Twente vs. Enschede

An dieser Stelle sollte eigentlich ein etwas längerer Blogeintrag über unseren heutigen Gegner stehen. Leider reichten meine Zeit und Energie diesmal nicht dafür. Nicht ganz so schlimm, da Werder vor gerade mal acht Monaten in der Europa League gegen Twente gespielt hat. Auch wenn es im Sommer einige Veränderungen im Kader gab, sollte das Team also noch einigermaßen in Erinnerung sein.

Ansonsten gibt es nachher im Live-Blog noch ein paar Details zu Mannschaft und Taktik unseres Gegners.

Zum auswendig lernen vor dem Anpfiff nur eine Sache: Der Verein heißt FC Twente ’65 und da gehört genauso wenig ein “Enschede” dran, wie an den FC Schalke 04 ein “Gelsenkirchen”. Da das aber wohl ein frommer Wunsch bleiben wird (ich selbst sage und schreibe ja auch immer wieder mal “Twente Enschede”), ein Kompromissvorschlag: Wenigstens in der Kurzform “Twente” sagen, nicht “Enschede”. Bloß weil Werders Spieler, Trainer und Verantwortlichen es nicht für nötig halten, den Namen ihres Gegners (“Genua”) zu wissen, heißt das nicht, dass wir Fans es genauso machen müssen. Wir sollten schließlich wissen, von wessen Hooligans wir vor oder nach dem Spiel verprügelt werden.

Artikel teilen

    15 Gedanken zu „Twente vs. Enschede

    1. Bei Schalke gehört zwar hinten kein Gelsenkirchen mehr dran, aber vorne. “FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V.” wäre die korrekte Schreibweise. Die wird aber in der Regel nicht verwendet, sonst wäre sie ja auch bekannter.
      Dass man hierzulande oft dazu übergeht noch den Namen der jeweiligen Stadt hinzuzufügen finde ich im Übrigen gar nicht schlimm. Einerseits ist das sicherlich der Gewohnheit geschuldet, dass unsere Klubs in der Regel nach ihren Herkunftsstädten/Stadtteilen benannt sind, andererseits kann man die Klubs so direkt in eine Region einordnen. Dass dieser Umstand vielen ein Dorn im Auge ist, kann ich aber bei Twitter an jedem Spieltag der Premier League beobachten. So kann man dann eben auch die Kenner von den Laien unterscheiden, denn jemand, der was von sich hält, sagt bestimmt nicht “Arsenal LONDON” ;-)
      Für heute Abend wünsche ich euch auf jeden Fall viel Erfolg und hoffentlich 3 Punkte.
      PS: Beim kicker schreibt man auf jeden Fall auch “FC Twente Enschede”. Amateure!

    2. Wie gesagt, ich hab auch schon oft Twente Enschede gesagt, aber was mich eher stört sind die Abkürzungen, bei denen der Vereinsname ganz weggelassen wird. Wenn rund um das Spiel gegen Sampdoria Spieler, Trainer, Journalisten und Fans nur von “Genua” sprechen, dann ist das zum einen falsch und zum anderen mangelnder Respekt vor dem Gegner, weil Genua eben der Lokalrivale ist. Bei “Mailand” ist es noch schlimmer, weil man dann überhaupt nicht mehr weiß, wer gemeint ist. Aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Was nicht heißt, dass ich aufgebe ;-)

      Ich wünsche dem FC Gelsenkirchen heute auch viel Erfolg!

    3. Okay, wenn man einen Verein nur “Genua” nennt, in dessen Namen das gar nicht vorkommt, ist das unschön. Andererseits wäre “Sampdoria Genua” vielleicht nur halb so schlimm. Aber was weiß ich schon vom italienischen Fußball. Bei den Mailänder Klubs ist die Krux ja die, dass in beiden Vereinsnamen tatsächlich “Milan” bzw. “Milano” vorkommt. Es wäre also in beiden Fällen nicht falsch “Mailand” zu sagen. Das ist mir aber ohnehin bislang so nicht aufgefallen. Meinem Befinden nach sprechen die meisten von “Inter” und “Milan”, wo mir dann eigentlich klar ist, wen man meint.

