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Wo sind all die guten Stürmer hin?

In meinem Abgesang auf Hugo Almeida habe ich es schon angesprochen: Werder hat in den letzten Jahren mit Ausnahme der Pizarro-Rückholaktion keinen außergewöhnlich guten Stürmer verpflichtet. Die Hoffnungen ruhen auf einem Reifeprozess bei Marko Arnautovic und dem eigenen Nachwuchs.

Deutschlandweites Problem

Immerhin steht Werder mit diesem Problem nicht alleine da. Die Anzahl an Stürmern von internationaler oder gar Weltklasse in der Bundesliga ist überschaubar. Mit Edin Dzeko verlässt der beste Angreifer des Landes nun die Bundesliga in Richtung Manchester. Auch in der Nationalmannschaft sieht es nicht viel anders aus. Nach dem Karriereende von Miroslav Klose dürfte auch dort eine Flaute bevorstehen.

Mit Gomez, Kießling, Helmes, Cacau und Podolski gibt es zwar einige gute Alternativen im nicht mehr ganz jungen Fußballeralter, doch keiner von ihnen genügt allerhöchsten Ansprüchen. Bei Gomez darf man noch am ehesten darauf hoffen, dass er die Lücke für einige Zeit schließen kann, doch trotz seiner überragenden Torstatistik in der Bundesliga fehlt ihm aus meiner Sicht ein gutes Stück zur Weltklasse. Die neuste Generation an Supertalenten, die in Richtung Nationalmannschaft drängt, besteht fast ausschließlich aus Mittelfeldspielern. Einen kommenden Stürmerstar kann ich dort jedoch nicht erkennen.

Verändertes Anforderungsprofil

Das Anforderungsprofil an eine Sturmspitze hat sich in den letzten Jahren so stark geändert, wie selten zuvor in der Geschichte. Vor einigen Jahren, als noch die meisten Mannschaften mit zwei Spitzen spielten, konnte man die unterschiedlichsten Stürmertypen miteinander kombinieren. Es störte nicht weiter, wenn einer von beiden ein reiner Strafraumverwerter war und der andere weite Wege ging, weil sie ihre Schwächen gegenseitig kompensieren konnten. Heute, in modernen 4-2-3-1 oder 4-3-3-Systemen ist dies nicht mehr so einfach möglich. Als alleinige Spitze muss ein Stürmer mehr denn je ein Alleskönner sein.

Auch die taktischen Aufgaben haben sich verändert. Immer mehr Mannschaften setzen auf eine “falsche Neun”, also einen Stürmer, der sich weit zurück ins Mittelfeld fallenlässt, um die Verteidiger aus der Viererkette zu locken. Die traditionellen Vollstreckeraufgaben rücken zwar nicht komplett in den Hintergrund, sind jedoch nicht mehr das wichtigste Kriterium für die Bewertung seitens der Trainer. Der Stürmer wird immer mehr zum Vorarbeiter für seine Mitspieler. Er schafft Räume, legt Bälle ab, wartet auf nachrückende Mittelfeldspieler. Spieler wie Ronaldo, Robben und Messi haben sich als Flügelspieler zu wahren Tormaschinen entwickelt, weil ihnen (unter anderem) ihre jeweiligen Sturmspitzen die Räume geschaffen haben.

Der doppelte Pizarro

Auch bei Werder ist diese Entwicklung zu beobachten. Pizarro ist schon lange nicht mehr der offensivste Spieler in der Mannschaft, sondern Marko Marin. Dies lässt sich in fast jedem Spiel an der Heat Map und an den Durchschnittspositionen erkennen. Pizarro lässt sich gerne tief fallen und schaltet sich so mit ins Mittelfeld ein. Ohne Mesut Özil fehlt seit dem Sommer zudem eine kreative Schaltzentrale im offensiven Mittelfeld, sodass Pizarros Arbeit dort umso wichtiger wurde. Am deutlichsten konnte man dies in der ersten Halbzeit gegen Dortmund sehen. Pizarros Fehlen machte sich nicht nur an der mangelnden Torgefährlichkeit bemerkbar, sondern auch im Aufbau unseres Angriffsspiels. Weder Almeida noch Wagner können diese Rolle so ausfüllen.

