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13. Spieltag: Richtige Schlüsse

Werder Bremen – SC Paderborn 4:0 (1:0)

Genau das hat es nach den letzten Wochen gebraucht: Einen deutlichen Werdersieg – es war der höchste seit 25 Monaten – und ein aufmunterndes Zeichen, dass der Nachwuchs auf Bundesliganiveau mithalten kann.

Gute Reaktionen

Nach der Niederlage im Nordderby musste Viktor Skripnik gleich in mehrfacher Hinsicht umstellen. Von vielen wurde insbesondere die defensive Ausrichtung kritisiert. Gegen das Überraschungsteam aus Paderborn wählte Skripnik wie zu erwarten eine offensivere Gangart, kehrte (auch defensiv) zur Raute im Mittelfeld zurück und ließ sein Team schon in der gegnerischen Hälfte ins Pressing gehen. Personell gab es durch die Sperren von Fritz und Garcia zwei offene Planstellen. Skripnik griff nicht zu den etablierten Lösungen Makiadi und Caldirola, sondern setzte auf den Nachwuchs. Janek Sternberg kam zu einem etwas überraschenden Bundesligadebüt und Levent Aycicek durfte als Zehner hinter den Spitzen zum ersten Mal von Beginn an ran. Zusätzlich musste die Frage beantwortet werden, wie der Angriff nach dem schwachen Auftritt in Hamburg aussehen sollte. Skripnik wählte auch hier den jugendlichen Weg, ließ Selke für den enttäuschenden Petersen ran. Hajrovic erhielt eine Bewährungschance, während Elia den Platz im Kader räumen musste.

Der Mut machte sich schnell bezahlt. Gegen Breitenreiters 4-1-4-1 zeigte sich Werders Pressing sehr effektiv. Zum einen wurde Paderborn aus dem Zentrum ferngehalten. Die Ostwestfalen stellten sich zwar keineswegs nur hinten rein, bekamen den Ball aber trotzdem nur selten in gefährliche Zonen im offensiven Mittelfeld. Zum anderen eroberte Werder viel mehr Bälle um die Mittellinie herum und hatte einen kürzeren Weg zum Tor. Das Team spielte defensiv wie offensiv sehr kompakt und aggressiv. Die Räume zwischen den Mannschaftsteilen wurden gering gehalten, sodass bei Balleroberungen meist zwei bis drei Anspielstationen zur Verfügung standen. Dies machte sich in einem verbesserten Passspiel bemerkbar, das durch die offensive Besetzung des Mittelfelds mit Junuzovic, Aycicek und Bartels begünstigt wurde. Insbesondere Aycicek konnte viele seiner Vorschusslorbeeren rechtfertigen. Er ist (noch?) kein dominanter Lenker im Mittelfeld, sondern ein intelligenter und technisch beschlagener Offensivspieler, der mit seiner Handlungsschnelligkeit für plötzliche Rhythmuswechsel sorgen kann. Allein dadurch ist er für Werders Offensive schon ein riesiger Gewinn.

Zlatko Juninhovic und ein Fragezeichen

Bei aller Freude über die spielerischen Verbesserungen waren es zunächst wieder einmal die Standardsituationen, mit denen Werder das Spiel vorentschied. Junuzovics grandioses Freistoßtor hätte sich auch gut in Juninhos Gallerie einreihen können. Später bereitete er mit einer Freistoßflanke auch das 2:0 durch Selke vor. Nachdem seine Standards häufiger kritisiert wurden, muss man spätestens jetzt festhalten, dass sie für Werder in dieser Saison eine der wichtigsten Waffen in der Offensive sind. Auch aus dem Spiel heraus hatte Junuzovic viele gute Aktionen. Gerade er profitiert meiner Meinung nach davon, von der “Last” der Zehnerposition befreit zu sein (auch wenn er diese im Sommer einforderte), weil er seine Stärken so besser ins Spiel einbringen kann. Den Vergleich mit Lisztes habe ich schon einmal verwendet und ich finde ihn nach wie vor sehr passend (ohne Aycicek mit Micoud oder Werders heutige Situation mit der damaligen vergleichen zu wollen).