      1. Gegen Sampdoria Genua hab ich gar nicht so viel einzuwenden (auch wenn die Sampdoria-Fans ihren Spaß hatten, als sie die Ankündigungsposter zum Spiel gesehen haben. Die dachten wohl sie kommen zum Derby ;-)

        Streng genommen kommt Mailand nur bei Inter vor. Kein Italiener würde jemals AC Milano sagen, da wird immer der englische Name verwendet. Darum geht’s mir aber nicht, sondern darum, dass wohl jeder halbwegs an Fußball Interessierte diese beiden Vereine kennt. Und da ärgert es mich, wenn Profifußballer, die bei entsprechenden Angeboten sofort zu diesen Vereinen wechseln würden, einfach nur lapidar vom “Spiel gegen Mailand” sprechen. Vielleicht ist mir das auch nur aufgefallen, weil wir vor zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit gegen Inter und Milan gespielt haben ;-)

    4. Genauso hab ich es aber verstanden… ;-)

      Nein nein, Du hast recht, eigentlich sollte sowas nicht passieren. Zeigt in meinem Fall zweierlei: Meine Beschäftigung mit dem Gegner bestand darin, mir auf Kicker Online den aktuellen Stand der niederländischen Tabelle anzugucken (ich denke, das kommt aus meinem Beitrag auch raus…) und zum anderen, wie stark ich den Medien und ihrer Berichterstattung Glauben schenke…

      1. Nein, auf Deutsch ist das ja auch ok. Nur offiziell heißt der Verein “Associazione Calcio Milan”, auch in Italien (im Gegensatz zu “Internazionale Milano”). Solange man Inter oder AC davor setzt, weiß man ja, was gemeint ist.

    5. Hmmm. Ganz schöner Kleinscheiß in meinen Augen, aber lieber so ne Diskussion als garkeine… :D

      Dann möchte ich gerne dass ihr das nächste mal nicht sing “Wir sind Werder Bremen”. sondern “Wir sind ein Teil von Werder Bremen”, oder, so ihr nicht Mitglieder seid, “Wir sind Fans von Werder Bremen”. Und natürlich tanzt ihr dann den “Andree Wiedener Tanz”, und ihr singt dann auch “ihr seid scheiße wie der Hamburger SV”, nicht dass das jemand mit Hannover verwechselt.

      Worauf ich hinaus will: Es gibt halt eine Umgangssprache. Und in der Umgangssprache spielt halt “Hamburg gegen Dortmund”, oder “Bremen gegen Nürnberg”. Wie ja einige auch schon bemerkt haben gibt der Kontext die relevante Restinformation – bei mir würde zB niemand erwarten dass ich über Basketball rede wenn ich sowas sage.

      Da jetzt mangelndes Fachwissen zu unterstellen wenn man “Genua” sagt halte ich für sehr elitär – ich stelle mir grade vor wie ich auf der Straße gefragt werde “gegen wen spielt Werder heute?” und ich sage “Sampdoria”. Abgesehen davon dass diejenigen auch erstmal nicht wüssten ob “Genua” ne gute Mannschaft hat wüssten sie aber immerhin dass es Italiener sind. bei “Sampdoria” ist der Informationsgehalt wohl für die meisten eher gegen 0, da rede ich lieber in der allgemeinen Sprache und werde verstanden.

      Abgesehen davon gebe ich euch Recht dass Profis (Journalisten wie Sportler) zumindest den Unterschied kennen sollten, und sowas wie Vereinsnamen korrekt halten sollten. Allerdings zähle ich Blogger nicht zu den Profijournalisten (außer ich weiß dass sie solche sind), daher akzeptiere ich auch Umgangssprache :)

    6. Gerade Journalisten und Sportler kennen die Unterschiede aber häufig nicht bzw. interessieren sich nicht dafür. Vor Werders Spiel gegen Sampdoria gab es auf Sport 1 eine Vorberichterstattung, in der vor Genuas gefährlichsten Spielern Luca Toni und Rafinha gewarnt wurde, die beide beim CFC spielen. Von mangelndem Fachwissen hab ich nicht gesprochen und es stört mich auch nicht, wenn Fans “Alltagssprache” benutzen. Dass “Genua” die Alltagssprache ist, liegt aber ja gerade daran, dass es in den Medien “Genua” genannt wird. Meinst du, du wirst nicht verstanden, wenn du “Sampdoria Genua” sagst?

      Die von dir genannten Beispiele passen nicht so ganz, weil hier die Städtenamen ja eben Teil des Vereinsnamens sind. Würdest du “Gelsenkirchen gegen Hamburg” sagen, wenn Schalke gegen St. Pauli spielt? Wenn du in München jemanden fragst, wie München gespielt hat, wirst du blöd angeguckt, weil die nur die Bayern und die Sech’zger kennen. Mir ist der Sinn der Städtenamen eh nicht klar. Welchen Nutzen hat es denn die Stadt zu kennen, wenn einem der Verein sowieso unbekannt ist? Beim Land kann ich es ja noch verstehen, aber ob so viele Leute die niederländische Stadt Enschede kennen, aber nicht die niederländische Region Twente? Oder was nützt es dir zu wissen, dass der nächste Gegner aus London kommt, wenn es dort ein gutes Dutzend Profivereine gibt?

