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Chelsea FC vs. FC Barcelona – Champions League Halbfinale

Wer denkt bei Chelsea gegen Barcelona nicht sofort an Övrebö und das Skandalspiel an der Stamford Bridge?

Seitdem hat sich Barcelona seinen Status als Europas Übermannschaft zementiert, während Chelsea zwar noch einmal Meister wurde, seitdem aber mit mittelgroßen Problemen zu kämpfen hat. Nicht nur, dass man den Anschluss an die beiden Teams aus Manchester verloren hat, nein, man ist derzeit auch in London nur die dritte Kraft hinter Arsenal und Tottenham.

Chelsea FC vor dem Spiel

Jetzt, wo die Saison in ihre entscheidende Phase tritt, steht Chelsea plötzlich gar nicht mehr so schlecht da. Man steht nach einem 5:1 Kantersieg gegen die Spurs im Finale des FA Cups und ist auch in Europa die einzige Mannschaft von der Insel, die den eigenen Ansprüchen nicht hinterherläuft. Selbst in der Liga ist wieder einiges möglich, da Arsenal es am Montag verpasste, auf 10 Punkte davonzuziehen und Chelsea mit einem Sieg im direkten Duell am Wochenende bis auf vier Punkte an Platz 3 herankommen kann – mit noch einem Spiel in der Hinterhand.

Um auf allen drei Hochzeiten erfolgreich zu tanzen braucht man jedoch eine richtige Serie. In der Liga darf man sich keine Ausrutscher mehr erlauben, sonst ist die Champions League Qualifikation futsch. Im Pokal ist die Aufgabe gegen den taumelnden FC Liverpool vom Papier her etwas einfacher, doch die Reds haben auch im Liga-Pokal schon überrascht. Der dickste Brocken steht jedoch mit dem FC Barcelona in der Champions League vor der Nase. Der Respekt dürfte auf Seiten der Katalanen jedoch ebenfalls groß sein, hat man sich doch in den letzten Jahren häufiger hitzige und äußerst Knappe Duelle geliefert. Vom Papier her ist Chelsea klarer Außenseiter, doch die Trendwende, die nach dem Abschied von André Villas-Boas vollzogen wurde, ist bemerkenswert. Während der Portugiese Chelsea in eine leichtfüßigere Zukunft führen wollte und mit seinem Ansatz arrivierte Spieler verprellte, ist sein Nachfolger Roberto Di Matteo erst einmal zum Erfolgsmodell vergangener Jahre zurückgekehrt. Der physische Fußball mit schnellem, direkten Passspiel in die Spitze, der Chelsea lange auszeichnete, kommt den alten Hasen Lampard, Drogba und Terry entgegen. Ob es langfristig eine kluge Entscheidung war, den Spielern klein beizugeben, statt den Trainer zu stärken, wird sich zeigen. Momentan wirkt Chelsea jedoch wie von einer Last befreit.

Das liegt auch an der Systemumstellung, die Di Matteo vorgenommen hat. Das 4-2-3-1 wirkt derzeit stabiler, als es Villas-Boas 4-3-3 jemals tat (obwohl Chelsea das 4-3-3 seit Mourinhos Zeit gewohnt war). Die Doppelsechs vor der Abwehr trägt viel zur Stabilität bei, doch auch allgemein verteidigt man enger, schiebt die zweite Viererkette dicht zusammen und verdichtet so das Zentrum, ein Aspekt, der gegen Barcelonas überladenes Mittelfeld nicht unerheblich ist. Nach vorne spielt man mit Tempo, langen Bällen und der Hoffnung, die physische Überlegenheit irgendwie in Tore ummünzen zu können, um das noch immer an den beteiligten Spielern nagende Ausscheiden vor drei Jahren vergessen zu machen.