Was Werder in der Hinrunde zudem fehlte, waren die gefährlichen Läufe von den Flügeln vors Tor. Werder hat mit Marin, Arnautovic und mit Abstrichen Hunt eigentlich drei Spieler, die hierfür prädestiniert wären, doch viel zu selten gelang es ihnen auf diese Weise für Gefahr vor den gegnerischen Toren zu sorgen. Marko Marin hat etwa im Rückspiel gegen Sampdoria und im Heimspiel gegen Tottenham noch Angst und Schrecken verbreitet, wenn er mit dem Ball am Fuß in Richtung Strafraum gezogen ist. Seitdem ist ihm sein Timing völlig abhanden gekommen. Es ist jedoch nicht ausreichend, sich in dieser Hinsicht voll auf Pizarro zu verlassen, denn bei aller Klasse kann auch er nicht dauerhaft unsere Probleme im Mittelfeld und im Angriff lösen.

Nach Pizarro kommt das große Fragezeichen

Nun drängt sich geradezu die Frage auf, wer die Lücke schließen kann, die Pizarro eines (hoffentlich fernen) Tages bei Werder hinterlassen wird. Arnautovic ist vom Talent her ohne Zweifel in der Lage, in ein paar Jahren auf diesem Niveau zu spielen. Fraglich ist jedoch, ob er auch charakterlich dazu geeignet ist. Der Reifeprozess, den Werders Verantwortliche fast schon gebetsmühlenartig herbeireden, müsste dazu allerdings bald einsetzen, bevor sich der Spieler völlig ins Abseits geschossen hat.

Hoffnung macht indes Werders Nachwuchs in Gestalt von Lennart Thy und Pascal Testroet. Beide gehören zu den talentiertesten Stürmern ihrer Altersklasse und sollten den Sprung zu den Profis bald schaffen. Insbesondere Thy scheint ein echtes Multitalent zu sein und Pizarro auch in dieser Hinsicht nachahmen zu können. Verlassen will man sich bei Werder jedoch nicht darauf. Mit Denny Avdic hat man einen neuen Stürmer verpflichtet, über dessen Klasse man noch nicht viel sagen kann. Die Torquote in der schwedischen Liga dürfte bei Werders Ansprüchen kaum als Beleg ausreichen. Vom Typ her hinterlässt Avdic den Eindruck eines Allrounders, der Athletik, technische Qualitäten und Torgefährlichkeit vereint.

Noch ein, vielleicht zwei Jahre kann sich die zweite Reihe unseres Angriffs hinter Pizarros breiten Schultern verstecken. Danach werden sie sich an seinem langen Schatten messen lassen müssen.

Pascals Saison: Pascal wird Profi

Eine schöne Meldung kurz vor Weihnachten: Pascal Testroet wird Fußball-Profi!

Der 19-jährige hat am Sonntag seinen ersten Profivertrag bei Werder unterschrieben. Damit ist auch seine sportliche Zukunft vorerst geklärt, denn der neue Vertrag läuft bis 2012. Pascals alter Vertrag wäre im Juni 2010 ausgelaufen. In den letzten Wochen hatte sich dieser Schritt angedeutet, obwohl es auch Anzeichen für ein erneutes Interesse seines Ausbildungsvereins Schalke 04 gab. Auf dem Papier ist der nächste große Schritt in Pascals Karriere nun also getan – sportlich steht er ihm noch bevor. Das Debut in der Profimannschaft dürfte jedenfalls ganz weit oben auf seinem Wunschzettel stehen. Trotz des Zeitpunkt ist der neue Vertrag kein Weihnachtsgeschenk, sondern die Belohnung für starke Leistungen in der 3. Liga, wo Pascal weiterhin Werders bester Torschütze ist.

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Pascals Saison: Der lange Weg zum Fußballprofi

In der dritten Liga läuft es für Pascal Testroet in dieser Saison gut. Man könnte sogar sagen richtig gut – wären da bloß nicht diese Verletzungen. Nachdem er einen Bänderriss überstanden hatte und sich mit bereits drei Doppelpacks in der laufenden Saison in toller Form präsentierte, verpasst er wohl nun durch eine neuerliche Verletzung die große Chance auf sein Debut in Werders Profiteam. Diese Chance hätte der beste Torschütze aus Werders U23-Mannschaft wiederum dem Verletzungspech seiner Mannschaftskameraden zu verdanken gehabt.

