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Quatsch mit Sosa

Sommerpause, Nach-WM-Kater, Vorbereitungszeit. Alles irgendwie nicht schön für den gemeinen Fußballfan, der nach seiner wöchentlichen Dosis lechzt. Aus diesem Grund gibt es Wettbewerbe wie den LIGA total!™ Cup©®. Testspiele sind für die Saisonvorbereitung natürlich wichtig und da ist es doch umso schöner, wenn man ein paar namhafte Teams gegeneinander antreten lässt. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass mit ein Spiel gegen Schalke oder Bayern besser gefallen würde, als eine 1:2-Testspielniederlage gegen Szombathelyi Haladás. Trotzdem machen die von Sat.1 übertragenen Spiele des besagten sog. Blitzturniers vielmehr deutlich, was mir momentan fehlt, als dass sie diese Lücke zumindest ansatzweise ausfüllen. Als Ersatzdroge verfehlen sie eindeutig ihren Zweck.

Bayerntrainer Louis van Gaal würde sicherlich auch lieber auf das Turnier verzichten, als mit einem Team ohne die urlaubenden WM-Teilnehmer für ein paar Extraeinnahmen zwei halbwegs von der Öffentlichkeit beachtete Spiele auszutragen. Ein ernsthafter sportlicher Test ist es jedenfalls nicht. Wenigstens bleiben den Bundesligateams die Strapazen einer Nordamerika- oder Asienreise aus Vermarktungsgründen erspart, die englische und spanische Spitzenvereine in der Sommerpause durchmachen.

Normalerweise lassen sich solche Nicht-Events ganz einfach ignorieren, aber der Mangel an echtem Fußball verändert auf Dauer die Wahrnehmung. Deshalb: Schluss mit dem Vorgeplänkel, ich möchte Bundesliga, Pokal, CL-Quali!

25. Spieltag: Spielbericht

Borussia Dortmund – Werder Bremen

(Spielbericht erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Spiel:

Da ich erst wenige Minuten vor Anpfiff nach Hause gekommen bin, musste die Vorberichterstattung leider ausfallen. Für Werder ging es um die vermutlich letzte Chance noch einmal in die Nähe der internationalen Plätze zu kommen. Für Dortmund ging es darum, nicht zu weit hinter Platz 5 zurückzufallen und die Bremer auf Distanz zu halten. Ausfälle bei Werder: Naldo (Rotsperre), Baumann und Rosenberg. Jensen mit Nasenbeinbruch zunächst nur auf der Bank.

Aufstellungen:

Werder: Wiese – Prödl, Mertesacker, Pasanen, Boenisch – Niemeyer, Tziolis, Özil, Diego – Pizarro, Almeida.

BVB: Weidenfeller – Owomoyela, Subotic, Santana, Dede – Kehl, Tinga, Kringe, Hajnal – Frei, Valdez.

Das Spiel:

1' Alles etwas chaotisch bei mir heute. Aber jetzt bin ich immerhin pünktlich zum ANpfiff zuhause. Los geht's!

4' Werder versucht gleich Druck zu machen. Geht früh drauf, aber bislang noch ohne ernsthafte Gefahr für den BVB.

7' Freistoß BVB aus 18 Metern. Guter Schuss von Frei in die Torwartecke, verlädt Wiese, aber 1 Meter daneben.

10' Sehr flottes
Spiel. Chance für Werder durch Almeida, der aber verzieht. Auf der
Gegenseite tankt sich Kehl durch, Boenisch grätscht dazwischen.

15' Dortmund wird stärker, Werder muss wieder früher und konsequenter in die Zweikämpfe gehen.

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24. Spieltag: Spielbericht

(Erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Spiel:

Mahlzeit
zusammen. Mein erstes Werder-Livespiel im TV seit dem 7.2. Und dazu
gibt's von mir, wie angekündigt, natürlich wieder Live-Tweets!
Heute muss in der
Bundesliga endlich der erste Rückrundensieg eingefahren werden.
Heimbilanz gegen Stuttgart: 42 Spiele, 19 Siege, 11 Unentschieden, 12 Niederlagen.
Bei Werder
überrascht die Aufstellung von Niemeyer, die ich allerdings gut finde.
Und wie wird sich die Innenverteidigung ohne Naldo und Merte schlagen?


