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Chelsea FC vs. FC Barcelona – Champions League Halbfinale

Wer denkt bei Chelsea gegen Barcelona nicht sofort an Övrebö und das Skandalspiel an der Stamford Bridge?

Seitdem hat sich Barcelona seinen Status als Europas Übermannschaft zementiert, während Chelsea zwar noch einmal Meister wurde, seitdem aber mit mittelgroßen Problemen zu kämpfen hat. Nicht nur, dass man den Anschluss an die beiden Teams aus Manchester verloren hat, nein, man ist derzeit auch in London nur die dritte Kraft hinter Arsenal und Tottenham.

Chelsea FC vor dem Spiel

Jetzt, wo die Saison in ihre entscheidende Phase tritt, steht Chelsea plötzlich gar nicht mehr so schlecht da. Man steht nach einem 5:1 Kantersieg gegen die Spurs im Finale des FA Cups und ist auch in Europa die einzige Mannschaft von der Insel, die den eigenen Ansprüchen nicht hinterherläuft. Selbst in der Liga ist wieder einiges möglich, da Arsenal es am Montag verpasste, auf 10 Punkte davonzuziehen und Chelsea mit einem Sieg im direkten Duell am Wochenende bis auf vier Punkte an Platz 3 herankommen kann – mit noch einem Spiel in der Hinterhand.

Um auf allen drei Hochzeiten erfolgreich zu tanzen braucht man jedoch eine richtige Serie. In der Liga darf man sich keine Ausrutscher mehr erlauben, sonst ist die Champions League Qualifikation futsch. Im Pokal ist die Aufgabe gegen den taumelnden FC Liverpool vom Papier her etwas einfacher, doch die Reds haben auch im Liga-Pokal schon überrascht. Der dickste Brocken steht jedoch mit dem FC Barcelona in der Champions League vor der Nase. Der Respekt dürfte auf Seiten der Katalanen jedoch ebenfalls groß sein, hat man sich doch in den letzten Jahren häufiger hitzige und äußerst Knappe Duelle geliefert. Vom Papier her ist Chelsea klarer Außenseiter, doch die Trendwende, die nach dem Abschied von André Villas-Boas vollzogen wurde, ist bemerkenswert. Während der Portugiese Chelsea in eine leichtfüßigere Zukunft führen wollte und mit seinem Ansatz arrivierte Spieler verprellte, ist sein Nachfolger Roberto Di Matteo erst einmal zum Erfolgsmodell vergangener Jahre zurückgekehrt. Der physische Fußball mit schnellem, direkten Passspiel in die Spitze, der Chelsea lange auszeichnete, kommt den alten Hasen Lampard, Drogba und Terry entgegen. Ob es langfristig eine kluge Entscheidung war, den Spielern klein beizugeben, statt den Trainer zu stärken, wird sich zeigen. Momentan wirkt Chelsea jedoch wie von einer Last befreit.

Das liegt auch an der Systemumstellung, die Di Matteo vorgenommen hat. Das 4-2-3-1 wirkt derzeit stabiler, als es Villas-Boas 4-3-3 jemals tat (obwohl Chelsea das 4-3-3 seit Mourinhos Zeit gewohnt war). Die Doppelsechs vor der Abwehr trägt viel zur Stabilität bei, doch auch allgemein verteidigt man enger, schiebt die zweite Viererkette dicht zusammen und verdichtet so das Zentrum, ein Aspekt, der gegen Barcelonas überladenes Mittelfeld nicht unerheblich ist. Nach vorne spielt man mit Tempo, langen Bällen und der Hoffnung, die physische Überlegenheit irgendwie in Tore ummünzen zu können, um das noch immer an den beteiligten Spielern nagende Ausscheiden vor drei Jahren vergessen zu machen.

FC Barcelona vor dem Spiel

Beim Wettrennen um die spanische Meisterschaft entscheiden kleine Details. Ein Unentschieden hier, eine Niederlage dort und schon ist man hoffnungslos abgeschlagen. Den zwischenzeitlichen 10-Punkte Rückstand auf Madrid einer angeblichen Sättigung an Titeln zuzuschreiben, halte ich für falsch, denn es übersieht, wie stark der Kontrahent seit drei Jahren spielt. Ohne die direkten Duelle wäre Barcelona seit 2009 nicht mehr Meister geworden. Eine Meisterschaft für Madrid wäre angesichts der Dominanz in der Liga einfach fällig. Dabei sind Barcelonas Statistiken auch in dieser Saison wieder beeindruckend. Nur zwei Niederlagen kassierte man in 52 Pflichtspielen. Von den letzten 15 Partien wurden 14 gewonnen, bei einem Unentschieden – dem 0:0 in Mailand.

Noch beeindruckender sind die Zahlen von Lionel Messi. Dachte man schon letzte Saison, dass nach oben hin eigentlich nichts mehr möglich ist, hat er diese Saison noch einmal alles getoppt, was im modernen Fußball auf individueller Ebene bislang erreicht wurde. 41 Tore in 32 Ligaspielen, 14 Tore in 9 Champions League-Spielen, dazu noch zwei Tore im Pokal, zwei bei der Club-WM, eins im UEFA-Supercup und drei im spanischen Supercup. Unterm Strich stehen 63 Tore in 52 Pflichtspielen und ich frage mich langsam, wo das noch hinführt in den nächsten Jahren. Trotz der großen mannschaftlichen Stärke und der Torgefährlichkeit des Mittelfelds (wo Xavi häufiger traf, als je zuvor) scheint man abhängiger von Messi geworden zu sein, was die Tore angeht. Die Chancenverwertung lässt mitunter zu wünschen übrig, was angesichts Messis Omnipotenz selten ins Gewicht fällt. Wenn jedoch eine Mannschaft die übliche Chancenflut unterbindet (wie Milan im Viertelfinale), ist Barcelona an einem weniger überragenden Tag des Argentiniers defensiv beizukommen.

Nicht zuletzt die zahlreichen Verletzungen tragen hierzu bei. Eigentlich ist es für den FC Barcelona eine Seuchensaison: Die Offensivspieler, die letzte Saison neben Messi agierten, plagen sich allesamt mit Verletzungen herum. David Villa ist seit Dezember raus und kämpf um seine EM-Chancen, Pedro hatte immer wieder körperliche Probleme und steckt auch deshalb in einem Formtief und Ibrahim Afellay kehrt gerade von einem Kreuzbandriss zurück, der ihn seit September lahmgelegt hatte. Auch in der Verteidigung traf es Barca schon häufiger, angefangen bei Carles Puyol, der die Saisonvorbereitung verpasste, über Gerard Piqué, dessen Serie an Muskelfaserrissen gut zu Werder Bremen passen würde, bis hin zu Eric Abidal, der sich kürzlich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Auf dem Papier ist Barcelona durch die Verpflichtungen von Cesc Fabregas und Alexis Sanchez zwar noch stärker geworden, doch die paar Promille, die über den Ausgang der Meisterschaft entscheiden, könnten vor allem aufgrund der Verletzungen am Ende fehlen.

