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(K)eine Standortbestimmung

Werder gegen den BVB, der amtierende Deutsche Meister gegen den Tabellenzweiten.

Auf dem Papier ein absolutes Topspiel mit dem Gast als Favorit: Götze als „Jahrhunderttalent“, Lewandowski als ehemaliger Chancentod, der plötzlich trifft, Hummels und Subotic als vielleicht bestes Innenverteidiger-Duo der letzten Saison und drum herum eine homogene Mannschaft, in der jeder für jeden läuft und kämpft.

Dem gegenüber steht die momentan beste Heimmannschaft der Saison mit dem Weserstadion als Festung und einer Mannschaft, die sich zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht durch überragende spielerische Dominanz und Fußball für die Galerie auszeichnet, sondern durch Leidenschaft, Einsatz und einen unbändigen Siegeswillen.

Wer wird gewinnen, welcher Spieler kann den Unterschied ausmachen und vor allem: Was hat das dann zu bedeuten?

Claudio Miguel Pizarro Bossio

Mittendrin in der vielleicht kämpferischsten Werder Mannschaft der letzten Jahre befindet sich mit Claudio Pizarro ein Spieler, der sich mit 33 nicht auf dem absteigenden Ast, sondern auf dem Zenit seines Könnens befindet und an guten Tagen Weltklasse verkörpert. 6 Tore und 3 Vorlagen in 7 Spielen, sowie die direkte Beteiligung an jedem der letzten 8(!) Treffer Werders sprechen hierbei Bände.

Nun ist es leider so, dass eben dieser so immens wichtige Spieler nach einer langen, kräftezehrenden Länderspielpause mit einem Jetlag und ohne eine einzige Trainingseinheit mit der Mannschaft zu eben dieser stößt und direkt derjenige ist, auf dem in Bremen die meisten Hoffnungen ruhen.

Claudio Miguel Pizarro Bossio. Dieser Name steht für Sympathie, Schlitzohrigkeit, Tore am Fließband und andauernde Gefahr im gegnerischen Strafraum. Was nun, wenn eben dieser Spieler ausfällt oder droht, nicht richtig zu funktionieren?

Wo steht Werder wirklich?

Im Vorfeld wurde viel davon geredet, dass die Partie gegen Dortmund der erste „echte Gradmesser“ der Saison sei. Eine Art „Standortbestimmung“. Klar, Werder hat alle bisherigen vier Heimspiele gewonnen aber wie hießen denn auch die Gegner? Kaiserslautern, Freiburg, Hamburg und Hertha. Allesamt keine „Topteams“, Dortmund aber schon, sagen die Einen. Sieg ist Sieg und leichte Spiele waren auch das nicht, sagen die Anderen.

Auch bei den Spielern war man sich nicht sicher. Clemens Fritz zum Beispiel sprach davon, dass dieses Spiel keine Standortbestimmung sei. Schwere Spiele seien es auch zuvor gewesen. Natürlich ist das eine Art Standortbestimmung, sagte wiederum Lukas Schmitz.

Doch was ist es denn? Kann ein Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister, dessen im Jahr zuvor überragende Mannschaft bis auf „Spielmacher“ Nuri Sahin und den zu Saisonbeginn verletzten Lucas Barrios – welcher mittlerweile genesen ist – zusammenblieb, wirklich der Gradmesser für eine Mannschaft sein, die im Jahr zuvor bis zuletzt gegen den Abstieg kämpfte? Für eine Mannschaft, deren Viererkette im Vergleich zum Vorjahr auf 3 Positionen verändert wurde und die darüber hinaus ihren Abwehrchef Per Mertesacker nach London verlor?

Und zu guter Letzt: Kann dieses Spiel ein Gradmesser sein für eine Mannschaft, die sich nach wie vor im Umbruch befindet und dabei sowohl auf die etatmäßige Nummer 1 im Tor – die Nummer 2 im Tor der Deutschen Nationalmannschaft – als auch auf einen bislang stark aufspielenden Marko Arnautovic im Sturm verzichten muss?

Nein. Unter diesen Voraussetzungen und zum jetzigen Zeitpunkt kann dieses Spiel in meinen Augen kein Gradmesser sein – zumindest nicht für den Verlauf der gesamten Saison.