Aufstellungen:

Werder: Wiese – Pasanen, Prödl, Baumann, Boenisch – Frings, Niemeyer, Özil, Diego – Pizarro, Rosenberg

Stuttgart: Lehmann – Boca, Osorio, Boulahrouz, Träsch – Hitzlsperger, Khedira, Hilbert, Elson – Marica, Gomez

Das Spiel:

1' Das Spiel beginnt wie schon am Donnerstag mit einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden. Und jetzt geht es los. Erste Chance Werder. Nach Freistoß Özil kommt Niemeyer mit dem Kopf ran, kann ihn aber nicht kontrolliert aufs Tor bringen.

5' Gemächlicher Beginn. Werder steht bei Ballbesitz VfB tief, spielt kaum Pressing. Viele kleine Fouls.

6' Diego guckt Lehmann aus und versucht es aus 18 Metern mit einem Lupfer. Allerdings deutlich übers Tor.

9' Schiri pfeift kleinlich. Boenisch wird nach einem normalen Zweikampf mit Körpereinsatz zurückgepfiffen.

13' Kurios:
Boenisch knall von der Seitenlinie aus 30+ Metern ein Pfund auf das
EIGENE Tor. Geht ans Außennetz. Wiese ist entsetzt!

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UEFA-Cup Achtelfinale, Hinspiel: Profis vs. Amateure

Werder – AS St. Etienne 1:0

Werder U23 – Bayern München II 0:0

Die Überschrift könnte darauf hindeuten, dass ich Werders UEFA-Cup Gegner St. Etienne als Amateurmannschaft einstufe. Auch wenn l'ASSE am Donnerstag nicht viel gezeigt hat, was sie von einer solchen abheben würde, will ich sie nicht schlechter machen, als sie waren. Man hat deutlich gesehen, warum diese Mannschaft in Frankreich ums Überleben kämpft. Allerdings kann man davon ausgehen, dass dies nicht die beste Leistung war, die das Team in dieser Saison abrufen kann, sonst hätten sie es kaum ins Achtelfinale geschafft. Der Auftritt gestern erinnerte stark an Famagusta. Verängstigt, ohne größere Offensivambitionen, lieber hinten gut stehen und bloß nicht zu früh draufgehen.

Falls die Taktik der Franzosen so ausgelegt war, kann man sie trotz der Niederlage als geglückt bezeichnen. Werder tat sich trotz ansprechendem Beginn sichtlich schwer, gute Torchancen herauszuspielen. Auch wenn die Stürmer nach dem Spiel in der Kritik stehen – sooo viele wirkliche Torchancen hatte Werder gar nicht. Dabei begann es doch verheißungsvoll. Nach Naldos frühem Führungstor erwarteten nicht wenige Zuschauer eine magische Pokalnacht, in der die Gastmannschaft mit 4-5 Toren Minimum nach Hause geschickt würde. Es kam anders. Vom Ergebnis her: Die Mannschaft hielt das 1:0, schaffte also das, was man ihr eigentlich nicht zutraut, nämlich so ein Schweinespiel einfach mal ohne Gegentor zu gewinnen. Bei allem Frust über vergebene Chancen ist ein 1:0 Heimsieg ein gutes Ergebnis im Europapokal. Vom Spiel her: Werder verkrampfte mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Die Offensivaktionen verloren jegliche Präzision und man musste mit dem unguten Gefühl nach Hause gehen, heute eine gute Chance versäumt zu haben, das Viertelfinale schon einzutüten.

Einen Tag später trafen dann die Amateure des SV Werder – die Amateure, die im Titel angesprochen sind, die aber eigentlich längst nicht mehr Amateure heißen, sondern U23 bzw. offiziell Werder Bremen II – auf ihre Pendants aus der bayerischen Hauptstadt. Kontrastprogramm zur Europapokalnacht: Abstiegskampf in der 3. Liga. Hier trifft sich der harte Kern (wobei ich mich nicht dazu zähle, meine Besuche auf Platz 11 halten sich stark in Grenzen). Hier riecht es nach Fußballplatz, nach Rasen, Bier und Rauch. Hier kann man Hermann Gerland aus 5 Metern über die Schulter schauen und hört, wie sich seine Stimme vor Erregung überschlägt, wenn die Mannschaft die Formation nicht einhält. Hier bekommt man ein Gefühl für die Geschwindigkeit des Spiels, das im Fernsehen und in den großen Stadien oft verloren geht.