Prognose

Es fällt schwer sich ein Weiterkommen Chelseas vorzustellen – oder vielmehr ein Ausscheiden Barcelonas. Dennoch würde ich Chelsea nicht als chancenlos ansehen. Zum einen tat sich Barcelona gegen den physischen Spielstil der Blues in den letzten Jahren meist schwer. Zum anderen wirkt Barcelona nicht mehr so unantastbar, wie im Kalenderjahr 2011. Man merkt dem Team an, dass es auf dem Zahnfleisch geht. Die zahlreichen Ausfälle und der Endspurt um die schon verloren geglaubte Meisterschaft haben ihre Spuren hinterlassen. Gegen Milan kam Barcelona zwar verdient weiter, hatte jedoch in beiden Spielen Probleme, sich Torchancen zu erspielen. Zwar muss Chelsea in beiden Spielen alles abrufen, was möglich ist, um überhaupt ein ernsthafter Gegner zu sein. Wenn das gelingt und man (ähnlich wie Milan) das Zentrum verbarrikadiert, haben sie eine realistische Chance. Aber auch dann wird man darauf angewiesen sein, dass Barca nicht den besten Tag erwischt.

Eine der großen Stärken der Katalanen ist allerdings die taktische Flexibilität ihres Trainers. Pep Guardiola ist ein großartiger Analytiker, der die Stärken seiner Mannschaft genau einzuschätzen und anzuwenden weiß. Sollte Chelseas Defensive im Hinspiel zur unüberwindlichen Hürde werden, wird er im Rückspiel entsprechende Anpassungen vornehmen, siehe im Rückspiel gegen Milan, wo er mit der Aufstellung von Cuenca überraschte, der wenig am Spiel teilnahm, aber für die Breite im Spiel sorgte, die im Hinspiel gefehlt hatte. Die Optionen, die Guardiola in der Hinterhand hat, sind trotz der Ausfälle beneidenswert, zumal jeder dieser Squad Player eine neue Facette mit ins Spiel bringt, sei es Keita, Tello, Adriano, Cuenca oder Thiago Alcantara.

Ich erwarte in London ein enges Spiel, mit einem eher zurückhaltend agierenden Titelverteidiger und einem sehr kämpferischen FC Chelsea. Solange Barcelona ein Auswärtstor macht, wäre man auch bei einer knappen Niederlage weiterhin Favorit. Vorlegen muss Chelsea, wenn man ernsthafte Chancen im Rückspiel haben will. Eine interessante Konstellation, die vermutlich nicht zu einem Fußballfest, aber zu einem spannenden taktischen Duell führen dürfte.

Arsenal FC – FC Barcelona (Review)

Das Spiel hielt, was es versprochen hatte. Abgesehen von einem kleinen Durchhänger zwischen der 50. und 70. Minute war es ein schnelles, technisch überragendes und darüber hinaus auch spannendes Fußballspiel. Barcelona war wie erwartet die überlegene Mannschaft, beanspruchte Ballbesitz und Raum im Mittelfeld für sich. Arsenal schien gut auf das Spiel der Katalanen vorbereitet, ging in der ersten Halbzeit aber für meinen Geschmack etwas zu viel Risiko ein mit der sehr hoch stehenden Kette. Die Abstimmung zwischen den vier Abwehrspielern stimmte nicht immer und Barcelona hätte dies mehr als einmal ausnutzen können.

Beim Tor durch David Villa steht Clichy ein Stück hinter den beiden Innenverteidigern und hebt so das Abseits auf. Villa kann nach Messis Pass frei auf Szczesny zulaufen und trifft zum 0:1. Barcelonas Vielseitigkeit im Angriff ist durch Villas Verpflichtung noch größer geworden. Messi kann im Zentrum nicht nur eine klassische Sturmspitze oder eine “falsche Neun” geben, sondern sich auch länger ins Mittelfeld zurückfallen lassen und einen Spielmacher geben. So kann Barcelona nach Belieben zwischen 4-3-3 und 4-4-2 mit Raute wechseln und die Kontrolle in der Mitte des Spielfelds behalten. Vor dem Führungstor holte sich Messi den Ball fast auf Höhe der Mittellinie, behauptet ihn gut gegen den gelb verwarnten Song und steckt dann im richtigen Moment durch. Diese Vielseitigkeit macht es fast unmöglich, Messi über ein ganzes Spiel lang auszuschalten.

Gleiches gilt ebenso für seine Mannschaft. Wengers Mut zum Risiko wurde letztlich trotzdem belohnt, weil Barcelona gegen Ende des Spiels müde wirkte und sich damit begnügte, die Führung zu verwalten. Die Wechsel Keita für Villa auf der einen und Arshavin für Song auf der anderen Seite waren sinnbildlich für die Ausrichtung in der Schlussphase des Spiels. Das 1:1 kam durch die Genialität Robin van Persies und einen Stellungsfehler Viktor Valdes zustande. Beim 2:1 zeigte Arsenal dann seine ganze Klasse und gab ein Musterbeispiel dafür ab, wie man Barcelona mit schnellem Passspiel beikommen kann. Für mich einer der schönsten Angriffe der gesamten Saison.

Das 2:1

Normalerweise sind Barcelonas Gegner vom ständigen Hinterherlaufen so kaputt, dass sie nicht schnell und präzise genug umschalten können, wenn sie den Ball endlich mal erobern. Arsenal zeigte beim Siegtor auf, wo die Lücken zu finden sind, die Barcelona durch das aggressive Pressing hinterlässt. Bendtner wird von drei Barca-Spielern attackiert, doch kann den Ball quer zum überragenden Wilshere passen. Der spielt direkt den vertikalen Ball zu Fabregas. Dieser Pass ist entscheidend für den gesamten Angriff, weil Fabregas so hinter Barcelonas Mittelfeld kommt und mit seiner tollen Technik den Ball direkt verarbeiten kann. Sechs gegnerische Spieler befinden sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Ball und Fabregas hat freie Bahn für seinen Steilpass auf Nasri. Den wenigsten Mannschaften gelingt es, sich a) aus Barcelonas Pressing so zu befreien und b) den daraus entstehenden Raum so schnell und präzise zu nutzen. Im Strafraum macht Nasri dann alles richtig, sucht nicht den schnellen Abschluss aus schlechter Position sondern wartet auf den Spieler im Rückraum. Van Persie zieht Abidal vom Elfmeterpunkt weg und Arshavin zeigt eine starke Schusstechnik bei seinem direkten Abschluss.

Ich glaube immer noch nicht daran, dass Arsenal im Camp Nou bestehen kann. Barcelona wird durch die Niederlage ähnlich angestachelt sein, wie vor einem Jahr nach dem 2:2 in London. Wengers Team hat jedoch gezeigt, dass es gereift ist, sich vor einem übermächtigen Gegner nicht versteckt und seine Chancen nutzen kann. Für sich genommen ist das Spiel ein großer Erfolg für Arsenal. Ich bin sehr gespannt, ob man das Rückspiel mit ähnlicher Taktik angehen wird oder lieber etwas tiefer steht und auf Konter hofft. Piqué wird Barcelona im Abwehrzentrum fehlen und auch Puyols Rückkehr ist noch nicht sicher. All dies legt nahe, dass Barcelona eine noch bessere Leistung benötigen wird, als beim 4:1 in der Vorsaison. Diese Leistung traue ich ihnen trotz oder auch gerade wegen der Niederlage im Hinspiel zu.