Claudio Pizarros Einsatz im Bundesligaspiel morgen gegen Nürnberg ist noch unklar. Hugo Almeida ist nach langer Pause körperlich noch nicht wieder auf der Höhe. Marcelo Moreno verletzte sich bei seinem Auftritt im Pokal gegen Kaiserslautern ebenso wie Torsten Oehrl, Pascals Sturmkollege aus der zweiten Mannschaft, der am Mittwoch sein erstes Tor für die Profis erzielt hatte. Neben dem gesetzten Marko Marin stehen damit nur noch Markus Rosenberg und Said Husejinovic für den Angriff zur Verfügung. Beide haben bei Thomas Schaaf momentan nicht die besten Karten: Rosenberg wurde letztes Wochenende aus dem Spieltagskader gestrichen und musste im Pokal 90 Minuten auf der Bank sitzen. Husejinovic gehört zu den drei Spielern, die in der letzten Transferperiode verkauft werden sollten und nun nicht mehr eingesetzt werden. Am Mittwoch stand er zum ersten Mal in dieser Saison im Kader. Es hätte Pascals große Chance sein können.

Nun hat er sich am Mittwoch im Training eine Fußverletzung zugezogen und wird vermutlich nicht rechtzeitig bis zum Spiel wieder fit. Im Fußball sind es oft diese kleinen Zufälle, die über den Durchbruch eines Spielers entscheiden können. Teamkollege Oehrl hat es vorgemacht: Er war häufig zwischen erster und zweiter Mannschaft gependelt, stand teilweise an einem Wochenende bei zwei Spielen im Kader. Am Mittwoch konnte er sich mit seinem Tor für weitere Einsätze empfehlen. Seinen Einsatz über 45 Minuten hatte er Morenos Verletzung zu verdanken. Eine ähnliche Situation hätte auch Pascals Profikarriere ankurbeln können. So heißt es für ihn nun weiterhin hart zu arbeiten, in der dritten Liga Leistung zu bringen und auf die nächste Chance zu warten. Irgendwann wird er sie bekommen und hoffentlich auch nutzen. Doch wann?

Es ist Pascals erste “richtige” Saison im Herrenbereich, letzte Saison spielte er bekanntlich noch A-Jugend. Ein zu früher Einsatz in der Bundesliga kann die Entwicklung auch bremsen, dem Spieler fälschlicherweise signalisieren, er hätte schon viel erreicht. Auch die Öffentlichkeit könnte falsche, überzogene Erwartungen schüren, denen der Spieler (noch) nicht entsprechen kann. Man bedenke zum Beispiel die ersten Einsätze von Kevin Schindler oder Martin Harnik in Werders Profikader. Auf der anderen Seite kann der Schritt in den Profifußball auch zu spät kommen, bzw. gar nicht. Wer nach einigen Jahren in der zweiten Mannschaft eines Profivereins den Sprung in den A-Kader nicht geschafft hat, der wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr schaffen. Die betreffenden Spieler sehen sich dann zumeist von selbst nach einem Arbeitgeber um, oder es wird ihnen vom Verein nahegelegt.

Zur Veranschaulichung zwei Beispiele: Ein ehemaliger Amateurspieler von Werder Bremen, dessen Namen ich nicht nenne, erzählte mir folgende Geschichte: Im Sommer 1997 gehörte er zu Werders Amateurkader. Trainer war damals ein gewisser Thomas Schaaf. Dessen Kollege bei den Profis, Dixie Dörner, stand bei Fans und Vereinsführung nach schwachem Saisonstart in der Kritik. Ein internationales Blitzturnier auf Teneriffa sollte die Mannschaft fernab vom Medienrummel zurück in die Spur bringen. Der Profikader wurde dabei um einige Amateure ergänzt; darunter auch besagter Spieler. Was folgte war eines der dunkelsten Kapitel in Werders Nachkriegsgeschichte. Gegen Gastgeber CD Teneriffa kassierte Werder eine 0:4-Klatsche. Torjäger Roy Makaay fertigte Werder in nur 16 Minuten mit einem Viererpack (!) ab. Vor dem Spiel am nächsten Tag gegen Atletico Madrid herrscht höchste Anspannung. Das Schicksal des Trainers steht auf dem Spiel. Dieser nimmt einige Umstellungen an der Mannschaft vor, setzt einige Amateure auf die Bank (meiner Erinnerung nach behauptete der besagte Spieler, in diesem Spiel zum Einsatz gekommen zu sein, was sich in der Spielstatistik jedoch nicht erkennen lässt). Werder spielt desolat, verliert das Spiel mit 0:8. Damit sind Dörners Tage auf der Trainerbank gezählt und auch der besagte Spieler beendet einige Zeit später demotiviert seine Karriere. Auslöser sei dieses Spiel gegen Atletico gewesen. Nach ein paar Jahren auf Regionalliganiveau hätte er gedacht, dass ihm niemand mehr etwas vormachen könnte. Spieler wie Christian Vieri und Juninho belehrten ihn wohl eines besseren. Der Schritt zum Profifußball war eindeutig zu groß.