Die Raute ist ein äußerst komplexes Spielsystem, die Anforderungen an die einzelnen Spieler enorm und das benötigte Maß an Spielintelligenz der jeweiligen Spieler hoch. Eingespieltheit ist hierbei das Stichwort, welches in meinen Augen die jetzige Werder Mannschaft davon trennt, auch spielerisch und nicht nur tabellarisch zur Spitzengruppe zu gehören. Ob man nun gegen Dortmund gewinnt oder nicht spielt für mich keine Rolle.

Vor der Saison war ich davon überzeugt, dass Werder schlecht in die Saison starten würde. Dass man zur Winterpause irgendwo im grauen Tabellenmittelfeld rumkrebsen würde, dass man erst zur Rückrunde – mit einer eingespielten Mannschaft und weiteren, punktuellen Verstärkungen – oben angreifen könne. Bislang habe ich mich geirrt – im positiven Sinne.

Was kann Werder, wenn Pizarro schwächelt?

Eine Standortbestimmung ist es demnach nicht, ein Gradmesser vielleicht. Wohl aber ist es die Möglichkeit, zu sehen, was Werder im Stande ist zu leisten, wenn Pizarro nicht in Topform ist. Egal ob er heute von Beginn an aufläuft oder nicht, er wird nicht bei 100% sein. Nach so einer belastenden Reise kann man ihm nicht die gesamte Last aufbürden. Man kann nicht erwarten, dass er wieder die Kohlen aus dem Feuer holt. Nun sind andere gefragt. Die Mannschaft muss nicht mehr nur laufen und kämpfen, sie muss auch gemeinsam Tore schießen. Womöglich ohne Pizarro.

Gelingt dies, wäre es für mich – unabhängig vom Ausgang des Spiels – die wichtigste Erkenntnis dieser Saison, denn früher oder später wird Pizarro den Verein verlassen und dann sind andere gefragt.

Ein Muntermacher zum Schluss

„Ischa Freimaak!“ Viel mehr muss nicht gesagt werden. Der Freimarkt beginnt, die Stimmung tobt, das Stadion wird im Flutlicht erstrahlen und traditionell gibt es für Dortmund in Bremen wenig zu holen – wenngleich sie zur Freimarktszeit stets deutlich erfolgreicher waren. Man kann sich alles schön reden und so vertraue ich darauf, dass sich zu den positiven Aspekten des Ferien- und Freimarktbeginns heute Abend noch ein weiterer hinzu gesellt: Ein Werder Sieg am Abend.

In dem Sinne, auf geht’s Werder, kämpfen und siegen!

Niederlage, aber kein Rückschritt

Bundesliga, 16. Spieltag: Borussia Dortmund – Werder Bremen 2:0

Nach dem 3:0 in der Champions League gegen Inter Mailand keimte ein wenig Hoffnung auf, dass Werder in Dortmund doch einigermaßen mithalten könnte. Nicht zu Unrecht, wie sich am Samstagabend zeigte. Werder konnte Dortmund nach schwachem Start lange Zeit das Wasser reichen und kassiert am Ende trotzdem eine insgesamt verdiente 0:2 Niederlage.

Dortmunder Blitzstart

In den ersten 20 Minuten passierte genau das, was man angesichts des Saisonverlaufs der beiden Mannschaften befürchten musste. Dortmund überrollte Werder geradezu mit aggressivem Pressing, schnellem Umschalten und gefährlichen Pässen in die Tiefe. Das 1:0 war folgerichtig. Auch wenn es letztlich eine Standardsituation war, kam der Freistoß für den BVB durch Pasanens Probleme auf der linken Abwehrseite zustande. Wer nun wieder auf unserem Linksverteidiger (egal wie er gerade heißt) herumhacken möchte, kann das gerne tun. Allerdings tut man ihm dabei meiner Meinung nach zumindest teilweise Unrecht. Das Spiel war – mehr noch als sonst – dafür konzipiert, auf Werders linker Seite Lücken zu schlagen. Kagawa zieht gerne aus der Mitte auf die linke Seite (wie ein gewisser Mesut Özil) und zog unsere defensiven Mittelfeldspieler dadurch ein Stück auf diese Seite herüber. Wenn man sich die Heatmap von Frings und Fritz anschaut, stellt man fest, dass beide mehr Aktionen rechts vom Zentrum hatten, was ungewöhnlich für eine Doppelsechs ist. Dazu kommt die Tatsache, dass Marko Marin mit seinen ständigen Rochaden als Vordermann deutlich weniger hilfreich ist, als etwa Phillip Bargfrede auf der anderen Seite. Wenn Rechtsverteidiger Piszcek mit aufrückte und seinen Landsmann Kuba unterstützte, wurde es jedes mal brenzlig.