Vollständige Highlights des Spiels

Arsenal FC – FC Barcelona (Preview)

Da Werder sich früh aus dem Wettbewerb verabschiedet hat und ich hier im Blog nicht völlig auf europäischen Fußball verzichten möchte, streue ich von Zeit zu Zeit einen Eintrag zur Champions League oder Europa League ein. Den Anfang macht das Duell zwischen Arsenal und Barcelona.

Personal

Arsenal muss in dieser Saison (wie eigentlich immer) mit einigen langfristigen Ausfällen zurecht kommen. Abwehrchef Vermaelen hat die gesamte bisherige Saison verpasst, wurde zuletzt aber von Djourou hervorragend ersetzt. Diaby wird das Hinspiel verletzt ebenso verpassen, wie der gesperrte Sagna. Ansonsten gibt es viele positive Nachrichten aus London: Nasri ist nach seiner Verletzung rechtzeitig wieder fit geworden und wird wohl spielen, Arshavin findet langsam zurück in die Spur und Spieler wie Walcott, Van Persie, Song und Wilshere spielen seit Wochen in Bestform. Keine Selbstverständlichkeit bei Arsenal.

Bei Barcelona fehlt Kapitän Puyol verletzungsbedingt. Für ihn wird wohl Abidal in die Innenverteidigung rücken und Maxwell die vakante Position links in der Viererkette einnehmen. Ansonsten sind alle Spieler aus Barcas erster Elf an Bord. Umstellungen würden mich sehr überraschen, denn Barcelona wirkt in dieser Saison so sehr aus einem Guss, wie ich es selten bei einer Fußballmannschaft gesehen habe. Die fehlende Kadertiefe lässt es zudem nicht auf vielen Positionen, Spieler eins zu eins zu ersetzen.

Taktik

Beide Teams spielen ähnliche Systeme, wobei Barcelona gegenüber Arsenals 4-2-3-1 ein etwas offensiveres 4-1-2-3 bevorzugt.

Erwartete Aufstellung

Erwartete Aufstellung

Im Mittelfeld ergeben sich dadurch klare Zuteilungen: Arsenals 6er Song und Wilshere bekommen es mit Barcas Spielgestaltern Xavi und Iniesta zu tun und Sergio Busquets kümmert sich um Arsenals 10er Fabregas. Interessant werden vor allem die Duelle auf den Außen. Letztes Jahr hat Walcott Maxwell ziemlich alt aussehen lassen und war entscheidend für das – für Arsenal sehr glückliche – 2:2 im Hinspiel. Auf der anderen Seite hat Dani Alves einen derart großen Offensivdrang, dass sein Gegenspieler viel Defensivarbeit zu verrichten hat. Wenger dürfte froh sein, dass er Nasri wieder dort einsetzen kann und nicht auf den genialen, aber mitunter faulen Arshavin setzen muss. Andererseits könnte dieser vielleicht die Lücken in Barcas Defensive ausnutzen, die Alves Vorstöße hinterlassen.

Barcelonas Außenstürmer zieht es immer wieder in die Mitte. Besonders Villa sorgt so über die linke Seite für große Torgefahr, doch auch Pedro hat inzwischen eine imposante Trefferquote. Die beiden werden versuchen die gegnerische Viererkette weit ins Zentrum zu pressen und so Platz für die eigenen Außenverteidiger zu schaffen. Hierdurch könnte man auch Arsenals Außenverteidigern ein wenig den Offensivdrang nehmen.

Im Sturmzentrum bevorzugen beide Trainer (inzwischen) spielstarke Angreifer. Vor einem Jahr standen dort mit Bendtner und Ibrahimovic zwei Brecher, heute sind es mit Messi und Van Persie zwei Spieler, die die ganze feine Klinge schwingen. Beide spielen häufige eine „falsche Neun“, lassen sich also weit ins Mittelfeld zurückfallen, um die Innenverteidiger aus der Kette zu ziehen und Platz für ihre Mitspieler zu schaffen. Dennoch sind beide extrem torgefährlich: Van Persie kommt in den letzten zwölf Spielen auf zwölf Treffer und Messi spielt in dieser Hinsicht in einer ganz eigenen Liga (58 Tore in den letzten 55 Ligaspielen, 23 Tore in den letzten 29 CL-Spielen).

Aktuelle Form

Seit dem Sieg gegen Chelsea Ende letzten Jahres hat Arsenal eine tolle Siegesserie hingelegt. Nur der Ausrutscher beim epischen 4:4 in Newcastle trübt die Bilanz ein wenig. Dabei hat Arsenal nicht immer herausragend gespielt, aber war in den entscheidenden Momenten da und hat sich auch knappe Siege erarbeitet. Defensiv wirken die Gunners noch immer anfällig, auch wenn sie inzwischen weit weniger Gegentore kassieren.

Barcelona hat mit 16 Siegen in Folge einen neuen Rekord in der spanischen Liga aufgestellt, bevor man am Wochenende nur ein 1:1 bei Sporting Gijón holte. Barca dominiert die Primera Divison nach Belieben. Die Überlegenheit ist so groß, dass sich die Frage stellt, ob Barcelona wirklich so gut ist oder der Rest der Liga so schlecht. Vor dem Unentschieden am Samstag gewann Barca zehn mal in Folge mit drei oder mehr Toren Vorsprung, darunter auch das 5:0 gegen Real Madrid. Stellt das Duell mit einer Spitzenmannschaft der Premier League eine größere Herausforderung dar?

Prognose

Die Champions League ist nicht mit der heimischen Liga zu vergleichen. Die meisten spanischen Mannschaften haben einen deutlich anderen Stil als die englischen. Die Frage ist, wer sich besser auf den Stil des anderen einstellen kann. Im letzten Jahr dominierte Barcelona das Spiel in London 60 Minuten lang nach Belieben, bis ihnen die Puste ausging und Arsenal sich zurück ins Spiel kämpfte. Der Schlüssel zu Barcelonas Erfolg liegt wieder darin, das eigene Spiel ohne Rücksicht durchzusetzen, Arsenal früh zu pressen und das Geschick in die eigenen Hände zu nehmen. Von allen britischen Mannschaften dürfte Arsenal vom Stil her Barca am meisten entgegen kommen.

Für Arsenal muss es darum gehen, das kämpferische Element in ihrem Spiel noch mehr zu betonen, die Angriffe schnell zu Ende zu spielen und effizient zu sein. Einen offenen Schlagabtausch können sie gegen Barcelona nicht gewinnen. Leider ist Arsenal nicht sonderlich gut darin, tief zu stehen und die Angriffe des Gegners auf sich zukommen zu lassen. Die Lösung könnte partielles Pressing heißen, bei dem man etwas tiefer steht als gewöhnlich, aber Xavi und Iniesta im Mittelfeld bei der Ballannahme aggressiv unter Druck setzt. Gibt man den beiden Platz im Zentrum, muss man schon ein extrem feines Abwehrnetz spinnen können, um eine Chance zu haben. Die offensive Klasse Arsenals reicht allemal aus, um Barcas Abwehr in Bedrängnis zu bringen.

Ich glaube, dass das Duell ähnlich klar an Barcelona gehen wird, wie im letzten Jahr. Im Hinspiel vor den eigenen Fans traue ich Arsenal ein Unentschieden, vielleicht sogar einen knappen Sieg zu. Im Camp Nou wird man jedoch die Grenzen aufgezeigt bekommen. Alles andere als ein deutlicher Barca-Sieg würde mich dort sehr überraschen.

