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Malta

Ohne Malta gäbe es dieses Blog nicht. Vielleicht wäre ich irgendwann anders trotzdem zum Bloggen gekommen, aber nicht im Sommer 2006, als Meine Saison mit dem SVW das Licht der Welt erblickte.

Zum Bloggen gebracht hat mich Katie. Ich wusste damals zwar schon, was ein Blog ist, doch außer allesaussersport habe ich im Herbst 2005 keine Blogs gelesen. Ich verbrachte gerade mein Auslandssemester an der University of Malta, wo ich Katie kennenlernte. Neben dieser komischen Seite „facebook“, wo sie und die anderen Amerikaner aus unserem Studentenwohnheim ständig Fotos und Nachrichten austauschten, zeigte sie mir auch ihr damaliger Blog Katie‘s Overseas Adventures, in dem sie ihre Erlebnisse aus Malta niederschrieb. Wer das lese, wollte ich wissen. Meine Freunde und Verwandten, antwortete sie. Ob sie denn kein Problem damit habe, dass das alles öffentlich zugänglich sei, fragte ich. Sie schüttelte den Kopf, als ob sie meine Frage nicht verstünde, so wie ich heute den Kopf schüttle, wenn ich dies und ähnliches gefragt werde. Ich las ein paar ihrer Blogeinträge, vergaß das Thema jedoch schnell wieder.

Why don‘t you start a blog?

Die Kommunikation mit meinen Freunden erfolgte damals vor allem über Emails. Um nicht jedem einzeln die gleichen Dinge schreiben zu müssen, verschickte ich ein und dieselbe Email an alle Empfänger gleichzeitig. Schreib deine Erfahrungen aus Malta doch einfach in ein Blog, schlug mir Katie vor. Dann können es alle lesen, die es interessiert und direkt da kommentieren. Fotos kannst du auch reinsetzen und die Massenemails kannst du dir dann sparen. Schließlich ließ ich mich breitschlagen und startete das „Malta-Blog“. Meine Texte über Malta, seine Einwohner und deren kulturelle Eigenarten waren ironisch überspitzt und nicht sonderlich gut. So eine Art Ich werde ein Berliner in mittelmäßig. Immerhin: Ein maltesischer Student entdeckte die Seite und schrieb einen Artikel darüber für eine Studenten-Website. Das Schreiben machte mir Spaß, aber da das Blog in erster Linie für meine Freunde gedacht war, stellte ich es nach meiner Rückkehr nach Deutschland ein.

Einmal Blut geleckt wollte ich das Bloggen jedoch nicht ganz aufgeben und suchte nach einem Thema, über das ich schreiben könnte. Why don‘t you start a blog on soccer? fragte Katie und keine drei Tage später war Meine Saison geboren. Zunächst dachte ich darüber nach, allgemein über die Bundesliga zu schreiben. Der Sommer 2006 war für viele deutsche Fußballblogs der Ausgangspunkt. Die WM im eigenen Land hatte eine ganze Reihe lesenswerter Blogs zur wichtigsten Nebensache der Welt hervorgebracht. Es erschien mir dann doch sinnvoller, mich thematisch weiter einzugrenzen und ein Vereinsblog zu starten. Der Name „Meine Saison mit dem SVW“ entstand in Anlehnung an Manuel Andracks Buch. Ich erstellte (damals noch mit TypePad) dieses Blog und begann zu schreiben.

Mehr als eine Handvoll Leser verirrten sich damals nicht auf die Seite und auch meine Euphorie ließ schnell nach, als der Uni-Alltag wieder einkehrte. Ich brauchte zwei weitere Startversuche, um das Blog endlich richtig am Laufen zu halten und nicht die Motivation zu verlieren. Heute ist mir das Schreiben über Fußball in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn ich nach einem Spiel nicht meine Gedanken nicht zu Papier bzw. Laptop bringe, fehlt mir etwas und ich nerve mein Umfeld noch mehr mit Fußballdiskussionen als sowieso schon.

Back to the roots

Nun bin ich wieder auf Malta. Eine Woche Urlaub und gleichzeitig eine kurze Blogpause. Das Spiel gegen Hoffenheim werde ich nicht sehen können und der Laptop bleibt auch zuhause. Für mich die Gelegenheit, ein wenig darüber nachzudenken, was mir das Bloggen über die Jahre alles gegeben hat, welche spannenden Diskussionen ich mit anderen Fans und Bloggern geführt habe, wie viele tolle Menschen ich (auch im weiteren Sinne, z.B. über Twitter) durchs Bloggen kennengelernt habe. Die Qualität meiner Beiträge sollen andere beurteilen. In jedem Fall macht mir das Bloggen auch nach dieser langen Zeit noch Spaß und ich bin froh darüber, dass ich im Januar 2009 (angeregt von Jens/catenaccios Geschichte) noch einmal einen Versuch unternommen habe, die Seite wieder aufleben zu lassen. Klar ist es schön, Lob und Anerkennung zu bekommen. Klar ist es schön, von anderen Bloggern oder auch Sportseiten wie 11Freunde oder Spox verlinkt zu werden. Klar ist es schön, für ZEITonline live aus dem Stadion zu berichten und auf der Pressetribüne zu sitzen. Im Vordergrund steht für mich jedoch nach wie vor der Spaß an der Sache – ob ich nun für fünf oder fünftausend Leser schreibe.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bis bald.

Ach ja: Und haut Hoffenheim weg am Samstag!