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Braucht Werder einen (neuen) Spielmacher?

Klaus Allofs hat letzte Woche in einem Interview angekündigt, einen Spielmacher verpflichten zu wollen, einen Nachfolger für Micoud, Diego und Özil. Mit Mehmet Ekici scheint ein geeigneter Kandidat bereits gefunden zu sein. Damit entspricht Werder dem Wunsch vieler Fans, die die Ursache für Werders miserable Saison vor allem im Fehlen eines Mittelfeldregisseurs sehen. Johan Petersen hat in seinem Blog geantwortet, Werder brauche keinen neuen Spielmacher, da dieser im modernen Fußball nicht mehr benötigt werde. Hat er Recht?

Der Niedergang des Spielmachers

Zunächst einmal gilt es zu definieren, was wir unter einem Spielmacher heutzutage überhaupt verstehen. Lange Zeit stellte sich diese Frage im Fußball nicht. Der Spielmacher, das war der 10er, der Mann hinter den Spitzen, der das Angriffsspiel auf sich zog und die entscheidenden Pässe spielte. Das Spiel hat sich jedoch nicht erst in den letzten Jahren radikal verändert. Es wird mehr gelaufen, das Tempo ist höher, Spieler haben weniger Zeit am Ball und können das Spiel nicht mehr gemächlich aufziehen. Viele Mannschaften gingen dazu über, auf einen Spielmacher zugunsten eines zweiten Sechsers zu verzichten. Das heute übliche 4-4-2 setzte sich durch, bei dem die Flügelspieler den offensiven Part übernahmen und die zentralen Mittelfeldspieler absicherten. Es ging um Risikominimierung und Verlagerung des Spielgeschehens – der Siegeszug der Doppelsechs. Der Raum zentral vor der Viererkette des Gegners wurde zum Niemandsland, zu einer Zone, in der kein Spieler mehr die Zeit fand, um in aller Ruhe das Spiel aufzuziehen. Werder bildete zu jener Zeit mit Johan Micoud und später Diego in der Mittelfeldraute eine seltene Ausnahme.

Die Entwicklung hielt an dieser Stelle jedoch nicht an. Sie setzte sich sogar so rasant fort, dass heute das 4-4-2 mit Doppelsechs schon wieder als veraltet und nicht mehr konkurrenzfähig gilt. Um der gegenseitigen Neutralisierung im starren 4-4-2-Duell zu entgehen, bildeten sich neue Spielsysteme heraus, die man verallgemeinernd als 4-5-1/4-3-3-Gemische bezeichnen kann. Diesen Systemen ist gemein, dass sie auf eine zweite Sturmspitze zugunsten eines weiteren Mittelfeldspielers verzichten und damit zumindest nominell wieder einen Zehner aufbieten. Das 4-2-3-1, die wohl bekannteste und verbreitetste Formation, lässt sich evolutionär aus zwei Richtungen erklären. Zum einen ausgehend vom 4-4-2 mit offensiven Außen. Einer der beiden Stürmer lässt sich weit zurückfallen, so dass sich zunächst ein 4-4-1-1 ergibt. Diese Einteilung wurde mit der Zeit immer rigider, so dass Flügelspieler und hängende Spitze zu einer gemeinsamen Reihe uminterpretiert wurden. Aktuelles Beispiel hierfür ist Manchester United, wo Wayne Rooney häufig die Rolle der hängenden Spitze ausübt und somit als 10er angesehen werden kann. Das System lässt sich jedoch auch ausgehend vom holländischen 4-3-3 erklären, das für die meisten Mannschaften im europäischen Spitzenbereich inzwischen zu offensiv ist. Die Außenstürmer mussten mit der Zeit immer mehr Defensivaufgaben übernehmen, so dass sie irgendwann auf einer Höhe mit dem Spielmacher agierten. Das Inter Mailand der letzten Saison lässt sich hier beispielhaft nennen, das mit Sneijder einen Spielgestalter im Dreiermittelfeld aufbot und ihm die Außenstürmer Eto‘o und Pandev an die Seite stellte, die ein ungeheures Defensivpensum abspulten.

