Schlagwort-Archiv: Naldo

Notizen aus Belek

Wie im letzten Jahr ist Sebastian Cario wieder vor Ort in Werder Bremens Trainingslager in Belek und wird hier im Blog in den nächsten Tagen regelmäßig seine Eindrücke niederschreiben. Ich freue mich schon sehr auf Einblicke in das direkte Umfeld der Mannschaft. Vor allem zum heute alles dominierende Thema, den Wechselgedanken von Naldo, erhoffe ich mir ein paar Erkenntnisse.

P.S. Werder-Fan Sebastian schreibt in seinem Blog über Online Marketing & Co. Schaut mal vorbei, wenn euch das Thema interessiert.

10 Gründe, nach dem Sieg gegen Wolfsburg optimistisch zu sein

Normalerweise bin ich in diesem Blog bemüht, einigermaßen ausgewogen über Werder und den Fußball zu schreiben. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger gut. Nach dem 4:1 gegen Wolfsburg lasse ich die negativen Dinge aber mal bewusst beiseite. So ist diese kleine, weihnachtlich-optimistische Liste entstanden:

1. Endlich mal wieder ein deutlicher Sieg

Früher waren deutliche Siege für Werder nichts besonderes. Heute muss man allerdings schon etwas weiter zurückdenken, um sich einen höheren Werdersieg zu erinnern. Ein 4:1 gab es zuletzt vor 14 Monaten in Gladbach. Der letzte höhere Sieg liegt sogar noch länger zurück: Im April 2010 gewann man 4:0 gegen Freiburg.

2. Werder ist eine Heimmacht

Acht Spiele, sieben Siege – nur gegen Dortmund gab es eine Niederlage. Nun sind Kaiserslautern, Freiburg, HSV, Hertha, Köln, Stuttgart und Wolfsburg sicher alle schlagbare Gegner im eigenen Stadion. Sie alle zu schlagen ist dagegen keine Selbstverständlichkeit. Als Ergebnis steht man auf Platz 1 in der Heimtabelle.

3. Werder überwintert auf einem Europacup-Platz

Wer hätte das vor der Saison gedacht: An 15 von 16 Spieltagen stand Werder unter den ersten Sechs in der Tabelle. Mehr als die Hälfte der Hinrunde sogar unter den Top Vier. Schlechter als Platz 6 wird man auch nach dem Spiel gegen Schalke nicht sein. Bei einem Sieg würde man sogar mindestens auf Platz 4 überwintern.

4. Werder kann Ausfälle kompensieren

Die Ausfälle waren nicht der Grund für Werders Absturz in der letzten Saison. Sie trugen aber viel dazu bei, die Krise zu verschärfen und Werder lange im Abstiegskampf zu halten. Gegen Wolfsburg fielen mit Marin, Hunt und Ekici die drei besten offensiven Mittelfeldspieler aus. Dennoch erspielte sich Werder eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen. Zwei Wochen vorher schlug man Stuttgart ohne Pizarro. Werder ist nach wie vor auf gewisse Spieler angewiesen, fällt aber bei Ausfällen nicht wieder direkt in sich zusammen.

5. Naldo

Naldo habe ich vor der Hinrunde mit einem riesigen Fragezeichen versehen. Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn er bis zur Rückrunde wieder fit und in Bundesligaform gewesen wäre. Selbst die kühnsten Optimisten werden wohl kaum mit einer so schnellen Rückkehr gerechnet haben, vor allem aber nicht mit einer so schnellen Rückkehr zur alten Stärke. In der aktuellen Verfassung ist Naldo einer der drei besten Innenverteidiger der Bundesliga.

6. Pizarro

Werder ist abhängig von Pizarro. Man kann es auch positiv sehen: Werder hat einen Spieler wie Pizarro, der in jedem Spiel den Unterschied machen kann. Entgegen den Befürchtungen hatte Pizza bislang nur mit wenigen Verletzungssorgen zu kämpfen und trifft vorne zuverlässig. Und aller Abhängigkeit zum Trotz: Werder hat beide Saisonspiele ohne Pizarro gewonnen.

7. Rosi is back!

Gibt es einen Stürmer, der mehr von seinem Selbstbewusstsein abhängig ist? Zu Saisonbeginn war Markus Rosenberg on fire. Vor zwei Wochen schlich er mit hängenden Schultern über den Platz und wirkte so ungefährlich, dass seine Gegenspieler schon Mitleid mit ihm haben konnten. Dann das Tor gegen die Bayern und plötzlich quillt Rosi fast über vor Spielfreude. Der Zweikampf um den Platz neben Pizarro ist wieder eröffnet.

8. Das grünweiße Laufwunder

Gegen Wolfsburg hat Werder wieder einmal 125 km Laufpensum runtergespult. Drei Spieler kamen auf über 13 km Laufdistanz. Auch wenn das alleine nicht viel aussagt, die kämpferische Einstellung spiegelt sich in dieser Saison auch auf dem Papier wieder. Die vielen knappen Siege und gedrehten Rückstände sind nicht zuletzt das Ergebnis dieser Einstellung.