Das zweite Beispiel betrifft ebenfalls einen ehemaligen Werder-Amateur, der inzwischen bei Borussia Wuppertal in der 3. Liga aktiv ist. In diesem Fall nenne ich den Namen: Mario Neunaber. Ich lernte Mario während meines Studiums kennen. Im Jugendbereich hatte er mit einigen Freunden von mir zusammen bei VfL 07 Bremen gespielt. Mit 13 wechselte er zu Werder Bremen. Er gehörte zu den wenigen, die es bei Werder durch den Jugendbereich bis in die Amateurmannschaft geschafft hatten. Ein echtes Eigengewächs. Doch dann ging es nicht mehr weiter. Der erhoffte Sprung zu den Profis blieb aus und Mario wechselte im Januar 2004 zu Sachsen Leipzig. Es folgte eine bewegte Karriere über die Stationen Preußen Münster, Kickers Emden, FC Ingolstadt und nun schließlich Wuppertal. Mit Ausnahme einer Saison in der 2. Bundesliga spielte er ausnahmslos in Liga 3. Bedenkt man, wie viele Spieler beim Kampf um eine Profilaufbahn auf der Strecke bleiben, ist das eine herausragende Leistung. Den großen Schritt zum “richtigen” Bundesligaprofi hat er trotzdem nicht geschafft.

Vielleicht reichte in beiden Fällen das Talent für eine große Fußballkarriere einfach nicht aus. Auch wenn man die Rolle des Zufalls* nicht unterschätzen sollte, wenn es um den Einstieg ins Profigeschäft geht, liegt es doch am Spieler selbst, seine Chance zu nutzen, wenn sie sich bietet. Und einmal bietet sie sich jedem. Früher oder später wird sich für Pascal Testroet eine ähnliche Situation wie an diesem Wochenende ergeben. Hoffentlich wird es für ihn der richtige Zeitpunkt sein. Denn dass er das Zeug zum Fußballprofi hat, ist nicht nur in Bremen unbestritten.

* Wahlweise durch “Schicksal” oder “Fußballgott” ersetzen.

Edit: Zum zweiten Mal schreibe ich über eine Verletzung, wegen der Pascal Testroet beim nächsten Spiel nicht dabei sein kann – zum zweiten Mal steht Pascal noch am selben Tag trotzdem auf dem Platz. Vielleicht sollte ich ihm jede Woche eine Verletzung andichten…

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Pascals Saison: Alles Gute zum Geburtstag!

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Pascal Testroet feiert heute seinen 19. Geburtstag. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch!

Pascal hat sich vor einigen Wochen einen Bänderriss zugezogen und muss seit der o:1-Niederlage gegen Jahn Regensburg Anfang des Monats pausieren. Seine Mannschaftskollegen müssen heute um 14 Uhr ohne ihn beim FC Carl Zeiss Jena antreten. Hoffentlich wird der Junge bald wieder fit.