Die Neuerfindung des Zehners

Was bedeutet dies nun für die Position des Zehners? Im 4-5-1/4-3-3 kann sie sowohl von einem spielstarken Stürmer als auch von einem Mittelfeldspielers gespielt werden. Je nach Ausrichtung der Mannschaft können unterschiedliche Spielertypen eingesetzt werden. Ein wirklicher Regisseur wird auf dieser Position nicht mehr unbedingt benötigt, weil der Zehner weniger Zeit am Ball und weniger Zeit zum reagieren hat. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, sich der Bewachung durch die gegnerischen Sechser zu entziehen und Lücken zu suchen – nicht am Ball, sondern schon bevor er ihn zugespielt bekommt. Sein Arbeitsgebiet befindet sich zwischen Viererkette und defensivem Mittelfeld des Gegners, genau in der Zone also, in der er dem größten Druck des Gegners ausgesetzt ist und in der ihm am wenigsten Zeit bleibt. Das Spiel ohne Ball ist im gesamten Fußball wichtiger geworden, doch auf keiner Position so sehr, wie auf der des Zehners. Wer sich nicht gut bewegt, ist nicht in der gefährlichen Zone anspielbar und muss sich erst mühsam mit dem Ball am Fuß in eine gute Ausgangslage bringen. Diese Aufgabe ist gegen gut organisierte Gegner selbst für technisch brillante Spieler häufig eine Nummer zu groß.

Einen Spielertyp wie Micoud wird es in naher Zukunft wohl nicht mehr geben. Allerdings sollte man hierbei nicht vergessen, wie schnelllebig der Fußball sein kann. Vor weniger als zehn Jahren wurde der Mittelfeldspieler vom Typ Xavi Hernandez totgesagt, der heute das pulsierende Herz der besten Vereins- und Nationalmannschaft der Welt ist. Mesut Özil ist dagegen einer der Prototypen des modernen 10ers, der die Räume zwischen den Linien fast optimal nutzt und seine Stärken im 4-2-3-1 voll einbringen kann. Seinen Abgang hat Werder in dieser Saison nicht kompensieren können. Eine Rückkehr von Diego (die ich für unwahrscheinlich halte) könnte für Werder Fluch und Segen zugleich sein. Seine überragenden Fähigkeiten am Ball in allen Ehren, hat sich Diego in den 4-2-3-1-Systemen seiner letzten beiden Arbeitgeber nicht wirklich gut eingefügt und neigt noch immer dazu, den eigenen Ballbesitz im Mittelfeld dem Schaffen von Räumen durch geschickte Laufwege vorzuziehen.

Der Aufstieg des spielmachenden Sechsers

Die Veränderungen auf der Zehnerposition bedeuten jedoch nicht, dass es im Fußball keine Spielmacher mehr gibt, wenn man Funktion und Position voneinander trennt. Vor allem Mannschaften, die auf viel eigenen Ballbesitz setzen, benötigen im Zentrum (mindestens) einen Spieler, der mit hoher Präzision und Übersicht die Bälle auf seine Mitspieler verteilt. In den meisten Mannschaften übernimmt diese Aufgabe heutzutage einer der beiden Sechser. Die Verbreitung der Doppelsechs hat dazu geführt, auf dieser Position nicht mehr nur reine Spielzerstörer einzusetzen. Das Anforderungsprofil des Sechsers hat sich verändert und oftmals setzen Trainer auf eine Arbeitsteilung, bei der die beiden Spieler unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Exemplarisch seien hier Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira in der Nationalmannschaft erwähnt. Ersterer zieht das Passspiel aus der Tiefe heraus auf, hält sich mit eigenen Vorstößen jedoch zurück. Letzterer spielt mit mehr Energie, betreibt aktives Pressing gegen das gegnerische Mittelfeld und rückt bei Ballbesitz seines Teams regelmäßig mit in die Spitze vor. Auch in ihren jeweiligen Vereinen übernehmen die beiden – mit anderen Nebenleuten – dieselben Aufgaben.

