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Bremer Transfers 1997-2009

Auf Anregung von Probek habe ich mal eine kleine Übersicht über die Bremer Einkäufe der letzten 12 Jahre angefertigt. Es ging dabei um die Frage, ob Bayerns Transferpolitik wirklich so schlecht ist, wie von vielen behauptet, und ob Werders Transferpolitik im Vergleich besser abschneidet. Die Frage kann hier natürlich nicht abschließend beantwortet werden, doch der Vergleich ist schon interessant:

Zunächst ein paar Anmerkungen zur Tabelle:

  • Alle Daten (Zugänge, Transfersummen) stammen von Transfermarkt.de.
  • Die Transfers wurden um die Spieler bereinigt, die ausschließlich für den Amateurbereich verpflichtet wurden.
  • Spieler, die zunächst auf Leihbasis geholt und später fest verpflichtet wurden, habe ich nur einmal berücksichtigt und Leihgebühr und Ablösesumme addiert.
  • Spieler, die während ihrer Zeit bei Werder verliehen wurden und danach zurückkehrten, habe ich ebenfalls nur einmal berücksichtigt.
  • Die Bewertung der Spieler ist natürlich subjektiv. Ich habe sie nach den von Probek verwendeten Kriterien vorgenommen (war das Geld wert, war das Geld nicht wert, hat sich durchgesetzt, kostete eh kaum etwas, bekam keine Chance, war dauerverletzt uswusf.).
  • Mir ist durchaus bewusst, dass es sich bei den Ergebnissen deshalb nicht um “harte” Daten handelt, aber hier werden ja auch keine wissenschaftlichen Ziele verfolgt.
  • Im Gegensatz zu Probek habe ich aus Zeitgründen die Anzahl der Spiele, die die Spieler für den Verein absolviert haben, nicht berücksichtigt.

Das Ergebnis:

  • Werder hat seit 1997 96 Spieler für den Profikader verpflichtet (zum Vergleich: Bayern: 94).
  • Die Transfers habe ich folgendermaßen bewertet: 27 positiv, 40 neutral (darunter die bisherigen 8 Neuzugänge dieser Saison), 29 negativ (Bayern: 30 – 35 – 29).
  • Insgesamt hat Werder 115,9 Mio. € für die Transfers ausgegeben (Bayern: 318,4 Mio. €). Im Schnitt sind dies 1,2 Mio € pro Spieler (Bayern: 3,4 Mio. €).
  • 73,2 Mio. € wurden in Spieler investiert, die ich positiv oder neutral bewertet habe (ausgenommen die Transfers dieser Saison), 26,8 Mio. € in Spieler, die ich negativ bewertet habe (Bayern: 173,5 Mio. € bzw. 94,2 Mio. €).
  • Relativ gesehen hat Werder 26,8 % der Transferausgaben für Fehleinkäufe ausgegeben (Bayern: 35,2 %).
  • Die Kosten pro erfolgreichem Transfer (Bewertung = positiv) liegen bei 3,7 Mio. € (Bayern: 8,9 Mio. €).
  • Die drei teuersten Fehleinkäufe sind: 1. Carlos Alberto (8,5 Mio. €), 2. Mohammed Zidan (3,5 Mio. €), 3. Manuel Friedrich (2,5 Mio. €).

Und was sagt uns das jetzt?

  • Die Transferbilanz ohne Berücksichtigung der Kosten ist sehr ausgeglichen und ähnelt der des FC Bayern.
  • Werder hat weder absolut noch relativ mehr geglückte Transfers zu verbuchen als Bayern.
  • Berücksichtigt man die Ausgaben kann man folgendes festhalten: Werder hat mit etwas mehr als einem Drittel des finanziellen Aufwands der Bayern ein ähnlich gutes Ergebnis erreicht.
  • Aber: Die Ansprüche der Vereine und deren Fans unterscheiden sich, was insbesondere für die Zeit vor 2003/2004 gilt. Die Bewertung der Spieler dürfte also nicht oder zumindest nicht durchgängig nach denselben Maßstäben erfolgt sein.
  • Bei vielen Spielern war eine Bewertung nicht einfach und kann sicher heftig diskutiert werden (z.B. Sanogo, Fritz, Jensen, Davala). Christoph Dabrowski habe ich bspw. vor allem deshalb positiv bewertet, weil uns sein Tor 1999 vor dem Abstieg bewahrt hat.
  • Ist der Felix Magath, der nun als bester Trainer der Bundesliga gilt, wirklich derselbe Felix Magath, der uns Spieler wie Pawel Wojtala und Dirk Weetendorf zugemutet hat? Eigentlich hätte dem HSV der Handel mit solchen Spielern untersagt werden müssen.
  • Die Betrachtung ist unvollständig, da weder Gehälter und Handgelder noch Transfererlöse berücksichtigt wurden.
  • Ein allgemeingültiges Urteil kann man auf Grundlage der Tabellen nicht fällen. Allerdings wird die pauschale Behauptung, Werder Bremen betreibe eine bessere Transferpolitik als Bayern München, nicht bestärkt.

Die Transfers anderer Vereine: