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23. Spieltag: Hoffenheim-Jetlagging

Ich bin gestern aus den USA zurück gekommen. Langer Flug + Jetlag = Viel Schlaf aufzuholen. Mit dem Bloggen bin ich in den letzten Tagen nicht ganz hinterher gekommen. Immerhin habe ich in 16 Tagen "Urlaub" (der eigentlich kein Urlaub war) 13 Blogeinträge geschrieben, so dass ich mich jetzt nicht allzu schlecht fühlen muss. Dennoch, der Terminkalender lässt keine Pausen zu, Donnerstag geht es schon weiter im UEFA-Cup gegen St. Etienne. Und die Vorwürfe gegen Jürgen L. Born wollen auch aufgearbeitet werden. Doch zunächst einmal ein Blick zurück:

Hoffenheim – Werder 0:0

Hoffenheim. Der Überflieger der Saison. Die Mannschaft der Stunde. Der Aufsteiger, der die Bundesliga durcheinander würfelt und die etablierten Vereine das Fürchten lehrt. Der mit feinem Offensivfußball und Schnelligkeit beeindruckt. Der Beweis, dass Erfolg auch außerhalb Münchens planbar ist, nicht nur mit Geld, sondern auch mit Geduld und Know-How von Fachleuten wie Ralf Ragnick, Bernhard Peters und Jan Schindelmeiser. Der neue Liebling der Fachpresse.

Vor wenigen Wochen wäre das noch eine absolut zutreffende Beschreibung gewesen. Heute klingt es fast wie Sarkasmus. Hoffenheims Rückrunde verlief bislang eher mittelmäßig. Nur ein Sieg im Jahr 2009, dazu 4 Unentschieden und eine 1:4 Klatsche in Leverkusen. Trotzdem liegt man nun punkt- und torgleich mit den Bayern auf Platz 2, 4 Punkte hinter Spitzenreiter Hertha, und hat immer noch gute Chancen auf die Meisterschaft oder zumindest die Champions League Qualifikation.

In den letzten Wochen gibt es jedoch vermehrt Negativschlagzeilen. Die Affäre um die Spieler Janker und Ibertsberger und eine verspätete Dopingkontrolle sorgte für viel Aufsehen und eine – nun ja – mit etwas Halb- und viel Unwissen geführte Dopingdebatte im Fußball. Die Stammtischgroßmäuler um Udo Lattek meldeten sich gewohnt lautstark zu Wort, ohne auch nur ansatzweise Regelwerk und Kontrollpraktiken zu kennen. Verantwortliche anderer Vereine gaben ihren Senf dazu: Peter Neururer, Michael Meier und auch Rudi Völler bezeichneten die drohenden Sperren als lächerlich bzw. "grob unsportlich" (Neururer). Es gab allerdings auch kritische Stimmen, unter anderem von Klaus Allofs, der auf das eindeutige Regelwerk hinweist und die Verspätung zumindest nicht verharmlost. Die seriöse Presse ist in ihrer Kritik mitunter schon etwas direkter und prangert unter anderem die laschen Dopingkontrollen im Fußball und das Verhalten der Hoffenheimer Spieler und Verantwortlichen an. Inzwischen hat der DFB das Verfahren gegen die beiden Spieler eingestellt. Ausführlich informieren kann (und sollte) man sich bei Leuten, die sich mit dem Thema auskennen, z.B. bei Jens Weinreich, dogfood sowie Jens Peters' ausführlicher Chronologie des Vorfalls.

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