9. Werder bleibt Werder

Über Werders Außendarstellung lässt sich dieser Tage (und Monate) streiten. Der über die Vertragsverhandlung öffentlich ausgetragene Machtkampf zwischen Lemke und Allofs ist untypisch für den Verein. Im Vergleich zu den meisten anderen Bundesligisten, erst recht denen mit ähnlichen Ansprüchen, sticht Werder aber keineswegs negativ hervor. Insgesamt bleibt Werder ein ruhiges Pflaster für Spieler und Trainer.

10. Der beste Endspurt

Die letzten 10 Spieltage sind fast schon traditionell Werders beste, zumindest was die Ergebnisse angeht. Selbst letzte Saison gab es 16 Punkte und nur zwei Niederlagen. Im Jahr zuvor schnappte man sich noch den schon verloren geglaubten Platz 3, 2008 und 2006 wurde man jeweils im Endspurt noch Vizemeister. Wenn bloß vorher die jährliche Frühjahrskrise nicht wäre, aber wir wollen ja optimistisch bleiben.

Werder-News 11/09/20

Ich habe mal einen neuen Bereich hier angelegt, in dem ich in regelmäßigen Abständen (wie häufig wird sich zeigen) kurz zusammengefasst die wichtigsten Neuigkeiten über Werder poste. Heute wären das z.B.:

  • DFB sperrt Wiese nach seiner roten Karte gegen Nürnberg für drei Spiele. Für Wiese kein Grund, seine Spielweise zu ändern. Er entschuldigte sich beim Team, gibt aber auch Prödl und dem Rasen eine Mitschuld.
  • Sokratis hat trotz seines Muskelfaserrisses noch Hoffnung, gegen Hertha am Sonntag schon wieder dabei zu sein. Sein Einsatz ist aber unwahrscheinlich.
  • Der Weser Kurier sieht Naldo schon bald wieder in der Startelf, vielleicht schon am Wochenende. Wäre nach seinen letzten Leistungen nicht überraschend.
  • Der HSV entlässt Michael Oenning, Bulgarien entlässt Lothar Matthäus. Zufall? In jedem Fall ein Anlass für Spott und Häme gegen die Hamburger und den überaus konsequenten Frank Arnesen (“Oenning flieg auf jeden Fall mit nach Stuttgart!”).

Ein Abend mit den Göttern

“I don’t care!” Markus Rosenberg wirkte fast schon etwas zu lapidar, als er zum dritten Mal den Einwand der Frau neben ihm abwiegelte, dass sie ihn leider nicht kenne. Anna interessierte sich nicht für Fußball und lebte – obwohl in Bremen aufgewachsen – schon zu lange im Ausland, um auch als nicht Fußballinteressierte die Namen des aktuellen Werderkaders durch ständige Wiederholung in den Medien eingetrichtert bekommen zu haben. Sebastian Prödl zeigte sich sichtlich belustigt von dem Gespräch.

Werder hatte zum Saisonauftakt mit 2:3 gegen Eintracht Frankfurt verloren. Eine bittere Niederlage, mit der niemand so wirklich gerechnet hatte. Das Spiel durfte ich (dank der Dauerkarte des Vaters meiner damaligen Freundin) von der VIP-Tribüne aus verfolgen. Ein schlimmer Anblick, wie der haushohe Favorit von den schnellen Frankfurtern ein ums andere Mal ausgekontert wurde und am Ende ohne Punkte da stand.

Und nun, knappe sechs Stunden später, stand ich an dieser Bar und um mich herum die Werderprofis. Anna, die an diesem Abend ihren Junggesellinnenabschied feierte, verhandelte mit Markus Rosenberg um eine Unterschrift auf ihrem bereits weitgehend vollgekritzelten T-Shirt. Rosenberg war bereit, seine Unterschrift plus 50 Euro für die Abendkasse gegen einen Kuss einzutauschen. Letztlich einigte man sich auf eine Unterschrift, eine Runde Sambuca-Baileys für alle und einen Kuss auf die Wange.

Tim Wiese ließ sich seine Unterschrift nicht so leicht abtrotzen. Zwar war er auf Anfrage von Annas bester Freundin Stephi grundsätzlich bereit, auf besagtem T-Shirt zu unterschreiben, doch dazu wollte er den beschwerlichen Weg hinüber zur Bar (gut und gerne 10 Meter) nicht auf sich nehmen. Immerhin hatte der Mann gerade erst 10 Kilo abgenommen und somit keinen Bedarf an zusätzlicher Bewegung. “Soll sie halt hier her kommen.” Recht hatte er. Da Anna jedoch auch Tim Wiese nicht kannte, blieb ein weißer Fleck auf ihrem T-Shirt.