Hier noch ein Video von einem Auftritt im Sportblitz bei Radio Bremen TV vom 3. September (Video lässt sich leider nicht einbetten):

Pascal Testroet zu Gast im Sportblitz

Pascals Saison: Bratwurst mit Spinat

In diesem Eintrag möchte ich euch Pascal Testroet (sprich: Testrot) vorstellen, einen achtzehnjährigen Stürmer, der aktuell in der Nachwuchsmannschaft des SV Werder Bremen spielt. Ich werde Pascals Entwicklung in der Saison 2009/2010 genau unter die Lupe nehmen und hier im Blog dokumentieren. Zunächst ein wenig zu seinem bisherigen Werdegang:

Pascal Testroet spielt seit gut einem Jahr bei Werder. Er war nach Sebastian Boenisch und Mesut Özil der dritte junge Spieler, der innerhalb eines Jahres vom FC Schalke an die Weser wechselte. Ähnlich wie Özil war Pascal bei seinem ehemaligen Arbeitgeber in Ungnade gefallen, wo er seit 2000 die Jugendmannschaften erfolgreich durchlaufen hatte. Nach Bekanntgabe seines Wechsels im März 2008 wurde er aus dem A-Jugend-Kader der Knappen gestrichen und absolvierte kein Pflichtspiel mehr.

Im Juli 2008 kam Pascal dann nach Bremen und spielte zunächst für die U 19 in der A-Jugend-Bundesliga, wo er mit einem Dreierpack gegen den VfL Wolfsburg gleich einen bleibenden Eindruck hinterließ. Seine guten Leistungen brachten Pascal immer wieder in den Kader der U 23, die in der 3. Liga um den Klassenerhalt spielte. Dort wurde er meist in der Schlussphase eingewechselt und musste sich erst mit den höheren Anforderungen zurechtfinden. So schoss er in 11 Spielen in der dritten Liga nur ein Tor, konnte jedoch wertvolle Erfahrung im Profibereich sammeln. In der U 19 lief es vielleicht auch deshalb umso besser. In 12 Spielen erzielte er 15 Treffer und blieb insgesamt nur in zwei Spielen ohne Torerfolg. Damit war er trotz seiner wenigen Einsätze Torschützenkönig und einer der Garanten für den Gewinn der Meisterschaft in der Bundesliga Nord/Nordost.

Eine Enttäuschung erlebte Pascal in der darauf folgenden Endrunde um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Nach einem 1:0 Auswärtssieg im Hinspiel verlor Werders U 19 gegen den späteren Meister Mainz 05 zuhause mit 0:3 und schied aus. Der erste nationale Titel blieb ihm somit noch verwehrt. Damit sich dies in Zukunft ändert, peilt Pascal für diese Saison den Sprung in Werders Bundesligamannschaft an. Das Talent dazu wird ihm von allen Beobachtern zugesprochen, doch der Weg dorthin wird hart. Mit Claudio Pizarro, Hugo Almeida, Markus Rosenberg und Marcelo Moreno hat Werder vier etablierte Stürmer in seinen Reihen. Dazu kommt, dass Trainer Schaaf die Mittelfeldspieler Aaron Hunt und Marko Marin neuerdings (wieder) im Angriff einsetzt. So muss sich Pascal erst einmal in der U 23 etablieren, für die er in den ersten sieben Spielen bereits drei Tore erzielt hat. Doch auch die Konkurrenz im Nachwuchsbereich ist groß. Torsten Oehrl und Marko Futacs sind dem Profikader derzeit noch etwas näher als er.

Ich bin gespannt, ob Pascal es bereits in dieser Saison schafft, den Anschluss an den Bundesligakader zu finden. Zu gönnen wäre es ihm schon allein deshalb, weil er sich auf dem Fragebogen, den die Spieler vor der Saison für das Werder-Magazin ausfüllen müssen, angenehm von den ganzen Pasta-Fetischisten abhebt. Die Frage nach seinem Lieblingsessen beantwortete er mit einer eher ungewöhnlichen Kombination: Bratwurst mit Spinat.

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18mal18 und Pascal Testroet

Vor einigen Tagen startete 18mal18, ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Fußballblogger, das von Robert ins Leben gerufen wurde. Bei 18mal18 schreiben 18 Autoren über je einen 18-jährigen Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Ich freue mich darauf, bei dem Projekt mitzumachen und werde in ab sofort Werders Nachwuchsspieler Pascal Testroet durch die Saison begleiten. Die Artikel dazu erscheinen sowohl bei 18mal18 als auch hier im Blog – unter der neuen Kategorie “Pascals Saison”.

Ende der Woche geht es los.