Die Dortmunder setzten Werder auch nach der Führung weiter unter Druck und konnten mit ihrem Pressing den Bremer Spielaufbau weitgehend unterbinden. Pizarro ließ sich immer wieder tief fallen und agierte als “falsche Neun”. Dabei ging es weniger darum, Platz für die Vorstöße von Hunt und Marin zu schaffen als darum, eine weitere zentrale Anspielstation im Mittelfeld zu bieten. Auch in Dortmunds vertikale Pässe schlichen sich nach und nach mehr Ungenauigkeiten ein. Da das zweite Tor nicht fallen wollte, schaltete Dortmund in der Folge einen Gang zurück und verwaltete das Spiel. Dadurch bekam Werder mehr Spielanteile und konnte seine Angriffe überlegter und genauer Aufbauen. Bis zur Halbzeit wirkte Dortmund dabei noch sehr kontrolliert und ließ Werder nur zu einer nennenswerten Torchance – einem Schuss von Aaron Hunt – kommen. In einer solchen Phase reicht es, beim Gegner den Eindruck entstehen zu lassen, man könne jederzeit wieder zuschlagen. Werder agierte vor der Pause betont vorsichtig, um dem BVB nicht die Gelegenheit zum schnellen Gegenstoß zu geben.

Bremer Comeback

Dass es sich dabei um eine Dortmunder Finte gehandelt haben könnte, zeigte sich in der 2. Halbzeit. Werder führte seine Angriffe nun entschlossener zu Ende und setzte die Borussen früher unter Druck. Dadurch entstanden zwar die Räume für Dortmunder Konter, doch der Tabellenführer hatte nun selbst Probleme, sich aus dem Bremer Angriffsdruck zu befreien. In dieser Phase zeigte sich jedoch auch ein Unterschied zwischen den Teams, der letztlich mit spielentscheidend war: Dortmund schaffte es wesentlich besser, die Räume vor dem eigenen Strafraum eng zu machen, als es Werder in Dortmunds Drangperiode gelungen war. Werder musste sich jeden Torschuss hart erarbeiten. Trotz der nun augenscheinlichen Bremer Dominanz musste Dortmund im gesamten Spiel nur wenige wirklich brenzlige Szenen überstehen.

Gegen diese gereifte Dortmunder Mannschaft muss man die wenigen Chancen kaltblütiger nutzen, als es der SVW derzeit tut. Pizarro hatte innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, doch beide Versuche endeten auf frustrierende Weise. Zunächst nahm Pizarro den Ball schlecht mit und Roman Weidenfeller konnte vor ihm klären, was Pizarro eine (in meinen Augen übertriebene) gelbe Karte einbrachte. Im zweiten Versuch war Pizarro erneut frei durch, legte den Ball am Torwart vorbei und wurde dann von diesem von den Beinen geholt. Ich kann zwar Klopp und die Dortmundfans verstehen, dass sie hier Pizarro unterstellen, sich bereitwillig treffen zu lassen, doch Weidenfeller kam schlicht mit zu viel Tempo aus dem Tor und konnte nicht mehr ausweichen. Entscheidend ist hierbei nicht die Intention sondern die Durchführung und Weidenfeller trifft Pizarro klar. Wäre es andersherum, hätte jeder Dortmunder einen Elfmeter gefordert. Schiedsrichter Mayer entschied an dieser Stelle nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal zu Werders Ungunsten und versagte Werder so die große Chance zum Ausgleich. Im Gegenzug traf dann Lewandowski zum entscheidenden 2:0. Es war ein schöner Dortmunder Angriff, den Kagawa mustergültig abschloss, doch Lewandowskis (wenn auch nur leichte) Berührung aus klarer Abseitsposition gibt dem Tor einen faden Beigeschmack.