      Ganz davon ab singe ich im stillen Kämmerlein meistens “Ich bin 0,003% des Sport-Verein Werder von 1899 e.V. Bremen.”

    7. Ich würde Namen benutzen, die mein Gegenüber (sehr wahrscheinlich) mit dem gleichen Verein verbindet wie ich. Wenn ich mit der richtigen Person rede könnte ich sogar “Knappen gegen Freibeuter” sagen. Darum geht es ja: Es soll im Kontext eindeutig sein. Ob ich da Städtenamen, Farben, Spitznamen oder Trainer nehme ist vollkommen wurscht. Da gibts zB noch “den Club”, “die Rothosen”, “die Niedersachsen”. Alles Begriffe, die in der richtigen Situation (zB bei einem Spielbericht, lokale Zeitungen) durchaus angemessen sind. Wenn Schalke gegen Arsenal spielt und jmd erwähnt “die Londoner” würdest du auch nicht komisch gucken.

      Um auf deine Frage zu antworten: “Sampdoria Genua” wäre natürlich die hübscheste Antwort. Unterscheidet sich je nach Gegenüber aber auch nicht unbedingt von “Genua”, und manchmal hab ich ja auch keine zeit raus zu finden wie viel Fachwissen ich dem Gegenüber zumuten kann. Dann lieber im vorbeiradeln “Genua” zurufen als anhalten und zu fachsimpeln :)

      Randnotiz: So etwas wie “die Spanier” oder “die Norddeutschen” ist eh Quatsch, da die Mehrzahl der Spieler ja Legionäre sind. Trotzdem wird sowas oft benutzt, weil viele Sportreporter scheinbar jmöglichst viele verschiedene Begriffe benutzen wollen gegen die Wiederholungen :)

      Als Einschränkung zu vorher: Ich finde es eigentlich nicht schlimm, wenn ein Hunt oder ein Wesley nicht den formalen Namen des nächsten Gegners kennt. Die sollen Fussi spielen, und nicht denken oder Dinge auswändig lernen nur um in der Presse gut da zu stehen. Für Herrn Allofs sieht das natürlich anders aus, und wenn Journalisten solche Fehler machen wie von Dir beschrieben gehören die geschlagen oder gefeuert, mindestens aber mal blosgestellt. peinlich sowas.

    8. Klar, der Kontext ist wichtig. Ich bin jetzt mal davon ausgegangen, dass die meisten Leser hier etwas mit den Begriffen Twente und Enschede anfangen können. Es geht mir auch nicht darum hier jemanden zu “bekehren”, sondern auf den Namen hinzuweisen, weil es sonst in den Medien kaum passiert.

      Was die Spieler angeht sehe ich es ähnlich. Allerdings denke ich schon, dass sie wissen sollten, wer ihr nächster Gegner ist. Ob sie nun Genua oder Sampdoria oder “die Italiener” sagen ist dann egal. Ich habe das Gefühl, dass viele Profis ein eher lockeres Verhältnis zu ihrem Beruf haben und sich mit Ausnahme der zwei Stunden Training am Tag nicht großartig für Fußball interessieren. Natürlich sollen sie nicht in ihrer Freizeit die Vereinsnamen Europas auswendig lernen, aber ich finde es erschreckend, wie viele Spieler nicht mal die Fußballregeln richtig kennen.

      Was Journalisten angeht erwarte ich a) das sie solche Dinge wissen und b) sie auch versuchen zu vermitteln. Gerade weil viele Fans Vereine wie Sampdoria nicht sonderlich gut kennen, würde ich mir da etwas mehr Informationen wünschen. Nicht nur was den Namen angeht ;-)

    9. Hihi – besonders das mit den Regeln find ich auch immer wieder toll. Die Spieler heutzutage sind ja manchmal aber auch mehr Schauspieler als Sportler.
      Ich wette dass auch 90% der Reporter niemals die Regeln auch nur angeguckt haben. Die faseln was von “passivem Abseits” oder “letztem Mann” und im Doppelpass steht dann irgendein Manager schon als wissend da nur weil er die Regeln kennt^^

    Kommentare sind geschlossen.