Das Spiel war keine Augenweide. Die Bayern verstanden sich vorzüglich auf die passive Spielkontrolle: Sie ließen Werder weitestgehend den Ballbesitz und machten ihnen durch gute Defensivarbeit das Leben schwer. Werder spielte mit viel Einsatz und Willen, doch kam nur selten zu guten Tormöglichkeiten. Ikeng und der zur Halbzeit eingewechselte Kruse waren für mich die herausragenden Spieler bei unseren Amas. Den möglichen Sieg vergab Werder in den wenigen Situationen, als die Bayernabwehr nicht dichthielt. Doch dann scheiterte man am Pfosten, am starken Torwart (der sich nach dem Spiel als Jörg Butt zu erkennen gab) und an den eigenen Nerven. Die Bayern hatten im ganzen Spiel nur eine gute Chance. So bringt man jungen Spielern früh bei, auf 0:0 zu spielen.

Insgesamt hat es mir gestern auf Platz 11 wesentlich besser gefallen, als am Donnerstag im Weserstadion, wo man das Gefühl hatte, dass für viele Fans ein mageres 1:0 gegen Frankreichs Rekordmeister schlicht unterhalb des eigenen Niveaus lag. Lediglich die Treuen in der Ostkurve versuchten immer wieder, die Stimmung im Stadion zu verbessern. Das Spiel taugte dazu in der zweiten Halbzeit wahrlich nicht mehr. Doch bei allem Verständnis für Ärger und Enttäuschung verstehe ich die zahlreichen Pfiffe während des Spiels nicht. Zwei Tore mehr und die selben Zuschauer hätten zur Welle angesetzt…

Aber vielleicht bin ich auch etwas überempfindlich. Ich fühle mich außerhalb der Ostkurve im Stadion einfach nicht mehr richtig wohl. Und in der Ostkurve bekomme ich viel zu wenig vom Spiel mit. So bin ich wohl endgültig zur Couch Potato vor dem eigenen Fernseher mutiert, womit sich jegliche Kritik an den Fans im Stadion von selbst verbietet. Außer an dem Pärchen, das 10 Minuten vor der Pause wegging, um Bratwurst zu holen, dann rechtzeitig zur Pause wieder zurück war, in der 65. Minute nochmal Bratwurst holte, um sich dann nach 85 Minuten endgültig zu verabschieden. Dann lieber Platz 11, da schmeckt die Bratwurst auch besser.

23. Spieltag: Hoffenheim-Jetlagging

Ich bin gestern aus den USA zurück gekommen. Langer Flug + Jetlag = Viel Schlaf aufzuholen. Mit dem Bloggen bin ich in den letzten Tagen nicht ganz hinterher gekommen. Immerhin habe ich in 16 Tagen "Urlaub" (der eigentlich kein Urlaub war) 13 Blogeinträge geschrieben, so dass ich mich jetzt nicht allzu schlecht fühlen muss. Dennoch, der Terminkalender lässt keine Pausen zu, Donnerstag geht es schon weiter im UEFA-Cup gegen St. Etienne. Und die Vorwürfe gegen Jürgen L. Born wollen auch aufgearbeitet werden. Doch zunächst einmal ein Blick zurück:

Hoffenheim – Werder 0:0

Hoffenheim. Der Überflieger der Saison. Die Mannschaft der Stunde. Der Aufsteiger, der die Bundesliga durcheinander würfelt und die etablierten Vereine das Fürchten lehrt. Der mit feinem Offensivfußball und Schnelligkeit beeindruckt. Der Beweis, dass Erfolg auch außerhalb Münchens planbar ist, nicht nur mit Geld, sondern auch mit Geduld und Know-How von Fachleuten wie Ralf Ragnick, Bernhard Peters und Jan Schindelmeiser. Der neue Liebling der Fachpresse.

Vor wenigen Wochen wäre das noch eine absolut zutreffende Beschreibung gewesen. Heute klingt es fast wie Sarkasmus. Hoffenheims Rückrunde verlief bislang eher mittelmäßig. Nur ein Sieg im Jahr 2009, dazu 4 Unentschieden und eine 1:4 Klatsche in Leverkusen. Trotzdem liegt man nun punkt- und torgleich mit den Bayern auf Platz 2, 4 Punkte hinter Spitzenreiter Hertha, und hat immer noch gute Chancen auf die Meisterschaft oder zumindest die Champions League Qualifikation.