Der Sechser vom Typus Schweinsteiger hat also viele Aufgaben des traditionellen Spielmachers übernommen und führt sie in einer Zone aus, in der er etwas mehr Zeit und Platz am Ball hat, als auf der Zehnerposition. Neben einer guten Übersicht und strategischem Spielverständnis braucht es dafür auch ein hohes Maß an technischen Fähigkeiten sowie eine gute Ballverarbeitung, um sich auch unter gegnerischem Pressing mit dem Ball drehen zu können und das Spiel vor sich zu haben. In fast allen europäischen Spitzenclubs lässt sich zumindest ein spielmachender Sechser identifizieren (Barcelona bildet hier mit dem Dreigespann Busquets-Xavi-Iniesta einen Sonderfall): Xabi Alonso, Michael Carrick, David Pizarro, Nuri Sahin, Jack Wilshere.

Bei Werder fällt es hingegen schwer, an dieser Stelle fündig zu werden. Philipp Bargfrede ist eher ein Typ Khedira, ein möglicher kongenialer Partner für einen solchen Ballverteiler. Borowski hat seine großen Stärken als Verbindungsspieler und beim Vorstoß in die Spitze. Wesley hält den Ball noch immer viel zu lange, um das Spiel aus der Tiefe schnell zu machen. Und so bleibt der größte Teil der Verantwortung bei einem Mann hängen, der seine besten Jahre hinter sich hat: Torsten Frings. Jahrelang gab er die eierlegende Wollmilchsau, die in allen Bereichen des Mittelfelds mitgemischt hat. Inzwischen werden seine Defizite jedoch immer offensichtlicher, sei es Stellungsspiel, Ballverarbeitung oder Ballverteilung. Frings hat noch immer seine lichten Momente und mag für das Team mit seiner kämpferischen Einstellung wichtig sein. Aus spielerischer Sicht ist er für Werder jedoch zum Bremsklotz geworden und bei einer Verlängerung seines Vertrags droht sich diese Entwicklung fortzusetzen.

Spielmacher ja, Zehner vielleicht

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ja, Werder braucht aus meiner Sicht wieder einen Spielmacher, doch dieser muss und sollte nicht auf der Zehnerposition beheimatet sein, sondern auf der des Sechsers. Bei der Frage, ob Werder auch einen neuen 10er braucht, bin ich etwas unschlüssig, tendiere aber dazu, sie zu bejahen. Trotz seiner katastrophalen Saison traue ich Aaron Hunt diese Position nach wie vor zu, jedoch nicht mit der “Bürde” gepaart, die 1A-Lösung zu sein. Mental scheint mir Hunt viel zu fragil, um auf ihn als einzige Option zu setzen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Florian Trinks hierfür in Frage kommt oder ob er doch eine Reihe dahinter besser aufgehoben wäre. Einiges wird auch von der Systemfrage abhängen. Noch kann man nur Spekulieren, ob Werder in der kommenden Saison weiter mit Raute oder im 4-2-3-1 spielen wird.

Allerdings – und in diesem Punkt bin ich wieder ganz bei Johann – braucht Werder im Raum zwischen Sturmspitze und Mittelfeld vor allem Spieler, die sich gut ohne Ball bewegen und Räume schaffen, was in dieser Saison weder Marin noch Arnautovic zufriedenstellend gelungen ist. Eine Verpflichtung von Mehmet Ekici ginge in die richtige Richtung. An Gündogan, Götze, Kagawa, Holtby oder Schürrle wird man nicht herankommen. Es gilt, neue Spieler mit solchen Fähigkeiten ausfindig zu machen – vielleicht auch aus den eigenen Reihen. Keine einfache Aufgabe für Klaus Allofs, dessen gedanklichen Ausflug in die erfolgreichen Vergangenheit ich daher überaus verständlich finde.

Never Dreamed You’d Leave in Summer

Bundesliga, 17. Spieltag: Werder Bremen – 1. FC Kaiserslautern 1:2

Nachdem mich die letzten Wochen einigermaßen zuversichtlich stimmten, dass sich Werder auf einem guten Weg aus der Krise befände, hat die Mannschaft diese Zuversicht mit einem erneuten Offenbarungseid zum Ende der Hinrunde weggewischt. Nach der verdienten Heimniederlage gegen den Aufsteiger aus Kaiserslautern bleiben eine Menge offene Fragen, die es in der Rückrunde zu beantworten gilt.