FC Barcelona vor dem Spiel

Beim Wettrennen um die spanische Meisterschaft entscheiden kleine Details. Ein Unentschieden hier, eine Niederlage dort und schon ist man hoffnungslos abgeschlagen. Den zwischenzeitlichen 10-Punkte Rückstand auf Madrid einer angeblichen Sättigung an Titeln zuzuschreiben, halte ich für falsch, denn es übersieht, wie stark der Kontrahent seit drei Jahren spielt. Ohne die direkten Duelle wäre Barcelona seit 2009 nicht mehr Meister geworden. Eine Meisterschaft für Madrid wäre angesichts der Dominanz in der Liga einfach fällig. Dabei sind Barcelonas Statistiken auch in dieser Saison wieder beeindruckend. Nur zwei Niederlagen kassierte man in 52 Pflichtspielen. Von den letzten 15 Partien wurden 14 gewonnen, bei einem Unentschieden – dem 0:0 in Mailand.

Noch beeindruckender sind die Zahlen von Lionel Messi. Dachte man schon letzte Saison, dass nach oben hin eigentlich nichts mehr möglich ist, hat er diese Saison noch einmal alles getoppt, was im modernen Fußball auf individueller Ebene bislang erreicht wurde. 41 Tore in 32 Ligaspielen, 14 Tore in 9 Champions League-Spielen, dazu noch zwei Tore im Pokal, zwei bei der Club-WM, eins im UEFA-Supercup und drei im spanischen Supercup. Unterm Strich stehen 63 Tore in 52 Pflichtspielen und ich frage mich langsam, wo das noch hinführt in den nächsten Jahren. Trotz der großen mannschaftlichen Stärke und der Torgefährlichkeit des Mittelfelds (wo Xavi häufiger traf, als je zuvor) scheint man abhängiger von Messi geworden zu sein, was die Tore angeht. Die Chancenverwertung lässt mitunter zu wünschen übrig, was angesichts Messis Omnipotenz selten ins Gewicht fällt. Wenn jedoch eine Mannschaft die übliche Chancenflut unterbindet (wie Milan im Viertelfinale), ist Barcelona an einem weniger überragenden Tag des Argentiniers defensiv beizukommen.

Nicht zuletzt die zahlreichen Verletzungen tragen hierzu bei. Eigentlich ist es für den FC Barcelona eine Seuchensaison: Die Offensivspieler, die letzte Saison neben Messi agierten, plagen sich allesamt mit Verletzungen herum. David Villa ist seit Dezember raus und kämpf um seine EM-Chancen, Pedro hatte immer wieder körperliche Probleme und steckt auch deshalb in einem Formtief und Ibrahim Afellay kehrt gerade von einem Kreuzbandriss zurück, der ihn seit September lahmgelegt hatte. Auch in der Verteidigung traf es Barca schon häufiger, angefangen bei Carles Puyol, der die Saisonvorbereitung verpasste, über Gerard Piqué, dessen Serie an Muskelfaserrissen gut zu Werder Bremen passen würde, bis hin zu Eric Abidal, der sich kürzlich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Auf dem Papier ist Barcelona durch die Verpflichtungen von Cesc Fabregas und Alexis Sanchez zwar noch stärker geworden, doch die paar Promille, die über den Ausgang der Meisterschaft entscheiden, könnten vor allem aufgrund der Verletzungen am Ende fehlen.

Prognose

Es fällt schwer sich ein Weiterkommen Chelseas vorzustellen – oder vielmehr ein Ausscheiden Barcelonas. Dennoch würde ich Chelsea nicht als chancenlos ansehen. Zum einen tat sich Barcelona gegen den physischen Spielstil der Blues in den letzten Jahren meist schwer. Zum anderen wirkt Barcelona nicht mehr so unantastbar, wie im Kalenderjahr 2011. Man merkt dem Team an, dass es auf dem Zahnfleisch geht. Die zahlreichen Ausfälle und der Endspurt um die schon verloren geglaubte Meisterschaft haben ihre Spuren hinterlassen. Gegen Milan kam Barcelona zwar verdient weiter, hatte jedoch in beiden Spielen Probleme, sich Torchancen zu erspielen. Zwar muss Chelsea in beiden Spielen alles abrufen, was möglich ist, um überhaupt ein ernsthafter Gegner zu sein. Wenn das gelingt und man (ähnlich wie Milan) das Zentrum verbarrikadiert, haben sie eine realistische Chance. Aber auch dann wird man darauf angewiesen sein, dass Barca nicht den besten Tag erwischt.

