Sieg gegen Trabzonspor – Tag 3 in Belek

Der heutige Tag startet wie so oft mit dem Vormittagstraining, dass für den Kader des Abendspiels allerdings schon nach wenigen Übungen beendet war. Die anderen Spieler trainierten in zwei Gruppen den Torabschluss, das Flügelspiel und arbeiteten an der Spritzigkeit.

Torwarttraining bei Werder

Neugierige Blicke beim Torwarttraining von Werder / Bild:MeineSaison.de/Cario

Dabei waren auch zahlreiche Zaungäste, die es auf das Torwarttraining abgesehen hatten. Unter anderem Pascal Borel, der uns auch ein kleines Interview gab. Höhepunkt des Tages war aber ohne Frage die Partie gegen Trabzonspor im Mardan Sport Complex in Kundu.

Der Spielbericht Trabzonspor – Werder

Bei – für türkische Verhältnisse – klirrender Kälte fanden etwa 100 Werderfans und etwa halb so viele Fans des Gastgebers den Weg in den Mardan Sport Complex. Es sollte sich trotz der frostigen Temperaturen ein interessantes Spiel mit zahlreichen Chancen ergeben. Nach kurzem Abtasten waren es die Bremer, die es zu erst mit einem Torschuss versuchten. Elia behauptete im linken Mittelfeld den Ball und schickte De Bruyne auf die Reise, doch sein Schuss vom Sechzehner aufs kurze Eck klatschte nur an das Außennetz. Dies war anscheinend der Weckruf für die frechen Türken, die daraufhin ihre beste Phase im Spiel hatten und Werder ein ums ander Mal in Verlegenheit brachten.

Trabzonspor gegen Werder  im Mardan Sport Complex in Kundu

Trabzonspor gegen Werder im Mardan Sport Complex in Kundu / Bild:MeineSaison.de/Cario

In der 8. Minute setzten sich die Gastgeber über die linke Angriffsseite durch, aber die scharfe Hereingabe verpasste der mitgelaufene Stürmer in der Mitte nur um Haaresbreite. In der 12. Minute versuchte es Volkan mit einem Distanzschuss, der für Torwart Mielitz kein Problem war. Bereits eine Minute später wurde es erneut gefährlich für die Gäste: Prödl spielte einen Fehlpass und eröffnete einen schnellen Angriff durch Mierzejewski, dessen Schuss zuerst geblockt wurde, aber im zweiten Versuch mit einem Schlenzer über Mielitz hinweg die Latte traf. Wiederum eine Minute später hieß es Freistoß aus gut 35 Metern für Trabzonspor, den Olcan Adin nur knapp daneben setzte. Allerdings wäre Sebastian Mielitz wohl noch an den Ball gekommen, hätte er das Ziel nicht verfehlt. Mit dieser Aktion endete die Drangphase der Türken, die mit geschicktem Pressing den mangelhaften Spielaufbau der Werderaner komplett einschränkten.

23 Minuten waren schon gespielt, als Werder zur einer zweiten Torchance kam: Hunt spielte De Bryne auf der linken Seite nach einer schönen Kombination frei, dessen Hereingabe nutze Petersen freistehend zu einem Kopfball, der den Kasten leider auf der linken Seite verfehlte. Es sollte nicht die letzte Chance des Werder-Stürmers gewesen sein. Schon in der 37. Minute landete der Ball erneut vor seinen Füßen. Nach einer verunglückten Hunt-Ecke landete das Spielgerät erneut bei Hunt, dessen zweiter Versuch ähnlich schlecht wie die Ecke selbst war. Der Ball landete aber noch abgefälscht (evt. auch durch ein Handspiel, war nicht sicher zu erkennen) vor den Füßen von Petersen, dieser konnte aber Torhüter Zengin aus Nahdistanz nicht überwinden. Zwei Minuten später gab es die erste Freistoßchance für Werder. De Bruyne legte sich den Ball etwa 18 Meter vor dem Tor auf der linken Seite zurecht und zog direkt auf das Gehäuse, doch wieder war Zengin auf dem Posten und konnte zur Ecke klären. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.

2. Halbzeit

Der zweite Durchgang sollte für Werder deutlich besser werden. Nach einem Ballgewinn und schnellen Angriff über Kevin de Bruyne wurde Hunt freigespielt, der am Sechzehner erst den Ball vertendelte, diesen dann aber über Junozovic und den Zufall wieder vor die Füße bekam und mit rechts (!) ins Tor drücken konnte. So stand es 0:1 für Werder, nach gespielten 48 Minuten. Wiederum zwei Minuten später hätte Elia die Führung ausbauen können. Nach einer starken Vorarbeit von Schmitz konnte er sich durchsetzen, scheiterte aber leider am sehr guten Gästetorwart. In der 53 Minute war es erneut Kevin de Bruyne, der einen klugen Pass auf den mitgelaufenen Gebre Selassie spielte, dieser aber ebenfalls aus spitzem Winkel keinen Weg an Zengin vorbei fand.