Fehlende Klasse vs. fehlendes Glück

Nach dem Tor war das Spiel entschieden, weil Schaaf schon kurz vorher Pizarro gegen Wagner austauschen musste und sein Team nicht die Kraft und die Überzeugung aufbringen konnte, um Dortmund noch einmal richtig unter Druck zu setzen. Aufgrund der ersten 20 Minuten und der Dortmunder Defensivstärke geht der Sieg des Herbstmeisters insgesamt in Ordnung. Aus Bremer Sicht ist es jedoch erfreulich, dass man eine Stunde lang mit der bislang überragenden Mannschaft der Saison mithalten konnte und sich trotz des frühen Rückstands nicht wehrlos abschlachten ließ. Zwar entspricht das nicht dem Selbstverständnis unseres Vereins, aber nach den zahlreichen Klatschen in den letzten Monaten ist allein diese Tatsache schon etwas wert.

In Anbetracht der aktuellen Lage kann Werder in Dortmund nur dann Punkten, wenn alles optimal läuft. Die beiden Schiedsrichterentscheidungen waren sicher nicht der alleinige Grund für Werders Niederlage, doch momentan ist das Team einfach nicht in der Lage, solche Dinge gegen einen solchen Gegner zu kompensieren. Die Enttäuschung bei Spielern und Trainer ist verständlich, doch mit dem Abstand von zwei Tagen sollte man nun zu dem Schluss kommen, dass Fehlentscheidungen im Fußball immer wieder passieren und man die Leistung als weiteren kleinen Schritt in die richtige Richtung werten darf. Es ist ein Konsolidierungskurs den Werder derzeit beschreitet. Es ist zwar schmerzhaft, einen vermeintlich schwächeren Verein wie Dortmund so davonziehen zu sehen, doch das ist in dieser Hinrunde einfach nicht unsere Liga. Gegen den Tabellennachbarn aus Kaiserslautern müssen am Samstag hingegen unbedingt drei Punkte her.

Was bleibt?

Fun Fact des Tages: Als die Signal Iduna die Namensrechte für das Westfalenstadion kaufte, reichten zwei Bremer Mitarbeiter ihre Kündigung ein.

Ärgernis des Tages: Kubas ungeahndete Schwalbe. Ich teile ja die Kritik an Marins Fallsucht, aber ich kann das Fingerzeigen der Fans anderer Vereine immer weniger verstehen. Es gibt in fast jedem Team einen Spieler, der bei jeder Gelegenheit den Bodenkontakt sucht und Dortmund war mit Kuba und auch Sahin gut dabei.

Die Fragen, die nicht nur ich mir nach dem Spiel stellte, waren: Wie groß ist der Leistungsunterschied zwischen Werder und Dortmund wirklich? Ist der Dortmunder Kader so viel besser? Welche Rolle spielen dabei Selbstvertrauen, bisheriger Saisonverlauf und Zufall? Wie groß ist der Anteil der Entwicklungen der letzten 1-2 Jahre? Die Antworten darauf stelle ich an dieser Stelle mal zur Diskussion.

29. Spieltag: Zu grün

Borussia Dortmund – Werder Bremen 2:1

Das war’s. Werders Bundesligasaison ist seit gestern Nachmittag beendet. Natürlich stehen noch fünf Spiele auf dem Programm, unter anderem gegen Schalke und den HSV, doch ehrlich gesagt ist es mir fast schon egal, ob Werder am Ende Fünfter wird oder Siebter. Es wäre zwar schön, vor den Hamburgern zu bleiben und sie am letzten Spieltag zu besiegen, aber im Moment ist mir nicht mal das wichtig. Zu groß ist die Enttäuschung nach dem Spiel gegen Dortmund. Es ist nicht einmal so sehr das Ergebnis. In Dortmund kann man inzwischen wieder verlieren, ohne dass es eine Blamage wäre. Vielmehr ist nun Gewissheit, was ich vorher nicht wahrhaben wollte: Werder ist in dieser Saison nicht gut genug für die Champions Leauge. Punkt. Nun gut, vor ein paar Wochen war die Champions League sowieso kein Thema mehr, der Abstand lag noch vor drei Wochen bei elf Punkten. Nun liegt er weiterhin bei fünf Punkten und Leverkusens Form deutet darauf hin, dass nicht unbedingt viel mehr Punkte nötig sind, um sie noch abzufangen. Werder wird es trotzdem nicht schaffen. Schon gar nicht wird man Leverkusen UND Dortmund noch überholen. Es wäre auch nicht verdient: Die Mannschaft hat in dieser Saison nur EIN Spiel gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte gewonnen (Stuttgart, im Oktober 2009).

