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Guter Test gegen schwache Toffees

Werder Bremen – FC Everton 1:0

Drei Tage nach dem Pokalaus in Heidenheim hat Werder das letzte Testspiel der Saison gegen den FC Everton 1:0 gewonnen und sich dabei in vielen Bereichen verbessert gezeigt. Es war jedoch auch deutlich zu sehen, dass Everton zehn Tage vor dem Premier-League-Start noch längst nicht in der Verfassung ist, über 90 Minuten hohes Tempo zu gehen.

Nur 30 Minuten auf Augenhöhe

Auf sieben Positionen umgestellt ging Werder mit einer etwas ungewöhnlichen Aufstellung in die Partie: Mertesacker gab sein Comeback in der Startelf, Sokratis rückte auf die Rechtsverteidigerposition und Wesley spielte im defensiven Mittelfeld. Wie schon gegen Heidenheim versuchte Werder, über das Kombinationsspiel in der Mittelfeldraute Torchancen zu erspielen und hatte dabei mäßigen Erfolg. Dies lag zum einen daran, dass Ekici sich weit zurückfallen ließ, um die Angriffe von der Mittellinie aus zu initiieren, weshalb er im offensiven Mittelfeld ein Loch hinterließ. Zum anderen fehlte in den entscheidenden Momenten häufig das Tempo im Spiel. Vor dem Strafraum wurde nicht schnell genug verschoben, um Löcher in die Defensive der Toffees zu reißen. Everton hatte ein paar gute Szenen, in denen das aufgerückte Bremer Mittelfeld schnell überwunden wurde und mit Tempo über die Außen angegriffen wurde.

Nach einer halben Stunde wurde Werder stärker, brachte immer wieder Wagner im Strafraum ins Spiel. Das 1:0 zog Everton bereits den Zahn, was gegen einen Gegner, der nicht mehr in der Vorbereitung steckt, kaum möglich sein dürfte. In der zweiten Halbzeit kombinierte Werder flüssiger durchs Mittelfeld. Everton setzte Werder bis 30 Meter vor dem Tor fast gar nicht mehr unter Druck und hatte keine wirkliche Chance, ins Spiel zurück zu kommen. Trotz zahlreicher Wechsel blieb Werder dem bekannten Kombinationsspiel treu und hielt Everton auf Distanz ohne wirklich auf das 2:0 zu drängen. Am Ende war es ein ungefährdeter und hochverdienter Sieg, bei dem Everton nur 30 Minuten auf Augenhöhe agierte.

Kombinationsfußball in Torchancen umwandeln

Dass Werder anspruchsvollen Kombinationsfußball spielen kann, ist nicht neu. Problematisch wird es jedoch, gegen tief stehende Gegner auf diese Weise Torchancen herauszuspielen. Dies war selbst gegen passive Engländer in der zweiten Halbzeit ein Manko und wird in der Bundesliga sicher zur – von den bekannten Problemen in der Defensive abgesehen – schwierigsten Aufgabe für Thomas Schaaf werden.

Einige positive Dinge lassen sich für Werder aus diesem Spiel mitnehmen: Das Team wirkt gerade im Vergleich zur letzten Saison homogener und auf eine Spielidee eingestellt (ob diese so funktionieren wird, ist eine andere Sache), Per Mertesacker gab ein erstaunlich gutes Comeback und zeitweise lief der Ball auch bei erhöhtem Tempo flüssig durch die eigenen Reihen.

Bloß den Saisonstart nicht verpatzen

Das Spiel war keine Wiedergutmachung für das Pokalaus, sondern eine gelungene Vorbereitung auf das Spiel gegen Kaiserslautern. Vom Start in die Bundesliga wird vieles abhängen, vor allem psychologisch. Bei einer Auftaktpleite im eigenen Stadion brennt der Baum in Bremen schon Anfang August wieder so lichterloh, wie im vergangenen Frühjahr. Mit ein paar Siegen in den ersten Wochen könnte man sich dagegen die Ruhe in Umfeld und Team verschaffen, die man für den angestrebten Neuanfang braucht.