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Kai Diekmann vor dem Rauswurf?

Der Axel-Springer-Verlag ist sichtlich unzufrieden mit BILD-Boss Kai Diekmann (46). Angeblich steht der smarte Chefredakteur kurz vor dem Rauswurf. Die seit Jahren sinkende Auflage des Boulevard-Blattes und die zunehmende Anzahl an Rügen des Presserats könnten ihm zum Verhängnis werden. Wie lange hält Springer-Boss Matthias Döpfner (47) noch an seinem ehemaligen Aushängeschild fest? Bislang hat sich Döpfner nicht zu den Gerüchten geäußert. Weil er intern längst Diekmanns Demontage plant?

Das Schweigen des Konzernchefs bringt die Gerüchteküche jedenfalls nicht zum Verstummen…

Wie ich einmal Kevin Kuranyi entlassen habe

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Viele von euch werden vorgestern die Meldung mitbekommen haben, dass Schalke 04 Kevin Kuranyi entlassen habe. Über die Vereinswebsite war die Information veröffentlicht worden, von wo sie Bild-Online ungeprüft übernahm. Über Twitter bin ich während des Länderspiels Deutschland-Norwegen darauf aufmerksam geworden, wo User @elcario die Bild-Schlagzeile verlinkt hatte. Ich habe die Meldung kurz überflogen und mir nichts weiter dabei gedacht. Schließlich lief nebenbei ja noch das Länderspiel. Wenn ich den Bild-Artikel aufmerksamer gelesen hätte, hätte ich eigentlich misstrauisch werden müssen, denn als Quelle war nur die Schalke-Website angegeben.

Ich hatte vorher am Tag schon von der Sicherheitslücke bei TYPO3 gehört. Auch der Hack der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am selben Tag war mir bekannt. Ich habe sogar noch kurz vorher gelesen, welche Bundesligisten TYPO3 für ihre Websites verwenden. Kurz: Ich hätte merken müssen, dass da etwas faul ist. Habe ich aber nicht. Stattdessen habe ich die Nachricht über Twitter kommentarlos weiterverbreitet.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Informationen über Twitter verbreiten, ist jedoch nicht nur ein Nachteil. Bereits wenige Minuten später erhielt ich von @Pillendreher einen Hinweis, dass die Schalke-Website gehackt wurde und Kuranyis Entlassung eine Fehlinformation war. Auch diese Nachricht verbreitete ich weiter. Hier zeigt sich eine der Stärken von Twitter: Auf falsche Informationen kann viel schneller reagiert werden, als in allen anderen Medien. Während einige Online-Presseportale (wie üblich) noch ungeprüft die Bild-Meldung übernahmen, wusste man auf Twitter schon längst, dass es sich um eine Ente handelte.

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Ich will hier an dieser Stelle kein Medien-Bashing betreiben (dazu ist hier im Blog der HSV vorgesehen), doch ein wenig bedenklich stimmt mich die ungeprüfte Verbreitung der Fehlinformation schon. Es ist eine Sache, wenn dies auf Twitter passiert, wo hauptsächlich "Privatleute" schreiben und Informationen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Eine andere Sache ist, wenn sich diese Fehlinformationen über die "seriösen" Medien verbreiten, denen ein ganz anderes Vertrauen entgegen gebracht wird. Mehr zu diesem Thema gibt es bei dogfood.

Was mich wirklich überrascht hat, war Kuranyis Reaktion ("Ich habe sofort Urlaub gebucht"), der den Zwischenfall mit wesentlich mehr Humor nahm, als sein Arbeitgeber. Und hier werde ich jetzt wirklich misstrauisch. Wenn Kevin Kuranyi einen Hauch von Selbstironie zeigt und mir damit sogar für eine kurzen Moment ein kleines bisschen sympathisch wird – war das dann vielleicht nicht doch alles ein gut inszenierter PR-Gag?

“Schlagzeilen mit einem Toten”

Ich möchte den Namen der "größten deutschen Tageszeitung" in diesem Blog eigentlich gar nicht nennen. Man begegnet dieser Zeitung am besten indem man sie nicht beachtet. Doch trotzdem ist es wichtig, die Methoden dieser angeblichen "Journalisten" immer wieder offenzulegen und aufzuzeigen, wie die Meinungsbildung vieler Millionen Menschen in Deutschland vorangetrieben wird. Diese Arbeit machen sich täglich die Autoren des BILDblog.

Warum ich dies schreibe? Im Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Werder kam es zu einem Unfall (das Attribut "tragisch" spare ich mir, denn ich wüsste nicht, welcher Unfall nicht tragisch ist): Ein BVB-Fan stürzte von der Tribüne und verstarb wenig später im Krankenhaus. Dieser Vorfall an sich ist schon schlimm genug. Doch die Leichenfledderer von der Bild witterten hier natürlich Potential für eine Sensationsstory und berichtete in großer Aufmachung. Dabei wurden wieder einmal Details aus dem Privatleben (die via StudiVZ und Konsorten "recherchiert" wurden) und Fotos des Toten abgedruckt.

So weit, so schlecht, doch nicht ungewöhnlich. Für die Bild gehört das zum Alltag. Ungewöhnlich war jedoch die Reaktion einiger Dortmundfans, die beim Spiel gegen Bayer Leverkusen ein Spruchband präsentierten, das deutlich ausdrückt, was von dieser Berichterstattung zu halten ist:

"Schlagzeilen mit einem Toten – Bild, halt's Maul!" stand dort zu lesen. Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

(via schwatzgelb und BILDblog.)