Es hat Gründe, warum Werder gegen die schwächeren Teams regelmäßig gewinnt und gegen die stärkeren bestenfalls ein Unentschieden holt. Die Mannschaft hat nur selten über 90 Minuten gut gespielt. Die dem Werderfan wohlbekannten Leistungsschwankungen verteilen sich nicht mehr nur über die Saison, sondern tauchen in fast jedem Spiel auf. Die Partie in Dortmund war ein gutes Beispiel: 60 Minuten lang spielte Werder guten Fußball. Eine Leistung, die zu einem Sieg gegen den BVB hätte reichen können, mindestens aber zu einem Unentschieden. Die Niederlage hat man sich in den ersten 30 Minuten eingebrockt. Wie so häufig fing man sich einen Zwei-Tore-Rückstand ein, bevor man aktiv am Spiel teilnahm. Häufig genug ging das noch gut, holte man zumindest noch einen Punkt. Es kann aber nicht immer gut gehen. Schon gar nicht gegen einen starken Gegner wie Borussia Dortmund. Deshalb steht Werder völlig zurecht dort, wo man nun steht. Mehr ist nicht drin. Das ist kein Grund zur Panik, Werder ist nicht “nur noch Mittelmaß”, wie gerne geunkt wird. Werder ist eine gute Bundesligamannschaft, aber eben keine sehr gute. Nicht mehr. Noch nicht. Wie man es eben sehen will. Marin und Özil sind noch jung genug, um ihnen die Basics im Defensivverhalten beizubringen. Mit Bargfrede hat man einen guten Ersatz für Baumann gefunden. Das Potenzial ist zweifellos vorhanden und wenn sich der personelle Verlust im Sommer in Grenzen hält, dann bin ich guter Dinge, dass man in der kommenden Saison auch wieder ganz vorne angreifen kann.

Bis dahin gibt es nur noch ein wichtiges Spiel: Das Pokalfinale gegen die Bayern. Da ist etwas möglich, das ist nur ein Spiel, da können die Bayern einen schlechten Tag erwischen und wir einen guten. Einen besseren Zeitpunkt für den ersten Sieg gegen einen “Großen” kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.

12. Spieltag: Pause

Werder Bremen – Borussia Dortmund 1:1

Länderspielpausen nerven. Besonders, wenn es für das eigene Team gerade gut läuft und die Nationalmannschaft eh nur Testspiele bestreitet. Für Werder lief es in den letzten Wochen gut, doch die Leistungskurve zeigt klar nach unten. Wer die letzten 30 Minuten gegen den BVB gesehen hat, der muss froh sein, dass die Mannschaft nun etwas Zeit zum regenerieren hat. Werder ging auf dem Zahnfleisch und rettete ein am Ende fast schon schmeichelhaftes 1:1 über die Zeit. Dabei hatte bis 10 Minuten nach Wiederanpfiff noch gut ausgesehen.

Eine grandiose Aktion von Hunt und Özil hatte Werder in der ersten Halbzeit in Führung gebracht und nach der Pause kam Werder mit viel Schwung aus der Kabine. Leider reichte dieser Schwung nur wenige Minuten. Dann traf Dortmund binnen 60 Sekunden zweimal das Tor, wobei nur der zweite Treffer zählte. Den ersten hatte Schiedsrichter Gräfe zu Unrecht wegen angeblicher Abseitsposition nicht gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgleich für Dortmund glücklich, doch in der Folge kippte das Spiel. Werder konnte nichts mehr entgegen setzen und ließ sich von nun energisch nach vorne drängenden Dortmundern den Schneid abkaufen. Die vielen englischen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Im Gegensatz zu den letzten Spielen, als Werder gegen Ende immer noch zulegen konnte, war man froh, dass in der Schlussphase nicht mehr viel passierte.

