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Lebenszeichen

Da ich seit nunmehr zehn Tagen mein Wohnzimmer renoviere (morgen dürfte es dann fertig werden), war es in der letzten Zeit sehr ruhig hier. Von Werders Spiel in Freiburg habe ich bis auf ein paar Höhepunkte noch immer nichts gesehen und konnte so auch nicht viel sinnvolles dazu schreiben. In der aktuellen Situation wird jedes Positivereignis gerne mitgenommen, auch der traditionelle Sieg in Freiburg. Für mich war dies das letzte Spiel in dieser Saison, in dem man nicht unbedingt punkten musste. Sieben der bisherigen acht Spiele der Rückrunde waren gegen Mannschaften der oberen Tabellenhälfte. Köln ist mit seiner neuen Heimstärke auf bestem Wege aus der Abstiegsgefahr.

Nun geht es noch gegen sieben direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt, darunter auch alle vier Teams, die derzeit hinter Werder stehen. Gegen Gladbach hat man zum ersten Mal die Möglichkeit, sich im direkten Duell ein Stück weit abzusetzen. Gleiches gilt auch für die kommenden Heimspiele gegen Stuttgart, Schalke und Wolfsburg sowie die Auswärtsspiele in Frankfurt und St. Pauli. Wenn man den leichten Aufwärtstrend bestätigen kann, können die Punktgewinne gegen Leverkusen, Hannover und Mainz noch Gold wert sein und Werder muss doch nicht bis zum letzten Spiel in Kaiserslautern zittern.

Doch nun geht’s erst mal gegen den Tabellenletzten Gladbach. Auf Einladung von ZEIT ONLINE darf ich heute mal wieder ins Stadion und meine Gedanken zum Spiel live auf @zeitonlinesport twittern. Falls ihr Lust habt mir dort zu folgen – ich würde mich freuen!

26. Spieltag: Live-Blog

Da Twitter leider während des Werderspiels Wartungsarbeiten durchführt und ab 19 Uhr für eine Stunde down sein wird, gibt es heute statt Live-Tweets ein Live-Blog. Ist mir lieber als mitten in der Übertragung abzubrechen. Mit dem Hashtag #svwx könnt ihr direkt von Twitter Kommentare schreiben.

Ab ca. 16:30 geht es los.

Live-Blogging vs. Twitter

Als ich vor knapp 10 Wochen (länger ist es wirklich noch nicht her) beschlossen habe, mein Blog fortzusetzen, war es mein großer Wunsch, wann immer möglich auch live von den Werderspielen zu bloggen. Ich hatte allerdings wenig Ahnung von den technischen Dingen. Selbst programmieren kam nicht in Frage und mit den verfügbaren Live-Blogging-Tools kannte ich mich auch nicht aus. Dazu kommt, dass selbst viele wirklich gute Live-Blogger mit mehreren Jahren Erfahrung nur eine Handvoll Leser anlocken, die dann auch kommentieren. Als blutiger Anfänger sah ich da nicht wirklich eine Chance für mich.

Daher entschloss ich mich, Twitter als Live-Blogging-Alternative zu nutzen. Über Twitter erreicht man schnell und unkompliziert eine Vielzahl an Menschen. Statt Interessenten erst auf die eigene Website zu lotsen, können diese ganz problemlos bei Twitter mitlesen und darüber auch ihren eigenen Senf zu den Spielen abgeben.

Abgesehen davon ist Twitter nicht wirklich mit einem Live-Blog vergleichbar. Die Beschränkung auf 140 Zeichen macht sich im Ergebnis deutlich bemerkbar. Es hat eher den Charakter eines Tickers, der schnell und direkt über die wichtigsten Ereignisse informiert. Ausführliche Beschreibungen einer Situation, etwa der Entstehung eines Tores, sind kaum möglich, es sei denn man verteilt sie auf mehrere "Tweets". Die "Follower" werden es einem kaum danken, denn durch die ohnehin schon hohe Taktfrequenz kann man den Leuten auch schnell auf die Nerven gehen.

Mein Fazit nach 10 Wochen "Live-Tweeting" ist dennoch weitgehend positiv. Das Feedback ist gut und Spaß macht es auch. Inzwischen sind auch die meisten Fußball-Blogger bei Twitter vertreten, so dass sich die Kommunikation tendenziell aus den Blogs zu Twitter verlagert. Ich sehe das aber nicht als Bedrohung für die Blogs, im Gegenteil. Ohne Twitter hätte ich heute wohl nicht annähernd so viele Leser, wie ich heute habe. Und wegen des 140-Zeichen-Limits werden die Sachdiskussionen auch weiterhin in den Blogs stattfinden.