Tip:  Arsenal – Barcelona 1:1, Barcelona – Arsenal 3:0

Party like it’s 2004

Champions League Qualifikation, Hinspiel: Werder Bremen – UC Sampdoria 3:1

So darf eine Saison gerne losgehen. Dem zwar einigermaßen souveränen, aber wenig überzeugenden Auftritt gegen Ahlen folgte gegen Sampdoria eine Leistung, die man in dieser frühen Phase der Saison noch nicht erwarten konnte. Werders Spielweise gestern erinnerte an die Spielweise der Ära-Micoud, wenn dieser mal nicht dabei sein konnte. Die Verantwortung war auf viele Spieler verteilt und besonders das Mittelfeld wirkte sehr ausgewogen. Keine Spur mehr von fehlender Balance zwischen Offensive und Defensive. So konnte man gegen einen erwartet starken Gegner das Spiel über weite Strecken kontrollieren, ohne jedoch eine Vielzahl hochkarätiger Chancen herauszuspielen.

Bis zur Halbzeit war es ein engagierter und geduldiger Auftritt, mit gelegentlichen Wacklern in der Viererkette. Prödl und Pasanen je einmal mit einem Katastrophenpass im Aufbau und ein kollektiver Tiefschlaf bei einer schlauen Freist0ßfinte durch Palombo, doch ansonsten sah Werder auch gegen die gut strukturierten Gegenstöße Sampdorias meistens gut aus. Das 0:0 war zu diesem Zeitpunkt trotzdem leistungsgerecht, weil Werder es versäumte, sich gute Abschlussmöglichkeiten zu erspielen. Durch die Mitte kam man nicht ans Ziel, weshalb es die Grün-Weißen häufig mit Fernschüssen und Flanken von außen probierte. Werders beste Chance in Halbzeit 1, Almeidas Kopfball an die Latte, kam jedoch durch einen tollen Pass von Clemens Fritz in die Nahtstelle der Viererkette zustande. Ansonsten verteidigte Sampdoria sehr sicher und gut organisiert, weshalb solche Situationen die Ausnahme blieben.

In der zweiten Hälfte hatte Werder Glück, dass Sampdoria mit einem Fehler entgegen kam und Tissone den Ball für Fritz perfekt auflegte. Dessen Schuss mit links in den Winkel war phänomenal, den hätte auch Robben nicht besser hinbekommen. Nach dem Tor spielte Werder wie gewohnt weiter nach vorne und behielt zunächst auch die Spielkontrolle. Sampdoria versuchte in der Folge jedoch ebenfalls mehr nach vorne zu spielen und brachte mit Poli und Guberti zwei neue Spieler. Gefährlich wurde es meistens über Cassano, der ein gutes Spiel machte, aber mit zunehmender Spieldauer immer ungeduldiger und damit unkonzentrierter wurde. Fünf Minuten lang wirkte Werder verunsichert, was Pazzini mit seinem Pfostenschuss fast bestraft hätte. Danach kam wieder Sampdoria den Bremern entgegen und Werder nutzte die Situation eiskalt aus. Erst verwandelte Frings den Elfmeter nach Lucchinis Foul an Prödl und nur zwei Minuten später kombinierten sich Fritz, Pizarro und Almeida mit Doppelpässen durch Sampdorias dezimierte Hintermannschaft. Pizarro schloss den schönsten Angriff des Spiels mit einem abgefälschten Schuss ins kurze Eck ab.

Danach schien das Spiel gelaufen. Werder verwaltete geschickt und brachte mit Boenisch, Marin und Arnautovic drei Spieler, die noch nach ihrer Bestform suchen. Hätte Werder in dieser Phase noch etwas konsequenter den Abschluss gesucht, wäre das Ergebnis vielleicht noch höher ausgefallen. Wichtiger war es jedoch, hinten die Null zu halten. In der letzten Minute durfte Stankevicius aus dem Halbfeld flanken und Pazzini erzielte unbedrängt von Mertesacker per Kopf den Anschlusstreffer. Aus Werdersicht ein ärgerlicher und vermeidbarer Gegentreffer, auch wenn sich Sampdoria ein Tor verdient hatte. Pazzinis Kopfballstärke ist bekannt, aber von einem Spieler wie Mertesacker darf man in dieser Situation schon ein besseres Stellungsspiel erwarten. Das Ergebnis ist immer noch eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Dienstag in Genua, aber für Sampdoria braucht es nun kein Fußballwunder mehr, sondern “nur” ein 2:0. Sollte Werder die Leistung aus dem Hinspiel einigermaßen konservieren können, braucht man sich aber keine großen Sorgen zu machen. Vor eineinhalb Jahren hat man sich im UEFA-Cup gegen Udinese Calcio in eine fast identische Situation gebracht und musste im Rückspiel lange zittern. Eine ähnliche Zitterpartie bleibt uns diesmal hoffentlich erspart.

Werders Mittelfeld hat mich gestern auf allen vier Positionen überzeugt, während die Stürmer einen schweren Stand hatten, jedoch mit großer Einsatzfreude agierten. Die Viererkette zeigte hingegen einige Mängel. Hier war nur Fritz voll auf der Höhe und bestätigte seine starke Form. Prödl hat noch ein paar Probleme, zeigt jedoch seine guten Ansätze. Mit zunehmender Matchpraxis wird er hoffentlich auch die Nervosität ablegen können. Arnautovic und Marin werden es zunächst schwer haben in die erste Elf zu rücken, gerade wenn es beim 4-4-2 mit Raute bleibt. Allerdings liegt es auch an ihnen, dieses zu ändern. Mit Marin und Arnautovic in Topform bietet sich ein 4-2-3-1 geradezu an. Werder kann sich glücklich schätzen diese Spieler im Kader zu haben, denn gestern wurde auch deutlich, dass das Kombinationsspiel in dieser Formation sehr gut klappt, jedoch häufig die unerwartete, geniale Einzelaktion fehlt, um einen Angriff gegen einen gut organisierten Gegner zum Abschluss zu bringen. Das war auch ein Manko der Micoud-Ära, wenn der große Meister mal fehlte.

Was gestern ebenfalls deutlich wurde: Der große Unterschied zwischen Diego und Özil. Während Diego das Werderspiel beherrschte, das gesamte Spiel ab Zeitpunkt des Ballgewinns auf sich zog, war mit Özil die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt. Vor einem Jahr spielte Werder erst richtig überzeugend, als neben Özil auch Hunt und später Marin in Form waren und Verantwortung übernahmen. Zwar war auch Özil ein zentraler Spielgestalter, nur war das Spiel viel weniger auf ihn zugeschnitten. Hunt fehlt noch etwas das Timing für den entscheidenden Pass, aber ansonsten konnte er gestern fast nahtlos in Özils Rolle schlüpfen. Diegos Dominanz war Fluch und Segen zugleich für Werder.* Langfristig ist es für ein Mannschaft aber besser, nicht zu abhängig von einem Spieler zu sein. Bei allen Fähigkeiten, die Özil hat, war Werder mit ihm nie ein Ein-Mann-Team. Deshalb wundert es mich nicht, dass Werder nach seinem Weggang nicht in ein temporäres Leistungsloch fällt. Dennoch habe ich mit so einem starken Auftritt nicht gerechnet.

