Tuttur Cup geht an Werder – Belek Tag 5

Und wieder geht ein weiterer Tag im Werder-Trainingslager in Belek zu Ende. Am Vormittag stand noch eine kleine Einheit an, die auf Grund der frühen Abfahrt zum Spiel gegen den VFL-Wolfsburg nur mit den Spielern voll durchgezogen wurde, die nicht eingesetzt werden sollten.

Werders A-Elf beim Morgentraining

Werders A-Elf beim Morgentraining / Bild:MeineSaison.de/Cario

Spielbericht Werder Bremen – VFL Wolfsburg

Unter den Augen von etwa 180 Zuschauern setzt Werder nach 5 gespielten Minuten ein erstes Zeichen. Arnautovic wird auf der rechten Seite freigespielt und sucht den Doppelpass mit Ekici, der in die Mitte durchstartet. Dessen Schuss ist aber kein Problem für Keeper Hitz. In der 10. Minute zeigt sich dann Wolfsburg ein erstes Mal. Nach einem langen Ball aus der Mitte kommt Jönssen zum Abschluss, aber das ist kein Problem für Strebinger. Nach 26 Minuten ergibt sich eine weitere Chance für die Niedersachsen, als Naldo nach einer VFL-Ecke zum Kopfball kommt, der Ball aber das Ziel knapp verfehlt. Wolfsburg spielte nun mit mehr Konzentration und kam zu einer Reihe aussichtsreicher Situationen. So scheitern Hasebe und Orozco mit Versuchen an Strebinger. Es dauerte bis zur 40. Minute, bevor es wieder vor dem Tor der Wolfsburger gefährlich wurde. Nach einem Freistoß von Ekici verpasst Akpala in der Mitte. Ähnliches nach 45 Minuten, als Ekici einen Eckball hereinbringt, Torhüter Hitz unter dem Ball durchtaucht und Akpala das Spielgerät nicht mehr drücken kann. Mit einem 0:0 ging die eher ereignislose Partie in die Pause.

Sonne satt für die Trainerbänke

Sonne satt für die Trainerbänke / Bild:MeineSaison.de/Cario

In der zweiten Halbzeit war es einmal mehr Arnautovic, der sich im Zweikampf auf der linken Seite durchsetzt und mit einem Fernschuss für Gefahr sorgt. Hitz kann diesen allerdings zur Ecke klären. In der 55. Minute konnte sich Richard Strebinger einmal mehr beweisen, als er einen strammen Schuss von Josue mit guter Parade zur Ecke klärt. Der anschließende Eckball sorgt allerdings fast für die Führung der Wölfe. Kyrgiakos und Palovic gehen gemeinsam zum Kopfball hoch und der Ball landet knapp neben dem rechten Pfosten. Ein Abpraller sorgt letztendlich doch für die Führung der Wölfe. Kalenberg springt der Ball vor die Füße, dieser sieht Klich in den Strafraum starten und passt hinein. Klich lässt Strebinger mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance und markiert dass 0:1 für den VFL Wolfsburg. Eine Führung, die auf Grund der besseren Chancen nicht unverdient ist. Fast wurde die Führung nur Sekunden nach dem 1:0 noch weiter ausgebaut, Strebinger verhinderte aber mit einer guten Reaktion im Duell gegen den durchgelaufenen Lakic einen höheren Rückstand. In in der 73. Minute hatte Arnautovic genug gesehen, schnappte sich das Leder nach überragendem Zuspiel von Bargfrede auf der linken Seite und setzte sich in unnachahmlicher Art gegen seinen Gegenspieler durch. Mit einem trockenen Schuss überwand er Hitz und stellte den Ausgleich her. Nun war Werder wieder wach und übernahm das Spielgeschehen. Ein Arnautovic-Freistoß in der 79. Minute verfehlt das Ziel aber deutlich. Der fleißige Ignjovski erobert sich den Ball in der 83. Minute und startet in den Strafraum. Der Querpass landet abermals bei Arnautovic, dessen Abschluss aber am kurzen Eck vorbeifliegt. Zwei Minuten später kommt Yildirim nach einer Ekici-Flanke an den Ball, kann diesen aber freistehend nicht für den Führungstreffer nutzen. In der 88. Minute jubelten dann erneut die Werderfans über einen Treffer. Ein Eckball von Ekici wird von Pavlovic verlängert, am langen Pfosten lauert Felix Kroos und schiebt den Ball ins Gehäuse. Es sollte nur noch einmal für die Bremer gefährlich werden, als kurz vor Schluss Lakic der Ball im Strafraum vor die Füße springt. Strebinger ist aber auf dem Posten und hält im Nachfassen den Werdersieg fest. Es war erst der zweite Torschuss des Kroaten nach 90 Minuten Spielzeit.