Draußen vor der Tür stützte sich ein sichtlich angetrunkener Hugo Almeida mit dem Rücken an der Wand ab und stellte seine Bierflasche ganz langsam neben sich auf den Asphalt. Er ignorierte mein Zuprosten und starrte mehrere Minuten lang regungslos in die Ferne. Seine Mannschaftskollegen beachteten ihn nicht weiter. Die minütlich anwachsende Schar an leicht bekleideten, untergewichtigen Gerade-Noch-Teenagern und Gern-wieder-Teenagern machte es ihnen ohnehin nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Es dauerte nicht lange, da kam auch Julia um die Ecke, die seit Monaten unglücklich in Sebastian Boenisch verliebt war. Sie hoffte noch immer darauf, dass ihr Schwarm sie irgendwann einmal ansprechen würde, wenn sie nur beharrlich genug die selben Lokalitäten aufsuchte wie er. Sie erkundigte sich kurz, ob “Boeni” schon da sei und mokierte sich sogleich über die große Anzahl vermeintlicher Groupies, die nach und nach die Spieler einkreisten, in der Hoffnung darauf, einen von ihnen abzubekommen.

Stunden später traf man sich wieder in einer Disco südlich der Weser. Nur ein Teil der Spieler hatte den Weg hierher geschafft, der traditionell nach dem ersten Heimspiel der Saison angetreten wurde. Hier hatten einst Clemens Fritz und Patrick Owomoyela den Kampf um den Stammplatz auf der Rechtsverteidigerposition im Tequila Drink-off am Tresen ausgetragen. Auch in jenem Jahr gab es wieder Getuschel, wenn Werderspieler in der Nähe auftauchten: “Das ist doch…, ist das nicht…?” Ja, es war Mesut Özil, der Shooting-Star bei Werder. Als einziger Spieler hatte er am Nachmittag eine herausragende Leistung gezeigt. Nun wurde ihm von allen Seiten auf die Schultern geklopft und er strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

Überstrahlt wurde er nur vom gewinnenden Lächeln des Bremer Abwehrriesen Naldo. Dieser hatte die silberne Kette am Handgelenk meiner Freundin entdeckt und fühlte sich genötigt ihr im Gegenzug das Geschmeide um sein Handgelenk zu präsentieren. Es glitzerte und funkelte in der Discobeleuchtung. Wir applaudierten ihm begeistert, suchten uns jedoch schleunigst ein Plätzchen, an dem weniger teure Juwelen unsere Augen blendeten. Es war schließlich schon spät und unsere Augen getrübt von Alkohol und dunklem Kneipenlicht.

Es war an der Zeit, den Ort zu verlassen, an dem sich die Fußballidole unter die Sterblichen gemischt hatten. Draußen begegnete uns erneut Mesut Özil, dessen schmale Schultern unter dem ständigen Klopfen zu zerbrechen drohten. Sein Mund lächelte noch immer, doch seinen Augen sah man ein gewisses Unwohlsein darüber an.

Heute steht er bei Real Madrid im großen Rampenlicht, Markus Rosenberg kämpft sich als Leihspieler durch die Primera Division, Naldo steht an der Schwelle zur Sportinvalidität, Julia ist in einer glücklichen Beziehung mit einem Nicht-Fußballer und Anna lebt mit ihrem Mann inzwischen in Freiburg. Sie interessiert sich noch immer nicht für Fußball. Manchmal denke ich, dass dies die bessere Alternative ist.

Die Probleme als Chance

Naldo noch lange verletzt. Mertesacker mit Augenhöhlenfraktur nicht einsetzbar. Auch Pizarro fällt aus. Es sieht nicht gut aus vor den schwierigen Spielen gegen Bayern und die Spurs. Werder kann nun entweder die nächsten Spiele freiwillig abschenken oder versuchen, die Personalprobleme als Chance zu begreifen.

Problem 1: Die Abwehr

Die Defensive ist bei Werder nicht erst seit dieser Saison ein Problem. Das liegt jedoch nicht zuletzt am Defensivverhalten der gesamten Mannschaft sowie einer sehr riskanten Defensivtaktik, die sich bei Fehlern leicht aus den Angeln heben lässt. In dieser Saison kommen nun auch Personalprobleme hinzu. Durch die Verletzung von Per Mertesacker bleiben für die Defensive kaum noch Optionen übrig. Ausgerechnet vor dem auf dem Papier schwierigsten Bundesligaspiel steht Werder ohne die beiden Stamm-Innenverteidiger der letzten vier Jahre da. Angesichts der beiden letzten beiden Spiele gegen die Bayern kann einem da schon Angst und Bange werden.

