehr machen können in dieser Saison.

Marko Arnautovic – 6/10

Keine Skandale mehr, ruhigere Töne und ein kämpferisches Auftreten. Arnautovic hat Wort gehalten, aber seine Leistungen sind noch immer zu unbeständig und unterm Strich nicht mehr als solider Bundesligadurchschnitt. Er wurde als Riesentalent mit Einstellungsproblemen verpflichtet. Die Einstellungsprobleme scheinen behoben, aber sein Talent schöpft er dennoch nicht ansatzweise aus. Scheint unter seinem eigenen hohen Erwartungsdruck zu leiden. Braucht nächste Saison nun aber umso mehr einen Leistungsschub, um nicht doch als Fehleinkauf abgestempelt zu werden.

Niklas Füllkrug – 6/10

Hat eine gute Entwicklung genommen, die mehr verdient, als nur sechs Punkte. Wenn man seine Leistung aber an Bundesligamaßstäben misst, muss man ein wenig auf die Euphoriebremse treten. Füllkrug zeigt gute Anlagen und ist in der Lage, in der Bundesliga mitzuhalten. Er macht jedoch auch noch vieles falsch und genießt (zurecht) ein bisschen Welpenschutz.

Lennart Thy – 4/10

Starke Vorbereitung und zu Saisonbeginn zurecht in der Startelf, doch nach seinem unfassbaren Fehlschuss gegen Leverkusen war der Wurm drin. Er bekam keine weiteren Chancen bei den Profis und ließ in der U23 die Leistungsbereitschaft vermissen, die man von einem Spieler erwarten würde, der auf dem Sprung zum Bundesligaprofi steht. Die Trennung zum Saisonende ist konsequent, wenn auch aufgrund Thys Anlagen mehr als schade.

Ohne Einsatz: Denni Avdic, Predrag Stevanovic, Özkan Yildirim, Leon Balogun, Clemens Schoppenhauer, Onur Ayik, Christian Vander

Denni Avdic ist der prominenteste Name auf dieser Liste. Lange verletzt und auch danach fand er nicht den Anschluss an den Kader. Für einen Bankfüller ist er zu teuer. Gibt man ihm noch eine Chance in der nächsten Saison? Stevanovic, Ayik und Yildirim waren verletzungsbedingt außen vor (ebenso wie Nachwuchshoffnung Aycicek). Vander darf als Nummer 3 bleiben. Balogun ist kein Spieler für Werders Profikader und nächste Saison zu alt für die U23, deshalb lässt man ihn gehen.

Thomas Schaaf – 5/10

Diese Bewertung tut mir weh. Zu Saisonbeginn konnte ich viele Entscheidungen nachvollziehen. Der Mannschaft nach dem Chaosjahr wieder ein festes taktisches Gerüst zu geben war richtig. Die Raute funktionierte in der Hinrunde gut, auch wenn gegen Ende immer mehr Schwächen erkennbar wurden und die Leistung von Einzelspielern (Naldo, Hunt, Pizarro) dies nur teilweise überdecken konnte. Im Winter fand ich es angesichts der deftigen Klatschen gegen Gladbach, Schalke und Bayern wiederum nachvollziehbar, künftig vorsichtiger und abwartender zu agieren. Was man Schaaf aber ankreiden muss: Er hat es in der Rückrunde nicht geschafft, eine Antwort auf Werder nachlassende Leistungen zu finden. Die Defensivtaktik wurde durch Schwächen bei gegnerischen und eigenen Standards torpediert. (Wie oft hat Werder unter Schaaf Gegentore nach eigenen Ecken und Freistößen kassiert?) Offensiv verlor man hingegen jegliche Gefährlichkeit. Die Spielweise wurde nicht geändert, nur dass die Strecke für die Kurzpassstaffetten bis zum gegnerischen Tor durch die tieferstehende Mannschaft noch erhöht wurde. Werder hält an Schaaf fest, deshalb werde ich an dieser Stelle nicht den Kopf des Trainers fordern. Im Sommer ist Schaaf allerdings in der Bringschuld. Noch ein Krisenjahr wäre endgültig eines zu viel, selbst für Werder Bremen.

Klaus Allofs – 7/10

Allofs hat seine Sache alles in allem gut gemacht. Die Transfers waren nicht so schlecht, wie man sie nun vielfach macht. Sokratis war ein Top-Transfer. Hartherz und vor allem Trybull waren ebenfalls sehr gute Verpflichtungen. Wolf war durch die Transfermodalitäten quasi ein Nullsummenspiel. Der einzige Fehleinkauf war (Stand heute) Mehmet Ekici. Ich hätte mir von Allofs weniger Sprüche gewünscht. Mit einige Aussagen lag er nicht wirklich glücklich. Hoffentlich hat er dazugelernt und kommuniziert nächste Saison vorsichtiger. Ist beim Umbruch der Mannschaft diesen Sommer gefordert, zumal der Geduldsfaden vieler Fans angesichts der vielen Ab- und bislang wenigen Zugängen relativ kurz ist.