Unterm Strich steht deshalb ein sehr erfreuliches Ergebnis, das die Vorfreude auf die Bundesligasaison noch erhöht hat.

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* Für mich sind das allerdings auch die Gründe, warum Diego auf vielen seiner bisherigen Stationen Probleme hatte. Er braucht diese herausragende Stellung in der Mannschaft, um seine Leistung voll abzurufen. Özil scheint mir da aufgrund seiner hohen Spielintelligenz anpassungsfähiger. Deshalb traue ich ihm auch eine erfolgreichere internationale Karriere zu. Das aber nur am Rande.

Phantomschmerz

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man. In dieser Woche spüre ich das besonders: Es ist die erste Europacup-Runde seit Mai 2008, in der Werder nicht mitspielt. Gut, man kann nach dem Thriller gegen Valencia auch irgendwie ganz froh sein, dass die Nerven nun ein bisschen geschont werden. Werders Ligaspiele reichen schließlich aus, um den Puls konstant auf einem erhöhten Level zu halten. Der Ärger über die absurde Sperre gegen Torsten Frings kommt noch dazu. Eigentlich also kein Problem. Eigentlich.

Trotzdem ist da eine Leere. So ein Gefühl “da müssten wir dabei sein”, wenn es in die entscheidende Phase der europäischen Wettbewerbe geht. Die Champions League findet zu diesem Zeitpunkt immer ohne uns statt, aber in der Europa League, da sollten wir eigentlich noch mitspielen. Da gehören wir hin. Wolfsburg und der HSV sind ja schließlich auch noch drin und dazu gab es die Chance, ein Endspiel in Hamburg zu erreichen. Man sollte nicht mehr drüber nachdenken, es ist immer noch viel zu ärgerlich. So beschäftige ich mich stattdessen lieber mit den Spielen der anderen.

Bayern München – Manchester United 2:1

Ganz schön überraschend, was sich am Dienstag in München abspielte. Es dauerte nur 64 Sekunden, bis der Favorit in Führung ging. Ein Freistoß wurde von van Bommel abgefälscht und Rooney hatte in der Mitte alle Zeit der Welt, um den Ball zu verwerten, weil Demichelis wegrutschte. Bei vielen Bayernfans läuteten nun wohl die Alarmglocken und die Angst vor einem Debakel wie in Barcelona kam auf. Schon bald zeigte sich aber, dass diese Angst unbegründet war. Die Bayern investierten in der Folge mehr in das Spiel, wie man so schön sagt, während United seine Abgeklärtheit zur Schau stellte und nur sporadisch am Spiel teilnahm, dann aber sehr gefährlich wurde. Zur Pause hatte die knappe Führung bestand und sie war nicht unverdient, wenngleich die Leistung der Bayern nicht schlecht war. In der zweiten Hälfte legten die Bayern ein wenig zu und brachten Manchester immer wieder in Bedrängnis. Edwin van der Sar hielt seinen Kasten vorerst jedoch sauber, ohne wirklich geprüft zu werden, da Bayerns Torabschlüsse eher harmlos waren. Auf der anderen Seite fehlte Manchester die Präzision bei den Pässen in die Spitze auf Rooney. Auf den Außen bekamen Badstuber und Lahm ihre Gegenspieler Nani und Park immer besser in den Griff, so dass Alex Ferguson eine taktische Umstellung vornahm, um die Bälle besser zu halten. Der in den letzten Wochen sehr starke Berbatov und Routinier Giggs kamen ins Spiel. Dafür opferte Sir Alex mit Carrick einen zentralen Mittelfeldspieler und änderte das System von 4-5-1 auf 4-2-3-1. Genau in dieser Phase fiel der Ausgleichstreffer für die Bayern: Ein Freistoß von Ribery wurde von Rooney unhaltbar ins Tor abgefälscht. Glückliches Zustandekommen, aber insgesamt zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Nach dem Ausgleich bekam Manchester das Spiel wieder besser in den Griff und konnte den Ball länger vom eigenen Tor weghalten. Vidic köpfte an die Latte und man hatte nicht den Eindruck, die Bayern könnten noch etwas entgegensetzen. Van Gaal hatte ebenfalls offensiv gewechselt und mit Klose und Gomez zwei weitere Stürmer gebracht. Letzterer hatte die beste Chance für Bayern auf dem Fuß, schloss jedoch aus nicht idealer Position ab und van der Sar hielt den Ball. Als keiner mehr mit einem Tor rechnete, beging Evra einen Fehler, als er einen Ball im eigenen Strafraum unaufmerksam stoppte und den hinter ihm anrennenden Olic nicht bemerkte. Der nahm ihm den Ball vom Fuß, verlud van der Sar und sorgte in der letzten Sekunde des Spiels für den Siegtreffer.

Insgesamt geht das Ergebnis so in Ordnung. Manchester wirkte nicht so, als wollten sie dieses Spiel unbedingt gewinnen. Nach dem frühen Auswärtstor verwaltete man zu viel und schenkte vor allem auf den Außen zu viel her. Das Ergebnis lässt das Rückspiel völlig offen. Die Ausgangssituation hat sich durch das Olic-Tor allerdings verändert: Nun muss United in jedem Fall treffen und gewinnen, dürfte das Spiel im Old Trafford daher ganz anders angehen als in München. Für die Bayern ist der Sieg in jedem Fall ein Achtungserfolg. Ein kleines Ausrufezeichen, dem man nächste Woche gerne ein großes folgen lassen würde. Die Chancen dafür würde ich auf etwa 40% einstufen. Robben und Schweinsteiger sind dann wieder mit von der Partie, deren Fehlen im Hinspiel nicht wirklich auffiel, was hauptsächlich an der starken Leistung von Altintop und dem Formanstieg bei Pranjic und Müller lag. Lahm gefällt mir auf rechts inzwischen richtig gut, schlägt auch gefährliche Flanken, die meistens flach an den Fünfmeterraum kommen. Demichelis war der einzige Spieler, der deutlich abfiel. Man könnte fast sagen, Bayern hat trotz seines Mitwirkens gewonnen. Manchester wirkt vor allem auf den Außen anfällig, Evra ist nicht mehr in der Form der vergangenen Jahre und Neville wirkte gegen Ribery mehrfach überfordert (sein Handspiel führte auch zum Ausgleich). Sollte Rooney ausfallen, könnte es ein sehr unangenehmes Spiel für United werden. Andererseits müssen die Bayern noch zeigen, dass der Sieg mehr war, als ein kleiner Ausreißer nach oben.