Eine der großen Stärken der Katalanen ist allerdings die taktische Flexibilität ihres Trainers. Pep Guardiola ist ein großartiger Analytiker, der die Stärken seiner Mannschaft genau einzuschätzen und anzuwenden weiß. Sollte Chelseas Defensive im Hinspiel zur unüberwindlichen Hürde werden, wird er im Rückspiel entsprechende Anpassungen vornehmen, siehe im Rückspiel gegen Milan, wo er mit der Aufstellung von Cuenca überraschte, der wenig am Spiel teilnahm, aber für die Breite im Spiel sorgte, die im Hinspiel gefehlt hatte. Die Optionen, die Guardiola in der Hinterhand hat, sind trotz der Ausfälle beneidenswert, zumal jeder dieser Squad Player eine neue Facette mit ins Spiel bringt, sei es Keita, Tello, Adriano, Cuenca oder Thiago Alcantara.

Ich erwarte in London ein enges Spiel, mit einem eher zurückhaltend agierenden Titelverteidiger und einem sehr kämpferischen FC Chelsea. Solange Barcelona ein Auswärtstor macht, wäre man auch bei einer knappen Niederlage weiterhin Favorit. Vorlegen muss Chelsea, wenn man ernsthafte Chancen im Rückspiel haben will. Eine interessante Konstellation, die vermutlich nicht zu einem Fußballfest, aber zu einem spannenden taktischen Duell führen dürfte.

Ganz ohne Wortspiel: Pizarro ist zurück

Claudio Pizarro ist zurück in Bremen. Der Transfer, der wochenlang zu stagnieren schien, wurde nun überraschend schnell abgeschlossen. Noch am Sonntag gab sich Klaus Allofs sehr zurückhaltend, was einen möglichen erneuten Wechsel Pizarros an die Weser betraf. Am Montagabend landete der Peruaner dann schon zu abschließenden Verhandlungen in Bremen. Heute wurde der Wechsel schließlich auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Vertragslaufzeit beträgt 3 Jahre plus 1 Jahr Option. Als Ablösesumme werden 5 Millionen Euro kolportiert. Wie ist dieser Transfer nun einzuordnen?

Finanziell musste Werder sicher an seine Grenzen gehen. Der Wiederverkaufswert dürfte gegen Null tendieren, da Pizarro nach Ablauf des Vertrags bereits 33 (bzw. 34) Jahre alt sein wird. Die Ablösesumme sollte dank des vorhandenen Kleingelds nach zwei Finalteilnahmen und Diego-Verkauf zu verschmerzen sein, Pizarros Gehalt dagegen wird dagegen deutlich höher zu Buche schlagen als letzte Saison. Damals zahlte der FC Chelsea noch einen Teil des Festgehalts, was das Ausleihgeschäft für Werder finanzierbar machte. Nun muss noch mindestens ein Spieler gehen, um die Personalkosten auf ein erträgliches Maß zu drücken.

Auch aus sportlicher Sicht ergibt es Sinn, noch einen Angreifer abzugeben. Mit Pizarro, Marcelo Moreno, Hugo Almeida, Boubacar Sanogo und Markus Rosenberg gibt es fünf arrivierte Stürmer im Kader. In Torsten Oehrl und Marko Futacs stehen zwei Nachwuchsspieler bereit, die an die Mannschaft heran geführt werden sollen und bei Verletzungsproblemen den Kader auffüllen können. Dazu verfügt man mit Aaron Hunt und Said Husejinovic noch über zwei Mittelfeldspieler, die bereits im Sturm zum Einsatz kamen. In der Breite wäre man also – im Gegensatz zur letzten Saison – noch mehr als ausreichend besetzt. Doch welchen Stürmer wird es treffen?

Wahrscheinlichster Wechselkandidat ist Boubacar Sanogo. Er befindet sich wieder in guter Form, könnte also eine vernünftige Ablöse einbringen. Zudem liegt vom AS St. Etienne ein konkretes Angebot vor. Vor wenigen Wochen hätte man keine Sekunde überlegen müssen, diesem Transfer sofort zuzustimmen. Nun hat sich Sanogo aber in der noch jungen Saison vom sicheren Verkaufsobjekt zu einer wertvollen Stütze der Werderoffensive gemausert. Der einzige Grund, ihn in der jetzigen Situation zu verkaufen, ist die Befürchtung, dass es sich dabei zum wiederholten Mal nur um ein Strohfeuer handelt. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit legen dies nahe.