Das lag auch am frühen Schlusspfiff, nur wenige Sekunden nach Ende der regulären Spielzeit. Ich weiß gar nicht mehr, was ich zum Thema Nachspielzeit in der Bundesliga noch schreiben soll. Erst werden bei Hannover – HSV in einem Spiel mit vielen Unterbrechungen lächerliche zwei Minuten angezeigt*, dann gibt es bei Werder – Dortmund drei Auswechslungen in den letzten 180 Sekunden und trotzdem keine Minute Nachspielzeit. Man könnte sich einfach darauf einigen, die Spiele nach exakt 90 Minuten abzupfeifen. Diese Regelung wäre fairer als die aktuelle, wo es keinerlei transparente Kriterien für die Bemessung der Nachspielzeit gibt; d.h. es gibt sie natürlich schon, sie werden nur von jedem Schiedsrichter unterschiedlich “ausgelegt” bzw. ignoriert. Gestern konnte man als Werderfan allerdings froh sein über den frühen Abpfiff, denn von einer Nachspielzeit hätte wohl eher noch die Borussia profitiert.

Nun also zwei Wochen Pause. Sich erholen, Kraft tanken und dann das schwere Restprogramm in der Liga gut absolvieren. Was zählt ist nicht die Serie, sondern die Punkte, die Werder bis zur Winterpause noch holt. Die direkten Duelle gegen Schalke, Wolfsburg und den HSV werden richtungsweisend sein. Davor darf sich der halbe Kader noch in den Nationalmannschaften dieser Welt versuchen, fünf Spieler allein in der deutschen. Ich freue mich auf Wieses Debüt in der Startelf und einen Einsatz von Aaron Hunt. Mesut Özil würde ich hingegen lieber in Watte packen und bis zum Ende der Pause im IKEA-Spielparadies zwischenlagern.

* Edit: In der 1. Halbzeit (die ich nicht gesehen habe) gab es überhaupt keine Nachspielzeit, obwohl drei Tore gefallen sind. Darüber ärgert man sich auch an der Elbe.

25. Spieltag: Spielbericht

Borussia Dortmund – Werder Bremen

(Spielbericht erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Spiel:

Da ich erst wenige Minuten vor Anpfiff nach Hause gekommen bin, musste die Vorberichterstattung leider ausfallen. Für Werder ging es um die vermutlich letzte Chance noch einmal in die Nähe der internationalen Plätze zu kommen. Für Dortmund ging es darum, nicht zu weit hinter Platz 5 zurückzufallen und die Bremer auf Distanz zu halten. Ausfälle bei Werder: Naldo (Rotsperre), Baumann und Rosenberg. Jensen mit Nasenbeinbruch zunächst nur auf der Bank.

Aufstellungen:

Werder: Wiese – Prödl, Mertesacker, Pasanen, Boenisch – Niemeyer, Tziolis, Özil, Diego – Pizarro, Almeida.

BVB: Weidenfeller – Owomoyela, Subotic, Santana, Dede – Kehl, Tinga, Kringe, Hajnal – Frei, Valdez.

Das Spiel:

1' Alles etwas chaotisch bei mir heute. Aber jetzt bin ich immerhin pünktlich zum ANpfiff zuhause. Los geht's!

4' Werder versucht gleich Druck zu machen. Geht früh drauf, aber bislang noch ohne ernsthafte Gefahr für den BVB.

7' Freistoß BVB aus 18 Metern. Guter Schuss von Frei in die Torwartecke, verlädt Wiese, aber 1 Meter daneben.

10' Sehr flottes
Spiel. Chance für Werder durch Almeida, der aber verzieht. Auf der
Gegenseite tankt sich Kehl durch, Boenisch grätscht dazwischen.

15' Dortmund wird stärker, Werder muss wieder früher und konsequenter in die Zweikämpfe gehen.

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