In den letzten Wochen gibt es jedoch vermehrt Negativschlagzeilen. Die Affäre um die Spieler Janker und Ibertsberger und eine verspätete Dopingkontrolle sorgte für viel Aufsehen und eine – nun ja – mit etwas Halb- und viel Unwissen geführte Dopingdebatte im Fußball. Die Stammtischgroßmäuler um Udo Lattek meldeten sich gewohnt lautstark zu Wort, ohne auch nur ansatzweise Regelwerk und Kontrollpraktiken zu kennen. Verantwortliche anderer Vereine gaben ihren Senf dazu: Peter Neururer, Michael Meier und auch Rudi Völler bezeichneten die drohenden Sperren als lächerlich bzw. "grob unsportlich" (Neururer). Es gab allerdings auch kritische Stimmen, unter anderem von Klaus Allofs, der auf das eindeutige Regelwerk hinweist und die Verspätung zumindest nicht verharmlost. Die seriöse Presse ist in ihrer Kritik mitunter schon etwas direkter und prangert unter anderem die laschen Dopingkontrollen im Fußball und das Verhalten der Hoffenheimer Spieler und Verantwortlichen an. Inzwischen hat der DFB das Verfahren gegen die beiden Spieler eingestellt. Ausführlich informieren kann (und sollte) man sich bei Leuten, die sich mit dem Thema auskennen, z.B. bei Jens Weinreich, dogfood sowie Jens Peters' ausführlicher Chronologie des Vorfalls.

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DFB-Pokal Viertelfinale: Spielbericht

(Spielbericht erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Spiel:

"Die Pokalwettbewerbe, wo Leistung auf den Punkt erbracht werden muss
und das meist gegen gute bis sehr gute Mannschaften, scheinen Werder
2009 jedenfalls besser zu liegen, als die Meisterschaft, wo nach
Gala-Auftritten gegen Milan Pleiten gegen Cottbus folgen."

Vollständige Vorberichterstattung siehe hier.

Aufstellungen:

Werder: Pellatz – Fritz, Merte, Naldo, Pasanen – Frings, Jensen, Özil, Diego – Pizarro, Rosenberg

Wolfsburg: Benaglio – Pekarik, Simunek, Barzagli, Schäfer – Josue, Schinzielorz, Gentner, Misimovic – Dzeko, Grafite

Das Spiel:

1' Gibt wohl nur Konferenz, aber trotzdem geht's jetzt los.

2'
Wolfsburg-Werder 0:1.
TOOOOOOOOORRRRRR!!!!! DIEEEEEEEEEEGOOOOO! Erster Angriff Werder, Pizarro legt in die Mitte
auf Diego, der dreht sich und schießt flach links ins Tor!

6' Wolfsburg versucht gleich Druck zu machen, doch Werder wirkt selbstbewusst. Das Tor wird ihnen gut tun. Auftakt nach Maß.

7' Wolfsburg –
Werder 0:2.
TOOOOOOOOOOOOOR!!!!! ÖÖÖÖÖÖZZZZIIIIIIIILLLLLL!!!!!!! JAAAAAAAAAAAAA! Was sag ich? Auftakt. Nach. Maß. Özil zieht über links in
den Strafraum, wird nicht angegriffen, verlädt Benaglio
.

10' Wolfsburg – Werder 1:2. Was ist denn hier los? Dzeko wird von links im Strafraum angeflankt, darf da ganz in Ruhe vollstrecken.

12' Wann immer die Konferenz nach Hamburg schaltet, fällt hier ein Tor. Auch diesmal wieder?

18' Nun wars mal andersrum. Konferenz geht nach Wolfsburg und Hamburg macht das 1:0. Konferenz ist blöd…

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22. Spieltag: Linksausleger

Werder – Bayern 0:0

Nach dem begeisternden Auftritt in Mailand hat Werder den Schwung mit in die Bundesliga nehmen können. In einem packenden und in der ersten Halbzeit schnellen und hochklassigen Spiel erwiesen sich die Grünweißen auch in Unterzahl als ernsthafter Gegner für die Bayern. Nach einem offenen Schlagabtausch in der Anfangsphase und der roten Karte gegen Naldo, zog sich Werder ab der 25. Minute weiter zurück. Die Bayern übernahmen die Initiative und nutzten die gelegentlichen Lücken in der Werderabwehr geschickt aus. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit spielten die Bayern besser und drückten Werder hinten rein. In dieser Phase war es dem eigenen Glück, dem Unvermögen der Bayern und dem überragenden Schlussmann Christian Vander zu verdanken, dass unsere Mannschaft nicht in Rückstand geriet.