Abgesehen von der Viertelstunde vor der Halbzeitpause hatte Werder das Spiel weitgehend im Griff. Wenn man Werder einen Vorwurf machen konnte, dann den, dass man zur Pause nur mit einem Tor Vorsprung führte. Genügend Torchancen waren vorhanden (auch aus dem Spiel heraus), doch im Torabschluss war man nicht zwingend genug. Beides lag zu einem nicht unerheblichen Teil an Davie Selke. Selke machte sein bislang wohl bestes Bundesligaspiel, bewegte sich viel, war dadurch häufig anspielbar und hatte auch individuell am Ball gute Szenen. Auch wenn er die Lücke, die Di Santos Ausfall hinterlässt, schon aufgrund seiner vergleichsweise schwächeren Technik nicht auffüllen kann, war er doch wesentlich näher dran, als zuletzt Petersen. Mit seinem unermüdlichen Einsatz kann Selke die eine oder andere Schwäche wettmachen, doch um den nächsten Entwicklungsschritt zu vollziehen, muss er unbedingt seine Schusstechnik verbessern. Der Torriecher ist hingegen vorhanden, wie der Abstauber zum 2:0 unter Beweis stellte. Es hätte jedoch keiner weitaus besseren Leistung bedurft, um in diesem Spiel zwei oder sogar drei Tore zu erzielen – ein besserer Torabschluss hätte ausgereicht. Dann hätte er sich eventuell auch die Eigensinnigkeit in der 67. Minute sparen können, die ein ziemlich sicheres Tor verhinderte. So bleibt trotz der Verbesserung ein Fragezeichen.

Parderboring statt Partyborn?

Zur Einordnung der Bremer Leistung muss auch der Gegner betrachtet werden. Paderborn hat nicht ohne Grund an den ersten zwölf Spieltagen die Bundesliga aufgemischt und zeigte auch gegen Werder in Ansätzen, wie man hätte gefährlich werden können. Hätte – weil es erst beim Stand von 0:3 aus Paderborner Sicht passierte. Es ist bekannt, dass Paderborn erst in den zweiten 45 Minuten offensiv richtig gefährlich wird. Der Doppelschlag kurz nach der Pause war insofern noch wertvoller, als es zwei Tore in einem Fußballspiel ohnehin sind. Die verbesserte Offensive der Gäste führte nie dazu, dass Werder ins Wanken geriet. Auf der anderen Seite bekam Paderborn keinen Rückenwind, wie es bei einem ähnlichen Spielverlauf ab der 60. Minute bei einem Unentschieden oder einer knappen Werderführung der Fall gewesen wäre. Man kann somit einerseits den Bremern Matchglück attestieren, auf der anderen Seite den Spielverlauf aber auch als immanentes Risiko der Paderborner Strategie bezeichnen. Wer eine Halbzeit lang so ungefährlich auftritt, wird damit nicht durchgängig punkten.

Für Werder kam in diesem Spiel einiges zusammen: Eine mutige, offensive Aufstellung und Ausrichtung, ein durchgängig konzentriertes, gut eingestelltes Spiel gegen den Ball, verbesserte Abläufe im Passspiel, die bekannte Stärke nach eigenen Standardsituationen und eben das schon erwähnte Matchglück. So bleibt unterm Strich ein 4:0-Sieg, der auch in der Höhe in Ordnung geht. Noch wichtiger als das Ergebnis ist allerdings die Erkenntnis, dass Werder mit einer mutigen Ausrichtung und einigen Nachwuchsleuten in der Startelf in der Bundesliga mithalten kann. Zum ersten Mal spielte Werder in der Bundesliga so, wie man es von Skripniks Teams bislang kannte, und lief damit nicht etwa ins offene Messer. Deshalb greift auch die Einschränkung “war ja nur gegen Paderborn” ins Leere. Gerade gegen ein solches Team, noch dazu in einem Heimspiel, kann man so mutig aufstellen und spielen lassen. Denn so stark Paderborn taktisch und kämpferisch auch bislang auftrat: Individuell gehören sie ganz sicher zum unteren Drittel der Liga. Das Risiko für einen Spieler wie Janek Sternberg ist somit überschaubar – anders als wenn er beispielsweise gegen Arjen Robben direkt im ersten Spiel drei Gegentore verantworten müsste.