Muss es allerdings nicht. Auch in Bestbesetzung hatte Werder in diesen Spielen nicht gut ausgesehen. Dafür gab es mehrere Gründe, von denen fehlende Klasse der Spieler sicher nicht der wichtigste war. Robben gegen Boenisch war im Pokalfinale ein Missmatch, genau wie Robben gegen Abdennour einige Monate vorher. Dazu wird es am Samstag zum Glück nicht kommen. Der formstarke Fritz wird auf der anderen Abwehrseite mit Ribery mithalten können. Bleibt das Abwehrzentrum. Prödl hat bislang ordentliche Leistungen gezeigt, war sogar der stabilere der beiden Innenverteidiger. Trotz seiner Erfahrung und unbestrittenen Klasse war Mertesacker in der letzten Zeit kein zwingender Stammspieler. Nun kann er entweder durch den auf der Außenbahn zuletzt indisponierten Pasanen oder Neuzugang Silvestre ersetzt werden. Für Silvestre spricht die große internationale Erfahrung. Im Gegensatz zu Pasanen kann er bei seinem Debut außerdem unbelastet ins Spiel gehen. Eigentlich ist Silvestre eher für die Außenbahn vorgesehen, doch dazu scheint ihm auch noch etwas die Fitness zu fehlen. Prödl und Silvestre – Bei entsprechendem Defensivverhalten im Mitteldfeld ist diese Innenverteidigung konkurrenzfähig.

Problem 2: Das Mittelfeld

Im Gegensatz zu den anderen Mannschaftsteilen herrscht im Mittelfeld ein Überangebot an Spielern. Thomas Schaaf hat die Qual der Wahl: Lieber mit der in dieser Saison bewährten Raute spielen oder auf das in der letzten Saison favorisierte 4-2-3-1 setzen? Lieber auf Altbekanntes vertrauen oder Neuzugang Wesley ins kalte Wasser werfen? Lieber Flügeldribbler Marin wirbeln lassen oder die solide Variante mit Rautespieler Borowski wählen? Ein taktisches Experiment halte ich für unwahrscheinlich, nachdem Schaaf im Pokalfinale mit dem flachen 4-4-2 gnadenlos gescheitert ist. Frings und Bargfrede sind in beiden Systemen derzeit gesetzt. Nach meinem Empfinden würde Frings die Doppelsechs momentan ganz gut tun. Als einziger Defensivmann in der Raute gerät er zu oft in Bedrängnis und ein Spieler wie Thomas Müller nutzt das eiskalt aus. Taktisches Opfer wäre dann Borowski, der bislang solide gespielt hat, aber in der offensiven Dreierreihe nur in der Mitte zu gebrauchen ist. Dort führt nach überstandener Krankheit jedoch eigentlich kein Weg vorbei an Aaron Hunt. Wesley kommt prinzipiell für alle Positionen in Frage, aber ob Schaaf ihn in seinem ersten Spiel gleich auf die Spielmacherposition stellt? Marin war dort nur eine Notlösung, braucht die Außenbahn als Ausgangspunkt für seine Dribblings. Im 4-2-3-1 wäre auch Arnautovic eine Option für die rechte Außenbahn. Dies hängt jedoch nicht zuletzt von Schaafs Plänen im Angriff ab.

Problem 3: Der Angriff

Ohne Pizarro ist die Variante mit nur einem Stürmer weniger attraktiv. Almeida kann auch als einzige Spitze effektiv sein, braucht für seine große Stärke, die Verarbeitung von langen, hohen Bällen, jedoch einen Abnehmer. Arnautovic sehe ich eher als zweiten Stürmer und nicht so sehr als eigentliche Spitze. Nach seiner Gala gegen Köln kann ich mir kaum vorstellen, dass er am Samstag auf die Bank muss. Fragt sich also, ob er zusammen mit Almeida einen Zweiersturm bildet oder wie gegen Sampdoria über den rechten Flügel kommen soll. Ohne Pizarro fehlt Werders Angriff der wichtigste Spieler, doch die Klasse für ein oder zwei Tore gegen die wackelige Abwehr der Bayern ist allemal vorhanden.

Fazit

Allen Ausfällen zum Trotz: Der Ausgang des Spiels ist so offen, wie man aus Bremer Sicht nach der Lehrstunde im Pokalfinale nur hoffen konnte. Nicht nur die aktuelle Serie ohne Niederlage in München macht Hoffnung auf ein erfreuliches Spiel. Bayern ohne Robben und ohne den Lauf der vergangenen Rückrunde ist immer noch ein immens schwerer Gegner, aber längst nicht mehr so übermächtig. Werder kann trotz der Ausfälle ein schlagkräftige Truppe aufbieten.

Für das Spiel würde ich ein 4-2-3-1 vorziehen. Zum einen wegen der erwähnten Absicherung für Frings und zum anderen wegen Marins und Arnautovics guter Form. Mit Hunt in der Mitte hätte man eine gefährliche Offensive und zudem in Borowski und Wesley noch zwei echte Optionen auf der Bank.

Sommerpause (Teil 3a): Personalplanung 2011 – Tor und Abwehr

Heute gibt’s den letzten Teil meiner Sommerpausen-Trilogie. Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich zwei Posts daraus gemacht.