Arsenal FC – FC Barcelona 2:2

Vor dem Spiel schwärmten die Freunde des gepflegten Fußballspiels vom Duell der Puristen unter den europäischen Topclubs. Nur eine Mannschaft präsentierte sich dann so, dass sie den hohen Ansprüchen gerecht wurde: Der FC Barcelona. Barca hatte von der ersten Minute an die Zügel in der Hand und setzte Arsenal derart unter Druck, dass man fast Mitleid bekommen musste. Arsenal kam nur selten in Ballbesitz und verlor diesen dann meist schon vor der Mittellinie wieder. Die Balleroberer um Keita und Busquets (man ist der gut!) leisteten fast perfekte Arbeit, rückten früh auf die Gegenspieler auf. Da auch Barcelonas Offensivkräfte jedem Ball hinterhergingen, wurden Arsenals Spieler stetig in der eigenen Hälfte gedoppelt und wussten nicht viel mit den Bällen anzufangen. Wenger war mit hohem Risiko in das Spiel gegangen, hatte die angeschlagenen Fabregas und Gallas in die Anfangsformation berufen. Besonders Fabregas, der aus Barcelonas Jugendabteilung kommt, merkte man die körperlichen Probleme noch deutlich an. Gallas hielt eine knappe Halbzeit lang durch, musste dann jedoch ausgewechselt werden, dazu kam eine weitere Verletzung bei Arshavin. Wenger stellte Mittelfeldspieler Song in die Innenverteidigung, wohl auch, weil er dem alternden Campbell nicht zumuten wollte, gegen die quirligen Messi und Pedro zu spielen und brachte dafür Denilson im Mittelfeld, während Arshavin durch den defensivstärkeren Eboué ersetzt wurde. Es war einer gehörigen Portion Glück und einer bärenstarken Leistung von Torhüter Almunia zu verdanken, dass es zu diesem Zeitpunkt noch 0:0 stand. Barcelona kontrollierte das Spiel nach Belieben und kam immer wieder gefährlich vor das Tor der Gunners. Messi, der immer wieder die Seiten tauschte, hauptsächlich aber in der Mitte hinter Ibrahimovic agierte, war eine ständige Gefahr, konnte von den defensiven Mittelfeldspielern Song und Diaby nur selten gestellt werden und war immer wieder im Raum zwischen Viererkette und Mittelfeld anspielbar. Xavi zog dahinter in bekannter Manier die Fäden. Das Fehlen von Iniesta machte sich kaum bemerkbar. Das größte Problem bereiteten den Gunners aus meiner Sicht die Außenverteidiger Alves und Maxwell, die so offensiv agierten, dass die Bezeichnung “Viererkette” ad absurdum geführt wurde, und die von Arshavin und Nasri nur wenig dabei gestört wurden. Häufig konnten sie 40 Meter mit dem Ball die Linie entlang laufen und wurden erst kurz vor dem Strafraum von Arsenals Außenverteidigern in Empfang genommen. Den Platz, der sich dadurch in Barcelonas Hintermannschaft bot, konnte Arsenal kaum nutzen. Dennoch gelang es Barcelona nicht, die Überlegenheit vor der Pause in Tore umzumünzen und es ging mit einem 0:0 in die Pause. Almunias Leistung in den ersten 45 Minuten war nach Aussage seines ehemaligen Konkurrenten Jens Lehmann “die beste Torwartleistung, die ich seit langer Zeit gesehen habe.”

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis sich dieses Urteil relativieren sollte. Ein langer Ball auf Ibrahimovic brachte diesen frei vors Tor, allerdings weit auf der rechten Seite. Anstatt bloß den Winkel zu verkürzen kam Almunia überhastet aus dem Tor gelaufen, zögerte dann kurz und wurde überlupft. Ein sehr einfaches Tor für Ibrahimovic, das in krassem Gegensatz zu den vielen herausgespielten Chancen der ersten Halbzeit steht. Vielleicht macht aber auch gerade das die Stärke Barcelonas in diesem Jahr aus: Eine größere Variabilität. Arsenal bekam daraufhin das Spiel besser in den Griff als über weite Strecken der ersten Hälfte, doch diese Phase war nur von kurzer Dauer. Barca nahm wieder Fahrt auf und drückte auf das 2:0. Trotz vieler schneller Passstaffetten und schneller Angriffszüge war es erneut ein hoher langer Ball, der zum Erfolg führte. Song, der kurz zuvor noch durch eine tolle Rettungsaktion aufgefallen war, darf sich diesen Gegentreffer ankreiden, wobei Almunia bei Ibrahimovics Schuss erneut keine wirklich gute Figur machte und zu früh abtauchte. Es ist jedoch fraglich, ob er an diesen Ball sonst herangekommen wäre. Durch das 0:2 schien nicht nur dieses Spiel, sondern auch das Viertelfinale entschieden. Arsène Wenger hatte jedoch noch einen Trumph im Ärmel, den er nun ausspielte. Er brachte den pfeilschnellen Walcott für Sagna, dessen Position von Eboué eingenommen wurde. Walcott agierte vor ihm auf der rechten Seite und stellte Maxwell endlich defensiv vor Probleme. Ihm blieb dann auch der Anschlusstreffer vorbehalten. Von Bendtner bedient schob er den Ball an Valdes vorbei. Auch in diesem Fall keine gute Aktion des Torhüters, denn der Ball war weder hart noch platziert geschossen. Nun entwickelte sich ein Schlagabtausch, den viele von vornherein erhofft hatten. Arsenal konnte sich immer wieder über die rechte Seite durchsetzen und phasenweise auch Barcas Passspiel im Mittelfeld unterbinden. Guardiola brachte Henry für Ibrahimovic und setzte fortan mehr auf Konter. In der 87. Minute kam es dann zu einer folgenschweren Situation für dieses Duell: Puyol foulte im Strafraum Fabregas, der erneut von Bendtner klasse bedient worden war. Elfmeter für Arsenal und Platzverweis für Kapitän Puyol, der damit ebenso wie sein Nebenmann Pique und sein Gegenstück Fabregas im Rückspiel fehlen wird. Fabregas verwandelte den Elfmeter, verletzte sich dabei jedoch erneut. Da das Wechselkontingent bereits aufgebraucht war, humpelte der Kapitän die letzten fünf Minuten über das Spielfeld. Am Ende war es Arsenal, das sogar noch auf das Siegtor drängte.

Dennoch ist das 2:2 ein glückliches Resultat für die Gunners und entspricht nicht dem Spielverlauf. Durch die starke kämpferische Leistung verdienten sie sich das Ergebnis zumindest ein Stück weit. Im Rückspiel wird auch spielerisch und vor allem taktisch eine bessere Leistung notwendig sein, wenn man eine Chance auf ein Weiterkommen haben möchte. Insgesamt war es ein sehr gutes Fußballspiel, sicher eines der besten dieser Saison, was die Kombination aus spielerischer Klasse, Tempo und Dramatik angeht. Arsenal gebe ich nur geringe Chancen für das Rückspiel. Es muss wohl ein Sieg im Camp Nou her und dazu müsste schon ein mittleres Fußballwunder passieren. Um die Abwesenheit Barcelonas Stamm-Innenverteidiger auszunutzen, muss erst einmal Barcas Dominanz am Ball ein Stück weit durchbrochen werden (oder eben über 90 Minuten konzentriert gegen die ballführenden Spieler gearbeitet werden, siehe Chelsea letztes Jahr, was aber überhaupt nicht Arsenals Ding ist). 65%-35% Ballbesitz, 533-265 erfolgreiche Pässe und 23-6 Torschüsse aus dem Hinspiel sprechen da eine eindeutige Sprache zu Ungunsten der Gunners. Ganz nebenbei sind die Ersatzleute Millito und Marquez ja auch keine Laufkundschaft. Ich schätze Arsenals Chancen auf ein Weiterkommen auf maximal 20%.