Gegen andere Gegner wird Skripnik wieder Abstriche machen müssen im spielerischen Bereich, eventuell schon in Frankfurt, wo der fürs Aufbauspiel wichtige Galvez fehlen wird. Die Raute dürfte dann wieder eine Spur defensiver besetzt sein, eventuell mit Fritz für Bartels, der für den erneut wenig überzeugenden Hajrovic in die Spitze rücken könnte. Bis dahin darf Skripnik sicherlich noch einige Komplimente entgegen nehmen. Aus der Niederlage im Nordderby zog er in jeder Hinsicht die richtigen Schlüsse und so steht nach vier Spieltagen unter seiner Führung folgende kuriose Bilanz: Das einzige Team, dass in dieser Zeit mehr Punkte geholt hat, war der FC Bayern. Fast wie früher.

Robin Dutt und die Suche nach der Balance

Es hat sich nicht unbedingt angedeutet, dass nach nur fünf Spieltage dieser Saison eine Trainerdiskussion beginnt. Nachdem Robin Dutts Team in den bisherigen Spielen mehr Fragen als Antworten aufgegeben hat, scheint es jedoch ohnehin nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Diskussion den Verein erreicht.

Lost in transition

Wirklich schlecht hat Werder bislang kaum gespielt in dieser Saison. Im Pokal war die Leistung über weite Strecken schwach. Gegen Hertha schien sich diese zu bestätigen, doch immer wieder konnte Werder zulegen und war insgesamt spielerisch mit den Gegnern auf Augenhöhe – Leverkusen einmal außen vor. Dennoch hat Werder in dieser Saison wieder etwas sehr Fragiles an sich, das man letzte Saison (trotz der insgesamt 66 Gegentore) überwunden glaubte. Der unverkennbare offensive Fortschritt steht auf tönernen Füßen. Robin Dutt sieht den Grund für die 13 Gegentore nicht in der offensiveren Spielweise und in der Tat war es nur selten so, dass Werder ausgekontert wurde oder sich hinten in Unterzahl befand. Und doch ist Robin Dutt bislang den Beweis schuldig geblieben, dass er mit seiner Mannschaft auch dann erfolgreich sein kann, wenn der Fokus nicht komplett auf der Defensive liegt.

Zu Beginn der letzten Saison und zu Beginn der Rückrunde zeigte Werder jeweils erschreckende fußballerische Mängel, konnte jedoch mit konzentriertem und sehr simplem Defensivfußball genügend Punkte holen, um sich aus dem gröbsten Abstiegssumpf herauszuhalten. Es gab auch zu jener Zeit Spiele, in denen Werder völlig unterging. Schön anzusehen war der Stil ohnehin nicht. Aber er war pragmatisch genug, um trotz spielerischer Unterlegenheit genügend Punkte zu holen. Dazwischen gab es eine Phase, in der Dutt mehr Offensive gewagt hat und damit kräftig auf die Nase gefallen ist. Zwischen dem 10. und dem 16. Spieltag kassierte man 25 Gegentore (3,6 pro Spiel). Gängige Meinung damals: Der Schritt kam zu früh für die Mannschaft, also kehrte man zum Defensivstil zurück. Im letzten Saisondrittel gab es einen erneuten Versucht und diesmal schien der Weg erfolgreicher zu sein. Mit dem Rückenwind des fast sicheren Klassenerhalts steigerte sich Werder spielerisch. Es bildeten sich mehr feste Abläufe in Werders Spiel. Dutt hielt an einem System und einem Kreis von 13-14 Spielern fest. Es war der Anfang einer fußballerische Entwicklung, die man lange Zeit in der Saison vermisst hatte.