Anhaltende Konzentrationsmängel

Es ist die ewig gleiche Mischung aus defensiver Fragilität und offensiver Einfallslosigkeit, die Werder in dieser Saison vor Probleme stellt. Es fehlt an Struktur im Spielaufbau, an Automatismen in der offensiven Mittelfeldreihe, an gefährlichen Standardsituationen. Dazu kommen die anhaltenden Personalprobleme, mit immer neuen Ausfällen, die zu ständig wechselnden Startformationen führen. Kaiserslautern hat im Weserstadion gut gespielt, immer wieder gefährlich gekontert und Werder im zentralen Mittelfeld weitgehend kontrolliert. Es wurde ihnen von Werder allerdings auch einfach gemacht.

Das Gegentor in der ersten Minute war ein weiteres Exemplar Bremer Konzentrationsschwäche, die bei Torsten Frings anfing, sich über Petri Pasanen fortsetzte und in Per Mertesacker kulminierte. Leider ist unser Abwehrturm nicht nur körperlich manchmal zu unflexibel. Als er Lakics Laufweg erkannte und darauf reagierte, war schon alles zu spät. Über weite Strecken der 1. Halbzeit fand Werder überhaupt nicht ins Spiel, was nicht allein durch Verunsicherung wegen des frühen Rückstands zu erklären ist. Weder Marin noch Hunt konnten für Impulse sorgen und das zuletzt gefestigte defensive Mittelfeld wies dieselben strukturellen Mängel auf, die schon über weite Strecken der Hinrunde Werder das Leben schwer gemacht haben.

Ausgelutscht?

Auch nach dem frühen Wechsel und der Systemumstellung tat sich Werder weiterhin schwer. Zwar gab es nach dem Ausgleich durch Hunt einige starke Minuten, in denen (meist durch Einzelaktionen) Torgefahr entstand, doch das war – wie sich schon kurz nach Wiederanpfiff zeigte – bloß ein Strohfeuer. Der erneute Rückstand war sinnbildlich für Torsten Frings Hinrunde. Zunächst traf er die falsche Entscheidung, als er statt des einfachen Balls eine Pirouette drehte, mit der er sich in eine gefährliche Situation brachte. Dann kam noch Pech dazu, weil er auf dem glatten Boden den Halt und damit auch den Ball verlor. Natürlich ist es nicht Frings Schuld, dass Sekundenbruchteile später auch noch Fritz ausrutschte, aber ein Spieler mit seiner Erfahrung sollte solche kritischen Situationen von vornherein verhindern. Alle großen Defensivspieler, die bis ins hohe Alter ihre Klasse halten konnten, verstanden sich hervorragend darin, gefährliche Situationen zu antizipieren und zu verhindern, bevor ihnen ein junger Gegenspieler ihre nachlassende Schnelligkeit um die Ohren hauen konnte. Genau dies scheint Frings nicht zu gelingen und deshalb hoffe ich sehr für ihn, dass er die Zeichen der Zeit erkennt und seine Karriere im Sommer beendet.

Ich möchte kein Frings-Bashing betreiben, denn er hat sehr viel für unseren Verein geleistet, aber es reicht einfach nicht mehr, um bei einem Verein mit Werders Ansprüchen eine Führungsrolle auszuführen. Leider. Noch reicht es aber dazu, sich in Würde zu verabschieden und vielleicht dem Verein in einer anderen Rolle weiterzuhelfen. In der letzten Rückrunde war Frings noch unsere Lebensversicherung in der Schlussphase vieler Spiele, in denen er als Antreiber und kühler Vollstrecker überzeugte. Am Samstag wurde er nicht zum ersten Mal in dieser Phase ausgewechselt. Sein Gesichtsausdruck beim Verlassen des Spielfelds war die bildliche Untermalung der Schlagzeilen, für die er unter der Woche gesorgt hatte. Für ihn kam Said Husejinovic in die Partie – nicht unbedingt ein Hoffnungsträger.