Tor:

Tim Wiese: Er ist die unangefochtene Nummer 1 bei Werder. Seine Leistungen sind beständig auf hohem bis sehr hohem Niveau. In den letzten beiden Jahren hat er sich vom „Reflexgott“ zu einem mitspielenden Torwart entwickelt und konsequent an seinen Schwächen gearbeitet. Gilt trotzdem als Torwart alter Schule und hat fußballerische Defizite sowie Probleme bei der Strafraumbeherrschung.

Christian Vander: Eine solide Nummer 2 – nicht mehr, nicht weniger. Hat die Wackler aus der Anfangszeit bei Werder weitgehend abgestellt. Übt jedoch keinen Druck auf Wiese als Nummer 1 aus. Momentan ist dies kein Problem, mittelfristig sollte Werder die Position überdenken.

Nachwuchs: Sebastian Miellitz (21) und Felix Wiedwald (20) stehen hinter den beiden etablierten Torhütern im zweiten Glied. Beide sammelten in der letzten Saison durch Verletzungen der Konkurrenten schon Erfahrungen im Spieltagskader der Profis. Miellitz kommt bereits auf drei Einsätze bei den Profis, doch in Wiedwald sehe ich (von den wenigen Eindrücken, die ich von beiden habe) das größere Potenzial. Langfristig wird sich höchstens einer von beiden bei Werder etablieren können. Ihr Ziel muss es zunächst sein, sich durch starke Leistungen in der U23 für die Profis zu empfehlen und die Position von Christian Vander anzugreifen. Fraglich, ob einer von beiden irgendwann Tim Wiese ersetzen kann.

Transfers: Im Tor sind keine Transfers geplant. Die vorhandenen Torhüter werden nicht abgegeben. Als einzigen möglichen Grund für eine Neuverpflichtung in letzter Minute könnte ich mir eine langfristige Verletzung von Tim Wiese vorstellen.

Abwehr:

Per Mertesacker: Gesetzt in der Innenverteidigung. Hat eine durchwachsene WM gespielt und auch seine letzte Saison war nicht die beste. Bei Fans und Trainer trotzdem unumstritten. Beeindruckt nach wie vor mit seiner Ruhe und Übersicht. Entgegen vieler Kritiken mit guter Spieleröffnung. Größte Schwäche ist seine fehlende Schnelligkeit, die er gerade bei der WM zu selten durch gutes Stellungsspiel wettmachen konnte. Stagniert etwas, allerdings auf hohem Niveau. Verbesserungspotenzial vor allem beim Antizipieren von Spielsituationen. Spekulationen um einen Wechsel zu Arsenal erteilte Klaus Allofs eine Absage.

Naldo: Hat zurück zu seiner Form gefunden. In der vergangenen Saison insgesamt der bessere der beiden Innenverteidiger. Trotz seiner Größe schneller als Mertesacker und technisch sehr beschlagen. Sein Offensivdrang ist Segen und Fluch zugleich, da Werder ohnehin sehr risikoreich spielt. Erzielte allerdings letzte Saison für einen Abwehrspieler sensationelle 13 Saisontore. Vom Gesamtpaket her einer der besten Innenverteidiger der Liga, mit leichtem Hang zu Unkonzentriertheiten. Leider seit Beginn der Sommerpause angeschlagen und mit großem Fragezeichen versehen, was seine Genesung angeht. Ein längerer Ausfall wäre für Werder ein herber Verlust.

Sebastian Prödl: Hat sich bei Werder bislang unter Wert verkauft. Ist nach wie vor ein großes Talent, musste jedoch immer wieder auf der rechten Außenbahn aushelfen, wo er Probleme hatte. In der Innenverteidigung kam er nur bei Ausfällen zum Einsatz und konnte dabei nicht immer überzeugen. Ähnlich kopfballstark wie Mertesacker und Naldo, dazu mit viel Dynamik und guter Antizipation. Für einen Stammplatz jedoch noch nicht beständig genug und unter normalen Bedingungen mit wenig Aussicht auf mehr Spielpraxis. Spielte eine gute Vorbereitung. Naldos Verletzung könnte seine Chance sein.

Petri Pasanen: Routinier und Defensivallrounder. In der letzten Rückrunde mal wieder solider Rückhalt auf der linken Abwehrseite. Seine Wunschposition ist jedoch die Innenverteidigung, wo er wegen der großen Konkurrenz aber nur selten eingesetzt wird. Hat sich mit seiner Rolle als Aushilfskraft arrangiert und kommt dank seiner Vielseitigkeit trotzdem regelmäßig zum Einsatz. Defensiv sehr solide und taktisch gut geschult. Auf der Außenbahn nach vorne eher zaghaft, wenn auch längst nicht so harmlos wie oft dargestellt. Hat zu Saisonbeginn einen kleinen Vorsprung vor Boenisch.

Clemens Fritz: Hat in der letzten Saison nach langer Schwächephase zurück in die Spur gefunden und zeigte als rechter Verteidiger überwiegend gute Leistungen. Vor allem defensiv verbessert. Offensiv noch mit Luft nach oben, gerade im Vergleich zu seiner ersten Saison bei Werder. Hat im aktuellen Kader keinen ernsthaften Konkurrenten um einen Stammplatz. Ist dazu mit den Innenverteidigern gut eingespielt. In der Vorbereitung sehr beständig.