Doch mit zunehmender Spieldauer fiel den Bayern immer weniger kreatives ein, um den Sieg noch zu erzwingen. Fast alle Angriffe gingen über die linke Seite, das ist man bei den Bayern seit Franck Ribery gewohnt. Werder versuchte sich an Kontern, mit langen Bällen auf Mesut Özil, der nach Hugo Almeidas Auswechslung und der damit verbundenen taktischen Umstellung einen klassischen Linksaußen spielte. In den letzten 20 Minuten hätte Werder mit etwas mehr Konzentration bei den Gegenstößen das Spiel sogar gewinnen können. Als Schiedsrichter Gräfe das Spiel nach exakt 90 Minuten abpfiff, konnten sich die Bremer dennoch als moralischer Sieger fühlen, während sich die Bayern fragen müssen, warum sie ihre Überzahl nicht besser ausgenutzt haben.

Da große Problem der Bayern ist ihr taktisch limitiertes Angriffsspiel: Auf der linken Seite gibt es mit Ribery, Ze Roberto und Lahm eine Achse, die es mit jeder Mannschaft der Welt aufnehmen kann. Über diese Achse läuft die gesamte Offensive. Die Pendants auf der rechten Seite heißen Oddo und Schweinsteiger. Van Bommel bleibt mehr in der Zentrale, zieht nicht so häufig nach rechts wie Nebenmann Ze Roberto nach links. Die Alternativen wären Altintop und Lell. Alles keine schlechten Spieler, doch sie können das Spiel über ihre Seite nicht annähernd so dominieren, wie ihre Kollegen auf Links. Gegen viele Mannschaften mag das kein Problem sein, doch gegen die Topmannschaften, gerade auch in der Champions League, könnte es den Bayern das Genick brechen.

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22. Spieltag: Spielbericht

(Spielbericht erstellt aus meinem Live-Blog bei Twitter.)

Vor dem Anpfiff:

Und täglich grüßt
das Murmeltier: Die Suche nach dem Live-Stream. Sollte heute aber kein
Problem sein, golTV und Setanta 2 übertragen live
. Borowski bei
seiner Rückkehr nach Bremen in der Startformation, ZeRoberto für Lahm
links in der Viererkette. Poldi ist immerhin im Kader.
Milan verliert übrigens gerade 1:2 in Genua. GolTV ist doch ne feine Sache… Frings gewinnt die Seitenwahl, die Bayern haben Anstoß.

Aufstellung:

Werder: Vander – Fritz, Merte, Naldo, Pasanen – Frings, Tziolis, Özil, Diego – Almeida, Pizarro. Keine Überraschung.

Bayern: Rensing – Oddo, Lucio, Demichelis, Ze Roberto – Van Bommel, Altintop, Schweinsteiger, Ribery, Borowski – Klose (also 4-5-1).

Das Spiel:

1' Und ab dafür.

2' Konter der Bayern über Klose, der aber zu unkonzentriert in die Mitte passt und geblockt wird.

4' Was für eine
Chance für Werder!!! Özil kommt am Ende einer tollen Ballstafette an
den Ball und scheitert aus spitzem Winkel an Rensing!

6' Riesenchance
für Bayern!!! Altintop ganz frei durch vor Vander, aber der klärt vor
Riberys Füße, doch von Merte per Grätsche geklärt.

10' Bayern macht das bisher ganz geschickt, nutzt Werders Ballverluste im Mittelfeld und spielt dann schnell nach vorne.

11' Aber auch
Werder mit guten Aktionen nach vorne. Diego scheint gut drauf zu sein.
Auf der anderen Seite Schweinsteiger aus 25m vorbei.