Doppelnull statt Doppelsechs

Der Wechsel war ein weiterer Ausdruck der Verzweiflung unseres Trainers. Nachdem die Umstellung in der ersten Halbzeit noch für eine gewisse Belebung gesorgt hatte, brachten die beiden Wechsel in der zweiten Halbzeit kaum einen Effekt. Mit Bargfrede und Frings nahm Schaaf beide Sechser vom Feld und brachte zwei weitere Offensivspieler. Man kann darüber diskutieren, ob es bei Werders Harakiri-Stil überhaupt noch einen Unterschied macht, ob die Positionen vor der Abwehr nominell besetzt sind oder nicht. Wenn beide Sechser so weit aufrücken, dass Abstände jenseits von Gut und Böse zwischen Viererkette und Mittelfeld entstehen, kann man auch gleich die Zone vor dem Strafraum mit dribbelstarken Kreativspielern bevölkern. Dumm nur, wenn den Innenverteidigern die kurzen Anspielstationen im Aufbau fehlen und mit Wagner und Arnautovic nur eineinhalb Spieler mit langen, hohen Bällen anspielbar sind. Ein stärkerer Gegner hätte Werder mit drei, vier präzisen Kontern eine richtige Abreibung verpasst.

Das Brechen und Würgen hätte für Werder in der Tat noch mit einem Punkt belohnt werden können, wenn Wagner den Kopfball aus kurzer Distanz am Torwart vorbei bekommen hätte. Einzelaktionen, die mit einem Anspiel auf Wagner endeten, waren an diesem Tag Werders einzige Waffe. Leider bleibt Wagner noch immer den Beweis schuldig, dass er ein guter Bundesligastürmer sein kann. Die Kritik an ihm finde ich insgesamt zu hart (immerhin ist er auf Bundesliganiveau ein Neuling und für Werder eigentlich Stürmer Nummer 4), aber außer ein paar guten Ansätzen ist noch keine Entwicklung erkennbar. Wagner kann als Stürmer eigentlich alles – irgendwie – aber nichts davon so gut, dass es ihn zu einer Bereicherung für unser Spiel machen würde.

Saisonziel: 40 Punkte

Noch vor dem Spiel sprach Klaus Allofs vom Anschluss an Platz 5. Angesichts der vielen Überraschungsmannschaften in der oberen Tabellenhälfte ist dieses Ziel nicht völlig unrealistisch. Die letzte Saison hat gezeigt, wie schnell man in dieser ausgeglichenen Liga einen Rückstand aufholen kann. Trotzdem halte ich es für ein falsches Signal, weil es die vorhandenen Probleme überspielt und suggeriert, wir wären schon wieder auf dem Weg nach oben. Es ist nicht das erste Mal, dass Allofs mit solchen Ansagen auffällt und ich würde mir wirklich wünschen, dass er sich mit damit in Zukunft etwas zurückhält. Mit 19 Punkten aus der Hinrunde heißt das erste und einzige Ziel, den Klassenerhalt zu sichern. Wenn die 40 Punkte früh erreicht werden sollten, kann man sich immer noch nach oben orientieren. Zum jetzigen Zeitpunkt wirkt es bestenfalls verzweifelt und im schlechtesten Fall wie einsetzender Realitätsverlust. Also Herr Allofs, bitte in der Winterpause etwas zurückhalten mit den Kampfansagen!

Für Thomas Schaaf geht es in der Rückrunde indes um mehr als nur den Klassenerhalt. Er muss beweisen, dass es sich bei ihm in der Hinrunde nur um eine Formkrise handelte, und er die Mannschaft wieder zurück zu alter spielerischen Klasse führen kann. Er muss beweisen, dass er noch immer talentiertes Personal weiterentwickeln und zu Spielern internationaler Klasse formen kann. Und er muss beweisen, dass er seiner Mannschaft ein geeignetes Post-Rauten-System verpassen kann.

Diese schlechte Hinrunde würden wir alle gerne vergessen. Ich erwarte von jedem einzelnen Werderaner, dass er alles dafür gibt, dass wir das schon bald guten Gewissens tun können.