Eine Fortführung dieser Entwicklung war für diese Saison erhofft worden und eigentlich kann man nicht bestreiten, dass Werder sich diesbezüglich auf eine recht guten Weg befindet – wenn die alten Defensivschwächen nicht aufgetreten wären. Es wäre falsch, diese ausschließlich auf individuelle Fehler zu schieben, doch es ist schon frappierend, wie häufig Werder in Situationen Gegentore kassiert, in denen das Team eigentlich recht geordnet steht. Das Tor zum 1:1 in Augsburg war ein gutes Beispiel hierfür. 20 Meter vor dem eigenen Tor einen ballführenden gegnerischen Spieler nicht unter Druck zu setzen, kann man sich in der Bundesliga nicht erlauben. Dass Fritz seinen Gegenspieler aus den Augen verliert, nachdem Augsburg von der ersten Minute an versucht hatte, die Bälle in seinen Rücken zu spielen, kommt erschwerend hinzu.

O captain, my captain

Hier wären wir leider auch schon beim nächsten Problem: Der Kapitän hat einen Punkt erreicht, an dem er eigentlich spielerisch nicht mehr tragbar ist für seine Mannschaft. So wichtig er im sozialen Gefüge des Teams sein mag, so sehr trägt er in der Defensive zur Verunsicherung der Mannschaft bei. Bereits im ersten Spiel der Saison in Illertissen verschuldete Fritz auf erschreckende Weise ein Gegentor. Das Tor war exemplarisch für die Schwächen, die sich wie ein roter Faden durch die letzten beiden Jahre ziehen. Selbst im Strafraum wird der aktive Zweikampf gescheut, getreu dem Motto: Lieber den Gegner schießen lassen, als von ihm ausgetanzt zu werden. Das ist Alibifußball, den man sich als Kapitän nicht erlauben darf.

Es ist ohnehin frappierend, wie häufig Fritz offenkundig abschaltet, schon bevor das Gegentor gefallen ist, wie zum Beispiel beim 0:1 gegen Hoffenheim, als Fritz zunächst fragwürdig einrückte und dann an der Strafraumgrenze stehen blieb, statt auf einen eventuellen Abpraller zu spekulieren. In Berlin gab es eine ähnliche Szene beim 0:1. In beiden Fällen hätte Fritz das Gegentor nicht mehr verhindern können, doch dass er dies schon vorher als gegeben sieht und an der Stelle das Mitspielen einstellt, ist ein schlechtes Zeichen an die Mannschaft. Nicht zufällig wird von den meisten Gegnern inzwischen Werders rechte Abwehrseite von den Gegnern gezielt angespielt und auch Dutts Präferenz für einen sehr linkslastigen Angriffsstil dürfte unter anderem darauf abzielen, für ein wenig Entlastung auf den Schultern des Kapitäns zu sorgen.

Die ersten Saisonspiele haben deutlich gemacht, dass der Wechsel hin zu Busch (bzw. Zander) eher früher als später erfolgen muss. Zumindest aber braucht Fritz wie in der letzten Saison viel Unterstützung vom Spieler vor ihm. Ein Konterspieler wie Bartels ist da nicht ideal. Gut denkbar daher, dass Busch zunächst die Rolle von Selassie aus der letzten Saison übernimmt und zusammen mit Fritz die rechte Seite dicht machen soll.

Aufs falsche Pferd gewettet?

Bartels könnte somit auf die andere Seite hinüber wechseln, wo Eljero Elia weiterhin sein bekanntes, phlegmatisches Spiel an den Tag legt. Den immer wieder durchschimmernden starken Aktionen folgen genauso regelmäßig absurde Fehler und zeitweiliges Abtauchen. Dazu kommen die bekannte Abschlussschwäche (die Werder gegen Schalke eines der schönsten Kontertore der letzten Jahre verwehrte) und die mentale Anfälligkeit, die ihn gegen Augsburg und Schalke völlig aus dem Spiel brachte. Für einen Spieler seiner Gehaltsklasse und mit seiner Erfahrung ist das viel zu wenig.