Ich habe in den letzten Tagen trotzdem ein bisschen mit Live-Blogging-Software herumgespielt. Ich weiß noch nicht genau, ob ich sie in Zukunft auch selbst einsetzen werde, doch es wird trotzdem ab sofort Live-Blogging auf dieser Seite geben: Mein Freund Gino ist ein selbst ernannter Kenner der europäischen Fußballszene und wird uns unter der Überschrift "Gino Basteri's Live Blog" an seiner Expertise teilhaben lassen. Ich habe ihm freie Hand bei der Auswahl der Spiele gelassen, mit Ausnahme von Werderspielen und Spielen, die zeitgleich dazu stattfinden. Das "Idiotenapostroph" werde ich ihm hoffentlich noch austreiben…

Erster Termin ist morgen (Samstag) mit dem Länderspiel Deutschland gegen Liechtenstein. Ich bin gespannt, wie Gino sich schlägt!

Wie ich einmal Kevin Kuranyi entlassen habe

Screenshot

Viele von euch werden vorgestern die Meldung mitbekommen haben, dass Schalke 04 Kevin Kuranyi entlassen habe. Über die Vereinswebsite war die Information veröffentlicht worden, von wo sie Bild-Online ungeprüft übernahm. Über Twitter bin ich während des Länderspiels Deutschland-Norwegen darauf aufmerksam geworden, wo User @elcario die Bild-Schlagzeile verlinkt hatte. Ich habe die Meldung kurz überflogen und mir nichts weiter dabei gedacht. Schließlich lief nebenbei ja noch das Länderspiel. Wenn ich den Bild-Artikel aufmerksamer gelesen hätte, hätte ich eigentlich misstrauisch werden müssen, denn als Quelle war nur die Schalke-Website angegeben.

Ich hatte vorher am Tag schon von der Sicherheitslücke bei TYPO3 gehört. Auch der Hack der Website von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am selben Tag war mir bekannt. Ich habe sogar noch kurz vorher gelesen, welche Bundesligisten TYPO3 für ihre Websites verwenden. Kurz: Ich hätte merken müssen, dass da etwas faul ist. Habe ich aber nicht. Stattdessen habe ich die Nachricht über Twitter kommentarlos weiterverbreitet.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Informationen über Twitter verbreiten, ist jedoch nicht nur ein Nachteil. Bereits wenige Minuten später erhielt ich von @Pillendreher einen Hinweis, dass die Schalke-Website gehackt wurde und Kuranyis Entlassung eine Fehlinformation war. Auch diese Nachricht verbreitete ich weiter. Hier zeigt sich eine der Stärken von Twitter: Auf falsche Informationen kann viel schneller reagiert werden, als in allen anderen Medien. Während einige Online-Presseportale (wie üblich) noch ungeprüft die Bild-Meldung übernahmen, wusste man auf Twitter schon längst, dass es sich um eine Ente handelte.

Screenshot2

Ich will hier an dieser Stelle kein Medien-Bashing betreiben (dazu ist hier im Blog der HSV vorgesehen), doch ein wenig bedenklich stimmt mich die ungeprüfte Verbreitung der Fehlinformation schon. Es ist eine Sache, wenn dies auf Twitter passiert, wo hauptsächlich "Privatleute" schreiben und Informationen immer mit Vorsicht zu genießen sind. Eine andere Sache ist, wenn sich diese Fehlinformationen über die "seriösen" Medien verbreiten, denen ein ganz anderes Vertrauen entgegen gebracht wird. Mehr zu diesem Thema gibt es bei dogfood.

Was mich wirklich überrascht hat, war Kuranyis Reaktion ("Ich habe sofort Urlaub gebucht"), der den Zwischenfall mit wesentlich mehr Humor nahm, als sein Arbeitgeber. Und hier werde ich jetzt wirklich misstrauisch. Wenn Kevin Kuranyi einen Hauch von Selbstironie zeigt und mir damit sogar für eine kurzen Moment ein kleines bisschen sympathisch wird – war das dann vielleicht nicht doch alles ein gut inszenierter PR-Gag?