Analyse

Taktisch vertraute Thomas Schaaf wieder seinem 4-1-4-1. Die erste Halbzeit war über weite Stecken zum Vergessen. Füllkrug und Röcker bekamen auf links keinen Angriff konsequent gespielt, Akpala in der Mitte gar nicht in Tritt. Mit der Auswechslung von Akpala nahm das Spiel endlich Fahrt auf. Ohne einen echten Mittelstürmer wurden die Angriffe über die Flügel konsequenter vorgetragen. Vor allem der Willen und die Überzahl im Mittelfeld sorgte dafür, dass Werder die Partie noch drehen konnte. Yildirim zeigte, dass er auch auf dem Flügel etwas beisteuern kann und könnte eine Alternative für die Rechte Seite werden, sollte Arnautovic im Laufe der Saison die Puste aus gehen. Jener machte nach dem Seitenwechsel auf links allerdings eine richtig gute Figur und überzeugte mit starken Antritten und enormer Schnelligkeit. Auf Seiten des VFL-Wolfsburg sorgte Naldo bis zu seiner Auswechselung für viel Sicherheit im Defensivverbund. Insgesamt war vor allem die Leistung der eingewechselten Wolfsburger sehr schwach, bis auf den Polen Klich konnten keiner für Akzente sorgen. Sportlich war diese Partie sicher ein Muster ohne Wert, aber für die eingesetzten Spieler eine tolle Möglichkeit sich weiter zu empfehlen.

Einzelbewertung

Strebinger: Zwei kleinere Unsicherheiten, zeigte gute Paraden gegen Lakic und Orozco. 2-
Ignjovski: Defensiv bis zum Gegentor sicher, in der zweiten Halbzeit offensiver Abräumer mit viel Einsatz: 2-
Lukimya: Fischte vieles weg und musste oft für Pavlovic aufräumen. 2-
Pavlovic: Gute Ansätze, aber lässt Gegenspielern noch zu viel Luft. Spieleröffnung verbesserungswürdig. 3-
Röcker: Wurde viel allein gelassen, häufig ohne Not zu hastig: 3-
Bargfrede (bis 87.): Machte seine Sache sehr gut, starke Vorlage vor dem Ausgleich, verletzte sich leider: 2+
Füllkrug (bis 45.): Konnte keine Akzente setzen und passte viel zu ungenau. 4-
Ekici: Mit viel Licht und Schatten. Gute Pässe und Übersicht, trennt sich noch zu langsam vom Ball. Gute Ecken. 3+
Arnautovic: Nahm das Spiel in die Hand, ackerte enorm und mit dem wichtigen Ausgleich. 1-
Wurtz (bis 45.): Wenig zu sehen, fand sich mit seiner Rolle nicht zu recht. 4
Akpala (bis 70): Totalausfall. Im Antritt enttäuschend langsam. 5
Trybull (ab 45.): Versuchte das Spiel zu beschleunigen, leider noch zu ungenau im Abspiel und devensiv nicht robust genug. 3-
Yildirim (ab 45.) Machte viel Wirbel über rechts. Noch mit Schwächen im Zweikampf aber einem schönen Solo. 3+
Kroos (ab 70.): Hinten rechts sehr sicher, stand beim Tor goldrichtig. 2+
Fritz (ab 87.): Durfte noch für den verletzten Bargfrede aushelfen. nzb

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