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Meine Top 10 der Hinrunde

Zum Jahresabschluss noch ein kleiner Countdown: Meine Top 10 Themen der Hinrunde

10. Tim Wiese

Für Wiese war es eine katastrophale Hinrunde, mit einer Flut von Gegentoren, etlichen Patzern, Verletzungen und letztlich dem Verlust des Stammplatzes. Das Kapitel Hoffenheim könnte schon bald vorbei sein. Die Häme aus Bremen geht mir aber fast schon etwas zu weit. Im Sommer regt man sich über die “blöden Hamburger” auf, die Elia unnötigerweise auspfeifen, und ein paar Monate später singt man Tim Wiese in die zweite Liga? Guter Stil geht anders.

9. Pyrotechnik

Allein heute Nacht werden sich wieder mehr Menschen an Feuerwerkskörpern verletzen, als in der gesamten Bundesligageschichte. Das soll kein Plädoyer für Pyrotechnik im Stadion sein, nur die absurden Ausmaße aufzeigen, die dieses eigentlich kleine Thema inzwischen erreicht hat. Ich wünsche mir für 2013 ein wenig mehr Sachlichkeit von allen Beteiligten beim Thema Stadionsicherheit.

8. Schiedsrichterdiskussionen

Ein leidiges Thema. Diskussionen über den Schiri gehörten schon immer zum Fußball, aber die hysterischen Züge, die sie in dieser Saison annahmen, gingen zu weit und waren am Ende einfach nur noch nervig. Grundtenor: Fehler macht jeder mal, aber bitteschön nicht gegen meine Mannschaft! Vielleicht sollten sich Spieler und Trainer zur Abwechslung mal selbst hinterfragen, ob und wie sie durch ihr ständiges täuschen, lamentieren und diskutieren zu der von ihnen kritisierten Situation beitragen.

7. Eintracht Frankfurt

Die (neben Freiburg) Überraschungsmannschaft kommt aus Frankfurt. Als Aufsteiger in die Bundesligaspitze vorgedrungen, lange Zeit Verfolger Nummer 1 der Bayern gewesen und dabei schönen Offensivfußball gespielt. Vehs Ansatz ist für die Bundesliga eher untypisch. In den letzten Jahren waren es eher die defensivstarken und offensiv effizienten Mannschaften mit gutem Umschaltspiel, die die Liga aufmischten. Frankfurt zeigt, dass es auch anders geht. Mal sehen wie lange.

6. Thomas Eichin

Kurz vor Jahresende wurde dann doch noch der neue Geschäftsführer Sport vorgestellt. Letztlich hat Werder hier vieles richtig gemacht, kühlen Kopf bewahrt, zunächst die wichtigsten internen Entscheidungen (Filbry, Baumann) getroffen und sich dann einen externen Mann mit gutem Profil dazu geholt. Schon bei den anderen Kandidaten hat sich gezeigt, dass man nicht weiter im eigenen Saft garen will, sondern dass frischer Wind von außen erwünscht ist. Dass Eichin erst nach Beendigung der DEL-Saison kommt, weil er dort noch seine “Mission zu Ende führen” will, macht ihn nicht unsympathischer.

5. 12:12

Die Stille war beeindruckend, fast schon beängstigend. Ein völlig neues Gefühl in einem Bundesligastadion, das an Sonntagnachmittage auf Amateurplätzen erinnerte. Beeindruckend auch, dass die Fans verfeindeter Vereine durchaus zusammenhalten, wenn es um eine gemeinsames Ziel geht. Beim letzten Heimspiel in Bremen kam es jedoch zu Auseinandersetzungen zwischen Unter- und Oberrang der Ostkurve, die sich gegenseitig auspfiffen.

4. Die deutsche Champions League

Alle drei deutschen Teams als Gruppensieger weiter. Wer hätte das nach der Auslosung schon gedacht? Die Bayern bis auf den Aussetzer gegen BATE gewohnt souverän, Schalke lässt Arsenal hinter sich und Dortmund macht endlich den Qualitätssprung auf internationaler Ebene. Sehr erfreulich für den deutschen Fußball. Auch wenn ich international nicht per se zu den deutschen Teams halte, gönne ich zumindest Schalke und Dortmund den Erfolg und hoffe, dass sie möglichst weit im Wettbewerb kommen.

3. Bayerischer Verfolgungswahn

Souveräner Herbstmeister. In Pokal und Champions League problemlos weiter. Dennoch wird man bei den Bayern das Gefühl nicht los, dass sie die Situation kaum genießen können. Nervöse Blicke über die Schultern, ob da nicht doch ein Klopp oder ein Di Matteo aus dem Windschatten heran gerauscht kommt. Dabei könnte man sich über das Erreichte durchaus jetzt schon freuen, denn nach dem Vize-Triple letzte Saison war das (trotz großem Portemonnaie) nicht selbstverständlich.

2. SC Freiburg

Absolut beeindruckend, was man in nur einem Jahr als Trainer bewirken kann. Streich hat sein Team innerhalb kurzer Zeit zu einer echten Pressingmaschine gemacht, die zuletzt ein bis zwei Klassen über der individuellen Stärke der Spieler agierte. Ich habe mir Streich im Sommer als Werdertrainer gewünscht und könnte mir immer noch gut vorstellen, dass sein System gut zu den Spielern hier passen würde. Zu der Hinrunde kann man Streich und den Freiburgern jedenfalls nur gratulieren.

1. Klaus Allofs

Erfüllte sich seinen Kindheitstraum und wurde Manager beim VfL Wolfsburg, in dessen Bettwäsche er große Teile seiner Jugend verbracht hatte. Hilft nun anderen Wölfe-Fans (Hecking, Arnautovic, De Bruyne) dabei, sich ebenfalls ihre Kindheitsträume zu erfüllen. Herzlichen Glückwunsch!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch und ein tolles, grünweißes Jahr 2013!