Umso erstaunlicher ist es, dass Dutt den in der U23 groß aufspielenden Aycicek genauso wenig beachtet, wie den in Ungnade gefallenen Obraniak. Aycicek wurde durch die Ausfälle am Dienstag zumindest in den Kader gespült und kam zu seinem ersten Saisoneinsatz. Obraniak scheint nur noch gebraucht zu werden, um den freien Platz auf der Bank auszufüllen. Es müsste wohl schon einiges passieren, damit der Pole noch einmal ins Team rutscht. Da auch Neuzugang Hajrovic noch weit davon entfernt ist, die Mannschaft spielerisch zu beleben, bleibt ein riesiger Berg an Verantwortung auf Zlatko Junuzovics Schultern liegen. Als offensiverer (oder auf vertikaler) Sechser ist er Werders wichtigster Umschaltspieler, der – auch systembedingt durch das Fehlen eines 10ers im 4-4-2 – einen riesigen Raum zwischen Abwehrkette und Sturmspitze beackern muss. Ein wenig erinnert dies an seine Rolle vor zwei Jahren in Schaafs 4-1-4-1- System. Anders als damals hat er heute jedoch einen weiteren Sechser neben bzw. hinter sich. Leider zeigt Gálvez in der Position trotz vielversprechender Ansätze bisher mehr Schatten als Licht. Insbesondere im Zweikampfverhalten tut sich der gelernte Innenverteidiger in der ungewohnten Rolle noch schwer.

Viel Richtiges im Falschen

Die Gefahr der drei Unentschieden zu Beginn war immer, dass sie im Licht der folgenden Ergebnisse gedeutet werden würden. Vor acht Tagen war Werder noch ohne Niederlage, heute ist man fünf Spiele sieglos. Solche Serien haben Auswirkungen auf den mentalen Zustand der Mannschaft. Gegen Schalke hatte Werder zum ersten Mal nach dem Rückstand nichts mehr gegenzusetzen. Die individuellen Fehler von Wolf und Galvez wogen zu schwer, als dass Werder gegen die folglich selbstbewussteren Schalke eine erneute Aufholjagd starten konnten. Die Gewissheit, Rückstände drehen zu können, die sich in den Köpfen der Spieler verfestig zu haben scheint, beginnt spätestens jetzt zu bröckeln. Es war ohnehin klar, dass dies nicht über längere Zeit möglich sein würde – wer ständig in Rückstand gerät, verliert die meisten Spiele.

Nun droht sie die Entwicklung zu verselbstständigen, wie so häufig im Fußball. Ich halte Dutt für einen geeigneten Trainer, um dagegen zu lenken. Seine größte Stärke war bislang sein Pragmatismus, der in Bremen schon für einige Verwirrung gesorgt hat. Vielleicht muss Dutt dazu jedoch erneut von seinem eingeschlagenen Weg abweichen und würde somit zum zweiten Mal eingestehen, dass Werders spielerischer Entwicklung das Fundament fehlte. Eine Rückkehr zum Stil der letzten Saison wünscht sich vermutlich niemand, doch ich glaube nicht, dass Dutt davor zurückschrecken würde, wenn er es für den einzigen Weg aus dem Tabellenkeller hielte. Eine erneute Niederlage heute gegen Wolfsburg könnte den entscheidenden Anstoß dafür liefern, denn dann wird auch Dutt wissen, dass all seine Bemühungen ein Spiel auf Zeit sind, solange Werder im Tabellenkeller steht.

Solange der größte Trumpf des Teams, die immer wieder betonte “Mentalität” der Mannschaft, nicht zu bröckeln beginnt, wird Dutt intern meiner Auffassung nach den nötigen Rückhalt bekommen. Die Mannschaft machte auf mich bislang nicht den Eindruck, dass ihr grundsätzlich etwas fehle, um in der Bundesliga mitzuhalten. Auch gegen Schalke machte man vieles richtig und hätte gegen die taktisch nicht überzeugenden und spielerisch verunsicherten Gäste durchaus gewinnen können. Zum Abschluss ein sinngemäßes Zitat, das ich vor kurzem im Worum aufgeschnappt habe und das ich sehr treffend finde: Es sind schon häufiger Mannschaften aus der Bundesliga abgestiegen, die vieles richtig gemacht haben, in der letzten Saison zum Beispiel Nürnberg. Es kommt vielmehr darauf an, wenig falsch zu machen.

Treffender kann man Werders derzeitige Probleme in zwei Sätzen kaum beschreiben.

Werder-News 11/09/28

Ein richtiger Blogeintrag ist in Arbeit und erscheint heute Abend. Bis dahin die Werder-News des Tages: