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Osterpause

Wenn man sich die Fußballnachrichten der letzten zwei Wochen so anschaut, könnte man denken wir hätten Sommerpause. Nicht, dass es nichts Sinnvolles oder Interessantes zu schreiben gäbe, doch die Weinreich-vs-DFB-Angelegenheit oder die Hartplatzhelden-vs-WFV-Angelegenheit machen für den gemeinen Fußballfan einfach zu wenig her.

So diskutieren wir nun über die Torflaute des Mario Gomez, die doch eigentlich gar keine ist/war. Eigentlich schon komisch, dass ein Spieler, der mit seiner Torquote in dieser Saison eigentlich jenseits aller Kritik stehen sollte, so scharf attackiert wird. Dass die Leipziger Zuschauer ihn selbst nach guten Aktionen auspfiffen – wer will es ihnen vorwerfen? Wie soll man im fußballerischen Ödland, wo alle Jubeljahre mal ein Spiel auf Profiniveau stattfindet, eine solche Situation auch adäquat beurteilen können? Insofern genau der richtige Ort für ein Länderspiel gegen Liechtenstein.

NTV 
Bildquelle: n-tv.de

Dann gab es natürlich die Diskussion, ob ein 4:0 gegen solch einen Gegner denn nicht eigentlich viel zu wenig sei. Als ob dieses Spiel, abgesehen von den drei Punkten und den 4 Toren, irgendeinen Schluss auf das Leistungsniveau zuließe. Polen zählt wegen des 10:0 gegen San Marino auch nicht plötzlich zum Favoritenkreis der WM 2010. Am Mittwoch gewann die deutsche Mannschaft dann auch in Wales und steht damit, trotz einer wirklich ausbaufähigen Leistung, in der Qualifikation sehr gut da.

Im Blickpunkt stand nach dem 2:0 in Cardiff allerdings nicht das Spiel, sondern Lukas Podolskis Ohrfeige gegen Michael Ballack. Auffällig, wie sehr die Beteiligten versuchen, den Zwischenfall herunter zu spielen. Ich weiß nicht, ob dies auch so wäre, wenn Podolski den Regeln entsprechend eine rote Karte gesehen und sich damit eine Sperre eingehandelt hätte. Außerhalb des direkten Umfelds der Nationalmannschaft wird nun jedoch wieder fleißig diskutiert und spekuliert, wie es um die Stimmung in der Mannschaft und das Ansehen des Kapitäns denn nun bestellt ist.

Am Ende dieser zwei Wochen Länderspielpause bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist. Als Werderfan fiebert man zwar eher den kommenden Begegnungen in Pokal und UEFA-Cup entgegen als der Liga, doch wer sieht die Bayern nicht gerne 1:5 verlieren? Außer Bayernfans natürlich.

Gino Basteri’s Live Blog: Deutschland – Liechtenstein

Heute spielt Deutschland im Leipziger Zentralstadion gegen Liechtenstein um Punkte in der WM-Quali. Um 20 Uhr ist Anpfiff. Gino Basteri bloggt dann an dieser Stelle live vom Spiel.

Live-Blogging vs. Twitter

Als ich vor knapp 10 Wochen (länger ist es wirklich noch nicht her) beschlossen habe, mein Blog fortzusetzen, war es mein großer Wunsch, wann immer möglich auch live von den Werderspielen zu bloggen. Ich hatte allerdings wenig Ahnung von den technischen Dingen. Selbst programmieren kam nicht in Frage und mit den verfügbaren Live-Blogging-Tools kannte ich mich auch nicht aus. Dazu kommt, dass selbst viele wirklich gute Live-Blogger mit mehreren Jahren Erfahrung nur eine Handvoll Leser anlocken, die dann auch kommentieren. Als blutiger Anfänger sah ich da nicht wirklich eine Chance für mich.

Daher entschloss ich mich, Twitter als Live-Blogging-Alternative zu nutzen. Über Twitter erreicht man schnell und unkompliziert eine Vielzahl an Menschen. Statt Interessenten erst auf die eigene Website zu lotsen, können diese ganz problemlos bei Twitter mitlesen und darüber auch ihren eigenen Senf zu den Spielen abgeben.

Abgesehen davon ist Twitter nicht wirklich mit einem Live-Blog vergleichbar. Die Beschränkung auf 140 Zeichen macht sich im Ergebnis deutlich bemerkbar. Es hat eher den Charakter eines Tickers, der schnell und direkt über die wichtigsten Ereignisse informiert. Ausführliche Beschreibungen einer Situation, etwa der Entstehung eines Tores, sind kaum möglich, es sei denn man verteilt sie auf mehrere "Tweets". Die "Follower" werden es einem kaum danken, denn durch die ohnehin schon hohe Taktfrequenz kann man den Leuten auch schnell auf die Nerven gehen.

Mein Fazit nach 10 Wochen "Live-Tweeting" ist dennoch weitgehend positiv. Das Feedback ist gut und Spaß macht es auch. Inzwischen sind auch die meisten Fußball-Blogger bei Twitter vertreten, so dass sich die Kommunikation tendenziell aus den Blogs zu Twitter verlagert. Ich sehe das aber nicht als Bedrohung für die Blogs, im Gegenteil. Ohne Twitter hätte ich heute wohl nicht annähernd so viele Leser, wie ich heute habe. Und wegen des 140-Zeichen-Limits werden die Sachdiskussionen auch weiterhin in den Blogs stattfinden.

Ich habe in den letzten Tagen trotzdem ein bisschen mit Live-Blogging-Software herumgespielt. Ich weiß noch nicht genau, ob ich sie in Zukunft auch selbst einsetzen werde, doch es wird trotzdem ab sofort Live-Blogging auf dieser Seite geben: Mein Freund Gino ist ein selbst ernannter Kenner der europäischen Fußballszene und wird uns unter der Überschrift "Gino Basteri's Live Blog" an seiner Expertise teilhaben lassen. Ich habe ihm freie Hand bei der Auswahl der Spiele gelassen, mit Ausnahme von Werderspielen und Spielen, die zeitgleich dazu stattfinden. Das "Idiotenapostroph" werde ich ihm hoffentlich noch austreiben…

Erster Termin ist morgen (Samstag) mit dem Länderspiel Deutschland gegen Liechtenstein. Ich bin gespannt, wie Gino sich schlägt!