Einen Transfer Hugo Almeidas halte ich für unwahrscheinlich, auch wenn er von allen Kandidaten die höchste Transfersumme einbringen würde. Die erhoffte Leistungsexplosion des Portugiesen lässt weiter auf sich warten, doch Schaaf und Allofs glauben offensichtlich weiter daran, dass diese noch kommen wird. Dass beide Almeida für ein Riesentalent halten, haben sie mehrfach deutlich gemacht. Ich bezweifle deshalb, dass man ihn nun ohne Not verkaufen wird.

Markus Rosenberg ist bereits seit einiger Zeit verletzt, was Werders Möglichkeiten ihn zu verkaufen erheblich einschränkt. Nach der enttäuschenden letzten Saison scheint ein Verkauf Rosenbergs die logische Konsequenz. Bei nur 13 verbleibenden Tagen bis zum Ende der Transferperiode ist es aber wohl utopisch, einen willigen Käufer für den Schweden zu finden, zumal nicht klar ist, wann dieser wieder einsatzfähig sein wird. Ob Rosenberg nach Überwindung seiner körperlichen Beschwerden wieder zu alter Stärke zurückfindet ist fraglich. Als Stürmer Nr. 4 wäre er dann aber allemal brauchbar.

Egal, wie sich Werders sportliche Führung entscheiden wird – die Situation in Werders Angriff hat sich heute verbessert. Pizarro besitzt große spielerische Qualitäten und absolvierte im letzten Jahr (im Schatten der Torflut des Duos Grafite/Dzeko) mit 17 Toren in 26 Spielen seine erfolgreichste Saison seit 8 Jahren. Hoffen wir, dass ihm ähnliches auch 2009/2010 gelingt und neben ihm endlich einer (oder besser mehrere) seiner Nebenleute im Sturm aus dem Quark kommt!

Gino Basteri’s Live Blog: FC Barcelona – Chelsea FC

Heute Abend bloggt Gino live vom Champions League Halbfinalhinspiel Barcelona – Chelsea. Anpfiff ist um 20:45, Gino wird ab ca. 20 Uhr für euch da sein. Mit #Ginolive darf gern wieder von Twitter dazwischengefunkt werden.

Das Leben der Anderen (3): CL Achtelfinalhinspiele

Werder spielt erst Donnerstag im UEFA-Cup beim AC Milan. Das Spiel wird wie erwartet nicht im deutschen Fernsehen übertragen und auch nicht bei Werder.TV. Man muss also entweder auf Live-Streams hoffen oder mit der neunzig minütigen Liveübertragung im Radio vorlieb nehmen. Grund genug, sich mal auf den anderen Plätzen Europas umzuschauen. Die Champions League geht in die nächste Runde:

FC Arsenal – AS Rom 1:0

In der ersten Halbzeit war es ein Spiel, wie man es erwarten konnte: Arsenal mit viel Offensivkraft, viel Ballbesitz (so um die 65%) und auch durchaus mit guten Torchancen. Leider kamen auch die Schwächen im Torabschluss wieder zum Vorschein. Es gab Zeiten, da hätten die Gunners wesentlich mehr aus solchen Chancen gemacht. Das Spiel war typisch für Arsenal auf technisch hohem Niveau, aber auch sehr umständlich. Hätte Mexes kurz vor der Halbzeit nicht Robin Van Persie im Strafraum von den Beinen geholt, bin ich mir nicht sicher, ob die Londoner überhaupt ein Tor geschossen hätten. Der Niederländer verwandelte den Strafstoß selbst und sorgte für die verdiente Pausenführung. Rom war bis dahin nur sporadisch vor dem Arsenal Tor aufgetaucht, war dann aber immer gefährlich und hatte einige gute Chancen.

