Zum Tod Michael Jacksons

Ich muss gestehen: Diese Nachricht hat mich wirklich schockiert! Michael Jackson ist letzte Nacht im UCLA Medical Center in Los Angeles gestorben. Um Mitternacht habe ich in den Radionachrichten davon gehört und dann auf BBC die ständig wechselnden Meldungen verfolgt. Gegen 0:30 legte sich die BBC fest und bestätigte, dass der "King of Pop" tot sei.

In den letzten Jahren war Michael Jackson eigentlich nur mit negativen Schlagzeilen in der Öffentlichkeit präsent. Über kaum eine andere Person wurde öffentlich so viel Häme verschüttet, wie über ihn. Outete man sich als Michael Jackson Fan wurde man im besten Fall mitleidig angeschaut. Umso erstaunlicher ist die riesige Anteilnahme an seinem Tod. Bei Twitter war MJ das Thema der letzten 12 Stunden.

Berechtigt ist dieser Buzz auf jeden Fall. Egal, wie man zu seiner Musik steht – Michael Jackson ist der größte Popstar den die Welt bislang hervorgebracht hat und hat bis heute einen riesigen Einfluss auf Musik und Popkultur. Nun bedeutet das nicht, dass sich jeder andächtig vor ihm verbeugen müsste, doch an der Bedeutung seines Lebenswerks kann eigentlich niemand ernsthaft zweifeln. In den nächsten Tagen wird es sicherlich eine Flut an Nachrufen und Best-of-Sendungen geben.

Bei allen Kontroversen, die es insbesondere um sein Privatleben gab und gibt, sollte man eines nicht vergessen: Michael Jackson war vor allem ein unglücklicher Mensch, der es nicht geschafft hat seine traumatische Kindheit hinter sich zu lassen. Deshalb kann ich nur unterschreiben, was ich gestern bei Twitter gelesen habe: Wenn der Begriff "Ruhe in Frieden" jemals für eine gequälte Seele zutreffend war, dann mit Sicherheit bei Michael Jackson.

Um den Bogen zum Fußball zu spannen und nicht ganz Off Topic zu bleiben: Als Michael Jackson Mitte der 90er Jahre ein Konzert in Bremen gab, hatte ich eine sehr unerwartete Begegnung. Ich war gerade auf dem Nachhauseweg von einem Fußballspiel (einer unglücklichen Heimniederlage) und stand mit dem Fahrrad an einer Ampel im Bremer Ortsteil Grolland. Plötzlich fuhr eine Autokolonne an mir vorbei, in der Mitte eine schwarze Limousine. Ich bildete mir damals ein, durch die getönten Scheiben einen Mann auf der Rückbank erkannt zu haben. Ich hob meine Hand und winkte. Der Mann winkte zurück. Zuhause angekommen hörte ich im Radio, dass Michael Jackson vor kurzem auf dem Bremer Flughafen gelandet und gerade auf dem Weg ins Bremer Parkhotel sei. Die Route wurde dabei kurzfristig geändert, so dass der Weg genau an unserem Fußballplatz vorbei führte. Vielleicht hat sich diese Erinnerung mit der Zeit etwas verfälscht, vielleicht habe ich hinter der Scheibe niemanden gesehen, doch in dem Moment war es ein unbeschreibliches Gefühl.

In diesem Sinne: Ruhe in Frieden, Michael Jackson!


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