Europa League, 1/16-Finale: Der heimliche Spielmacher

Twente Enschede – Werder Bremen 1:0
Werder Bremen – Twente Enschede 4:1

Als Werderfan kann man heute wirklich zufrieden sein. Aus der schwierigen Ausgangsposition, mit zwei Toren Vorsprung gewinnen zu müssen, hat sich Werder souverän ins Achtelfinale geballert und  dabei über weite Strecken richtig guten Fußball gespielt. Wie schon im Hinspiel vor einer Woche gehörte die erste halbe Stunde des Spiels Werder. Wie im Hinspiel erzielte Enschede dann wie aus dem Nichts ein Tor. Anders als vor einer Woche hatte Werder zu diesem Zeitpunkt aber schon die eigenen Chancen genutzt und mit 3:0 in Führung gelegen. Am Ende kam ein 4:2 Gesamtergebnis heraus, das nach den gezeigten Leistungen über 180 Minuten so in Ordnung geht. Twente hatte insgesamt nur eine Halbzeit lang Oberwasser gegen Bremen, verpasste es dort jedoch, eine noch bessere Ausgangssituation für das Rückspiel herauszuholen.

Die hätte es gestern Abend gebraucht, um gegen eine sehr konzentrierte und kombinationsfreudige Bremer Mannschaft etwas zu holen. Der Knackpunkt für Enschede war sicherlich die vergebene Chance durch Parker, bei der Vander seine – von vielen im Stadion unbemerkte – beste Aktion hatte, und dem folgenden Tor durch Claudio Pizarro. Vander war sehr lange stehen geblieben, gab Parker dadurch nicht die einfache Option, ihn auszugucken und dann einzuschieben. Dass der Schuss  nur an den Außenpfosten ging war dann natürlich auch Glückssache. Dennoch eine (sehr, sehr seltene!) Situation, in der ich ganz froh war, nicht den mit Messer zwischen den Zähnen heranrauschenden Tim Wiese im Kasten zu haben. Im Gegenzug dann Abdennour mit seiner besten Szene, einem gewonnenen Tackling im Mittelfeld und Özils Pass auf Pizarro, der sein bereits zwölftes Tor im zehnten Europa League Spiel erzielte. Danach war die Messe gelesen, ein Aufbäumen Twentes fand nicht mehr statt, obwohl Werder nicht mehr voll konzentriert wirkte.

Bei Özils Auswechslung nur verhaltener Beifall, obwohl er eine gute Leistung gezeigt hatte und an allen Toren beteiligt war. Es läuft noch längst nicht alles rund bei ihm, aber die Formkurve zeigt seit dem Spiel gegen Leverkusen wieder nach oben. Möglicherweise einer der Gründe: Özil musste gestern nicht Spielmacher und Vollstrecker zugleich sein. Die Umstellung mit Almeida und Pizarro gemeinsam im Angriff – zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an – machte sich deutlich bemerkbar. Während Marin und Özil mehr die Außenbahnen beackerten, ließ sich Pizarro (wie auch schon in der zweiten Halbzeit gegen Hoffenheim) häufig  gute zehn Meter hinter Almeida fallen und beteiligte sich am Spielaufbau. Eigentlich keine Besonderheit, doch gestern hatte er mit Almeida noch einen wirklichen Stürmer vor sich, der a) auch hoch anspielbar war und b) die Bälle wiederum für Pizarro ablegen konnte – eine Aufgabe die Pizarro zuvor in Personalunion schlecht selbst bewerkstelligen konnte. Trotzdem kann man seine Leistung gar nicht hoch genug bewerten. Großartiges Spielverständnis, gutes Auge, technisch ohnehin klasse. Die Lücke zwischen den defensiv überzeugenden, aber im Aufbauspiel verbesserungswürdigen Frings und Niemeyer und den kleinen Wirblern füllte er blenden aus. Es war, als hätte Werder endlich das fehlende Puzzlestück gefunden. Dazu nutzte Pizarro diesmal auch seine Chancen.

Nach einem zwar konzentrierten, aber etwas zähen Start war es Torsten Frings Pass, der das 1:0 einleitete. In dieser Situation hatte er am schnellsten gedacht, war den Niederländern um einen Schritt voraus und Werder brauchte es über die Stationen Özil, Almeida und Pizarro “nur” noch sauber zuende spielen. Almeidas punktgenaue Hereingabe ist dabei sicherlich ebenfalls hervorzuheben. Danach spielte sich Werder in einen Rausch und die Gäste fanden eine Viertelstunde lang keinen Weg, dem etwas entgegenzusetzen. Werder belohnte sich mit zwei weiteren Toren. Pizarro und Naldo behielten vor ihren jeweiligen Treffern die Nerven und schlossen überlegt ab. Gibt es einen anderen Innenverteidiger in Europa, der auf so viele unterschiedliche Weisen torgefährlich ist, wie Naldo? Kopfbälle, Freistöße und nun im Stile eines abgezockten Klassestürmers den Torwart verladen. Dazu in der Defensive oft im richtigen Moment aus der Viererkette gelöst und dadurch das Angriffsspiel unterbunden. Gerne hätte ich das bei seinem Nebenmann Mertesacker in den beiden Spielen zuvor gegen Janssen und Kroos auch gesehen! Mertesacker war auch gestern für mich neben dem übermotivierten Abdennour der einzige, mit dessen Leistung ich nicht ganz einverstanden war. Er war mit einer Grippe ins Spiel gegangen, was einerseits eine gute Entschuldigung, andererseits natürlich auch ziemlich leichtsinnig ist. Eine wirklich schlechte Leistung war es allerdings auch von ihm nicht. In der Spieleröffnung konnte er Pluspunkte sammeln. Mit Stürmer de Jong hatte er jedoch einige Probleme, weil dieser mit viel Körper- und Armeinsatz in die Luftzweikämpfe ging und sich so erstaunlich gut behaupten konnte.

Es war sicherlich noch nicht alles Gold, was da gestern im Weserstadion schon wieder sehr ansehnlich glänzte, aber es war eindeutig die beste Mannschaftsleistung des Jahres und ein Fingerzeig, wozu diese Mannschaft in der Saison noch fähig sein könnte. Das Comeback von Bargfrede macht zusätzlich Hoffnung. Thomas Schaaf steht nun jedoch vor dem Problem, über drei sehr gute offensive Mittelfeldspieler zu verfügen, die wunderbar harmonieren, nicht jedoch mit dem Zweiersturm Pizarro/Almeida zusammen aufgestellt werden können. Wäre Frings doch nur vier Jahre jünger! So dürfte es in den nächsten Spielen, in denen es nicht von der ersten Minute an einen Rückstand aufzuholen gilt, wieder auf die bekannte Formation hinauslaufen, mit Almeida als Backup für die Sturm- und Drangphase in den letzten dreißig Minuten. Alternativ könnte man natürlich auch einen der drei zuvor genannten auf der Bank lassen, am ehesten wohl Marin, der dann in der Schlussphase dem erschöpften Gegner Knoten in die Beine dribbelt. Nun geht es mit nur einem Tag Pause zum Auswärtsspiel nach Mainz. Eine ohnehin schwierige Aufgabe, bei der Werders Fitness und/oder Reservebank auf eine harte Probe gestellt werden.