Sebastian Boenisch: Nach einer ansprechenden Hinrunde in der letzten Saison nach seiner Verletzung nicht mehr richtig in Schwung gekommen. Noch immer sehr abhängig von seiner physischen Verfassung. Lauf-, Kopfball- und Zweikampfstark. Im Stellungsspiel verbessert, aber noch mit Defiziten. Wirkt gegen hochklassige Gegenspieler schnell überfordert. Muss in dieser Saison den Sprung vom soliden Linksverteidiger ins obere Bundesligadrittel schaffen, um seinen Stammplatz zu festigen. Bekommt womöglich neben Aushilfskraft Pasanen noch einen weiteren Konkurrenten vorgesetzt. Zudem in der Vorbereitung mit kleineren Verletzungsproblemen.

Nachwuchs: Niklas Andersen (21) kam bislang nicht über gelegentliche Kadernominierungen hinaus. In zwei Jahren kommt er auf nur einen Bundesligaeinsatz. In der U23 zeigt er ganz gute Leistungen, doch wenn nicht bald noch eine Leistungssteigerung kommt, dürfte der Zug zum Profikader abgefahren sein. Ähnliches gilt in noch stärkerem Maße für Dominik Schmidt (23). Er wird im Profikader geführt, hat aber kaum noch Chancen sich dort festzusetzen. Besser sieht es da schon für Timo Perthel (21) aus, der sich in der vergangenen Saison zum Linksverteidiger umschulen ließ und dort überzeugen konnte. Falls niemand mehr für die Position verpflichtet wird, könnte er hinter Boenisch zum festen Bestandteil des Profikaders werden.

Transfers: Bislang wurde kein Abwehrspieler verpflichtet. Der Kader ist auf den Außenbahnen jedoch etwas dünn besetzt. Testspieler Aldo Corzo aus Peru wurde nicht verpflichten, wohl auch, weil er für die U23 nicht spielberechtigt ist, was es erschwert hätte, ihm Spielpraxis zu geben. Gesucht wird vor allem ein Linksverteidiger, sei es für die Startelf oder um Boenisch Druck zu machen. Definitiv nicht verpflichtet wird Aymen Abdennour, der laut Allofs in der letzten Saison “verbrannt” wurde. Häufig genannte Namen waren Reto Ziegler, Pablo Armero und Nadir Belhadj, die jedoch allesamt aus dem Rennen sind. Der Brasilianer Rycharlyson (Sao Paolo) ist laut Allofs kein Thema, doch es gibt Gerüchte wonach er Werders Plan B ist. Bleibt die Frage: Wer ist Plan A?

Bereits erschienen:

Sommerpause (Teil 1): Der ganz normale Wahnsinn

Sommerpause (Teil 2): Die Systemfrage reloaded

Es folgt:

Sommerpause (Teil 3b): Personalplanung 2011 – Mittelfeld und Angriff

Europa League, 1/16-Finale: Der heimliche Spielmacher

Twente Enschede – Werder Bremen 1:0
Werder Bremen – Twente Enschede 4:1

Als Werderfan kann man heute wirklich zufrieden sein. Aus der schwierigen Ausgangsposition, mit zwei Toren Vorsprung gewinnen zu müssen, hat sich Werder souverän ins Achtelfinale geballert und  dabei über weite Strecken richtig guten Fußball gespielt. Wie schon im Hinspiel vor einer Woche gehörte die erste halbe Stunde des Spiels Werder. Wie im Hinspiel erzielte Enschede dann wie aus dem Nichts ein Tor. Anders als vor einer Woche hatte Werder zu diesem Zeitpunkt aber schon die eigenen Chancen genutzt und mit 3:0 in Führung gelegen. Am Ende kam ein 4:2 Gesamtergebnis heraus, das nach den gezeigten Leistungen über 180 Minuten so in Ordnung geht. Twente hatte insgesamt nur eine Halbzeit lang Oberwasser gegen Bremen, verpasste es dort jedoch, eine noch bessere Ausgangssituation für das Rückspiel herauszuholen.

Die hätte es gestern Abend gebraucht, um gegen eine sehr konzentrierte und kombinationsfreudige Bremer Mannschaft etwas zu holen. Der Knackpunkt für Enschede war sicherlich die vergebene Chance durch Parker, bei der Vander seine – von vielen im Stadion unbemerkte – beste Aktion hatte, und dem folgenden Tor durch Claudio Pizarro. Vander war sehr lange stehen geblieben, gab Parker dadurch nicht die einfache Option, ihn auszugucken und dann einzuschieben. Dass der Schuss  nur an den Außenpfosten ging war dann natürlich auch Glückssache. Dennoch eine (sehr, sehr seltene!) Situation, in der ich ganz froh war, nicht den mit Messer zwischen den Zähnen heranrauschenden Tim Wiese im Kasten zu haben. Im Gegenzug dann Abdennour mit seiner besten Szene, einem gewonnenen Tackling im Mittelfeld und Özils Pass auf Pizarro, der sein bereits zwölftes Tor im zehnten Europa League Spiel erzielte. Danach war die Messe gelesen, ein Aufbäumen Twentes fand nicht mehr statt, obwohl Werder nicht mehr voll konzentriert wirkte.