In Halbzeit zwei investierten die Römer mehr in das Spiel und verlagerten es etwas aus ihrer Hälfte heraus. Arsenal versuchte sich nun mehr an schnellen Gegenstößen, konnte aber aus den sich bietenden Chancen wieder nichts machen (Eboué! Bendtner). Rom hatte Probleme, das eigene Angriffsspiel aufzuziehen, verlor die Bälle spätestens 30 Meter vor dem Tor. So plätscherte das Spiel dann bis zum Abpfiff vor sich hin, vermutlich auch, weil beide Mannschaften mit dem Ergebnis leben können: Arsenal hat einen Vorsprung herausgeholt und kein Gegentor kassiert, Rom wird sich darüber freuen, dass man nur mit einem Tor unterschied verloren und so durchaus noch Chancen aufs Weiterkommen hat.

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Perverser Fußball?

Ich bin nicht sehr oft einer Meinung mit Uli Höneß. Noch wesentlich seltener bin ich einer Meinung mit seinem Bruder Dieter. In dieser Sache gebe ich ihm jedoch eindeutig Recht:

"Das ist pervers und ungesund für den Fußball", kommentierte der Hertha Manager den 20-Millionen-Euro-Transfer von Nigel De Jong zu Manchester City. Durch überhöhte Ablösezahlungen, wie auch das inzwischen abgelehnte 125.000.000 € Angebot für Kaka, würden "alle Marktgesetze aufgehoben."

Es gibt jedoch auch gegenteilige Stimmen, etwa von Matthias Sammer und Ottmar Hitzfeld, die in erster Linie das so zusätzlich in den Fußball fließende Kapital begrüßen. Dabei übersehen sie jedoch, dass dadurch auf der anderen Seite auch die Transferpreise steigen: Wird das zusätzliche Geld für Transfers ausgegeben, die deutlich über dem Marktwert liegen, fehlt der entsprechende Gegenwert und es kommt zur Inflation.

Es ist ja nun nicht so, dass der HSV oder Milan die hohen Einnahmen auf selbige Kante legen würden. Sie müss(t)en ja die abgegebenen Spieler ersetzen. Durch die zusätzlichen Millionen können sie dabei großzügig sein und bei Bedarf ebenfalls Preise über dem Marktwert bezahlen. Und Manchester City ist nicht der einzige Verein, der von reichen Investoren gefüttert und zum übermäßigen Geldausgeben verleitet wird.

Auf der anderen Seite wissen das auch deren Verhandlungspartner und versuchen bei Spielerverkäufen ein Extrasümmchen für sich herauszuschlagen. Dem ohnehin als überhitzt geltenden Transfermarkt wird so weiter Feuer unterm Hintern gemacht. Vereine, die bei dieser Ablösespirale nicht mitmachen wollen (oder können), bekommen zunehmend Probleme, gute Spieler zu verpflichten. Diese Erfahrung muss gerade auch der FC Arsenal machen, der nun nicht gerade zu den kleinen Fische gehört. Beim Versuch Andrei Arshavin nach London zu holen, werden ihnen von dessen Arbeitgeber Zenit St. Petersburg immer neue Steine in den Weg gelegt, um dadurch eine immer höhere Ablöseforderung durchzusetzen.

Man kann nun argumentieren, dass es im Zweifel ja die leichtsinnigen Geldgeber sind, die darunter leiden, wenn die entsprechenden Erträge für ihre Investitionen ausbleiben. Dabei leiden die zugehörigen Vereine letztendlich viel mehr. Sie werden durch das viele Geld künstlich aufgepumpt und ihnen dadurch jegliche wirtschaftliche Selbstständigkeit entzogen. Was passiert, wenn eine solche Blase platzt, muss derzeit der FC Chelsea feststellen (wo sich mein Mitleid trotzdem sehr in Grenzen hält).

Es ist schon erstaunlich, dass in einer Zeit, in der auch die Fußballvereine besorgt über die weltweite Finanz- und daraus resultierende Wirtschaftskrise sind, im Fußball genau die Fehler wiederholt werden, die überhaupt dazu geführt haben.

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Update (26.1.09): Aktuelles Beispiel für die Kette übertriebener Ablösesummen: West Ham United hat soeben den deutschen U19-Nationalspieler Savio Nsereko von Brescia Calcio verpflichtet. Für knapp 11 Millionen Euro. Damit ist er der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Bei den Hammers soll er den Walliser Craig Bellamy ersetzen, der letzte Woche für 20 Millionen Euro zu – wem auch sonst – Manchester City wechselte…