Ein paar Randnotizen aus dem Stadion: Viertes Heimspiel in der Europa League, zum vierten Mal live vor Ort, vierter Sieg. Die Sicht vom VIP-Rang ist phänomenal, die Stimmung nicht so ganz. Genörgel über Özil allerorten und nur wenig Interesse fürs oder gar Verständnis vom Spiel. Ein wenig deplatziert fühle ich mich dort schon, auch wenn es vor dem Fernseher mit einer Tüte Chips TrailMix kaum weniger spießig ist. Dafür immer wieder Begegnungen mit altgedienten Werderspielern (diesmal Mirko Votava). Vor dem Stadion wäre ich dann fast noch von Aaron Hunt über den Haufen gerannt worden, der es wohl sehr eilig hatte, zu seinem Auto zu kommen. Gut so, Aaron, diesen Einsatz will ich von dir in den nächsten vier Jahren bei Werder weiterhin sehen!

UEFA-Cup Halbfinale, Hinspiel: Mach’s noch einmal, Tim

Werder Bremen – Hamburger SV 0:1

Nach dem Spiel sprach Torsten Frings von diesem einen Fehler, den Werder gemacht und den der HSV bestraft habe. Ich fragte mich in dem Moment, ob der Lutscher vom selben Spiel sprach, das ich gerade am Bildschirm verfolgt hatte. Denn egal wie man das Spiel bewertet, eine nahezu fehlerfreie Leistung kann man Werder nun wirklich nicht bescheinigen.

Ich sah ein Spiel, in dem Werder 45 Minuten lang große Probleme hatte, gegen einen konzentriert agierenden Gegner auch nur in die Nähe dessen Tors zu kommen. Im Aufbauspiel machte die Elf von der Weser zu viele Fehler und kam bei den wichtigen Zweikämpfen meist einen Tick zu spät (Frings!). Man hatte es dem erneut starken Tim Wiese zu verdanken, dass es zur Pause bei einem Gegentor geblieben war. Die Führung war für den HSV zur Halbzeit denn auch eindeutig verdient.

Das Tor von Piotr Trochowski war kurios, weil der nur 169 cm kleine Mittelfeldspieler nicht unbedingt als Kopfballungeheuer gilt. Clemens Fritz hatte durch einen Stellungsfehler den Kopfball überhaupt nur ermöglicht. Doch in der Entstehung war es ein wirklich gut herausgespielter Treffer. Pitroipa verzögert gut und nimmt Demel mit, der dann – Stellungsfehler hin oder her – eine ganz starke Flanke schlägt. So sieht gutes Flügelspiel aus.

In der zweiten Hälfte zeigte die Mannschaft dann fast alles, was sie in dieser Saison in den Pokalwettbewerben so weit gebracht hat – bis auf den Torabschluss. Das Spiel, das in der ersten Halbzeit insgesamt schon überdurchschnittlich war, wurde nun noch besser und packender. Ich kann die negativen Bewertungen seitens des Kommentators und einiger meiner Mitgucker nicht verstehen. Spiele dieser Intensität und Geschwindigkeit gibt es in der Bundesliga vielleicht fünf pro Saison. Eines Halbfinales war das absolut würdig. Eines Halbfinales ganz und gar nicht würdig war Premieres Bildregie. Ich weiß nicht welcher betrunkene Aushilfspraktikant dort hinter den Reglern saß, doch mein vierjähriger Neffe hätte vermutlich keinen schlechteren Job gemacht.

Werder schaffte es mit zunehmender Spieldauer immer besser, die taktisch gut arbeitenden Hamburger hinten rein zu drängen und sich eigene Chancen zu erspielen. Der HSV blieb bei Kontern gefährlich. Vom Spielverlauf her hätten gut und gerne 3-4 Tore mehr fallen können. Man konnte allerdings auch sehen, dass bei der hohen Geschwindigkeit beide Mannschaften ihre Angriffe nicht mit der notwendigen Präzision abschließen konnten. Die Hamburger ließen einige sehr vielversprechende Konterchancen liegen, während Werder der Ausgleich einfach nicht gelingen wollte. So war der Hamburger Sieg am Ende zwar glücklich, aber dennoch nicht ganz unverdient.

Der Knackpunkt lag bei Werder meiner Meinung nach im defensiven Mittelfeld. Was im Hinspiel mit Baumann-Frings noch so super geklappt hatte, funktionierte gestern Abend mit Frings-Tziolis zumindest in der ersten Hälfte überhaupt nicht. Sollte Frings in Zukunft nicht mehr im zentralen Mittelfeld der Nationalmannschaft eingesetzt werden, kann er sich die Aufzeichnung dieses Spiels noch einmal anschauen, um zu verstehen warum. Er lief sich zwar einen Wolf, hatte aber die Antizipation eines Altherrenspielers. Eigentlich komisch, denn er hatte doch letzte Woche erst gezeigt, dass er noch zu großen Taten fähig ist. An Tziolis gefällt mir, dass er sich nicht verunsichern lässt, egal wie wenig ihm am Ball auch gelingt. Die Leistung gestern reichte jedoch nicht aus, um seine Aufstellung zu rechtfertigen.

Die vermeintlich offensivere Variante ging also nach hinten los, was zur Folge hatte, das Diego das Spiel deutlich tiefer gestalten musste, als es ihm (und mir) Recht sein konnte. Diegos Leistung würde ich als gut bewerten, doch in der ersten Halbzeit trug seine Arbeit kaum Früchte. Erst in der zweiten Hälfte, als Diego im offensiven Mittelfeld mehr Unterstützung vom nun immer stärker auftrumpfenden Mesut Özil bekam, erspielte sich Werder langsam ein Übergewicht. Eine Mischung aus Pech und Unvermögen im Abschluss verhinderte den Ausgleich, der Werder eine etwas erträglichere Ausgangssituation fürs Rückspiel beschert hätte.

Dennoch ist die Situation keineswegs aussichtslos. Die Vorzeichen sind klar: Werder braucht einen Sieg. Wenn Werder in Hamburg ähnlich konzentriert aufspielt wie vor einer Woche, könnte die niedrige Anzahl an Toren im Heimspiel – "Europapokalarithmetik" sei dank – zu einem Vorteil werden. Es wird Zeit für den ersten Auswärtssieg im UEFA-Cup. Bis dahin haben wir jedoch erstmal die Pappnase auf. Damit muss man leben. In der Vorbereitung auf das Spiel kann es sogar hilfreich sein.

Noch ein Wort zum Unparteiischen: Howard Webb war trotz einiger weniger umstrittener Entscheidungen ein guter Schiedsrichter. In der Bewertung des Handspiels in der Schlussphase kann man sicher anderer Meinung sein und Demel hatte großes Glück, dass Webb seinen Sprung mit Bein und Ellenbogen voraus nicht sah. Webb hätte vermutlich auch dann nicht mehr als Gelb gezeigt, doch die Aktion war dicht am Platzverweis. Insgesamt kann ich die deutsche Begeisterung für englische Schiris aber nicht so ganz nachvollziehen (die meisten Engländer wohl auch nicht), doch das ist ein Thema für sich, auf das ich zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht noch näher eingehen werde.

Gino Basteri’s Live Blog: FC Barcelona – Chelsea FC

Heute Abend bloggt Gino live vom Champions League Halbfinalhinspiel Barcelona – Chelsea. Anpfiff ist um 20:45, Gino wird ab ca. 20 Uhr für euch da sein. Mit #Ginolive darf gern wieder von Twitter dazwischengefunkt werden.