Bei Özils Auswechslung nur verhaltener Beifall, obwohl er eine gute Leistung gezeigt hatte und an allen Toren beteiligt war. Es läuft noch längst nicht alles rund bei ihm, aber die Formkurve zeigt seit dem Spiel gegen Leverkusen wieder nach oben. Möglicherweise einer der Gründe: Özil musste gestern nicht Spielmacher und Vollstrecker zugleich sein. Die Umstellung mit Almeida und Pizarro gemeinsam im Angriff – zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an – machte sich deutlich bemerkbar. Während Marin und Özil mehr die Außenbahnen beackerten, ließ sich Pizarro (wie auch schon in der zweiten Halbzeit gegen Hoffenheim) häufig  gute zehn Meter hinter Almeida fallen und beteiligte sich am Spielaufbau. Eigentlich keine Besonderheit, doch gestern hatte er mit Almeida noch einen wirklichen Stürmer vor sich, der a) auch hoch anspielbar war und b) die Bälle wiederum für Pizarro ablegen konnte – eine Aufgabe die Pizarro zuvor in Personalunion schlecht selbst bewerkstelligen konnte. Trotzdem kann man seine Leistung gar nicht hoch genug bewerten. Großartiges Spielverständnis, gutes Auge, technisch ohnehin klasse. Die Lücke zwischen den defensiv überzeugenden, aber im Aufbauspiel verbesserungswürdigen Frings und Niemeyer und den kleinen Wirblern füllte er blenden aus. Es war, als hätte Werder endlich das fehlende Puzzlestück gefunden. Dazu nutzte Pizarro diesmal auch seine Chancen.

Nach einem zwar konzentrierten, aber etwas zähen Start war es Torsten Frings Pass, der das 1:0 einleitete. In dieser Situation hatte er am schnellsten gedacht, war den Niederländern um einen Schritt voraus und Werder brauchte es über die Stationen Özil, Almeida und Pizarro “nur” noch sauber zuende spielen. Almeidas punktgenaue Hereingabe ist dabei sicherlich ebenfalls hervorzuheben. Danach spielte sich Werder in einen Rausch und die Gäste fanden eine Viertelstunde lang keinen Weg, dem etwas entgegenzusetzen. Werder belohnte sich mit zwei weiteren Toren. Pizarro und Naldo behielten vor ihren jeweiligen Treffern die Nerven und schlossen überlegt ab. Gibt es einen anderen Innenverteidiger in Europa, der auf so viele unterschiedliche Weisen torgefährlich ist, wie Naldo? Kopfbälle, Freistöße und nun im Stile eines abgezockten Klassestürmers den Torwart verladen. Dazu in der Defensive oft im richtigen Moment aus der Viererkette gelöst und dadurch das Angriffsspiel unterbunden. Gerne hätte ich das bei seinem Nebenmann Mertesacker in den beiden Spielen zuvor gegen Janssen und Kroos auch gesehen! Mertesacker war auch gestern für mich neben dem übermotivierten Abdennour der einzige, mit dessen Leistung ich nicht ganz einverstanden war. Er war mit einer Grippe ins Spiel gegangen, was einerseits eine gute Entschuldigung, andererseits natürlich auch ziemlich leichtsinnig ist. Eine wirklich schlechte Leistung war es allerdings auch von ihm nicht. In der Spieleröffnung konnte er Pluspunkte sammeln. Mit Stürmer de Jong hatte er jedoch einige Probleme, weil dieser mit viel Körper- und Armeinsatz in die Luftzweikämpfe ging und sich so erstaunlich gut behaupten konnte.

Es war sicherlich noch nicht alles Gold, was da gestern im Weserstadion schon wieder sehr ansehnlich glänzte, aber es war eindeutig die beste Mannschaftsleistung des Jahres und ein Fingerzeig, wozu diese Mannschaft in der Saison noch fähig sein könnte. Das Comeback von Bargfrede macht zusätzlich Hoffnung. Thomas Schaaf steht nun jedoch vor dem Problem, über drei sehr gute offensive Mittelfeldspieler zu verfügen, die wunderbar harmonieren, nicht jedoch mit dem Zweiersturm Pizarro/Almeida zusammen aufgestellt werden können. Wäre Frings doch nur vier Jahre jünger! So dürfte es in den nächsten Spielen, in denen es nicht von der ersten Minute an einen Rückstand aufzuholen gilt, wieder auf die bekannte Formation hinauslaufen, mit Almeida als Backup für die Sturm- und Drangphase in den letzten dreißig Minuten. Alternativ könnte man natürlich auch einen der drei zuvor genannten auf der Bank lassen, am ehesten wohl Marin, der dann in der Schlussphase dem erschöpften Gegner Knoten in die Beine dribbelt. Nun geht es mit nur einem Tag Pause zum Auswärtsspiel nach Mainz. Eine ohnehin schwierige Aufgabe, bei der Werders Fitness und/oder Reservebank auf eine harte Probe gestellt werden.