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21. Spieltag: Fußball am Morgen schafft Kummer und Sorgen

Cottbus – Werder 2:1

Ich bin derzeit in den USA, wie aufmerksame Leser wahrscheinlich bereits festgestellt haben. In Minnesota genauer gesagt. Neben 7 Stunden Zeitunterschied bedeutet das auch, dass ich die Spieler unserer kriselnden Lieblingsmannschaft nicht live im Fernsehen sehen kann, sondern nur über Live-Streams im Internet. Das Problem dabei ist, neben der teils schlechten Bild- und Tonqualität, vor allem die Unzuverlässigkeit. Es lässt sich nie mit Sicherheit im Voraus sagen, ob man ein Spiel nun sehen kann oder nicht.

Dank der Zeitverschiebung finden die Samstagsspiele für mich nun um 8:30 morgens statt. Im Moment kommt mir mein Jetlag noch zugute, aber bald schon wird es wieder eine Qual sein, samstags um 7:30 aufzustehen und dann mit Frühstücksmüsli in der Hand und Schlaf in den Augen auf einen 10×10 cm großen Bildausschnitt zu starren, in der Hoffnung, dass sich die Pixel zu einer flüssigen Bilderfolge zusammentun mögen. 15 Minuten nach Anpfiff hatte ich gestern endlich einen funktionierenden Stream, der leider (oder Gott sei dank!) den Ton aus dem Cottbuser "Stadion der Freundschaft" (ein Treppenwitz der Fußballgeschichte) nicht mittransportierte.

Vorher konnte ich über einen anderen Stream wenigstens die Bundesligakonferenz sehen, bei der Cottbus – Werder erwartungsgemäß keine große Rolle spielte. Viel verpasst habe ich dabei wohl nicht. Es klappt momentan einfach gar nichts, die Verunsicherung  der Mannschaft ist so tiefgreifend, dass kleine Erfolgserlebnisse, wie etwa eine glückliche Führung gegen Cottbus, nicht mehr stabilisierend wirken. Wie gegen Gladbach war die Führung schon nach wenigen Minuten wieder verspielt und nur durch etwas Glück lag Werder eine Minute später nicht schon im Rückstand. Auch wenn Werder danach durchaus noch Chancen hatte, das Spiel zu gewinnen, war das 1:2 in der letzten Minute ein Nackenschlag mit Ansage.

Man kann der Mannschaft ja nicht vorwerfen, dass sie nicht will. Das war höchstens gegen Bielefeld so. Ansonsten stimmte bei den Spielen zumindest der Einsatz. Gegen Gladbach und Milan betrieb man extrem viel Aufwand und wurde dafür nicht belohnt. In der jetztigen Situation scheint es keine Rolle mehr zu spielen, ob Werder ein Offensivfeuerwerk abbrennt, wie gegen Gladbach, mit Kampf dagegenhält, wie auf Schalke oder uninspiriert lange Bälle nach vorne schlägt, wie gegen Cottbus. Am Ende sieht das Ergebnis immer gleich aus. Gegen Gladbach hätte es einen Kantersieg geben können, gegen Milan eine gloreiche Europapokalnacht, gegen Cottbus wenigstens einen "Arbeitssieg". Gab es aber nicht.

Die altbekannten Probleme (Disziplinlosigkeit, Führungslosigkeit auf dem Platz) taugen nur bedingt als Erklärung. Es sollte für Bundesligaspieler möglich sein, ihre Aktionen zumindest halbwegs mit denen ihrer Nebenleute abzustimmen. Bei Werder fehlt diese Koordination gerade völlig. Bei Standards werden die Zuordnungen nicht eingehalten, bei Ballverlusten dauert es zu lange, bis sich die Mannschaft verschiebt um die Gefahr zu unterbinden. Im Angriff passen die Laufwege oft nicht. Man spricht immer von den "Mechanismen", die in einer Krise greifen. "Wenn man hinten drin steht, will der Ball eben nicht ins Tor." Oder auch: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß" (nicht wahr, Herr Fritz?). Alles schon tausendmal gehört und gesehen. Genaso wie Mannschaften, die eine solche Krise überwinden und plötzlich wieder befreit aufspielen. Die Frage ist, ob Werder es schafft, sich irgendwie selbst aus dem Dreck zu ziehen, bevor plötzlich die Bielefelds, Bochums und Cottbusse von hinten anklopfen.

Mein Live-Stream hat letztendlich bis zum Abpfiff durchgehalten. Eigentlich ist nach so einem Ergebnis der ganze Tag für mich gelaufen. Dummerweise hatte ich nach Spielende noch den ganzen Samstag vor mir. Fußball am Morgen ist einfach nicht mein Ding.