Zum Tod Robert Enkes

Es gibt Nachrichten, die einem die Sprache verschlagen. Als ich gestern Abend vom Tod Robert Enkes erfuhr, hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Es tauchen ganz unwillkürlich die seltsamsten Fragen im Kopf auf, die man teilweise schnell wieder verwirft, weil sie in diesem Moment völlig unwichtig werden. Eine Frage stellt sich aber wohl jeder, gerade auch weil sie niemand beantworten kann: warum?

Es wird in den nächsten Tagen und Wochen sicher viel über diese Frage gesprochen werden. Das ist wichtig. Wichtig für die Leute, die eine Erklärung suchen, die ihnen ein Stück weit Halt gibt, die sie besser mit der Situation leben lässt. Es wird jedoch auch viele Spekulationen geben von Leuten, die in Robert Enkes Tod nur die Nachricht, die Sensation sehen. Die seine Frau und seine Familie ins Scheinwerferlicht ziehen und die Umstände des Todes bis zum Letzten ausschlachten wollen. An dieser Stelle hört das Verständnis auf.

Auch wenn die Person Robert Enke nun von allen Seiten durchleuchtet wird, verstehen wird man es nie. Mir fällt dazu eine Textzeile von Morrissey ein:

How can anybody possibly think they know how I feel /
When they are they and only I am I?

Deutschland hat gestern einen großen Sportler verloren, doch in erster Linie haben einige Menschen einen guten Freund, Sohn, Mann und Vater verloren. Es gibt nichts zu sagen, was diesem Umstand angemessen wäre, außer, dass ich Robert Enkes Angehörigen die Kraft wünsche, um diese Situation durchzustehen und hoffe, dass sie irgendwann Trost finden werden.

Ruhe in Frieden, Robert Enke.

Artikel teilen

    4 Gedanken zu „Zum Tod Robert Enkes

    Kommentare sind geschlossen.