Ein paar Randnotizen aus dem Stadion: Viertes Heimspiel in der Europa League, zum vierten Mal live vor Ort, vierter Sieg. Die Sicht vom VIP-Rang ist phänomenal, die Stimmung nicht so ganz. Genörgel über Özil allerorten und nur wenig Interesse fürs oder gar Verständnis vom Spiel. Ein wenig deplatziert fühle ich mich dort schon, auch wenn es vor dem Fernseher mit einer Tüte Chips TrailMix kaum weniger spießig ist. Dafür immer wieder Begegnungen mit altgedienten Werderspielern (diesmal Mirko Votava). Vor dem Stadion wäre ich dann fast noch von Aaron Hunt über den Haufen gerannt worden, der es wohl sehr eilig hatte, zu seinem Auto zu kommen. Gut so, Aaron, diesen Einsatz will ich von dir in den nächsten vier Jahren bei Werder weiterhin sehen!

22. Spieltag: Nun ja…

Hannover 96 – Werder Bremen 1:5

Nun ja, was soll man da groß schreiben? In Hannover trafen sich am Samstag um 15:30 zwei Mannschaften zum Fußballspielen. Eine davon setzte das Vorhaben in die Tat um, die andere hörte nach 10 Minuten schon wieder damit auf. Einen so schwachen Gegner, wie ihn Hannover 96 in der ersten Halbzeit abgab, habe ich in der Bundesliga noch nicht gesehen. Das war ja gar nichts! Müßig daher, Werders Leistung im Detail bewerten zu wollen.

Hannover ist seit langer Zeit der Lieblings-Sparringspartner unserer Mannschaft, hatte schon vor dem Spiel gegen keinen anderen Gegner so viele Gegentore in der heimischen AWD-Arena kassiert, wie gegen Werder. Die Grün-Weißen taten am Samstag genug dafür, dass es noch eine Weile so bleiben wird. Bei einem 5:1 kann und will ich nicht viel kritisieren, das ist Aufgabe des Trainers. Es dürfte klar sein, dass in den nächsten Spielen gegen Enschede und Leverkusen andere Kaliber warten. Die verbleibenden Probleme der Mannschaft sind ebenfalls bekannt: Özils Formschwäche (der immerhin gegen Hannover wieder gute Standards ausführte) sowie die gelegentliche Indisponiertheit der Viererkette. Das zentrale Mittelfeld gefällt mir mit Frings und Niemeyer wieder richtig gut. Man darf eines nicht vergessen, wenn man Frings mit Baumann vergleicht: Baumann hatte fast immer einen richtig guten, zweikampfstarken und ballsicheren Nebenmann (erst Ernst, dann Frings). Den hatte Frings in der Hinrunde über weite Strecken in Bargfrede, während der “Krise” jedoch aus verschiedenen Gründen nicht. Nun hat er mit Niemeyer wieder die nötige Unterstützung und schon läuft es wesentlich besser. Es gibt eigentlich keinen Grund, an dieser Aufstellung etwas zu ändern, auch wenn ich grundsätzlich ein System mit zwei Stürmern bevorzuge (Pizarro und Almeida standen in dieser Saison noch nicht einmal gemeinsam in der Startelf). “Party-Peter” wünsche ich jedenfalls ein richtig gutes Spiel am Donnerstag bei seinem Ex-Verein!

Ein paar Gedanken noch zu Naldo: Er wird mir (außerhalb der grün-weißen Vereinsbrillensicht) insgesamt zu schlecht beurteilt. Teilweise ist die Kritik an ihm berechtigt: Sein Stellungsspiel ist nicht immer erstklassig, seine Spielweise ist manchmal zu lässig und er hatte auch eine Phase, in der er völlig neben sich stand. Da hört es dann aber auch schon auf. Naldo gehört zu den zweikampfstärksten Spielern der Bundesliga, ist mit seiner Größe und seinem Timing beim Kopfball Fels in der Brandung im eigenen Strafraum und schaltet sich dazu mit seiner Torgefährlichkeit regelmäßig in die Offensive ein. Über 12 Tore in 31 Pflichtspielen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer mehr als glücklich (genau genommen wäre so mancher deutsche Nationalstürmer schon froh über 31 Pflichtspiele…)! Naldo bügelt seine gelegentlichen Schnitzer in der Defensive also mehr als aus. Es mag nun Leute geben, denen ein Weltklasseverteidiger ohne jegliche Torgefahr trotzdem lieber ist. Fair enough, aber bei der Bewertung des Spielers Naldo sollte man trotzdem nie dessen Torgefahr außen vor lassen.