In Spielminute 55 endlich weider ein Lebenszeichen von Trabzonspor: Yasin Öztekin wurde in den Strafraum geschickt und ging an Mielitz vorbei, doch für seinen Querpass von der Grundlinie fand sich in der Mitte kein Abnehmer. Die Aktion mündete in einem Konter der Werderaner über Hunt, der Petersen anspielte. Aus guter Position schaffte es dieser jedoch erneut nicht, den Torhüter der Türken zu überwinden. Nach 57 Minuten versuchte es Hunt mit einem direkten Freistoß, der allerdings locker parariert werden konnte. Zwei Minuten später durfte sich Petersen dann doch noch in die Torschützenliste eintragen. Nach einem sehenswerten Solo von Schmitz über die linke Seite verwertete er den Querpass aus Nahdistanz in Mittelstürmermanier. Darauf hin verflachte das Spiel zusehends.

Elia erarbeitete sich in der 64 noch eine Möglichkeit, die er leider leichtfertig vergab. Der eingewechselte Janko verfehlte auf der Gegenseite kurze Zeit später mit einem Kopfball das Ziel. In der 76. Minute war es erneut der Österreicher im Dress der Gastgeber, der mit einem Kopfball nach Unsicherheit von Mielitz das Tor knapp verfehlte. Der gute – weil sehr unaufgeregte und unauffällige – Schiedsrichter entschied allerdings auf Stürmerfoul zu Gunsten des Werderschlussmanns. Junozovic stetzte in der 85. Minute den Schlusspunkt unter die Partie, als er nach Vorarbeit von Elia ein letztes Mal den Keeper der Türken auf die Probe stellte. Es bleib bei einem – letztendlich verdienten – 0:2 für die Gäste aus Bremen. Somit steht Werder am Mittwoch im Finale des “Tuttur Cup” gegen den VFL Wolfsburg.

Spielanalyse

Es war gut zu erkennen, dass das Trainerteam ein verändertes System ausprobiert hat, um das Fehlen von Arnautovic im Spiel gegen Dortmund (5. Gelbe) zu kompensieren. In der Defensivbewegung ging Petersen auf den rechten Flügel, in der Mitte spielten Junozovic und Fritz fast auf einer Höhe, davor rotierten Hunt und de Bruyne. Leider zeigten sich vor allem beim schnellen Umschalten Schwächen: De Bruyne startete nicht direkt in die Spitze, sondern nahm den Ball vor der Abwehrreihe an und musste dann erst einmal auf die weiteren Mitspieler warten. In der Offensivbewegung tauchte Petersen dann häufiger in der Mitte auf, ließ damit allerdings Theo Gebre Selassie auf der rechten Seite alleine. Der dadurch entstehende Platz wurde bei schnellen Gegenangriffen der Türken häufig ausgenutzt. Generell hinterließ Petersen auf dem Flügel keinen guten Eindruck, in der Defensivarbeit leistete er sich zwei haarstäubende Fehlpässe.

Verbesserungswürdig ist nach wie vor das Aufbauspiel. Heute durfte sich auch Fritz an diesem Thema versuchen, doch einfaches Pressing der Türken genügte, um schnelle Ballverluste zu erzeugen. An dieser wohlbekannten Marotte muss weiterhin dringend gearbeitet werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Trainerteam vom neuen 4-2-4-0/4-2-3-1 überzeugt wurde und es eine echte Alternative darstellt. Mehr Aufschluss dazu wird sicher die Partie gegen Wolfsburg am Mittwoch geben.

Einzelbewertung

Mielitz: Eine Unsicherheit und manchmal zu kompliziert im Aufbauspiel. Sonst sicher. 3+
Theo: Mit guten Aktionen nach vorne, lies aber defensiv deutlich zu viel zu. 4+
Prödl: Viele Fehlpässe, hinten auch nicht immer sicher. 3-
Sokratis: Solide, nur in der Anfangsphase mit Problemen. 3+
Schmitz: Seine Seite war dicht, nach vorne mit guten Aktionen. 2
Junozovic: Räumte viele Bälle ab, gutes Umschalten, noch Potenzial im Spielaufbau. 2-
Fritz: Mit dem Spielaufbau überfordert, dauerte alles zu lange. Nach vorn ohne Aktion. 4
Elia: Mit Startschwierigkeiten, ackerte viel und erarbeitete Chancen. Leider zu abschlussschwach. 3+
Hunt (bis 86): Tat viel für das Spiel, hatte Glück beim Tor. Nach 60 Minuten untergetaucht und platt. 3
de Bruyne (bis 72): Viele gute Pässe, manchmal zu kompliziert gespielt. 2+
Petersen: Defensiv überfordert und viele Chancen liegen gelassen. Immerhin ein Mal getroffen. 3-

Ekici (ab 72) Hält die Bälle viel zu lange. Ein Hackentritt, sonst nur Gestolper. nzb
Iggy (ab 86) kaum noch gefordert. nzb

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